Es gibt so ein paar astronomische Ereignisse, die nimmt man nach ein paar Jahren im Hobby eher zur Kenntnis, anstatt sich groß darauf vorzubereiten. Partielle Mondfinsternisse sind so was: Eigentlich nicht besonders spektakulär (ein bisschen Mond ist halt angeknabbert), aber wenn es soweit ist, ist es dann doch immer wieder schön.
Die partielle Mondfinsternis vom 28. Oktober war dafür mal wieder ein schönes Beispiel. Für Baden-Württemberg war mehr oder weniger Wolken plus Regen angesagt, und für die Rheinebene gab es keine Ausnahme. Daher hatte ich außer dem gelegentlichen Blick vom Balkon aus nichts geplant. Von der Zeit her lag die Finsternis eigentlich optimal – Samstagabend von 20 Uhr bis 0:30 –, aber außer einem kleinen schwarzen Schatten am unteren Rand gegen 22:30 war eh nichts groß zu erwarten. Unspektakulär.
Aber ich hatte Glück, so etwa zur maximalen Phase lockerten die Wolken auf, und der angeknabberte Mond war zwischen den Wolken zu sehen, links von ihm der helle Jupiter. Also schnell ein Bild freihand mit Kamera (Panasonic G91) und Teleobjektiv (70-300): Ja, schaut sogar besser aus als mit bloßem Auge.
Die partielle Mondfinsternis freihand mit Teleobjektiv
Mondfinsternis mit dem Handy durch’s Spektiv
Die Wolkenlücke hielt sogar noch ein bisschen länger durch – Zeit genug, um das Fotostativ auf den Balkon zu stellen und das Spektiv draufzupacken. Durch die Wolken war das ganze zwar wie durch einen Weichzeichner (das Foto mit der Kamera darf man auch nicht zu groß anschauen), aber trotzdem nett.
Noch ein kurzes Souvenirbild mit dem Handy durch das Okular und ein paar Blicke auf den Mond, bevor der extrem warme Wind die nächsten Wolken und den ersten Regen bringt.
Viel mehr gibt’s auch nicht zu erzählen – war doch wieder ein schöner Anblick und nett, mal ganz ohne großen Aufwand einen Blick in die Sterne zu werfen und das Monatsereignis mitzukriegen.
So, das war es dann: Der letzte Tag bricht an, der Koffer ist gepackt (wieder 23 kg) und steht bei den Aufzügen, und unserer letzter Zwischenstop ist Florø – eine halbe Stunde zwischen 8 und 8:30 in der Morgensonne. 9 Uhr ist die erste Dealine heute, bis dahin müssen die Koffer bereit sein, damit sie im Laderaum zwischengelagert werden können. So erhält man sie bequem im Terminal in Bergen zurück und muss nicht den ganzen Tag auf dem Gepäck sitzen. Schließlich muss die Kabine spätestens um 10 Uhr geräumt werden, solange man keine Suite hat.
Florø
Florø präsentiert sich als Industriehafen und hat vom Schiff aus außer Landschaft und einer schönen Spiegelung in einer Glasfassade nicht viel zu bieten. Zeit, um zu Frühstücken und sich dann einen schönen Platz auf Deck 7 zu sichern. So weit im Süden fahren auch im tiefsten Winter viele Schiffe, sodass die Hurtigrute hier keinen Versorgungsauftrag hat und nur wenige Häfen anfährt. Daher brettern wir schnurstracks durch bis Bergen, zwischen Schären hindurch und mit kurzen Passagen hin zur offenen See, in denen überraschend viel Bewegung im Schiff ist. Heute früh am Westkapp war auch schon genug Wellengang, um mich zu wecken. Eine Erholungsreise ist das auch an den Tagen ohne großes Programm nicht – aber schlafen kann man zuhause!
Ab 10 Uhr läuft im Konferenzraum der Tourfilm des Schiffs, und um 10:45 ist Treffen an Deck: Wir passieren den engen Steinsund, Johan ruft zum Gruppenfoto auf, und wir nutzen das auch für ein eigenes Gruppenbild mit allen, die gerade da sind.
Es ist angenehm warm (irgendwas oberhalb von 10° laut Wetter-App – ein Thermometer habe ich auf diesem Schiff noch nicht gefunden), die Wolken bieten alles von blauem Himmel bis bedrohlich, Norwegen zeigt sich nochmal von seiner besten Herbst-Seite, während die Landschaft fast in Reichweite an uns vorbei zieht.
Ab 11:30 gibt es Mittagessen, und wir versuchen immer noch eine Antwort zu erhalten, wie es mit der Nordlicht-Garantie läuft. Sie gilt ja erst bei Reisen ab Oktober, andererseits sind wir ja die Gruppenreise Nordlicht und Sterne. Auf jeden Fall steht im Schiffs-Logbuch keine Sichtung – ein absolutes Novum für mich. Eine Reise ohne Nordlicht, und das während des Sonnenfleckenmaximums, und während zuhause immer noch sommerliche Temperaturen und Sonnenschein herrschen. Ich muss meine Niederlage eingestehen 🙁
Falls die Polarlichtgarantie für unsere Gruppenreise schon gilt, gibt es eine halbe Reise mit Innenkabine und Anreise auf eigene Kosten, wobei es sich aktuell durchaus lohnt, selbst einen Flug zu buchen (z.B. über Fluege.de schauen und direkt bei der Airline oder eurem Reisebüro buchen) und mit dem Ambassador-Status (den ja nach Anmeldung jeder erhält, der eine Reise auf der Hurtigrute gemacht hat) gegebenenfalls upzugraden. Drei Varianten bieten sich dann an: Direktflug ab Frankfurt nach Bergen, mit dem Schiff entweder nur nach Kirkenes (die billigste Version), oder noch verlängern bis Tromsø und zwei, drei Übernachtungen für Hundeschlittenfahrten und/oder Polarlichttour einplanen (die teuerste Version mit der höchsten Polarlichtchance), oder weiter bis Trondheim, wo man dann mittags oder am frühen Nachmittag direkt zurückfliegen kann (die schönste Option) – einen Transferbus vom Hafen bietet das Schiff meistens an. Wenn es in den Winter geht, empfiehlt es sich, zur Sicherheit einen Tag vor dem Rückflug einzuplanen, falls das Schiff etwas Verspätung hat und der Flug so knapp ist wie unser Rückflug diesmal. Und bei der Anreise einen Tag in Bergen einzuplanen lohnt sich eh! Meinen Reiseführer habt ja schon:-)
Und für alle, die länger in Tromsø vor Ort bleiben wollen, kann ich die lokalen Tourguides wie Dan Steinbakk von http://arcticx.no/ empfehlen. Die fahren auch nach Finnland, falls es in Norwegen mal wieder nur Wolken gibt, und sind angenehmer als die großen Reisebusse.
Ankunft in Bergen
Nun, zurück zur Tour: Wir sind zu schnell, sodass der Captain noch einen kleinen Umweg durch die landschaftlich (noch) reizvollere Route macht und wir Bergen trotzdem rechtzeitig erreichen. Und dann geht alles ganz schnell: Der angekündigte Regen fällt aus, und wir können trocken in den Bus einsteigen (nachdem ein Busfahrer doch noch zugibt, dass er für Gruppe Peter da ist (wenn schon nicht für Nordlicht und Sterne – aber Schwamm drüber).
Bergen
Die knapp halbstündige Fahrt zum Flughafen machen wir noch weitestgehend ohne in den drohenden Berufsverkehr zu kommen, dann alle zum KLM-Schalter, weil die Check-In-Automaten in der Regel ähnlich unkooperativ sind wie es Wolken und Nordlicht auf dieser Tour waren, weiter zur Ark-Buchhandlung direkt hinter der Security für den Tax Refund, und dann ab zum Gate – bleibt eine gute halbe bis dreiviertel Stunde Luft, um noch in den Duty Free zu gehen. Und dann ab in den Flieger, eineinhalb Stunden Umsteigezeit mit Gatewechsel in Amsterdam, ab nach Stuttgart, wo mein Parkplatz noch 20 Minuten lang bezahlt ist, und rechtzeitig ab auf die Autobahn. Kurz vor 1 Uhr bin ich dann zuhause, und wieder ist eine Tour zuende – die supergut war, auch wenn das Polarlicht diesmal gestreikt hatte. Aber es hat trotzdem Spaß gemacht, mit einer tollen Gruppe!
In diesem Sinne: Takk for turen, og alltid god tur!
Es gibt Tage, über die gibt es wenig zu erzählen – die letzten beiden Reisetage gehören dazu. Wir legen frühmorgens in Trondheim an, und das ist so ziemlich die letzte Gelegenheit, noch kurz im Rema Leergut abzugeben. Für viel mehr reicht die Zeit hier nicht, außer man steht extrem früh auf. Ob der Ausflug in die geheimen Gemächer des Nidaros-Doms stattfindet, weiß ich nicht – aber wahrscheinlich nicht. Viele Gäste (auch die Gruppe aus dem Schwäbischen) verlassen uns hier, dafür kommen zwei Gruppen für Konferenzen mit insgesamt 140 Teilnehmern an Bord, die bis Molde bzw. Kristiansund an Bord bleiben. Die angekündigte Schülergruppe entpuppt sich soweit ich das erkennen kann als Studenten einer Marineschule/Technischen Hochschule, die die Laptop-Konzentration an Bord deutlich in die Höhe treiben. Am Morgen hat jeder von denen entweder etwas zu Essen oder einen Laptop in der Hand, während für die andere Konferenzgruppe ein kleines Buffet vor dem Konferenzraum aufgebaut wird.
