Hurtigrute Tag 1: Gestrandet in Amsterdam

Nach einem Jahr Home-Office kommt es mir richtig surreal vor, dass ich heute Abend schon in Bergen auf der Nordkapp sein soll, um wieder zu einer Hurtigrute in See zu stechen. Geändert hat sich in der Zeit einiges: Ich habe keine Ahnung, welche Kabine ich habe (das erfahre ich erst auf dem Schiff). Der Checkin bei KLM endete gestern damit, dass ich eingecheckt bin, aber die Bordkarte erst kriege, wenn ich vor Ort mein Covid-Zertifikat zeige. Ich habe also praktisch nichts als einen gepackten Koffer. Sehr surreal das ganze.

Parken direkt am Terminal

Aber der 1. Oktober ist ein wunderbarer Tag im Ländle, und die Autobahn von Karlsruhe nach Stuttgart ist fast frei. Nur 15 Minuten Stau, und der Flieger geht erst um 11 Uhr – sehr entspannt. So mag ich das. Und weil ich von meinem dank Corona gestrichenen Irlandurlaub letztes Jahr noch einen Parkgutschein hatte, kann ich es mir leisten, direkt am Terminal zu parken. Auf Shuttle-Dienste habe ich aktuell keine große Lust.

So bin ich um kurz vor 9 am Terminal – man soll ja auch zwei Stunden vorher da sein. Bringt nur nichts, wenn der Schalter noch zu hat. Irgendwann macht KLM sogar auf und fertigt gemächlich ab, und nach einer Stunde in der Schlange (Abstand halten. Ja… auch ohne Abstand reicht sie bald bis raus an die frische Luft) habe ich meine Bordkarte und meinen Koffer aufgegeben. Good Bye. Das Covid-Zertifikat wollte keiner sehen, aber immerhin wurde danach gefragt.

Die Schlange am Schalter wächst…

Die Security ging angenehm schnell, wie gewohnt unfreundlich und mit Bombentest (diesmal an der Jacke statt den Kameras), und nach 10 Minuten war ich durch. Noch eine gute halbe Stunde warten, dann eine Viertelstunde Verspätung vom Flieger, und dann sitze ich tatsächlich im Flieger nach Amsterdam.

Kaum zu glauben! Es geht wirklich los.

Eigentlich gehört zu Norwegen ja ein Flug mit SAS, aber seit einiger Zeit nutzt Hurtigruten vor allem KLM. Da geht mein SAS-Vielfliegerstatus dahin… Immerhin gibt es bei KLM kostenloses Essen und Getränke, während bei SAS nur Coffee and Tee are always free. Aber Hauptsache, wir kommen an.

Während des Flugs wird das Wetter im schlechter, vom klaren süddeutschen Himmel wechseln zu immer dichteren Wolken bis hin zu Regen in Amsterdam. Davon abgesehen ist der Flug ruhig. Was neu ist: es gibt Kokos-Bollen zum Essen, und bei der Sicherheitseinweisung wird darauf hingewiesen, dass man die Maske abnehmen muss, bevor man die Sauerstoffmaske aufzieht, die im Notfall von der Decke fällt. Sonst gilt Maskenpflicht.

Das Flugzeug wird nach Sitzreihen verlassen, und ich habe zwei Stunden Zeit, bis mein Anschlussflieger geht. Normalerweise würde man die Zeit nutzen, um was zu essen oder shoppen zu gehen. Aber mit Maske macht das weniger Spaß, und die Außenbereiche sind auch gesperrt. Also irgendwo ein ruhiges Plätzchen suchen und warten.

Unser Flieger ist da.

Das Boarding ist pünktlich und geht nach Zonen. Erst die Fensterplätze, dann der Gang, möglichst wenig Stau.

Das Ganze geht schön diszipliniert ab, es folgt die Sicherheitsbelehrung samt Datenschutzhinweis (keine Bilder von Passagieren oder Crew, ohne vorher eine Genehmigung einzuholen), und ab geht’s auf Rollfeld.

Ich fliege echt nach Norwegen, und Jackpot: Der Platz zwischen mir und meinem Banknachbar ist frei!

Die Motoren laufen warm, drehen hoch, wir fahren an, es rumst, und Startabbruch.

Okay, das ist neu. Aber besser jetzt als in der Luft… Der Captain hat sich zum Abbruch entschieden, weil es Probleme mit dem linken Triebwerk gab. War es ein Vogel oder ein technisches Problem? Egal, wir müssen zurück zum Gate, das einmal anschauen.

Start ins Ungewisse…

Ein letzter Blick auf unseren alten Flieger

Nach ein paar Minuten ist klar: Wir brauchen ein neues Flugzeug, das wir an Gate D49 finden.

Also ab zu Gate 49. Das im Internationalen Bereich ist. Wohl dem, der einen Reisepass dabei hat. Wobei: Kurz vorher schickt jemand, der kompetent auftritt, alle zurück nach B49. Mitten im Flughafen dann noch mehr Verwirrung: Der Zugang zu Gate D49 ist jetzt frei. Auf der Tafel steht Gate 79. Und wo kommt die Info mit B49 überhaupt her?

Die Flughafenmitarbeiter wissen auch nichts, also auf gut Glück zurück zu D49, mit Reisepass-Kontrolle – wir verlassen die EU. An Gate D49 treffen wir auf die Crew, und folgen ihr zurück in den Schengenraum zu Gate D79.

An Gate D79 warten wir dann auf das Boarding, bis die Durchsage kommt: Flight cancelled. Die Crew ist selbst von der Durchsage überrascht, dass sie ihre Arbeitszeit überschritten hat. Jetzt alle zu Transit T-2, um Alternativen zu finden. Gar nicht so leicht, die Mitarbeiter sind es nicht (mehr) gewohnt, dass die Passagiere ein Schiff in Bergen erreichen muss. Noch am selben Tag. Das um 20:30 abfährt. Hilfreicher Kommentar: “Das ist aber knapp”.

Einige Telefonate mit Hurtigruten und unserer Reiseleiterin Eva, die in Bergen wartet, ist klar: Das wird heute nichts mehr, und morgen auch nicht gleich. Ich soll versuchen, am Sonntag in Trondheim dazuzustoßen, vorher fliegt nichts. Oder heute Abend nach Bergen fliegen. Oder morgen früh. Frustrierendes Chaos, und man kann noch nicht einmal jemandem böse sein (außer vielleicht den beiden Damen, die Feierabend machen, als ich zu ihnen wollte): Der Captain hat alles richtig gemacht, als er abgebrochen hat. Die Crew hat uns ans richtige Gate geschickt (soweit sie wusste), und dann zum richtigen Gate gebracht. Die Flugsicherheit eigentlich auch, damit niemand übermüdet am Steuer eines Flugzeugs sitzt. Nur die Kommunikation auf dem Flughafen ist suboptimal gewesen – wo kriegt man Infos her?

Langer Rede kurzer Sinn: Ich kriege am Transit einen Essensgutschein, eine Übernachtung im Steigenberger Airporthotel samt Transferbus, und mein Gepäck kriege ich nicht. Also kurz das nötigste kaufen und ab ins Hotel. Außerdem nochmal Eva in Bergen kontaktieren: Es war wohl unsere ganze Gruppe in dem Flieger, wobei ich nur Individualreisende getroffen hatte. Bei denen machen Gerüchte über eine 9-10-stündige Busfahrt morgen die Runde.

Steigenberger statt Bergenbuffett

Beim Abendessen (Mildes Curryhühnchen auf Reis, Kroketten mit Brötchen oder Nudeln – das Steigenberger Buffett kann mit dem Bergenbuffett der Hurtigrute nicht mithalten) nochmal ein paar Telefonate: Keine Ahnung, wo unsere Gruppe ist, aber letztlich fliegen wir doch nicht morgen früh nach Bergen, sondern morgen Mittag nach Ålesund.

Mal sehen, was morgen früh gilt, und wo mein Koffer derweil landet…

Nur eins ist klar: Das wird die ruhigste Westkapp-Überquerung meiner Karriere!

Und ich glaube immer noch nicht so recht, dass ich auf Hurtigrute gehe.

Hurtigrute Tag 2: Auf ins Ungewisse

Das war wirklich die ruhigste Westkapp-Passage, die ich je hatte. Die einzigen Wellen gestern Abend gab es in der Badewanne meines Hotelzimmers, die ich zur Entspannung benutzte. War auch nötig, nach dem Tag. Spätabends gab es noch die letzten Telefonate mit Hurtigruten; es gibt am Samstagnachmittag doch noch einen Flieger von Amsterdam nach Ålesund. Ich könnte also prinzipiell ausschlafen, statt in aller Herrgottsfrühe morgens einen Flieger nach Bergen zu nehmen, und von da weiter nach Trondheim zu fliegen.