Trondheim
In Trondheim herrscht bestes Wetter, die Sonne lacht (uns aus). Das Coastal Experience Team nutzt die Neuankömmlinge aus, als wir den Hafen verlassen und der nordgehenden Richard With begegnen: Mit den neuen Gästen der Marineschule auf Deck 5, die mit Norwegen-Fähnchen ausgestattet werden, hat die Richard With beim Winkewettbewerb keine Chance.
Der Interessepunkt zu Munkholmen wird auch gleich auf Deck 5 verlegt bzw. auf das letzte Treffen im Konferenzraum später. Bei strahlendem Sonnenschein spurte ich nach der Schiffsbegegnung noch auf die andere Seite vom Schiff für ein paar Fotos von Munkholmen, und dann war es das fürs erste: Ich gehe in meine Kabine und schaue nach dem kleinen Tourfilm, den ich wieder vorbereite. Und ich frage mich, warum wir so Wetter nicht öfter hätten haben können, und vor allem nachts…
Abschied von Trondheim
Auf dem Schiff gibt es derweil den zweiten Vortrag über die Polarforschung, mit Roald Amundsen zum Südpol, und im Anschluss um 11:15 das letzte Treffen mit dem Expeditions Coastal Experience Team: Johan erklärt den Ablauf des letzten Tags und verabschiedet uns schon einmal von Giske: Sie steigt heute schon aus. Normalerweise wechselt die Besatzung frei durch, je nachdem in welchem Hafens ie wohnen – nur Restaurantchef und Coastal Experience Team wechseln in der Regel nur in Bergen, damit wir immer die selben Ansprechpartner haben. Aber wir sind ja fast da.
Agdenes Fyr
Derweil verlassen wir bei immer noch schönem Wetter den Trondheimfjord und haben noch einen Blick auf den 200 Jahre alten Agdenes Fyr an der Fjordmündung. Wer will, kann Essen gehen, und um 15 Uhr ist dann unsere Abschiedsveranstaltung: Mein Tourfilm ist fertig und kann im steuerbord-rechten Konferenzraum gezeigt werden, und Peter hat schon mit dem Check-In der Gäste für das Flugzeug begonnen. Nach dem Film müssen wir den Konferenzraum frei machen und geben die übrigen Abreiseinformationen im Panoramasalon – nicht ganz einfach, da wir zwar einen Teil reserviert haben, sich andere Passagiere aber entweder gestört fühlen oder lautstark unterhalten. Naja.
Bis wir Kristiansund erreichen, sind wir fertig, also ab zu einem letzten Landgang mit einer Stipvisite bei den Statuen der Klippfiskkjerringa, der Klippfischfrau, die das Symbold der Stadt ist und an die Arbeiterinnen der Klippfisch-Industrie erinnert, sowie die des Heringsjungen gegenüber. Der Ausflug zum Marmorbergwerk Bergtatt startet jetzt ebenfalls – anders als bei meinem Besuch seinerzeit sogar bei Tageslicht, sodass man etwas von der Atlantikstraße sieht.
KristiansundKlippfiskkjerringaNebensonne
Dann: Ab aufs Schiff, Ablegen genießen und auf zum letzten Abendmahl. Als wir ablegen, zeigt sich rechts der Sonne auch noch eine kleine Nebensonne als bunte Leuchterscheinung – ähnlich wie ein Regenbogen, nur an Eiskristallen in der Atmosphäre.
Beim Abendessen fällt meine Wahl auf die Rindshaxe. Derweil wechselt das Wetter draußen, für Molde ist Regen angesagt, und die Prognose scheint zu stimmen. Damit verschwindet auch unsere letzte Chance für Polarlicht auf dieser Reise. Der Captain hat auch keine Polarlichtsichtung eingetragen – jetzt müssen wir klären, wie das mit Polarlichtgarantie funktioniert und ob die bei Gruppenreisen im September greift. Aber heute ist Feiertag in Deutschland (3. Oktober), die Antwort muss dann morgen früh kommen.
Molde
Die Fahrt nach Molde verläuft dann in finsterer Nacht, aber die Hustavika ist friedlich und schaukelt kaum. Von der Erdgasanlage “Ormen Lange” sehe ich heute nichts. Normalerweise ist sie hell beleuchtet, aber vielleicht beschäftigt mich mein Blog zu sehr… Ein Blick nach draußen, es nieselt, ich mache ein paar Bilder von Molde und gehe wieder rein.
Und dann bimmelt das Handy, eine Whatsapp mit Polarlichtbildern von der Gangway, falls die wer brauchen kann. Panik! Ist das jetzt? Ich war vor 5 Minuten draußen und stand im Nieselregen… Aber nein, das Foto ist von Freitag und nicht aktuell. Also keine Panik, ich habe nichts übersehen. Schade eigentlich, aber hier ist aktuell ohnehin keine große Show zu erwarten.
So langsam muss man aber auch ans Kofferpacken denken – bis morgen früh um 9 sollten die Koffer bei den Aufzügen stehen, damit man sie nach dem Anlegen des Schiffs in Bergen im Terminal abholen und zum Bus bringen kann. In diesem Sinne: Gute Nacht!
Nachdem die Aurora sich gestern wieder äußerst unkooperativ gezeigt hat (bzw. gar nicht gezeigt hat), verpasse ich heute fast den Polarkreis. Sechs Minuten Vorwarnzeit gibt mir Johan, was gerade von der Dusche bis an Deck langt – uff. Ich muss mir doch mal wieder angewöhnen, ins Tagesprogramm zu schauen – auf der Kong Harald gibt es das ja sogar in gedruckter Form; andere Schiffe zeigen es nur noch auf den Monitoren, und seitdem beachte ich es meist nicht mehr.
Aber egal, ich bin rechtzeitig um 8:37 draußen, um die südgehende Polarkreisüberquerung mitzumachen.
Am Polarkreis
Auch wenn jetzt eigentlich nicht mehr viel auf der Reise passiert – alle großen Häfen haben wir tagsüber auf der nordgehenden Route besucht, jetzt kommen kleine Häfen und viel Landschaft – hat man trotzdem keine Ruhe. Nach dem Frühstück kommt um 9:45 die Polarkreistaufe mit Lebertran-Verköstigung, dann wird der Polarkreisstempel vorgezogen, um elf Uhr signiert die Crew wieder Bücher, und um 11:15 habe ich meinen Abschlussvortrag über Sternbilder und ihre Mythen.
Nesna
Ach ja: Kurz vor halb elf legen wir auch noch Nesna an. Etwas überraschend, da über die Sprechanlage der Text für Sandnessjøen kommt. Aber wir halten hier doch nicht bis 12:15, und gleich darauf kommt die Korrektur, dass es nur ein kurzer Halt ist.
Als ich kurz vor 12 mit meinem Vortrag fertig bin, sind wir dann doch schon in Sandnessjøen. Bei einer halben Stunde Liegezeit sind die Zeiten vorbei, in denen man hier kurz durch die Fußgängerzons sprinten und die zahlreichen Kunstwerke anschauen konnte, mit dem aktuellen Fahrplan ist das nicht mehr drin. Der Blick aus dem Fenster verheißt auch nichts Gutes für die Bergkette der sieben Schwestern, und es gibt auch keinen Interessepunkt. Nur auf dem Tagesprogramm wird mit einem Bild darauf hingewiesen. Aber Überraschung: Sie stecken zwar tief in den Wolken, sind aber mit wehenden Schleiern doch zu erkennen.
Die Sieben Schwestern
Die Helgelandküste…
Auch mal ein interessanter Anblick. Danach geht die Fahrt weiter, um 14 Uhr ist noch einmal ein Treffen mit dem Expeditionsteam, während draußen die Helgelandküste in den Wolken verschwindet. Nach dem wunderbaren Trollfjord gestern präsentiert sich Norwegen nun wieder betont kontrastarm. Schade. Immerhin: Die Gewitterwarnung für Brønnøysund wurde nun durch normalen Regen ersetzt.
In Brønnøysund haben wir einen etwas längeren Aufenthalt, damit neben dem dem Besuch bei den Lachsen auch eine Tour zum Torghatten stattfinden kann, dem Berg mit Loch. Bei dem Wetter wird das bestimmt ein Erlebnis – auf der Herfahrt ist der Torghatten kaum zu sehen.
Suchspiel: Erkennen Sie den Torghatten im Hintergrund?
Norwegens Mitte
Mein Weg führt mich heute nicht allzu weit: Erst ein Besuch in der Mitte Norwegens, und dann ab ins Amfi zum Coop, mein gesammeltes Leergut abgeben und die Getränkevorräte und den Kühlschrank zuhause auffüllen. Soweit der Plan für heute, der mal wieder scheitert: Der Coop wird umgebaut und eröffnet “demnächst” wieder. Da steh ich nun mit meinem Altglas und ohne Chance, noch Wurst für daheim oder Getränke für den Rest der Tour zu kaufen.
Nun gut. Also noch eine Runde durch das Amfi drehen (mit gewissem Erfolg im Sportgeschäft), und dann ab zum nächsten Kiwi. Zumindest werde ich dort das Leergut los; dann muss ich morgen dem Rema in Trondheim noch einen Besuch abstatten. Oder den kurzen Aufenthalt in Kristiansund nutzen, mal sehen.
Auf dem Weg zum Kiwi fällt mir zum ersten Mal die Tourist Information auf, die direkt hinter dem Anleger liegt, und neben der eine hübsche alte Scheune oder ein anderes Wirtschaftsgebäude steht. Dann noch ein Bild vom Schiff (ich habe schon lange nicht mehr am Tau entlang fotografiert), und die Einkäufe verstauen.
Und dann? Natürlich ein Eis, während einige aus unserer Gruppe zurückkommen. Vielleicht lerne ich es irgendwann und bestelle entweder das berühmte Softeis oder einen Becher… so erhalte ich eine schmale Waffel, auf der zwei große Kugeln Eis kurzfristig balancieren. Mal sehen, ob ich das Beweisfoto erhalte – zum selberknipsen hatte ich keine Chance. Das war zwar lecker, aber eine Sauerei. Zum Glück gibt’s im Kiosk ein WC mit Waschbecken… Bei den Plusgraden schmilzt das Eis doch recht flott.
Jubiläumsmenü
Von Peter erfahre ich dann, dass ich beim Shoppen aufs falsche Pferd gesetzt habe – der Bunnpris hätte noch Wurst gehabt. Egal.
Die Vorbeifahrt am Torghatten um 18:10 fällt mangels Sichtbarkeit und wegen Wind aus. Der nächste Programmpunkt wäre damit das Captains Dinner um 18 Uhr, da uns erfahrungsgemäß viele Gäste in Trondheim verlassen. Aber alles ist anders auf dieser Tour: Morgen steigen 140 Schüler zu (zumindest bis Kristiansund), und Hurtigruten feiert 130jähriges Jubiläum, also gibt es ein 5-Gänge-Jubiläumsmenu. Gut und ausreichend. Burps…
Um 20:15 gehen die Feierlichkeiten im Panoramasalon weiter, der Captain (?) steht da, während Johan eine kurze Festansprache hält und jeder ein Glas Sekt erhält. Anschließend greigt er zur Gitarre und unterhält uns zusammen mit Giske noch zwei Stunden lang mit Livemusik. Schön.
Rørvik
Derweil ärgern uns draußen ein paar Wolkenlücken, aber in Rørvik regnet es dann schon wieder leicht. Es ist ja nicht so, dass es hier in der Region keine Chancen auf Polarlicht gibt, aber in dieser Nacht dann doch nicht.
Nach dem Ablegen aus Rørvik winke ich der Havila Polaris noch einmal zu und widme mich dann dem Blog, unterbrochen von einigen Blicken nach draußen. Aber es lohnt sich nicht, und die offene Seestrecke der Folda ist zwar alles andere als wild, aber mit Wind und etwas Wellen ist es doch unangenehm draußen, trotz Temperaturen um die 12 Grad. Also Schluss für heute.
Mein Plan für heute: Ausschlafen. Schließlich nehme nicht an dem berühmten Ausflug 9A teil, der durchaus schönen Busfahrt über die Vesterålen, die ziemlich früh in Harstad startet. Und auch wenn ich gestern nicht in Tromsø auf Kneipentour war: Ausschlafen würde auch mal gut tun, und es ist ja Sonntag.
A propos: Diese Reise hat doch immer wieder Überraschungen parat. Im viel-gepriesenen Rørbua-Pub am Kai in Tromsø gibt es am Samstagabend keine Live-Musik, die wäre nur Freitag und Sonntag. Diesen Samstag war Disco-Abend. Da lob ich mir die ruhigere Jarnbarnestasjion… vielleicht im Januar auf meiner nächsten Tour.
Aber die Live-Musik ist nicht der einzige Plan, der scheitert: Als Optimist hatte ich das Telefon angelassen, um eventuell doch eine Nordlicht-Durchsage vom Schiff mitzubekommen. Stattdessen weckt mich vor acht Uhr die Durchsage, dass wir Harstad anlaufen, die Teilnehmer des Ausflugs sich am Anleger bei den Bussen treffen und das war es dann mit meiner Nachtruhe.
Das Wetter in Harstad: Bäh. Es nieselt, und die Begegnung mit der nordgehenden Hurtigrute habe ich auch verpasst. Während wir ablegen, haben die Busse bereits das Museum bei der Trondenes-Kirche erreicht, und ich mache noch ein paar Fotos in die Richtung. Die Fontaine im Hafen ist an – ob daher der Regen kommt?
Für uns auf dem Schiff geht die Reise ebenfalls durch die Vesterålen, aber natürlich auf dem Seeweg und somit einer leicht anderen Route. Von den Vesterålen ist nicht so viel zu sehen, es ist der Tag der gekappten Berge: Die Bergspitzen sind unter den tiefhängenden Wolken verborgen. Wir erreichen die Risøyrinne, eine schmale Fahrstraße, die extra für die Hurtigrutenschiffe angelegt wurde, um die Region besser an den Verkehr anzubinden. Johan macht passend dazu einen Interessepunkt auf Deck 7, dabei erspäht er ein paar Seehunde und zwei Seeadler – bis ich mein Teleobjektiv aufgesetzt habe, sind sie schon wieder zu weit weg, aber ein schöner Anblick war es trotzdem. Und wie immer: Vergiss die Kamera und genieße den Augenblick!
Der Königsstein
In Risøyhamn machen wir wie immer nur kurz halt, ich knipse den Königsstein (mit den Unterschriften der norwegischen Könige anlässlich der Einweihung bzw. Vertiefung der Fahrrinne) von Deck aus und genieße den Tag, während ich noch ein paar Dinge aufarbeite.
Wir fahren weiter an wolkenverhangenen Bergen vorbei bis Sortland, wo erst das Mittagessen angekündigt wird und dann die Begegnung mit den beiden Ausflugsbussen: Sie überqueren die Brücke, als das Schiff darunter hindurchfährt, und alle, die nicht voreilig zum Mittagessen gestürzt sind, stehen vorne am Bug, wo das Expedition Team (das seit einige Zeit übrigens Coastal Experience Team heißt, aber egal) Norwegen-Flaggen verteilt hat.
Busse-Winken und Wolken-Berge rund um Sortland
Als wir in Sortland anlegen, warten die Ausflugsteilnehmer schon am Kai. Wir legen an, die Gangway geht wiederwillig auf, irgendwas macht plopp, und sie steht unter Wasser. Literweise strömt es aus dem Schiff und überflutet die Gangway. Okay… der Captain auf der Brücke sieht nicht glücklich aus. Es dauert einige Zeit, und das Wasser verändert seine Farbe von Rostbraun über klar zu schäumend – Hydraulikschaden oder Sprinkleranlage? Man weiß es nicht… nach einiger Zeit können die Passagiere dann über die Laderampe ins Schiff kommen, während die Gangway weiter geflutet wird.
Neue Wege in Sortland
Tja… ich checke schon einmal das Wetter, falls wir hier nicht wegkommen: Die heute Abend für Svolvær angekündigte Wolkenlücke ist hier auch. Von daher kein Problem für mich… aber wir haben Glück, das Wasser wird unter Kontrolle gebracht, die Gangway kann geschlossen werden, und wir legen nur mit ein paar Minuten Verspätung ab.
Stokmarknes erreichen wir bei bedecktem, aber trockenem Wetter nur mir wenig Verspätung. Das moderne Gebäude mit der alten MS Finnmarken, dem Herzstück des Hurtigruten-Museums, ist schön zu sehen. Das Museum ist privat und wird wohl nicht zuletzt von einem ehemaligen Hurtigruten-Kapitän am Leben gehalten, hat mit der Hurtigruten-Company aber nichts zu tun. Immerhin gibt es jetzt wieder einen ermäßigten Eintrittspreis von 170 NOK für die Gäste der Hurtigrute, der letzte Preis war wohl doch zu hoch.
Stokmarknes
Mir langt es aber nicht, um hier kurz von Bord zu gehen: Johan fängt mich ab. Am Trondheim-Tag kommen 140 Schüler an Bord und belegen die Konferenzräume, und wir müssen einen Platz für unsere Abschiedsveranstaltung finden. Jede Reise ist anders, und bislang wurde noch jedes Problem gelöst… Die Norweger sind da pragmatisch, was mit deutscher Mentalität nicht immer ganz kompatibel ist.Aber es funktioniert.
Kurz nach Stokmarknes erreichen wir den Raftsund, der Himmel wird besser, und die ersten Fotografen sind überfordert: Was soll ich denn jetzt als erstes fotografieren? Photogasmus nennt sich das wohl:-)
Es ist aber auch zu schön – im Winter hat man das Gefühl, mit dem Schiff durch die schneebedeckten Alpen zu fahren; mit den nachmittäglichen Herbstfarben und etwas Sonne ist das noch mal was ganz anderes.
Im Raftsund
Seeadlersafari
Kurz vor dem Trollfjord holt uns die kleine Orca ein und legt an der Kong Harald an – kein Piratenboot, sondern der Einstieg in die Seeadlersafari. Knapp 50 Passagiere können hier einsteigen und die Seeadler (sowie unzählige Möwen) aus nächster Nähe anschauen, die mit Fisch angelockt werden.
Seeadler
Von unserem Schiff aus sind die Adler auch zu sehen, aber nur kurz – die wissen, wo es Futter gibt. Ich habe wieder das falsche Objekt drauf und drücke zu spät ab, aber was solls. Sehen, nicht knipsen! Die Orca fährt vor uns in den Trollfjord, die Passagiere kommen dann in Svolvær wieder zurück auf die Kong Harald.