Das Steigenberger im Frühnebel.

Nur dass Eva meint, dass das mit dem Koffer nicht klappt. Also stehe ich doch kurz nach 6 auf, dusche und mache eine kurze Stippvisite im Frühstücksraum des Steigenberger Airporthotels. Ab 6:30 gibt’s hier Frühstück – ideal für Reisende… also kurz meinen Flüssigkeitsspiegel aufgefüllt, zwei Croissants verschlungen und auschecken. Vor dem Hotel wartet auch schon der Transferbus für 7 Uhr.

Also, sagen wir mal: Da steht ein Bus. Einerseits ist der eh wieder viel zu klein – aber das passt ja dazu, dass KLM auch gerne mal Flüge überbucht. Warum sollte es da beim Shuttle anders sein? Andererseits kommt dann die Info, dass es mit dem Bus technische Probleme gibt. Kaputt. Und dann fährt er mit ein paar Reisenden Richtung JFK (?) ab, während uns ein Taxi versprochen wird.

Überraschung: Um 7 kommt dann doch noch der viel zu kleine Bus,der uns gestern ins Hotel gebracht hatte. Ich ergattere sogar einen Sitzplatz und fahre wie geplant zum Flughafen.

Shuttlebus?

Am Airport klappt dann alles: Ich kriege das richtige Bordticket nach Ålesund, und der KLM-Schalter bestätigt mir hoch und heilig, dass mein Koffer umgebucht ist. Ist alles im System, und der Koffer geht ohne mich auch in keinen Flieger. Nur für die anderen Gäste kann ich nichts tun, das müssen die selber veranlassen.

Uff.

Und nun? Habe ich knapp fünf Stunden, bevor ich die üblichen zwei Stunden vor Abflug am Flughafen sein soll. Komoot schlägt mir eine 8km- bzw. 2-Stunden-Wanderung zu irgendwelchen Seen in der Nähe vor, nur finde ich den Ausgang vom Flughafen nicht und stoße stattdessen auf Hinweisschilder zur gut versteckten Panoramaterasse.

Also nutze ich die Gelegenheit, um da an der frischen Luft zu sein, und schaue mir bis kurz vor 11 den Flughafen von oben an. Immerhin ist da wohl keine Maskenpflicht. Nebel zieht auf, Nebel lichtet sich wieder, und langsam wird es frisch da draußen… aber immer noch besser, als irgendwo im Flughafen rumzusitzen.

Auf der Panoramaterrasse steht auch eine alte KLM-Maschine, bei der man einen Blick ins Cockpit werfen kann, und es gibt abseits gelegene, sehr saubere und noble Toiletten.

Gegen elf suche ich dann doch das Warme und eine Gelegenheit, den 15-Euro-Verzehrgutschein von KLM einzulösen. Langt für einen Salat und ein Sandwich. Maskenpflicht gilt übrigens erst, nachdem man mit Boardingpass das eigentliche Terminalgebäude mit der Security-Schleuse betreten hat. Im Gegensatz zur deutschen Flughafensecurity sind die Kollegen hier freundlich und noch schneller, es bleibt sogar Zeit, um über ein paar Dinge in meinem Handgepäck zu reden. Meine Sternkarte erweckt die Neugier – hübsch.

Neuer Flieger, neues Glück

Anschließend sind noch gut zwei Stunden totzuschlagen, bis tatsächlich ein neuer Flieger aufkreuzt und wie nach Ålesund fliegen. Unglaublich!

Der Flug ist voll, aber ereignislos, und ich kann tatsächlich ein bisschen Schlaf nachholen.

Wir landen pünktlich in Ålesund, wo die Einwanderung etwas dauert (statt Personalausweis wollen die Beamten einen Reisepass sehen, außerdem den Covid-QR-Code), dann gibt es einen grünen Zettel, und ich kann nach meinem Gepäck schauen, das nicht neben dem Band steht.

Aha.

Hatte die gute Frau gestern am Flughafen bei T-2 doch recht, dass sie mir mein Gepäck nicht geben kann. Aber dass ich es gar nicht kriege, trotz der Zusicherung von KLM? Meine Meinung über KLM ist jetzt wie der Nachthimmel – voller Sterne:

Diese ****** ****** ** ******* von ********** *******! Können die ************* *** ********* ***********!?!

Naja, hilft ja nichts außer norwegischer Gelassenheit.

Der Flughafen Ålesund

Also gut, wo ist die Baggage Reclaim? Wir werden zu Widerøe geschickt, wo es einen QR-Code zu Scannen gibt, der natürlich auf KLM verweist. Dann finden wir doch noch Menschen (die Flughäfen in Norwegen sind ja weitestgehend automatisiert) und kriegen einen QR-Code von KLM zum Scannen. Durch die Umbucherei findet die KLM-Webseite allerdings weder mich noch meine Buchung. Schließlich finden wir doch noch einen Menschen, und können das Gepäck verlustigt melden – mittlerweile hat sich ein Teil meiner Gruppe zu erkennen gegeben, Gepäck hat keiner. Es soll nachgeliefert werden. Vielleicht morgen in Trondheim, vielleicht übermorgen in Bodø, und nein, wir kriegen vorher keine Info, wann es kommt.

Immerhin kann ich den Gästen ein Taxi zum Schiff anbieten (das wir irgendwann auch kriegen), und Norwegen zeigt sich schon einmal von seiner schönsten Seite. Wie ich auf Twitter schon sehen durfte.

Während der Warterei komme ich immerhin auch erstmals mit unseren Leuten ins Gespräch. Einige saßen auf der linken Seite vom Flieger und hatten wohl Flammen aus dem Triebwerk kommen sehen. Eieiei. Gut, dass bis auf diese Unannehmlichkeiten – und das sind sie letztlich nur, so ärgerlich das auch ist – nichts passiert ist. Trotzdem hätte ich jetzt gerne eine gute Reise, viel Polarlicht, und mein Stativ, das noch im Koffer ist.

Auf der Fahrt nach Trondheim kommen wir noch an der Fridtjof Nansen und der Ex-Midnatsol vorbei (wenn ich das im Vorbeifahren richtig erkannt habe), die ebenfalls in Ålesund an einem anderen Kai liegen. Um den beiden noch einen Besuch abzustatten, langt die Zeit natürlich nicht. Aber immerhin, wir erreichen auch unser Schiff, das schon im Hafen am Skansen-Kai liegt, und am Kai ist eine große Schlange mit Neuankömmlingen, die die Corona-Selbsterklärungen ausfüllen. Und dann bin ich tatsächlich an Bord!

Welcome on board!

Eva begrüßt, ich beziehe meine Kabine im dritten Stock, dann eine erste kleine Begrüßungsveranstaltung, dann nahtlos um 20 Uhr Abendessen, dann um 21 die einstündige Begrüßungsveranstaltung und Sicherheitseinweisung, anschließend Treffen bei der Rezeption, um die auch mit der Gepäckverfolgung zu beauftragen, und für mich Coffee und WiFi zu beantragen – ich wurde in den falschen Tarif gebucht.

Uff. Halb elf Abends, und ich war noch nicht einmal draußen an Deck. Stattdessen geht es noch einmal auf Deck 7, Organisatorisches durchsprechen, und gegen Mitternacht in die Kabine. Blog schreiben. Mittlerweile fiebern doch einige Kollegen mit, wie das hier ausgeht.

Und dann Feierabend. Wie schaffen wir das eigentlich immer in Bergen, wo wir auch nicht früher an Bord sind, aber schon um 20:30 regulär in See stechen?

Ach ja, falls sich jemand fragt, um die Bilder so knackig bunt sind: Das liegt an Apple. Bislang habe ich nur mit dem Handy fotografiert und nicht mit der großen Kamera. Aber die habe ich wenigestens im Handgepäck.

Die Reise kann losgehen!

Hurtigrute Tag 3: Wieder im Plan – Trondheim

Die erste Nacht auf dem Schiff, nach eineinhalb Jahren. Bei recht ruhiger See habe ich ganz gut geschlafen, wobei es fast zu ruhig war: Ich wache gegen halb sieben auf und muss mich erst davon überzeugen, dass wir wirklich unterwegs sind. Wir sind bereits im Trondheimfjord und tuckern langsam Richtung Trondheim, das wir gegen Viertel vor zehn erreichen werden. Es ist angenehm warm, leider ist der Trondheim Fjord der langweiligste norwegische Fjord, den ich kenne. Aber egal, meine Kameras habe ich ja dabei, also werden sie eingesetzt.