Wir fahren weiter durch den Raftsund, umrunden die Inseln vor seiner Mündung nehmen schließlich Kurs auf diesen eindrucksvollen Fjord. 2,3 km soll er (gemäß der heutigen Durchsage) lang sein, 800 Meter breit, und damit ist er der engste Fjord. Gemäß einer Legende diskutierten hier die Trolle, die man in seinen Felswänden erkennen kann, was man gegen die Menschen tun könne – die Diskussion war so heftig, dass sie darüber die Zeit vergaßen und von der aufgehenden Sonne versteienrt wurden. Noch heute kann man einige Trolle in den Felswänden erkennen.
Einer anderen Legende nach stritten sich einst die beiden Trolle Vågakallen und Hinnøygubben. Als Hinnøygubben mit seiner Axt zuschlug, schuf der dabei den Trollfjord.
Und was macht der Trollfjord heute: Er gibt alles. Die aufreißende Bewölkung taucht ihn in das perfekte Licht. Wahnsinn. Ich versuche gar nicht erst, an den Bug zu kommen (da ist für rund 250 Passagiere zu wenig Platz), sondern halte mich an der Seite, am Heck und auf Deck 7 auf.
Troll!Trollfjord
Das war bislang eindeutig der Höhepunkt des Tages. Und weiter: Die Wolken reißen auf, wir sind mitten im Polarlichtoval, da muss doch noch was gehen!
Aber erst einmal erreichen wir Svolvær. Die Statue für die Fischersfrau an der Hafeneinfahrt vepasse ich knapp, dafür sehe ich die “Hauptstadt des Lichts” auf den Lofoten auch einmal wieder bei ausreichend Licht und nicht nur lange nach Sonnenuntergang. Ein kleiner Stadtrundgang zu den Rørbua-Fischerhäuschen des Scandic-Hotels und ein Blick in den Anker, unsere Stammkneipe: Sonntag Ruhetag. Was ist denn in dieser Tour für ein Wurm drin?
Svolvær
Nun gut, dann halt über die Kirche mit dem Figurenpark und dem spiegelnden “Auge des Nordens” zurück zum Schiff, und abwarten, was Wetter und Weltraumwetter machen. Ich bin ja doch optimistisch, auch wenn die Polung des Magnetfelds falsch ist. Und dann: Der Pfeil zeigt in die richtige Richtung, JAHAAAA!
Havila Castor im Mondlicht
Raus an Deck, wo ich bis Stamsund immer wieder die Runde drehe. Hübscher Mond tief im Süden, aber das sollte für das Nordlicht nicht stören. Die Wolken schon eher. Und wo ist es überhaupt? Das Oval in den Apps ist zögerlich, aber deutlich. Und am Himmel? Nichts. Im Windschatten auf Deck haben sich einige Nordlichtjäger versammelt. Wir wären soweit. Und wir haben alles richtig gemacht. Nur Mutter Natur zickt rum. Ich sag doch, die ganzen Apps kann man in die Tonne kloppen.
Ich versuche meinen alten Trick, gebe auf und baue meine Kamera ab, aber davon lässt sich das Polarlicht auch nicht hervorlocken. Es gibt den alten Glauben, dass man mit Pfeifen Polarlicht herbeilocken kann, aber die Seeleute glauben, dass Pfeifen Sturm anlockt… soll ich das vor dem Westfjord riskieren? Besser nicht.
Stamsund.
Wir haben noch eine Schiffsbegenung mit der Havila Castor im Mondlicht, und als wir die vorhergesagte Wolkenlücke bei Stamsund erreichen, ist der Himmel komplett zu. Nur ab und an schimmert der Mond höhnisch durch.
Stamsund erreichen wir überpünktlich, was ganz gut ist: Die Gangway geht nicht auf, die neuen Gäste steigen über das Frachtdeck ein. Jetzt kann man auch gut beobachten, dass wir immer noch Fähre sind: Einige Passagiere sind am Sonntagabend nur für die Überfahrt nach Bodø zugestiegen und schlafen auf den Sesseln oder mit Iso-Matte in den Gängen.
Und ich? Gebe die Hoffnung langsam auf, während ich um Deck 5 herumschleiche, nach Wolkenlücken spähe und nichts sehe, was ich sehen will. Wir legen ab und gehen auf Südkurs, die Lofoten bleiben hinter uns zurück, vor uns scheint der Mond immer wieder durch die Wolken, aber sonst…
Unser Schiffshund
Gegen Mitternacht kapituliere ich. Noch ein Blick auf Deck 7: Auch unser Schiffshund wirkt unglücklich. Im Prinzip war das ja eine tolle Reise, nur das Nordlicht enttäuscht.
Ich gehe in meine Kabine und studiere noch einmal meine Unterlagen: Der rituelle Harakiri des Lektors ist nicht obligatorisch. Uff… Immerhin ein Lichtblick. Ich überlege, ob ich mir den Fliegenden Holländer zum Vorbild nehmen soll, mich mit den Göttern anlegen und solange hier oben rumkreuzen soll, bis wir vernünftiges Polarlicht haben, aber das gibt dann auch nur Ärger zuhause. Also tue ich das einzig Vernünftige, mache es wie der Schiffshund und haue mich in die Koje.
Südwärts geht es immer schneller als nordwärts. Ob das daran liegt, dass man alle Häfen ja schon kennt, oder daran, dass wir mittags an Tag 7 der 12 Tage unserer 11-tägigen Reise umkehren und an Tag 12 eh nichts mehr los ist, keine Ahnung. Ich bin verwirrt…
Wie dem auch sei, heute früh halten wir kurz in Havøysund, ein paar Schnappschüsse später gehe ich frühstücken, und dann steht die Begegnung mit der Havila Pollux auf dem Plan. Gefühlt begegnen wir (bei gutem Licht) vor allem den Havila-Schiffen…
Wobei das mit dem guten Licht relativ ist: Die Berge rund um Havøysund liegen unter tief hängenden Wolken, und mit der Havila Pollux im Vordergrund sieht man erst, wie tief die Wolken heute hängen. Das verleiht Norwegen etwas mystisches und wird uns den Tag über begleiten. Wer will bezweifeln, dass es hier Trolle gibt?
Gut, dass wir auf der Kong Harald vor Trollen sicher sind. Ungemach droht uns allenfalls von Draugen, Seeschlangen und dem Unwillen von welchen Götter auch immer hier für Wetter ung Weltraumwetter zuständig sind. Schließlich war das Polarlichtoval heute früh um 7 Uhr ganz passabel – perfekt für Beobachter in Kanada. Ich kann so nicht arbeiten.
Melkøya
Nun, jedenfalls fahren wir entlang der wolkenverhangenen Küste weiter südwärts, bis wir am Vormittag Hammerfest erreichen. Der erste Vorbote ist wieder die Erdgasverflüssigungsanlage auf der vorgelagerten Insel Melkøya, die das Gas des 143 km entfernten Bohrfelds Snøhvitfeltet (Schneewittchen) verflüssigt, in den Tanker verlädt, der schon wartet und es höchstwahrscheinlich nach Deutschland bringen wird, um unsere Tanks für den Winter aufzufüllen. Dank des Russland-Embargos sind wir nun Großabnehmer, wie das Expeditionsteam beim Point of Interest erzählt. Außerdem gibt es wieder den berühmt-berüchtigten Energiekaffee – diesmal werden diverse Zutaten aufgezählt, aber die Reaktion der Kaffeefreunde zeigt mir, dass er wohl weiterhin zu 50% aus Zucker und 50% aus Schweröl besteht. Ich verzichte.
Hammerfest
Der Hafen von Hammerfest wird immer noch umgebaut, sodass wir auf der falschen Hafenseite anlegen, 2,5 km vom Zentrum entfernt. Das Schiff hatte Shuttlebusse angekündigt, wenn auch zu wenige, sodass Peter noch ein Sammeltaxi für und organisiert hatte – zumindest mit 16 Plätzen sollte das für Entspannung sorgen. Für mich war kein Platz mehr (bzw. ich überließ ihn gerne jemandem, der seltener hier ist), daher war mein Plan die Meridiansäule. Das Taxi war dann auch nicht teurer als die Plätze um Bus, nur kam es nicht. Genauer gesagt, kam nicht der geplante 16-Sitzer, sondern drei Taxis, die dann alle in das Stadtzentrum und auf den Berg brachten. Von Hammerfest kann ich daher nur vom Hörensagen berichten, dass Eisbärenclub und Touri-Info zu hatten (an einem Samstagmittag, warum auch nicht), die Straßen für einen Laufwettbewerb mit Gittern abgesperrt waren und zumindest die Kirche beeindruckt hatte. Für mich blieb es diesmal bei Panoramen und Fotos durch das Tele-Objektiv.
Impressionen rund um den Anleger
Dafür fiel mir auf, dass hier bei der Post auch die Warenausgabe von IKEA ist… Schwedenmöbel für alle.
Mein Weg führte mich wieder zu Struves Meridiansäule, einem Messpunkt von Struves Erdvermessungsprojekt Mitte des 19. Jahrhunderts. Sowohl auf der markanten Insel Håja (oder Norwegens größtem Stein, je nachdem wem man glaubt) als auch auf dem Berg Tyven hinter Hammerfest auf der anderen Hafenseite wären Peilpunkte zu sehen, wenn man die Spitzen der Berge sehen würde.
Treffen der GruppenMeridiansteinIm Hintergrund: Håja
Vom Schiff aus ist es etwa eine Viertelstunde, ich komme rechtzeitig an, um einer Reisegruppe kurz zuzuhören und ein paar Bilder zu machen, bevor der Bus der Stadtrundfahrt sowie der Hike des Expeditionsteams mit noch mehr Besuchern kommen – Zeit, weiterzuziehen und die Schanze (Skansen) an der Spitze der Halbinsel Fuglenes zu besuchen. Der viereckige Wall wurde nach der Plünderung Hammerfests durch englische Kriegsschiffe während der Napoleonischen Kriege errichtet und beherbergte einst mehrere Geschütze, heute steht hier wieder eine Kanone. Ein Stück weiter ist ein kleiner Leuchtturm und linkerhand ein paar Gebäude, die nach dem zweiten Weltkrieg auf Melkøya standen und heute ein Freilichtmuseum bilden.
Skansen und Fuglenes
Bald wird es auch hier voll, und ich gehe wieder auf’s Schiff, zu meinem ersten Mittagessen an Bord. Da wenig los ist, nutze ich die Chance für ein paar Fotos vom Mittagsbuffet, wird ja doch immer wieder nachgefragt.
Mittagsbuffet
Versteigerung
Die Hurtigrutenfondation ist übrigens auch wieder aktiv: Gegen eine Spende von 200 NOK hat man Chancen auf eine Brückenbesichtigung (die ersten Termine fanden heute schon statt), und im Rahmen einer stillen Versteigerung hat man an Tag 10 die Chance auf eine Postflagge und eine Seekarte.
Bevor die Shuttlebusse wiederkommen, mache ich es mir auf Deck 7 im Multe bequem und bereite meinen Vortrag um 14 Uhr vor. Es geht um die Sonne, die sich in letzter Zeit hier ja doch etwas rar gemacht hat.
Erdgastanker
Nach dem Vortrag (der parallel zu einem englischsprachigen Vortrag von Giske stattfindet) gibt es noch eine Sicherheitsübung für die Crew, und ich mache es mir wieder auf 7 bequem – Bilder sortieren und Bücher signieren.
Für Øksfjord gehe ich noch einmal an Deck: Der Ort liegt am Fuß einer riesigen Felswand und hat ein wunderbares Echo, wenn das Schiffstyphoon die Ankunft der Hurtigrute ankündigt. Immer wieder toll. Zur Abwechslung sehe ich den Ort einmal bei Tageslicht mit buntbewaldeten Bäumen an den Berghängen, die dann in den Wolken verschwinden. Magisch.
Øksfjord
Danach geht es die Loppa. Von der offenen Seestrecke ist nichts zu merken – von wegen “Loppa macht hoppa”. Ein Ententeich – wegen Seegang können wir uns bislang echt nicht beschweren. Nach dem Abendessen kommt der entspannte Teil des Abends, wer will, kann um 21;30 am Musikquiz im Panoramasalon teilnehmen (der Hauptgewinn geht an unsere Gruppe). Zeit dafür ist: Es ist und bleibt bewölkt, für Tromsø ist Regen angesagt. Peter und ich nutzen die Zeit, und noch ein bisschen zu schaffen…
Auf den Pub-Besuch und das Nightlife von Tromsø verzichten wir. Morgen gibt es Chancen für besseres Wetter in Svolvær, und hoffentlich macht das Polarlicht endlich, endlich mit…
Kurz nach halb zwölf nehme ich noch die Einfahrt nach Tromsø mit, dann widme ich mich wieder meinem Blog. Tromsø zeigt sich zur Abwechslung mal neblig…
Tromsø im Nebel
Da ich morgen nicht auf die Vesterålenrundfahrt gehe, kann ich eventuell ausschlafen. Noch ein bisschen Blog pflegen, und dann ist Feierabend.
Und schon ist Halbzeit: Als ich aufwache, verlassen wir gerade Vadsø, den einzigen Hafen, den wir nur auf der nordgehenden Route besuchen – von hier ist es nur ein Katzensprung bis Kirkenes, dem Endpunkt (aber nicht dem nördlichsten Punkt) der nordgehenden Route. Ein Blick auf’s Handy, den Wecker ausschalten: Um ein Uhr gab es noch eine Nordlichtsichtung. Toll. Zwar auch nur Kp 3, aber immerhin mit etwas mehr Wolkenlücken. Das muss doch nochmal klappen…
Vadsø
Wie dem auch sei, ich gehe kurz an Deck, einen Blick zurück auf Vadsø werfen: Es liegt unter mächtigen Wolken. Dafür ist die Fahrt durch den Varangerfjord ruhig: Kaum Wellen, und bald kommt das herbstlich-farbenfrohe Ufer wieder in Sicht, das mit gelben Buchen sowie grünen Büschen und Flechten auf dem grauen Stein einen hübschen Anblick bietet.
Kirkenes
Kirkenes erreichen wir pünktlich, zusammen mit (sehr) leichtem Nieselregen. Peter will die große Runde zum Grenzlandmuseum drehen, ich will im Amfi und dem Outdoorladen vorbeischauen. Wir gehen ein Stück zusammen, und einige Gäste machen sich gemeinsam mit uns auf den Weg – aber jeder geht auf eigene Faust, da ist nur Gruppendynamik, kein Gruppenzwang. Das ist auch gut so: Ich arbeite meine Einkaufsliste ab, und wer sich mir an die Fersen heftet könnte eventuell glauben, eine Butterfahrt gebucht zu haben. Aber nach Kirkenes steht nur noch Rentierwurst in einem der letzten Coops auf der Liste, die Fahrt wird billig:-)
Der Gang durch das herbstliche Kirkenes bietet eine Neuheit: Die Türe der Anders-Grotte steht offen, der Ausflug zur russischen Grenze macht hier gerade einen Zwischenstop. Wir können diesen alten Schutzbunker zwar nicht besichtigen, aber es langt für einen schnellen Blick hinein.
Andersgrotta
Ansonsten gibt es in Kirkenes nicht viel Neues, und an diesem Freitagmorgen sind die Straßen wieder wie ausgestorben. Die Kirche hat zu, das Amfi-Einkaufszentrum offen: Viel finde ich diesmal nicht, aber ein bisschen Shoppen muss sein. Danach verlasse ich unsere Gäste und mache mich auf den Rückweg – es sieht nach Regen aus, und das Grenzlandmuseum oder der berühmte Aussichtspunkt – die Straßenkurve über dem Ort – reizen mich heute nicht.
KriegsmüttermonumentRussendenkmalKirkenes
Kirkenes ist Grenzstadt zu Russland, und den Konflikt merkt man hier auch. Einerseite ist man mit dem Nachbar doch anders verbunden als die fernen Hauptstädte, und die Erinnerung an den 2. Weltkrieg ist noch wach: Damals hatten die Russen die deutsche Wehrmacht vertrieben und blieben als Befreier in Erinnerung, während die Deutschen verbrannte Erde hinterließen.
An einer Stelle im Ort steht das Russenmonument und erinnert an die einstigen Befreier, das Kriegsmütterdenkmal erinnert an das Leid der Bevölkerung, und ein Kleinbus erinnert an den Ukrainekrieg. Die Kimek-Werft treffen die aktuellen Spannungen besonders: Sie lebt unter anderem davon, russische Fischtrawler über Wasser zu halten. Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine und Sanktionen hat sich ihr Umsatz mehr als halbiert.
Zuletzt mache ich noch einen Abstecher in den Sparemarkt im Hafen. Es gibt Dirndl und Sonnencreme im Angebot. Was man halt so braucht…
Dirndl…… und SonnencremeIm Kiosk am Kai
Und dann: Zurück auf Schiff. Wir legen mit ein paar Minuten Verspätung ab, die Überfahrt nach Vardø wird durch das Treffen mit dem Expeditonsteam um 14 aufgelockert, sonst geschieht nicht viel.
Vardøhus
Hornøya & Vardø Fyr
Während auf backbord die großen Radarkuppeln die Blicke auf sich ziehen, erhebt sich vor uns das Vogelparadies Hornøya mit dem Leuchtturm von Vardø. Die Info-Durchsage verstehe ich am Bug leider nur schlecht, aber anscheinend hat die Vogelgrippe in der Kolonie ordentlich gewütet. Mal sehen, ob die Bestände sich erholen – jetzt ist die Vogelsaison ohnehin vorbei.
Vardø erreichen wir trotz unserer verspäteten Abfahrt rechtzeitig, damit bleibt ausreichend Zeit für einen raschen Gang zum Hexendenkmal – bei Tageslicht und mit bald 50 Passagieren. Die kleine Festung Vardøhus lasse ich also rechts liegen und gehe quer über den Acker, jetzt sieht man den Weg mal. Das Denkmal besteht aus einem langgestreckten Gang, in dem 91 Glühbirnen an die Männer und Frauen erinnern, die hier im 17. Jahrhundert als Hexen verbrannt wurden.
Auf zu Festung und Hexendenkmal
So eindrucksvoll das auch ist: Wenn 50 Leute in fünf Minuten durch das Gebäude hetzen, hat man nicht viel davon. Zum Glück war ich unter den letzten, die hier ankamen – aber eindrucksvollsten war mein erster Besuch hier: In finsterer Nacht mit Taschenlampe den Weg gesucht und alleine in dem sturmumtosten Bauwerk gewesen… Heute konnte es seine bedrückende Atmosphäre kaum entfalten.
Zurück an Schiff bleibt vor dem Abendessen um 18 Uhr noch etwas Zeit für Gespräche. Es geht natürlich um das Wetter – die Polarlichtprognose ist gar nicht so mies, und irgendwo ist – je nach Wettermodell – auch eine Wolkenlücke. Es könnte klappen.