Für 9:20 ist der erste Point of Interest angesagt: Die Insel Munkholmen, einst Gerichtsstätte, Kloster (samt Brauerei) und Gefängnis, heute beliebtes Ausflugsziel. In früheren Jahren lägen wir längst im Hafen, mittlerweile wurde die Liegezeit auf drei Stunden verkürzt, was nur noch für einen kurzen Rundgang durch die Stadt langt. Da Sonntag ist, kann man nicht einmal shoppen gehen (die Sache mit Koffer, Sie erinnern sich?) oder Getränke bunkern. An sich kein Problem, da ja Trinkwasser aus dem Hahn kommt, aber etwas mit Geschmack wäre ganz nett auf der Kabine.

Freier Blick dank der Crew!

Der Himmel ist bedeckt, aber dafür ist es warm, als ich zum ersten Mal auf dieser Reise endlich an Deck gehe. Und das an Tag 3 der Reise… Und ich sehe zum ersten mal, wie die Fenster morgens geputzt werden, statt abgekärchert zu werden.

Da Norwegen sich wieder in Normalität übt – Masken sind auf dem Schiff weitestgehend optional, außer im Bereich der Gangway und für das Expedition Team, das mit allen Gästen Kontakt hat; ansonsten wird um Abstand halten und Hände desinfizieren gebeten (“der einzige Alkohol, den es an Bord umsonst gibt – nutzen Sie ihn reichlich!”) – gibt es wieder Frühstücksbuffet. Nur die Getränke werden serviert, ansonsten gilt wieder Selbstbedienung. Für mich heißt das: Endlich wieder brauner Käse. Auch wenn das nicht jeder verstehen kann.

Brunost und Lachs. Lecker. (Zumindest ein paar Mal im Jahr…)

Anschließend ein wenig organisatorisches und gemeinsam mit Eva Sprechstunde vor dem Restaurant anbieten, bis Munkholmen in Sicht kommt. Den POI auf Deck 7 ignoriere ich weitestgehend, sondern gehe für Fotos auf Deck 5, wo weniger los ist (auch wenn das Schiff noch ziemlich leer ist). So bleibt genug Zeit für ein paar Fotos der Insel; dann gehe ich nach vorne für die Schiffsbegegnung. Früher lagen zwei Schiffe gleichzeitig am Kai, und man konnte sich gegenseitig besuchen; heute legt die südgehende Hurtigrute kurz vor uns ab. Nur dass es keine gibt – im Fahrplan stünde jetzt ein Schiff der neuen Rederei Havila, aber das ist noch nicht fertig und wird voraussichtlich erst im Dezember auf Tour gehen. Also haben wir den Kai für uns alleine, und die Nordkapp parkt elegant rückwärts ein.

Bei nur drei Stunden Aufenthalt und gut zwanzig Minuten Fußweg in die Stadt bleibt natürlich nicht viel Zeit zum Rumtrödeln. Auf dem Weg liegen die Fahrradverleihständer von Trondheim Bysykkel/OBOS (benötigt eine App) sowie zahlreiche E-Roller von drei verschiedenen Anbietern, die wohl auch alle per App funktionieren. Ich muss mir die Webseite mal anschauen, für das nächste Mal ist das durchaus eine Option, um den Weg abzukürzen. Auch in der Stadt stehen und liegen fast überall E-Roller herum, und sie werden gut genutzt.

Erik der Rote starrt sehnsüchtig in die Ferne. war sein Drachenboot auch ohne Gepäck gestartet?

Ich mache den Rundweg über Yachthafen, Bahnhofsbrücke, Munkegata mit königlichem Palast Stiftsgården (Norwegens größtem Holzhaus), den frisch sanierten Torget Marktplatz, die Var Frue Kirke, Nidarosdom, Bakklandet und Nedre Eldrehavn in ziemlich genau zwei Stunden und bin um 12 Uhr wieder auf dem Schiff. Das würde sogar für das Mittagessen reichen. Aber mittags wird Menü serviert, und ich bin sowieso zwei Mahlzeiten am Tag gewöhnt, also lasse ich es ausfallen. Mit dem Ergebnis, dass ich von der Gruppe vermisst werde, die sich nach dem Essen freut, dass ich doch an Bord bin.

Allzu viel hat sich in Trondheim nicht verändert: Der Marktplatz ist fertig saniert und voll mit Verkaufsbuden, dafür gibt es neue Baustellen und geänderte Verkehrsführung. Und natürlich zahllose E-Roller.

Da Sonntag ist, haben natürlich alle Geschäfte zu. Schade – sonst wäre das ideal zum Shoppen. Auch ohne fehlenden Koffer bietet Trondheim je genug Einkaufsmöglichkeiten und nicht die immer-gleichen Kaufhausketten deutscher Innenstädte.

Über Trondheim habe ich eigentlich schon genug geschrieben, dass mir wenig neues einfällt. Daher nur ein paar Impressionen als Galerie. Was man auf alle Fälle sieht ist, dass das Handy wunderschöne Bilder für Twitter macht, aber in groß darf man sie nicht anschauen. Sowas von überbearbeitet… Das erste Bild von Stiftsgården ist vom Handy, die anderen mit der richtigen Kamera.

Trondheim-Panorama

Um 14 Uhr haben wir dann endlich unseren Willkommens-Trunk, an den ich nahtlos mit meinem ersten Vortrag über das Polarlicht anschließe. So sind wir kurzt vor 15 Uhr fertig – rechtzeitig für Kjeungskjærfyr, Norwegens meistfotografierten Leuchtturm. Das Schiff macht wieder einen POI, ergänzt um Norways Coastal Kitchen in Form einer Miesmuschelverköstigung. Ich gehe freiwillig auf Deck 5 an den Bug und überlasse anderen das Muschelschlürfen. (Eine Schokoladenverköstigung wäre mal was…)

Kjeungskjærfyr hat leider kein spektakuläres Licht, aber dafür sehr dramatische Wolken. Macht durchaus was her, es fehlen nur höhere Wellen, die gegen den Leuchtturm branden. Aber man kann nicht alles haben, und ruhige See hat auch was für sich.

Dann ist erst einmal Ruhe – ich nutze die Zeit, um noch einmal nach meinem Koffer zu schauen: Er könnte morgen in Bodø kommen; sie wissen zumindest, wo er ist. Also gehe ich noch einmal kurz Ersatzkleidung kaufen; ich bin lange genug ohne Koffer, dass ich zuschlagen kann. Der Bordshop wird zumindest eine Outdoor-Hose los, die wiegt wenig und passt für den Rückflug auf alle Fälle noch in den Koffer. Und sie ist winddicht, im Gegensatz zu meiner Jeans. Da kann ich guten Gewissens zuschlagen, wenn ich schon an Deck arbeite.

Anschließend versande ich im Multe auf Deck 7, bei Gesprächen und intensivem Ausnutzen der Kaffee-Flatrate, die in der Reise inbegriffen ist. Ins Gespräch vertieft ignoriere ich das Gathering mit dem Expedition Team (also den Tagesrückblick und die Vorschau auf den nächsten Tag), mein nächster Punkt auf der Tagesordnung ist das Abendessen: Vorspeise Rinderfilet, gefolgt von Lachs und Eis. Auch hier gibt es Menü, wobei man aus drei Vorschlägen auswählen kann. War gut – ich bin nur nicht dazu gekommen, noch ein Foto davon zu machen.

Und dann, um halb acht, ist der Tag eigentlich gelaufen. Für den Abend in Rørvik ist Regen angesagt, also kümmere ich mich um den nächsten Vortrag und die Bilder des Tages.

Wie angekündigt regnet es in Rørvik – so ein ekelhafter unmotivierter Nieselregen. Die Schiffsbegegnung hier gibt es auch nicht mehr. Die Schiffsbegegnung mit der Richard With verpasse ich. Sie war vor unserem 20-Minuten-Stop in Rørvik und nicht wie ich mir gemerkt hatte danach. Schade, aber auch die Begegnungen auf See stehen nicht auf dem Tagesplan.

Währenddessen gibt es auf Deck 7 übrigens eine Kostprobe mit aktueller norwegischer Musik aus der Region, als Playlist. Das Ganze fängt zehn Minuten vor unserer Ankunft im Hafen an. Ganz schlechtes Timing, was mich angeht – ich schaue mir das Anlegen an.

Und danach mache ich auch fast Feierabend – nur noch Bilder sortieren, Blog vorschreiben, Vortrag vorbereiten, und halbwegs beizeiten ins Bett, weil morgen früh Polarkreisüberquerung ansteht.