Silberstreif am Horizont…
Nach dem Abendessen der Blick nach draußen: Tiefschwarze, drohende Wolkenberge über dem Festland, ein kleiner heller Streifen über der See. Puh… und das Polarlichtoval ist fast ganz weg.
Bis Båtsfjord tut sich nicht viel, dann klart es langsam auf, nur von Polarlicht keine Spur, dafür beleuchtet der Vollmond die Wolken ganz hübsch. (A propos es tut sich nicht viel: Die Kong Harald ist musikalisch, sowohl Giske als auch Johan unterhalten abends im Panoramasalon gerne mit Gesang – und zwar richtig gut.)
Berlevåg gegen 22 Uhr: Man sieht sogar ein paar Sterne, das Wetter würde mitspielen – nur das Weltraumwetter nicht. Da oben ist tote Hose, nichts zu merken von dem Schuss, der von von der Sonne erreichen soll. Dafür gibt es eine nette Schiffsbegegnung mit der MS Vesterålen.
MS Versterålen
Langsam werde ich ungeduldig, und die ersten Gäste geben auf: Morgen für um 5 klingelt der Wecker für alle, die das Frühstück am Nordkap gebucht haben. Ich halte bis Mitternacht durch: Jetzt fahren wir wieder in eine dichte Wolkendecke hinein, das war es dann für diese Nacht. Außer Mond nichts los – aber immerhin hat der ein paar schöne Bilder ermöglicht.
Es geht, mal wieder, viel zu schnell: Wir sind im hohen Norden und fahren heute eher ost- als nordwärts. Hawaiisund Havøysund ist der erste Hafen, den man normalerweise mitkriegt. Das Wetter: Leichter Nieselregen bei geschlossener Wolkendecke. Sieht nicht gut aus für das Nordkap heute… Hier oben ist nicht nur das Wetter, sondern auch die Landschaft trist. Viel wächst hier nicht, nur etwas “Birkenwolle” sorgt für gelbe Farbtupfer – das sieht aus der Entfernung mehr nach Flechten aus, sind aber wohl kleine Birken, die hier ums Überleben kämpfen und hoffen, nicht von Rentieren gefressen zu werden. Immerhin sorgen sie für Farbe zwischen den grünen Flechten und grauen Steinen.
Kurs Havøysund
Havøysund ist einer dieser kleinen Häfen, in denen nur ein Schiff Platz hat. Wir sind ziemlich beide ziemlich pünktlich, und bald taucht südgehende Nordnorge hinter den Felsen auf. Also lassen wir sie passieren, bevor wir anlegen und ich mich dem Frühstück widme. Immerhin sind diese dramatischen Wolkenberge besser für Fotos als strahlendblauer Himmel. Zumindest erzählen einem das immer die Landschaftsfotografen… Ich bin da flexibler und würde mich auch über klaren Himmel freuen.
MS Nordnorge
Havøysund
In Havøysund lohnt es sich nicht von Bord zu gehen. Es ist ein kleines Fischerörtchen mit knapp 1000 Einwohnern, und wir halten planmäßig ohnehin nur eine Viertelstunde – und zehn Minuten vor Abfahrt soll man wieder an Bord sein.
Anschließend führt uns die Fahrt durch den Magerøya-Sund. Die Strecke ist durchaus schön, aber im tiefsten Winter, schneebedeckt und in der tiefstehenden Sonne, macht sie noch mehr her. Als das Expedition Team den Interessepunkt Magerøya-Sund macht, regnet es, und mindestens so viele Zuhörer suchen bei den überdachten Sitzplätzen Schutz, wie es Zuschauer direkt bei Johan und Are gibt. Wir überqueren den Tunnel zum Nordkap, dessen Mautgebühr von den Touristenmassen im Sommer mittlerweile abbezahlt ist und der somit keine Maut mehr kostet; neben Touristen wird er von den Rentierherden genutzt, die im Frühjahr auf die Insel kommen – im LKW, das kostet wohl weniger als wenn jedes Rentier Maut zahlt, und es gibt weniger Verlust als früher, als sie noch ausgehungert schwimmen mussten. Was es hier nicht gibt: Internet. Gab’s nicht, gibt’s nicht, wird’s nie geben – wir sind frei! (meint zumindest Johan). Der Schiffsverkehr hat auch abgenommen, seit die norwegische Seegrenze erweitert wurde und die meisten Schiffe außen um Magerøya herum fahren.
Interessepunkt Magerøya-Sund
Etwa zwei Stunden brauchen wir bis Honningsvåg, das Anlaufen verpasse ich diesmal fast.
Es gibt fotografisch aber auch nicht viel her: Es soll noch bis Mittag regnen, und tiefhängende Wolken verhüllen die Bergspitzen und reichen fast bis zu dem alten Friedhof über dem Ort, von dem aus man normalerweise einen schönen Blick auf den Ort hat.
Nachdem die Ausflugsbusse zum Nordkap abgefahren sind (ich habe gar nicht darauf geachtet, ob es wieder Taxis gibt, die auf Einzelreisende warten, die auf eigene Faust billiger zum Nordkap wollen), kehrt Ruhe auf dem Schiff ein.
HonningsvågZum Nordkap!
Gegen Mittag hört der Regen tatsächlich auf, und ich mache eine kleine Runde entlang des Hafenbeckens. Den Aussichtspunkt über dem Ort schenke ich mir…
Viel neues gibt es nicht,aber mit dem Wolkenhintergund wirkt das alles etwas mystisch. Am Perleporten Kulturhaus hängt weiterhin die TrashArt aus angeschwemmten Gummistiefeln. Donnerstags haben die Läden offen, also mache ich noch einen Abstecher in das Weihnachtshaus direkt am Anleger. Vielleicht hätte ich eher in das Nordkapmuseum gehen sollen, aber da war ich einmal drin und nicht so begeistert. Dafür steigen jetzt zwei Nisse ein, ist ja bald Weihnachten, und ich bin erst im Januar wieder hier.
An Bord komme ich gerade rechtzeitig für die Rettungsübung: Es wird Evakuierung geübt, und die Brandschutztüren gehen zu. Aber das gilt nur für die Besatzung, wir kommen trotzem noch in unsere Kabinen.
Und dann ist auch schon kurz nach zwei, die Ausflugsbusse kommen zurück, und anstelle des früher zum Nordkapp üblichen heißen Apfelkuchens gibt es schottische Scones im Multe-Café. Heute war ja der harte Tag, an dem es 15 Minuten lang (zwischen Frühstück bis 9:45 und Mittagessen von 10-13 Uhr) nichts zu essen gibt. Ich mag die schottische Küche ja (nicht gesund, aber lecker), nur die Scones sind eher schwäbischer Hefezopf als schottische Scones. Was an sich nichts schlechtes ist! Nur kenne ich das aus Schottland anders…
Am Nordkap war das Wetter leider ähnlich bescheiden wie in Honningsvåg, dafür waren die Guides gut, sodass es eine unterhaltsame Fahrt hinauf auf die Nordkapklippe am Nordende von Magerøya war. Pretty Pictures sind ein anderes Problem.
Dann geht die Fahrt weiter, wir haben nur 1,5 Meter Wellen, die aber auf der Überfahrt nach Kjøllefjord mehr Bewegung ins Schiff bringen als die vier Meter auf dem Westfjord. Kommentar eines Gasts aus dem Schwäbischen: “Muss der denn durch jede Welle durchfahrn?” Da wir die Küste entlang fahren und nicht die letzten Kilometer zum Nordpol weiter, muss er das wohl…
Kurs Kjøllefjord, links die Finnkjerka
Zwei Stunden später ist Land in Sicht, wir nähern uns dem Örtchen Kjøllefjord und damit auch der Felsformation der Finnkjerka am Eingang des Fjords. Sie wird im Winter seit langem nicht mehr beleuchtet, wenn die Hurtigrute an ihr vorbei fährt, aber jetzt ist es noch hell, und sie hebt sich deutlich vor dem grauen Hintergrund ab. Am deutlichsten ist sie von vorne oder hinten zu erkennen; wenn wir direkt neben ihr sind, sind es nur zwei Felsnadeln. Dafür sind die geologischen Schichten in den Felsen deutlich zu sehen, die den Fjord infassen. Geologe sollte man sein, dann könnte man mehr darüber erzählen, wie weit wir hier in die Erdgeschichte blicken…
Finnkjerka und Kjøllefjord
Kjøllefjord
Kjøllefjord ist im Winter ein herrlicher Anblick: Umgeben von tief verschneiten Bergen liegt das Örtchen am Ende eines Fjords. Im Herbst sieht man schon eher, wie abgelegen das Ganze hier ist. Hier oben hat die Hurtigrute noch wirklich Versorgungsdienst, gerade im Winter sind die Straßen öfter mal gesperrt, und Flugzeuge fliegen auch nicht immer.
Einige Ausflüge starten hier heute, die im Winter nicht stattfinden, und bei denen die Teilnehmer dann im nächsten Hafen wieder an Bord kommen. Für uns auf dem Schiff heißt es jetzt erstmal: Rein in die Barentssee, raus aus der Barentssee. Wir fahren von Fjord zu Fjord und haben zwischendrin immer wieder offene Seestrecken, die Bewegung in das Schiff bringen können – aber heute ist die Barentssee harmlos.