Hurtigrute Tag 4: Bodø ohne Gepäck und Polarlicht

Der Tag beginnt viel zu früh: Zwischen 6:30 und 8:30 überqueren wir den Polarkreis. Um das mitzuerleben, muss man also früh aufstehen. Zur Belohnung zeigt sich Norwegen wechselhaft: An steuerbord drohende Wolkenberge, an backbord einiges an blauem Himmel. Was das wohl für den Tag verheißt? Wetterprognosen sind da echt knifflig.

Der Blick voraus bessert sich, als der Hestmannen und die Insel Vikingen mit dem Polarkreismonument in Sicht kommen. Vielleicht wird’s ja doch noch was? Um 7:41:45 überqueren wir den Polarkreis, und Anfang Oktober ist es auch noch hell genug, dass man die Kugel schön sehen kann.

Die südgehende Nordnorge

Ich bin mal wieder nur auf dem Umlaufdeck 5, Sekt zum Anstoßen gibt es hinten auf Deck 7. Statt Sekt entscheide ich mich nach einem kurzen Blick nach oben und der Begegnung mit der Nordnorge für echtes Frühstück, bevor ich es mir vor dem Restaurant bequem mache – das ist die häufigste “Reiseleiterecke”, am Futtertrog kommen alle vorbei und finden einen. Steckdosen und Blick nach draußen gibt es auch.

Besonders lange halte ich es drinnen aber nicht aus – draußen ist es einfach zu schön. Der erste Hafen nach dem Polarkreis ist das wunderschöne Ørnes, kurz danach erfolgt die Polarkreistaufe. Njørd kreuzt auf, ruft die anderen Götter an, setzt seinen Mund-Nasen-Schutz auf und tauft alle, die erstmals den Polarkreis überqueren.

Nach Ørnes bliebe Zeit zum Mittagessen, das ich aber schon wieder ausfallen lasse (Menu und feste Zeiten passen irgendwie nicht zu meinem Tagesrhythmus). Stattdessen noch ein bisschen Vortrag, Kontakt mit Hurtigruten (Evas Baustelle, aber ich bin dabei), und Norwegen genießen, bis gegen 13 Uhr Bodø in Sicht kommt. Und unsere Koffer? Einer unsere Gäste witzelt schon, dass sie in Bodø bestimmt auf die Nordnorge verladen worden wären. Tja… Si tacuisses…

Nun, erst einmal in die Stadt gehen. Am Kai war keine Aktivität in Richtung Gepäck zu sehen, also kaufe ich zur Sicherheit in Bodø noch ein Gorillapod-Stativ. Das größte Modell trägt meine kleine Kamera gerade so… Aber immerhin, nachdem ich jahrelang das Fotohuset Johnson als Einkaufsmöglichkeit empfohlen habe, war ich nun auch mal drin. Dann noch kurz durch das Einkaufszentrum und zum Hafen: Dort liegt die alte Gamle Salten neben der neuen Fähre Salten. Ein paar schöne Fotomotive ergeben aich, auch wenn man nicht mehr in die Dachrestaurants der Scandic- und Radisson-Blu-Hotels kommt. Dann geht es mit Hochspannung zurück zum Schiff, Koffer suchen.

Die natürlich wieder nicht an Bord sind, als ich wieder zurückkomme. Immerhin hat Hurtigruten von KLM die Info erhalten, dass sie morgen in Tromsø wären. Langsam kippt die Stimmung – ich gebe den Tipp, dass Tromsøs Greatest Souvenir Shop auch die großen Sami-Messer verkauft, falls man mit KLM direkt verhandeln möchte. Als handelsübliche Meinungsverstärker.

Nachdem wir in Bodø ablegen, halte ich nach den schlechten Nachrichten meinen zweiten Vortrag über den Sternenhimmel. Anschließend gibt’s eine traumhaft ruhige Überfahrt auf die Lofoten, mit genialem Sonnenuntergang und perfekter Lofotenwand. Und ich muss während Sonnenuntergang zu Abend essen…

Svolvær

Als wir Stamsund erreichen, ist der Himmel so lala und zieht allmählich zu. Wir konnten mittlerweile unsere Gruppe in die Bar zu einem kleinen Umtrunk einladen. Während der Himmel draußen dicht ist, kommen wir so ins Gespräch und machen uns einen schönen Abend, bis wir Svolvær erreichen. Man quatscht sich fest, und erst als wir den Hafen verlassen, löst die Gruppe sich auf.

Um 23:15 gibt es Norways Coastal Kitchen als Einstimmung auf den Trollfjord, den wir gegen 23:45 erreichen. Ich war echt schon lange nicht mehr auf der Tour: Wir fahren nordgehend natürlich nicht in den Trollfjord, sondern beleuchten nur den Eingang – südgehend, wenn wir bei Tag hier sind, fahren wir hinein. Davon, dass der Trollfjord mit den Schiffsscheinwerfern beleuchtet wird, kriege ich aber nicht viel mit.

Trollfjord

Und das Polarlicht? Gibt es, aber hinter den Wolken. Denen, die an Deck ist, zeige ich das Wölkchen, das schwächer als unsere Schiffsabgase am Himmel zu erahnen ist. Eine Durchsage lohnt sich deshalb nicht, nur die Kamera kann nachweisen, dass es wirklich grün ist.

Da muss sich Norwegen noch etwas mehr anstrengen.

Stattdessen regnet es, als ich gegen 1 Uhr noch einmal rausschaue. Na dann gute Nacht – es war ein langer Tag.

Hurtigrute Tag 5 – Tromsø und alle Gefühle

Was für ein Tag – heute gab es wirklich alle Gefühle, von Freude bis Bangen. Angefangen hat es damit, dass ich früher als geplant wach wurde – in Harstad.

Die Kong Harald wartet

Der Himmel bot an diesem Morgen wieder alles auf einmal, von klarem Himmel bis dramatischen Wolken und interessanten Lichtern. Am Hafen wird groß gebaut, wir parken neben einer Baugrube. Ich muss in meinen alten Berichten mal schauen, wie es da früher aussah. Der Blick vom Bug war schöner: Links sprüht die Wasserfontaine zur Begrüßung (später wird sie abgeschaltet), links davon ist die alte Steinkirche, die mit dem Vesterålen-Busausflug auf der südgehenden Route besucht wird, und vor uns wartet die Kong Harald darauf, dass wir den Kai frei machen. Soweit sieht es nach einem guten Tag aus.

Ich habe übrigens erstmals eine Kabine mit Ausblick: Normalerweise erhalten wir die Rettungsbootkabinen, haben also Tageslicht, aber nur freien Blick auf die Rettungsboote. Ich sehe also in der Regel nur dann etwas, wenn das Schiff evakuiert wird. Jetzt bin ich auf Deck 3 und muss zwar mehr Treppen steigen, um nach dem Polarlicht zu schauen, aber kann dafür aus dem Fenster sehen.

Die Kong Harald drängelt

Umso ungewöhnlicher ist es, aus dem Fenster sehen zu können und zu sehen, dass wir wohl Verspätung haben: Die Kong Harald drängelt.

Für mich fängt der Arbeitstag heute früh an: Um 10 Uhr, bevor wir Finnsnes erreichen, halte ich meinen dritten Vortrag. Auf diesem ziemlich leeren Schiff war es kein Problem, den Vortragsraum zu guten Zeiten zu kriegen. Der schöne Morgen wurde mittlerweile auch durch Nebel abgelöst, sodass keiner was verpasst. Auch wenn es immer wieder schöne Lichtstrahlen gibt.

Für diesen Vortrag hatte ich mir die Sonne als Thema herausgesucht. Ein bisschen Sonnenflecken, ein bisschen Leben der Sterne, ein bisschen Kernfusion, ein bisschen mit meinem H-alpha-Ansatz angeben – ich versuche, so viele eigene Bilder wie möglich zu zeigen, wobei die NASA-Filme natürlich immer noch besser sind. Bis auf einen Vortrag zum Thema Nordlicht sind wir bei der Themengestaltung auf den Nordlicht-und-Sterne-Touren völlig frei – was auch gut ist, denn wenn man über Themen referiert, die einen nicht interessieren, kommt nichts vernünftiges dabei raus.