Berlevåg
Einige Wettermodelle machen sogar Hoffnung auf Wolkenlücken bei Berlevåg, während das Polarlichtoval sehr zurückhaltend ist. Ich gehe zwar immer wieder raus auf Deck 5, aber erst gibt es nur Wolken, nach Berlevåg dann Wolkenlücken und den tiefstehenden Vollmond – aber kein Nordlicht.
Um halb zwölf gebe ich auf und mache Feierabend.
Am nächsten Morgen lese ich in der Whatsapp-Gruppe dann, dass es um 1 Uhr doch noch Polarlicht gegeben hatte – die Aktivität war etwas besser als beim letzten mal, mit Kp 3 aber immer noch wenig – wobei wir natürlich mittendrin sind. Die Handy-Fotos zeigen ein paar schöne Bänder. Abwarten – für die Rückfahrt halten mehr Wettermodelle Wolkenlücken um Berlevåg für möglich, und es dürfte auch mehr Aktivität geben. Zeit wird’s.
Wenn ich mir meine Bildausbeute anschauen, könnte man meinen, dass heute gar nicht so viel los war. Unsere Reise geht heute durch die wunderschönen Vesterålen (der Raftsund gestern um Mitternacht bildet die Grenze zwischen Lofoten und Vesterålen) bis Tromsø und dann weiter nordwärts. Der erste Hafen ist Harstad morgens um kurz nach 7. Die Baustelle nähert sich langsam dem Abschluss, und bald sieht man von dem Ort gar nichts mehr: Es entstehen wohl einige Wohnungen in dem neuen Hafenkomplex, wen ich das durch die großen Scheiben richtig erkenne.
Harstad HafenTrondenes-KircheTrondenes-Kirche
Dafür gibt es noch freien Blick auf die Trondenes-Kirche, Norwegens älteste Steinkirche. Es ist hell und klar (können wir das Wetter bitte mal nachts haben?), sodass sie gut zu sehen ist. Das Foto ist der Hauptgrund, warum ich mein Teleobjektiv dabei habe. Auf der südgehenden Route führt der Vesterålen-Busausflug an ihr vorbei. Die Wasserfontaine, die hier vor einigen Jahren installiert wurde, ist aus.
Aber wesentlich eindruckvoller als die Kirche ist der Morgenhimmel auf der anderen Seite vom Schiff. Wow.
Das nächste Highlight kommt gleich darauf, nachdem wir abgelegt haben: Die südgehende Havila Polaris steuert Harstad an und übernimmt unseren Liegeplatz. Auch ein schöner Anblick in der tiefstehenden Morgensonne. Die Polaris tutet, wir tuten nicht, als wir an ihr vorbeifahren. Ist es zu früh zum Grüßen, oder mag der Kapitän die andere Reederei nicht? Fragen über Fragen…
Havila Polaris
Dann steht für mich Frühstück an, und Vortrag vorbereiten – wegen einer Konferenzgruppe hatte Johan den Termin von 11:30 auf 10:15 vorverlegt. Dann kommt die Durchsage, dass das tägliche Treffen mit dem Expeditionsteam heute schon um 10:15 stattfindet?
Der Schiffshund hat es sich bequem gemacht
Ab zu Johan, der meint, mein Vortrag wäre nun doch um 11:30 was wegen der Konferenz aber wohl nicht klappt. 13:00 bleibt als einzige Möglichkeit übrig, was suboptimal ist. Es passt halbwegs, wenn alle früh um 12 essen gehen, dann bleibt noch genug Zeit, um sich auf Tromsø vorzubereiten.
Andere brauchbare Termine sind erst einmal nicht frei. Mist.
Also nehme ich mir ein Beispiel an unserem Schiffshund und mache es mir nach dem Daily Gathering bequem und genieße die Landschaft, bevor ich dann die Technik teste. Meine Präsentation läuft auf Umwegen wieder auf meinem Laptop, und der Vortrag findet im zweiten, offenen Konferenzraum statt. Öfter mal was neues.
Vorher laufen wir noch Finnsnes an. Die leichte Wolkendecke sorgt für eine wunderbare Lichtstimmung; im Hafen verquatsche ich mich und gehe daher für die halbe Stunde Liegezeit nicht von Bord. Es bleibt bei Bildern vom Schiff aus, vom Heck sieht man auch das Denkmal für Ottar von Hålogaland, der als Händler anno 890 in England aus dem Reich der Winkinger berichtete.
Finnsnes
Von Finnsnes führt eine Brücke auf die Insel Senja – auch hübsch da. Als bei meinem letzten Norwegen-Urlaub die Lufthansa meinen Rückflug um einige Tage verschoben hatte, durfte ich da den Wintereinbruch erleben. Gut, wenn der Mietwagen Spikes hat…
Um 13 Uhr halte ich dann endlich meinen bereits dritten Vortrag, vor verkleinerter Mannschaft. Feeding Time… ich fasse mich kurz, damit alle noch Zeit haben, sich auf Tromsø vorzubereiten. Aber wie heißt es so schön: Man kann über alles reden, außer über eine Stunde. Wer mehr wissen will, kann mich jederzeit danach fragen. Ist ja ein Vollzeitjob:-)
Kurs Tromsø
Tromsø zeigt sich ausnahmsweise von seiner schönen Seite und nicht wie so oft unter dichten Wolken oder im Regen. Rechts schimmert die Eismeerkathedrale unter dem Hausberg Storsteinen, der wie die anderen Berge schon in Herbstfarben da steht – ein deutlicher Kontrast zu den grünen Bäumen vor ein paar Tagen. Die lange Brücke verbindet sie mit der Insel Tromsøya, auf der die Stadt Tromsø liegt.
So früh im Jahr und ohne Schnee gibt es natürlich keine Hundeschlittenfahrt, aber das Schiff kündigt den Ausflug Whisky-Visit an – gibt dann aber doch nur einen Husky-Visit, also “Gassi mit Husky” – Hundeknuddeln. Schade eigentlich, aber die nördlichste Whisky-Brauerei Aurora Spirit ist doch ein Stück zu weit in den Lyngen-Alpen.
Für mich steht kein Ausflug an, ich gehe wieder zu Füß nach Tromsø.
Oder besser nach Trrrrrrrrromsø: Die Storgata, die Hauptstraße, wird neu gemacht. Mal sehen, wie das im Januar aussieht, wenn ich das nächste Mla hier bin. Jetzt bietet die Stadt erstmal mit Herbstfarben und blauem Himmel einen ungewohnten Anblick. Ich drehe meine Runde hoch zum Ausguck an der Marineschule, wo die Jacke im Rucksack verschwindet – es ist warm!
Tromsø
Abseits der Baustellen finden sich immer noch schöne Fleckchen, auch wenn mein geplanter Rückweg ebenfalls eine Baustelle ist. Aber es findet sich ein Weg zurück ins Stadtzentrum, und ich kann in Ruhe shoppen gehen. In der Buchhandlung werde ich fündig, und im Nerstranda fängt die Halloween-Saison an. Was es alles für Kram gibt…
Das Wetter bleibt heiter-bis-wolkig – ich will mir noch keine Hoffnung machen, aber vielleicht, vielleicht… Erst einmal zurück auf Schiff, wo ich über die Sicherheitshinweise für die beiden Whirlpools stoße – für die habe ich eh nie Zeit, aber jetzt lese ich sie einmal:
Es gibt keine Rettungsschwimmer, und Tauchen ist auch verboten. Klingt gefährlich. Dann lieber ins Restaurant…
Offensichtlich wurde das Nordkapp-Buffet wieder vorgezogen; Freunde von Schalentieren kommen auf ihre Kosten. Der Nachteil beim Buffet: Alle stürzen sich gleich an den Trog, also warte ich etwas, bis Ruhe eingekehrt ist. Ich muss mich ja nicht ums Essen prügeln, gibt genug für alle.
Skjervøy
Und dann: Immer wieder rausschauen, nachdem es dunkel genug geworden ist. Um halb acht ist noch alles bedeckt, eine halbe oder dreiviertel Stunde später will ich noch einmal nachschauen, als mir schon die ersten Gäste entgegenkommen, dass da was auf der Kamera zu sehen wäre. 20:20: Ich stehe am Bug und mache das erste Testfoto: Ja, der blasse Grauschimmer ist Polarlicht. Kurz darauf kommt auch schon die Durchsage vom Schiff: Vi har Nordlys, Polarlichtversprechen erfüllt. Licht ist Licht – der Kp-Index für Tromsø lag in dieser Nacht gerade mal bei 3, aber das langt, um hinter der Wolkendecke das Licht schimmern zu sehen, und im Lauf der Zeit auch Bewegung wahrzunehmen. Bei der ruhigen See ist das ideal, um mit der Kamera zu üben.
Eine halbe Stunde vor Skjervøy packe ich dann zusammen: Vorne am Bug sind nur noch Wolken zu sehen, kaum ein Stern und kein Polarlicht kann sich mehr durchsetzen. Aber für ein nettes Filmchen im Zeitraffer hat es doch gelangt. Knapp 800 Aufnahmen sind zusammengekommen, die meinen Rechner bis weit nach Mitternacht beschäftigen. Das Ergebnis:
Generalprobe bestanden, jetzt bitte noch eine tolle Show für’s Auge!
Jetzt geht es in den hohen Norden: Wir überqueren den Polarkreis. Das bedeutet: Der Wecker klingelt um kurz nach 7, weil wir ja irgendwann so grob zwischen 7 und 8:45 den Polarkreis bzw. das Polarkreismonument auf der Insel Vikingen passieren.