In Finnsnes bleibe ich wie wohl alle anderen an Bord. Das Schiff hat das Treffen mit dem Expeditionsteam (den Bordreiseleitern) auf die Liegezeit im Hafen gelegt, und wir geben parallel noch ein paar Tips zu Tromsø. Eigentlich sind Veranstaltungen im Hafen blöd, aber zurzeit macht es Sinn: Wenn im Hafen wenige von Bord gehen, besteht auch weniger Gefahr, Krankheiten auszutauschen. Dank Corona dürfen in den Häfen keine Besucher an Bord kommen, und noch vor kurzem waren immer wieder einige Häfen gesperrt, sodass dort niemand für einen Spaziergang von Bord durfte. Jetzt hat Norwegen geöffnet und nur noch sporadisch Maskenpflicht; da ist es durchaus sinnvoll, wenn man die Touristen so unter Kontrolle hält – zumindest in den kleinen Häfen, die keine großen Krankenhäuser haben.

Daher schaue ich mir Finnsnes nur vom Umlaufdeck an. Ist auch hübsch.

Schlechtes Wetter beim Anlauf auf Tromsø

Anschließend Mittagessen und Pause – die Hurtigrute ist keine Erholungstour, und ich gönne mir eine Stunde Schlaf, bevor wir Tromsø erreichen. Beim Rystraumen schaue ich aus dem Fenster: Nebel. Draußen an Deck: Unschön, auch wenn der norwegische Wetterdienst Yr standhaft von Sonnenschein träumt. Oh Mann.

Langsam schält sich Tromsø aus dem Nebel, und Regen tröpfelt vom Himmel. Tromsø gibt sich wettertechnisch echt keine Mühe.

Also kein Besuch auf dem Hausberg Storsteinen, stattdessen gehe ich in die Stadt – etwas verspätet, weil ich das Ende des Regenschauers abwartete. Heute sollen auch unsere Koffer kommen, da kann ich mal entspannt meine üblichen Läden abklappern, ohne nötige Dinge zu suchen. Einige Läden gibt es sogar noch – die Buchhandlung Ark im Stadtzentrum steht leer, Tromsøs Greatest Gift Shop hat jetzt mehr Kleidung und weniger von dem Krempel, der einen da reinlockt, die Norli-Buchhandlung hat umgeräumt, im Nerstranda Einkaufszentrum haben einige Läden gewechselt und in der Fußgängerzone steht einiges leer, dafür gibt es zahlreiche neue Souvenirshops. Das neue Hafenzentrum ist fast komplett verlassen. Der Streifzug hinterlässt ein deprimierendes Gefühl. Ich frage mich, wie Dan von ArcticX und die anderen kleinen Anbieter das überstanden haben – zuletzt haben die großen Busunternehmen Druck gemacht, dann ging gar nichts mehr. Tromsø, das Paris des Nordens, wartet wieder auf Gäste.

Koffer!

Mein kleiner Rundgang führt mich entlang der Hauptstraße zum Polaria-Museum und der “Festung” Skansen, bevor ich im Coop Vorräte auffülle. Auf dem Rückweg stoße ich am Hafenbecken noch auf ein Trollmuseum. Auch was neues – ich spare mir den Besuch aber erst einmal. Als ich das Ergebnis von meinem Kaufrausch auf Schiff bringe, sortieren die Damen von der Rezeption gerade einen Berg Koffer – meiner ist auch dabei! Wie wenig einen doch glücklich machen kann!

Duschen, umziehen, stadtfein machen – und irgendwie ist die Kabine auf einmal viel enger, wenn man Gepäck dabei hat. Anschließend noch einmal zum Shoppen in die Stadt, wo es mittlerweile trocken ist und sogar Wolkenlücken gibt.

Das Gute daran, dass ich Tromsø auch als Urlaubsziel habe: Ich kenne die Stadt und komme damit zurecht, dass das Wetter nicht so toll ist – so bin ich früher auf dem Schiff, kann auspacken und bin rechtzeitig zum Abendessen da. Es gibt übrigens zurzeit Menü, wobei man sich aus je drei Vor-, Haupt- und Nachspeisen etwas aussuchen kann. Schmeckt gut und geht deutlich flotter als früher, aber das Schiff ist auch nicht ausgebucht.

So sieht das Abendessen zurzeit mit Vor- und Hauptspeise aus – es gibt nicht nur Fisch:

Zwischendurch immer wieder der Bange Blick aus dem Fenster: Gibt es eine Wolkenlücke? Im Prinzip ja… Nach dem Abendessen verbringe ich die Fahrt von Tromsø (Ablegen 18:15, Abendessen 18:00) bis Skjervøy mit der Kamera an Deck, denn Windy hat eine Wolkenlücke auf der Strecke angekündigt. Ein paar Wolkenlücken, stellenweise ein toller Sternenhimmel, und ein gaaanz schwacher Schimmer, der die Konturen der Wolken umrahmt. Vor Skjervøy packe ich zusammen – und eine Minute, bevor wir den Hafen erreichen und die Lichter vom Schiff angehen, gibt es einen schönen grünen Bogen über dem Schiff. Was ist denn das für ein blödes Timing? Ich glaub’s doch nicht. Diese Enttäuschung darüber, Polarlicht zu sehen und es keinem sagen zu können, ist für mich auch was neues:-(

Als wir Skjervøy verlassen, das selbe Trauerspiel noch einmal: Knappe zehn Minuten zeigt sich die Aurora als blasses (und auf der Kamera deutlich grünes) Band über dem Heck vom Schiff, während sich von allen Seiten Wolken zusammenziehen. Das hat nicht gelangt, um von Deck 7 auf Deck 4 zur Rezeption zu laufen und Bescheid zu sagen. Bis die Durchsage gemacht wäre und die ersten es an Deck geschafft hätten, wäre das kurze Gastspiel der Aurora längst vorbei gewesen. Ich lasse mit Blick auf das Wetter alle Hoffnung für diese Nacht fahren und lasse die Bilder durch meinen Rechner laufen: Zwischen und Tromsø und Skjervøy war nichts brauchbares dabei, die Hafenausfahrt aus Skjervøy sah dann doch ganz gut aus:

Aber es kann doch nicht sein, dass ich der einzige bin, der hier auf der Tour von unsere Gruppe Polarlicht sieht? Immerhin hat der Captain vielleicht nichts davon mitgekriegt und im Logbuch notiert…

Hurtigrute Tag 6: Honningsvåg und Barentsee

Die ruhige und geschützte See nördlich von Tromsø haben wir nun hinter uns gelassen, von der Barentssee ist aber nicht viel zu spüren. Kurz vor Havøysund bin ich wach und gehe an Deck: Ruhige See, schöner Himmel und kein entgegenkommendes Schiff: Die vier Schiffe von Havila fahren noch nicht, was Lücken im Fahrplan hinterlässt.

Havøysund erreichen wir planmäßig gegen 8:30 – ein guter Zeitpunkt, um zu frühstücken. Die anschließende Fahrt durch den Magerøyasund verbringe ich teils an Deck und teils mit der Reiseleitersprechstunde auf Deck 4. Das nächste Ziel ist Honningsvåg um 10:55 mit gut viereinhalb Stunden Aufenthalt: Von hier starten die Ausflugsbusse zum Nordkapp. Zwei oder drei fahren hin, es können also nicht mehr als 200 Passagiere an Bord sein.

Bis es soweit ist, gilt es, die Anfahrt zu genießen: Ein karges Land, das in den Herbstfarben aber noch nicht so trostlos ist wie im November. Bei meiner nächsten Tour im Dezember ist hier schon Polarnacht, dafür liegt dann hoffentlich auch schon Schnee. Aktuell präsentiert die Gegend sich noch durchaus hübsch.

Die Wolkenlücken machen Hoffnung für den Abend…

Dreimal Nordkap(p)

Ich fahre wieder nicht zum Nordkapp, sondern mache meinen üblichen Spaziergang durch den Ort. Es gibt einige neue Baustellen und erfreulich wenig Geschäftsaufgaben. Direkt am Kai sind nun die MS Nordkapp, das Nordkap-Museum (das sich nicht allzusehr lohnt, meiner Meinung nach) und Nordkap-Taxi – allerdings fahren heute keine Taxis zum Nordkap, wo früher einige auf preisbewusste Passagiere warteten. Wahrscheinlich hat der Lockdown dafür gesorgt, dass die Fahrer sich andere Jobs gesucht haben.

Das Souvenirgeschäft am Hafen hat jetzt komplett auf Weihnachten umgestellt, die Kunst im Hafen ist geblieben.

Bei schönstem Wetter gehe ich auf die andere Seite vom Hafenbecken, um unser Schiff zu knipsen, dann geht es über die Kirche hoch zum alten Friedhof. Dort hat man einen schönen Blick auf den Hafen und das Schiff, leider regnet es mittlerweile auch etwas. Den Abstecher zum Denkmal für den örtlichen Regisseur schenke ich mir daher und mache mich auf den Rückweg. Dabei treffe ich Anja: Sie hat Blumen für ihren Garten gesammelt und arbeitet als Reiseführerin zum Nordkap – sobald es wieder Touren gibt. Wir haben ein nettes kleines Gespräch auf Deutsch – richtig ungewohnt, sich im Ausland auf Deutsch zu unterhalten.

Da der Wind doch unangenehm ist, mache ich mich auf den Rückweg zum Schiff, wo ich die Sicherheitsübung miterlebe. Viel kriege ich davon aber nicht mit: Die Durchsagen sind auf Norwegisch (außer dem Hinweis, dass Gäste nicht mitspielen dürfen), und die Crew übt wohl Evakuierung – ich kriege im Panoramasalon nicht viel davon mit. Vorher mache ich noch ein paar Aufnahmen vom fast leeren Schiff:

Die Nordkapp von innen.

Das wars dann eigentlich auch schon für mich mit Honningsvåg. Einziges Souvenir: Ich nehme jetzt doch zwei Bücher von Eva Schmutterer mit, die es ans Nordkap verschlagen hat und deren Büchlein mir seit langem empfohlen werden.

Die anschließende Fahrt nach Kjøllefjord ist trotz offener Seestrecke sehr ruhig, wer will, kann sich mit Apfelkuchen und heißer Schokolade versorgen oder den Vortrag über die Sami anhören, den das Schiff anbietet. Er wohl lang, aber gut – ich war stattdessen an Deck. Vielleicht komme ich mal wieder dazu, mir die Schiffsvorträge anzuhören oder beim Gathering des Expeditionsteams zuzuhören. Aber nicht heute – es ist schön draußen!

Kurz vor Kjøllefjord kommt auch die Finnkirche in Sicht, eine nette Felsformation, die aus dem richtigen Blickwinkel an Kirche und Kapelle erinnert. Im Winter wurde sie früher auch beleuchtet, heute gibt es immerhin einen Point of Interest. Zumindest wird sie über die Bordsprechanlage beschrieben, ob an Deck 7 auch etwas stattfindet, weiß ich nicht. Mit Kabine auf Deck 3 und der neuen Inneneinrichtung auf Deck 7 bin ich meist nur auf dem Umlaufdeck 5.

Nordkap-Buffett

Mehamn hat wohl ein Möwenproblem

Anschließend wird es wieder frustrierend: 100% Bewölkung sind angesagt, ich schaue immer wieder raus und sehe, wie die Wolkenlücken immer weniger werden. In Mehamn ist nichts zu sehen (außer einem Möwenproblem, wenn ich mir das Lagergebäude am Kai so anschaue), danach sehe ich zwar immer wieder einzelne Sterne, aber sonst nichts.

Also bin ich die meiste Zeit auf Deck 4 und arbeite etwas, wobei ich immer wieder rausschaue. Anscheinen gab es eine halbe Stunde Polarlicht, die ich aber verpasst habe – und wer sie gesehen hat, hat nicht Bescheid gesagt, sodass es auch keine Durchsage gab.

Ich erfahre es dann aus Deutschland, weil da dieser Tweet aufgefallen war:

https://twitter.com/freihalterin/status/1445830084326092806

Ich verpasse dagegen auch die Schiffsbegegnung nach Berlevåg (angesagt wurde sie nicht) und beobachte die Nordlys nur aus dem Fenster, während ich ein Nordlys trinke. Wenn das sonst schon nichts wird…

Gegen 22:40 schaue ich noch einmal raus und sehe tatsächlich einen blassen Bogen Nordlicht. Halleluja, hoffentlich hält das!

Schnell die Kamera an die Reling geschraubt und zur Rezeption gespurtet – aber die gute Frau telefoniert. Und telefoniert. Und eröffnet mir dann, dass sich das Nordlicht gerade schon wieder verabschiedet hat. Es gäbe in einer Stunde oder so noch eine Chance. Und tatsächlich: Als ich wieder an Deck gehe, ist da nichts mehr, das war keine Minute, nachdem ich im Schiff war, auch weg.

Und in dieser Nacht kommt auch nichts mehr; kurz vor Mitternacht gebe ich endgültig aus.

Hurtigrute Tag 7: Kirkenes und endlich Nordlicht!

Ein trüber Tag – so begrüßt uns Kirkenes. Irgendwann in der Nacht haben wir den östlichsten Punkt der Reise passiert und fahren jetzt wieder nach Südwesten bis Kirkenes durch den Varangerfjord. Ich bin bereits kurz nach Vadsø wach (einmal war ich sogar früh genug wach, um ein Foto vom einzigen Hafen der Route zu machen, der nur auf der nordgehenden Strecke angefahren wird), aber heute verpasse ich ihn knapp. Nun, dann wird halt gefrühstückt; draußen an Deck ist es ohnehin nicht so angenehm. Im Lauf des Vormittags regnet es immer wieder mal.

Kirkenes erreichen wir ziemlich pünktlich, aber bevor wir von Bord dürfen, wird erst das Gepäck der aussteigenden Gäste von Bord gebracht. Aber kein Problem, ich will heute nur einmal kurz in die Stadt (Bücher jagen) und zum Kiosk am Kai. Im Hafen liegen nicht mehr so viele russische Seelenverkäufer, links von uns liegen sogar zwei ganz schmucke Fischtrawler. Warum am Heck die russische Fahne und am Mast die norwegische Fahne weht, ist mir aber unklar. Ob die die Liegegebühren nicht gezahlt haben und statt einem Kuckuck eine Norwegen-Fahne verpasst gekriegt haben?

In leichtem Regen verlasse ich schließlich das Schiff und mache mich auf den gut ausgeschilderten Weg in die Stadt. Zumindest für Fußgänger ist das Stadtzentrum gut zu erreichen. Auch hier hat Corona Spuren hinterlassen: Die Libris-Buchhandlung fällt mir zuallererst als Leerstand auf, an anderer Stelle gibt es einen neuen Souvenir-Shop. Die Outdoor-Läden im Amfi scheinen dagegen alle überstanden zu haben – aber dank KLM brauche ich hier keine neuen Sachen. Daher beschränke ich mich auf die Standard-Fotos von Russen-Denkmal, Anders-Grotta und Stadtzentrum (ein Bär am Rathaus hat eine rote Flagge erhalten), bevor ich mich auch schon auf den Rückweg mache. Kirkenes hat den Flair von Ende der Welt – das regnerische Wetter unterstützt das noch, und ich freue mich auf die heimelige Nordkapp.

Noch kurz ein Besuch im Kiosk am Kai: Die Huskies haben die Flucht ergriffen, stattdessen hängt ein Blumenkasten am Geländer. Schade eigentlich. Innen ist es voll wie immer, nur der Elch begrüßt nun mit Gesundheitshinweisen.

Da ich schon zwei Stunden vor dem Ablegen wieder an Bord bin, bleibt genug Zeit, mich mal wieder meinen EMails zu widmen und das Mittagessen mitzunehmen. Wir legen mit etwas Verspätung ab, sodass ich schon davon ausgehe, dass wir Vardø wieder zu spät für das Hexendenkmal erreichen. Die Überfahrt ist sehr ruhig, ideal um noch etwas an meinem vorletzten Vortrag zu basteln – es geht diesmal um den Mond.

Völlig überraschen erreichen wir Vardø fast pünktlich: Zehn Minuten nach der planmäßigen Ankunftszeit wird die Gangway um 16:16 freigegeben, und ich spurte los: Mit etwas beschleunigtem Schritt passiere ich die Festung Vardøhus, und da es noch hell ist, sehe ich das Ziel. Nach gut zehn Minuten erreiche ich das Denkmal für die Männer und Frauen, die der Hexenjagd zum Opfer fielen. Die Zeit langt, um einmal durch das lange Gebäude zu gehen, ein Infoheft mitzunehmen und einen Blick in das Gebäude mit der ewigen Flamme zu werfen, die aus einem Stuhl lodert. Uff, aber das Ganze ist immer wieder beeindruckend. Noch einige andere Gäste haben es geschafft, oder kommen mit entgegen, als ich schon auf dem Rückweg bin und um 16:45 wieder an Bord gehe.

Gabelstapler-Ballett in Båtsfjord

Als ich wieder auf dem Schiff bin, habe ich aber keine Ruhe: Um 17 Uhr, als wir ablegen, steht mein Vortrag auf dem Programm. Vielleicht hätte ich ihn vor Vardø halten sollen – wir haben etwas Bewegung im Schiff, aber zum Glück vertragen alle den Seegang. Mein Streifzug über den Mond mit einem Meteoriten-Exkurs ist rechtzeitig fertig, dass wir uns auch alle wieder zum Essen sehen. Trotz Geschaukel wird Suppe serviert, auch wenn sie etwas dicker ist als üblich.