Gegen halb acht kommt dann die Durchsage, dass es in zehn Minuten so weit ist. Also ab in die Klamotten und auf das Umlaufdeck. Im September ist es schließlich noch hell genug, dass die Bilder der Kugel was werden können.
Ein Blick zurück in den “sonnigen” Süden
Was gegen schöne Bilder spricht: Das etwas kontrastarme Wetter. Der Blick zurück nach Süden sieht nicht nach sonnigem Süden aus, auch wenn die Temperaturen durchaus angenehm sind. “Dramatisch” beschreibt den Himmel eher.
Überraschenderweise passieren wir die Insel Vikingen in größerem Abstand und sehen sie zur Abwechslung an unserer rechten Seite vorbeiziehen statt wie gewohnt an der backbord-linken Seite. Und ich dachte schon, ich hätte mich bei der Durchsage verhört.
Als wir uns nähern, kommt noch ein kleiner Regenschauer runter – aber das ist nicht die Polarkreistaufe, die kommt später. Jetzt müssen wir erst mal rüber! Der angekündigte Holperer am Polarkreis fällt mal wieder aus, stattdessen segeln wir ruhig an der Insel vorbei, bis der Schiffstyphoon die morgendliche Idylle beendet. Der Regen hat auch schon wieder aufgehört: Willkommen im Norden!
Vikingen mit Polarkreiskugel
Bei dem respektvollen Abstand, den wir halten, hätte ich gerne ein stärkeres (und lichtstärkeres) Zoom an der Kamera statt meinem Allround-Objektiv…
Dann bin ich kurz in der Kabine, meinen Vortrag vorbereiten (mit der aktuellen Wetterprognose), werfe einen Blick ins Restaurant (immer noch zu voll zum Frühstücken) und gehe nicht duschen, weil just in diesem Moment die südgehende Havila Castor angekündigt wird. Also ab auf Deck, Schiffchen knipsen und winken, und an Deck ein paar Infos zur Geschichte der Hurtigrute und über unseren “Marktbegleiter” geben, und dann entscheide ich mich doch noch für ein schnelles Frühstück.
Havila Castor
Und dann ist auch schon fast 9:30, und mein kurzer Vortrag zum Mond steht an. Eigentlich hatte ich wegen dem Termin ja fast ein schlechtes Gewissen, weil er direkt vor Ørnes ist, einem der schönsten Häfen – insbesondere im Winter, wenn das Örtchen als Postkartenidylle zwischen hohen, verschneiten Bergen in seinem kleinen Fjord liegt. Aber bei diesem Wetter ist das okay, und ich brauche nur eine knappe halbe Stunde, sodass alle rechtzeitig an Deck können, um einen Blick zu erhaschen und eine Naturdusche zu nehmen, bevor die Polarkreiszeremonie ansteht.
Ørnes
Minimalistisch fotografieren
Die Berge sind von Wolken verhüllt, und man merkt, dass man im Land der Trolle ist – da kann der Meeresgott Njørd, der hier statt Neptun die Polarkreistaufe durchführt, nicht mehr weit sein. Bis es soweit ist, kann man sich in minimalistischer Fotografie üben. Thomas Heaton (dem ich auf Youtube folge, auch wenn seine Landschaftsfotos langsam ins abstrakte abdriften und immer weniger Motiv zeigen) würde sich hier wohlfühlen; ich hätte im Herbst gerne etwas mehr Farbe im Bild. Aber so hat das Naturerlebnis, die raue Wildnis Nordnorwegens.
Kurz nachdem wir Ørnes verlassen haben und das Wetter wieder lieblicher wird, hat Johan auf dem Sonnendeck Eis, Aquavit und Lautsprecher aufgebaut: Die Gewinnerin der Polarkreiszeremonie wird verkündet, die Schätzung lag nur 8 Sekunden neben der offiziellen Zeit von 7:54:24.
Vor der Preisverleihung muss natürlich noch Njørd herbeigerufen werden – diesmal kommt er von den Whirlpools auf Deck 6 zu uns herauf. Die Gewinnerin kriegt eine Hurtigrutenfahne und die erste Portion Eis in den Nacken, danach wird jeder getauft, der will – zuletzt und mit dem ganzen Rest auch noch das neueste Crewmitglied.
Polarkreiszeremonie und Poststempel
Kaum ist das erledigt, steht der nächste Termin an: Um 11 Uhr kommt der Polarkreisstempel auf Briefe (und anderes) – schließlich sind wir immer noch Postschiff und haben irgendwo einen Briefkasten, auch wenn die Post im nächsten großen Hafen an Land gebracht wird und so schneller ihren Empfänger erreicht.
Nach diesem Terminstress bleiben noch knapp zwei Stunden, in denen Peter und ich auf Deck 7 sind, Reiseleitersprechstunde mit Ausflugstipps, Buch signieren und ganz allgemein Gesprächen. In Bodø trennen sich unsere Wege: Er geht Essen, ich lasse das Mittagessen ausfallen (ein Kvik Lunsj langt) und gehe in den Ort.
Bodø
Bodø erinnert mich immer etwas an Heilbronn: Eine Stadt, die im Krieg völlig zerstört und viel zu schnell wieder aufgebaut wurde. Es braucht etwas Zeit, um den Charme der Stadt zu entdecken; manche schaffen es nie…
Der Hafen selbst ist überraschend leer, auch die Gamle Salten liegt aktuell nicht in Bodø, sondern ein paar Häfen weiter. Schön, dass sie noch fährt, schade, dass ich sie heute nicht sehe.
Es gibt wie immer einige Baustellen im Ort, aber immerhin bleibt mir der angekündigte Starkregen erspart. Nach einem erfolglosen Besuch im Einkaufszentrum (meine gesuchten Bücher gibt es nicht) gehe ich einmal eine neue Strecke, am Hafen entlang zur Mole Richtung Yachthafen und dann zurück. Es gibt hier viele Neubauten, ein paar hübsche kleinere Häuser, und nicht viele Sehenswürdigkeiten – nur einen neuen Blickwinkel auf die Hochhäuser, die das Stadtbild prägen. Noch ein Blick in die Domkirche (hübscher als von außen, und sie hat Dienstag bis Freitag von 9-14:30 für Besucher geöffnet) und zum Nordlandmuseum, das gerade einen Anbau erhält, und abschließend ein Blick auf den Rathausplatz. Das Walross dort kommt mir auch neu vor…
Domkirche und Rathaus mit neu gestaltetem Vorplatz
Dann gehe ich zurück zum Schiff. Über die Bordsprechanlage kommt die Warnung, dass wir bis zu vier Meter hohe Wellen erwarten, was für den Durchschnittsgast jenseits der Komfortzone liegen dürfte, und dass es Anti-Seekrankheit-Mittel im Shop gibt. Na dann Prost…
Ich schnappe mir meinen Rechner und arbeite noch etwas vor, außerdem erhalte ich die endgültigen Vortragstermine – morgen früh steht der nächste an. Als wir den Leuchtturm Landegode passieren, gehe ich noch einmal raus. Eigentlich ist er ein schönes Fotomotiv; so können die Bergans-Sachen zeigen, was Wassersäule 20.000 bedeutet. Die Kleidung hält, nur fotografisch hat sich diese Dusche eher nicht gelohnt. Egal.
Landegode Fyr
Die Passage über den Westfjord ist überraschend ruhig, das habe ich schon schlimmer erlebt. Es ist Bewegung im Schiff, aber recht gleichmäßig. Zum Abendessen um 18 Uhr ist der Speisesaal nicht ganz so voll wie üblich, wobei die Teilnehmer des Wikingerausflugs natürlich ebenfalls fehlen. Zumindest vorerst, während des Essens kommt die Durchsage, dass der Ausflug wetterbedingt ausfällt.
Und noch etwas später die Info, dass für die Passagiere, die in Stamsund aussteigen wollen, ein Transferbus ab Svolvær organisiert ist. Im Gegensatz zu Stamsund will unser Kapitän den Hafen nicht auch noch ausfallen lassen. Dafür kommt uns die Polarlys wenig später entgegen, die Svolvær gestrichen hat. Ich traue mich auf Deck – man sieht den Hub, den unser Schiff macht, aber es ist warm (15 Grad oder so) und kaum Wind. Genauer gesagt haben wir wohl Rückenwind, der nur etwas schneller ist als unser Schiff. Die Polarlys hat Gegenwind, da sieht das schon heftiger aus – da hätte ich mich wohl nicht an Deck getraut.
Die Polarlys mit Gegenwind
Verständlich, dass diese Schiffsbegegnung nicht durchgesagt wurde…
Svolvær erreichen wir etwas zu früh, aber bei dem Wetter verzichte ich auf einen Gang durch den Ort. Stattdessen leichte Panik: Keynote, mein Präsentationsprogramm, öffnet meine nächsten Vorträge nicht mehr. Aber ich kann sie auf das Handy übertragen, dort in Powerpoint umwandeln und so doch auf dem Mac wiedergeben. Keine Ahnung, was der Blödsinn wieder soll, aber immerhin kann ich so morgen doch arbeiten.
Svolvær
Nachdem wir Svolvær verlassen, kommt noch die Durchsage, dass der Halt am Trollfjord wetterbedingt gestrichen ist. Als ich um kurz nach elf noch einmal rausschaue, ist zwar pechschwarze Nacht, aber von Wind und Wellen ist nichts zu spüren. Naja, mache ich halt auch Feierabend und schreibe mein Blog. Für irgendwas müssen die bedeckten Nächte ja gut sein, auch wenn ich jetzt lieber was anderes machen würde…
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