In Båtsfjord kommen wir etwas verspätet an und können bei bedecktem Himmel und immer wieder Regen das Gabelstapler-Ballett bewundern. Die beiden fahren wirklich einige überflüssige Pirouetten um ihre Paletten.

Derweil haben sich alle Nordlichtjäger auf Deck 7 versammelt, wo sie den nächsten Regenschauer aussitzen und auf besser Wetter warten. Endlich kommen tatsächlich die ersten Sterne raus, und dann zeigt sich die Aurora.

Da ist ein heller Grauschimmer vielleicht mit einem Hauch von Grün, aber sie ist es eindeutig. Nach ein paar Kontrollblicken – meine Kamera arbeitet zur Abwechslung mal am Heck auf Deck 7 – gehe ich runter zur Rezeption und werde Zeuge, wie sie gerade durchgesagt wird.

Wieder an Deck gibt es wieder vermehrt Wolken. Also abwarten, noch ein Regenschauer, damit ich auch schön Wassertropfen auf meinem Objektiv habe, und dann kommt die Aurora noch einmal. Nette Show, nicht die größte, aber schon echtes Polarlicht, in dem auch etwas Bewegung ist – nicht nur der berühmte “schöne (kamera)grüne Bogen”. Erschwert wird das Ganze nur dadurch, dass wir doch einiges an Bewegung im Schiff haben – am Heck muss ich mich doch gut an der Reling festhalten. Eine Hand für das Schiff, eine für die Kamera…

Was sich wieder einmal bewahrheitet: Stell irgendwo eine Kamera hin, und wenig später steht jemand direkt davor, weil der Platz ja so gut sein muss. Das ist der Nachteil daran, wenn die Kamera das Deck mit auf dem Bild hat.

Letztlich ist eine nette Show, auch wenn kaum Farbe zu sehen ist – wenn ich mir die Bilder anschaue, gab es wohl farbige Momente, aber da hatte ich unter dem Dach Schutz gesucht.

Irgendwo um die Windstärke 6-8 haben wir, und Gegenwind. Hui…

Kurz vor Berlevåg lässt die Aktivität nach, und ich packe zusammen. Gut 1200 Bilder sind im Kasten, und die Kamera ist auch nicht über Bord gegangen. Berlevåg lassen wir aus, und in der Nacht schwankt es ganz nett – es fällt nichts aus den Regalen, aber ich sehe aus dem Fenster auf Deck 3 doch einiges an Wellen (uns spüre sie). Gegen halb zwei bin ich mit den Bildern durch, sodass der Rechner über Nacht laufen kann, damit ich am nächsten Morgen einen Zeitraffer draus machen kann.

Mittlerweile ist das Video auch fertig. Doch, wir können zufrieden sein.

Hurtigrute Tag 8: Südkurs und die große Show

Honningsvåg am frühen Morgen

Gestern waren wir noch in Kirkenes und der Barentssee, das heißt, dass es ab jetzt Schlag auf Schlag in den Süden geht. Wobei die ersten Schläge von den Wellen kamen – die Barentssee war zwar nicht besonders stürmisch, aber es ist doch die Barentssee, und wir liefen Honningsvåg in den frühen Morgenstunden mit einiger Verspätung an.

Erst gegen 8 Uhr (statt wie geplant um 6 Uhr) verlassen wir daher Honningsvåg, und bei mir bimmelt das Telefon: Die nordgehende MS Polarlys fragt, wo wir uns rumtreiben? Margit und Ingrid sind mit der zweiten Nordlicht-und-Sterne-Tour des Jahres dort an Bord, und wir wollen uns eigentlich zuwinken – Ingrid wollte ich schon am Flughafen in Bergen treffen, aber das hatte ja nicht geklappt.

Morgenstimmung im Magerøya-Sund

Und jetzt schon wieder nicht?

Ach was – wir begegnen uns halt nur nicht in Hawaiisund Havøysund, sondern erst später kurz nach 9. Die beiden nutzen das gnadenlos aus: Margit hätte eigentlich einen Vortrag, also wird die ganze Truppe an Deck für eine Winkekonkurranse gejagt, die die Polarlys auch haushoch gewinnt – meine Leute sitzen ohne Vorwarnung noch beim Frühstück. Immerhin wurde die Schiffsbegegnung durchgesagt.

Bis es soweit ist, genieße ich noch die Fahrt durch den Margerøya-Sund mit wunderbarer Lichtstimmung, und dann kommt die Polarlys endlich in Sicht – also nichts wie an den Bug, zum Winken und Fotografieren.

Die Kollegen auf der Polarlys sind natürlich nur mit Winken beschäftigt, daher kriegen sie die schöneren Fotos von mir und gewinnen auch noch den Wettbewerb. Wobei: Hurtigrute mit Regenbogen hat auch was. Spaß macht so eine Begegnung immer wieder, vor allem wenn es schon keine Schiffsbegegnungen im Hafen mehr gibt. Ich wünsche euch eine gute Reise, ruhige See, klaren Himmel und viel Polarlicht!

Und von der Polarlys sah es so aus:

Regen in Hammerfest

Unser nächstes Ziel war Hammerfest, mit einer verkürzten Liegezeit von einer Stunde. Während die Flüssiggasanlage bei Melkøya nur im Nebel lag, regnete es in Hammerfest in Strömen. Da machte es nichts aus, dass keine Zeit für einen Trip den Zickzackweg hoch auf den Berg blieb. Dafür gab es das erste Bild von mir auf dem Bänkle am Musikpavillon im strömenden Regen. Mal was anderes.

Nach dem Bank machte ich noch einen Abstecher in die Buchhandlung direkt daneben (der Eisbär, der früher im Eingang stand, ist auch weg), schaue bei Kirche für ein paar Fotos vorbei und danach bei den Eisbären vor dem Rathaus. Anschließend ein Abstecher in den Eisbärenclub: Der ist fast leer, zumindest haben im Shop ein paar Fahrräder mehr Platz als die Souvenirs, die normalerweise den Raum füllen. Mir bleibt nur keine Zeit um nachzufragen, ob mein Club sich etwas auflöst?

Anschließend geht es auch schon wieder auf das Schiff zurück – wir haben ja Verspätung aufzuholen. Immerhin: Dank der Liegezeit von 12-13 Uhr verzichte ich wieder einmal auf das Mittagessen.

Bevor es soweit ist, legen wir noch kurz in Øksfjord an (der Hafen hat immer ein wunderbares Echo, wenn das Schiff hupt), und genießen prächtige, bereits schneebedeckte Berge. Die Temperaturen sind von 15° am Anfang der Reise auf 5-10° gefallen, obwohl wir schon wieder südwärts fahren.

Der Sonnenuntergang zum Abendessen ist vielversprechend, aber wir haben ja noch Zeit. Erst kommt das Abendessen, dan Skjervøy, dass wir gegen 19:45 verlassen werden ab dann wird es interessant. A propos, da immer wieder nach dem Essen an Bord gefragt wird – das gab es heute:

Es fängt mit einem sternklaren Himmel an, und nach nicht allzulanger Zeit erscheint ein flacher, schwacher Bogen am Horizont. Sowas erwarte ich in Rørvik, weit im Süden. Aber es dauert nicht allzulange, und er wird schöner, ein geisterhaftes Grün kommt dazu, und nach vielleicht einer Stunde beginnt die Show: Nun ist das Polarlicht wesentlich größer und heller, zeigt Strukturen, wird im Lauf der Nacht sogar ein paar Mal tanzen und als Corona (die einzige Version davon, die ich hier sehen will!) über uns steht.

Das ist es, weshalb ich hier bin und was ich unseren Gästen zeigen will!

Ab 22 Uhr, nach einem Abschlussfeuerwerk, lässt sie nach, dennoch gibt es immer wieder schöne kleine Intermezzos. Während sie am hellsten ist, versuche ich meine Panasonic in den Film- oder Zeitraffermodus zu bekommen, aber es ist zu lange her, und ich kriege es nicht hin. Dummerweise denke ich nicht daran, das mit dem Handy auszuprobieren – das iPhone 12 Mini macht schon ziemlich beeindruckende Standbilder, nächstes Mal muss ich Video ausprobieren:

Wofür schleppe ich eigentlich meine DSLR mit? Okay: Bei voller Auflösung kann man die Bilder nicht anschauen, und im Sturm kann ich eine Kamera auch besser halten als das Handy, aber die Bilder können sich wirklich sehen lassen. Und die beiden anderen Kameras? Die Panasonic war immer wieder auf andere Himmelsbereiche gerichtet und hat auch die Corona im Bild festgehalten:

Und die DSLR lieferte wie immer einen schönen Zeitraffer:

Gestern in der Barentssee war die Pflicht, heute kam die Kür. Polarlichtversprechen erfüllt:-)

Und in Tromsø mache ich Feierabend, bzw. lasse meinen Rechner bis zum nächsten Morgen durcharbeiten. Knapp 3200 Fotos wollen zu einem Zeitraffer werden.

Hurtigrute Tag 9: Vesterålen und Lofoten

Was für eine Show das gestern war! Und fette Ausbeute: Bei über 3000 Fotos alleine von meiner Nikon für den Zeitraffer ist mein Rechner bis in den Vormittag beschäftigt. Aber das Säuseln des Laptoplüfters in meiner Kabine hat was beruhigendes.

Zum Glück habe ich dieses Mal wieder keine Ausflüge geplant, wobei ohnehin gerade nicht allzuviel stattfidnet – das Mitternachtskonzert in Tromsø fehlt zum Beispiel aktuell auf der Liste, und die Torghatten-Wanderung gibt es gerade auch nicht. Heute startet dafür wieder die Vesterålen-Bustour in Harstad. Eigentlich ein schöner Ausflug, aber er beginnt bereits um 8 Uhr. Den Fehler hatte ich einmal gemacht (in Kombination mit dem Mitternachtskonzert – aber schlafen kann man ja auch im Bus…). Ohne Ausflug bin ich zwar in Harstad schon wach, sehe vom Ort aber nur die Baustelle am Anleger und was mein Teleobjektiv so ranholen kann: Die Kirche im Ort und die mittelalterliche Steinkirche neben der Wasserfontaine – hier sehe ich auch, wie die Fontaine abgeschaltet wird, während ich sie filmen will.

Wegen Corona gibt es den Gottesdienst in der Kirche für die Ausflügler nicht mehr, dafür wurde das benachbarte Museum etwas aufgepeppt, und es gab viele Informationen – die Tour lohnt sich also immer noch und bietet weiterhin eines der besten Preis-Leistungs-Verhältnisse. Für mich steht stattdessen Frühstück an, danach Bilder sichten und den Zeitraffer basteln, den ich im gestrigen Blog schon eingebaut habe. Damit sind die zwei Stunden bis Risøyhamn gut ausgefüllt.

Auf dem Weg zur Risøyrinne gibt es immer wieder schöne Lichtspiele, während die Berge der Vesterålen an uns vorbei ziehen. Schöne Gegend, und noch hält das Wetter.

Die Risøyrinne wurde extra für die Hurtigrutenschiffe gebaut, weil der Gründer der Hurtigrute diese Strecke wollte. Sie ist nur wenig tiefer als die Hurtigrutenschiffe. Theoretisch kann man wohl auf ihren Grund sehen – aber gewiss nicht bei Wellen und Starkwind. Aber man sieht zumindest das türkisfarbene flache Wasser direkt neben den Fahrbahnmarkierungen, die von zahlreichen Kormoranen besiedelt sind.

Der Königsstein

So ein Projekt wie eine neue Schiffahrtsstraße lockt natürlich auch die Prominenz an, und vom Schiff aus sieht man den Königsstein, auf dem die Unterschriften dreier norwegischer Könige verewigt sind. Heute schenke ich mir den Spurt zum Stein und fotografiere ihn vom Schiff aus – heute lohnt sich das Teleobjektiv mal, ansonsten langt mir das normale Zoom und vor allem das Ultraweitwinkel-Polarlichtobjektiv.

Wenn wir pünktlich anlegen, reicht die Zeit aber auch für einen kurzen Besuch – diesmal soll man erst zehn Minuten vor Ablegen wieder an Bord sein, manche Schiffe machen schon 15 Minuten vorher die Luken dicht.

Von Risøyhamn aus geht die Reise weiter nach Sortland. Sehr schön: Kurz vor 12 kommt die Aufforderung, vorne am Bug den Ausflugsbussen zu winken! Ganz so wie früher! Das ist zwar während der Essenszeit (und wegen Corona gibt es mittags feste Essenszeiten und ein Menü, das serviert wird), aber es finden sich doch einige ein, um mit Norwegerfähnchen zu winken. Das sind die netten kleinen Einlagen, die die Hurtigrute immer noch so menschlich machen. It’s fun!

Anschließend schaue ich kurz bei Kari vom Expedition-Team vorbei und gebe ihr meinen Nordlicht-Film von letzter Nacht. Das mache ich meistens – als kleines Dankeschön für die gute Zusammenarbeit, auch wenn ich diesmal wenig mit dem Team zu tun hatte. Aber auch heute schaffe ich es nicht, zum Treffen mit dem Expeditions-Team zu gehen: Das ist einerseits schade, weil hier immer ein Tagesrückblick gegeben wird, ebenso wie ein Blick auf den nächsten Tag und einige Infos rund um Norwegen. Andererseits kenne ich das meiste schon, und es tut gut, keine Termine zu haben.

Kurs Stokmarknes

Der kurze Halt in Sortland ist nicht weiter erwähnenswert – noch einmal den Rückkehrern der Bustour zuwinken, dann ab in den Panoramasalon. Hier gibt es einige freie Plätze, sodass ich für mich und meinen Laptop einen Platz mit Ausblick finde, auch wenn der Ausblick immer schlechter wird.

Wir kommen wohl in ein Schlechtwettergebiet. Für die nächsten Tage ist Regen angesagt (und nicht wenig), und die Seeadler-Safari im Raftsund wird wegen Sturmwarnung abgesagt: Kleine Boote sollen heute nicht rausfahren. Schade: Dabei wird aus dem fahrenden Schiff in ein kleines Boot umgestiegen, das Raftsund und Trollfjord unabhängig von der großen Nordkapp erkundet.

In Stokmarknes hält das Wetter noch, zumindest regnet es nicht: Der Ort taucht langsam aus dem Nebel auf. Seit meiner letzten Reise hat das Hurtigrutenmuseum den Schutzbau für die alte MS Finnmarken fertiggestellt, die zuvor ungeschützt den Elementen ausgeliefert war. So sieht man heute den weißen Bau mit Glasfront direkt am Anlieger. Das Museum wird privat betrieben und ist einen Besuch wert – wann kann man heute noch eines der klassischen schwarz-weißen Hurtigruten-Postschiffe erkennen? Diese Schiffe waren die Vorgänger unserer modernen Schiffe wie der Nordkapp. Leider wurde der Preis kräftig erhöht – ich höre über die Lautsprecheranlage was von 250 NOK; ich meine, früher waren es für Hurtigrutenpassagiere 50 NOK statt 90 NOK für Nicht-Passagiere (ganz früher war der Eintritt für Passagiere sogar frei). Aber früher konnte man die Eintrittskarten auch schon an Bord kaufen, aktuell nur im Museum.

Durch die große Glasfront sieht man leider nicht mehr viel vom Schiff, aber es scheint zumindest einen neuen Anstrich erhalten zu haben.

Mit Stokmarknes verlassen wir die Vesterålen: Der Raftsund markiert die Grenze zwischen Vesterålen und Lofoten. nun wird das Wetter auch schlechter. Ich merke es kaum, aber während ich mir die Einfahrt in den Raftsund vom Bug aus anschaue, wird meine Kamera triefnass. Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung… und tatsächlich hat der herbstlich gefärbte Raftsund durch Nebel und tiefhängende Wolken seinen ganz besonderen Reiz. Nur ob wir in den Trollfjord fahren, ist bis zuletzt unklar – das entscheidet der Käpt’n vor Ort.

Nachdem ich meine Kamera wieder trockengelegt habe, schaue ich mir den größten Teil des Raftsunds vom Panoramasalon an. Erst zum Trollfjord geht’s wieder raus – und das lohnt sich: Obwohl ich anfangs nur Nebel sehe, biegt das Schiff tatsächlich nach links in den Trollfjord ab und fährt rein. Es ist angenehm still, und der Nebel passt zu dem engen Fjord. Hat was – und so oft war ich hier auch noch nicht: Irgendwann demnächst wird er wegen Schnee- und Lawinengefahr gesperrt werden, sodass die Nordlicht-und-Sterne-Touren meist nur bis zur Mündung kommen, selbst bei Tag.

Nach dem Trollfjord geht es wieder in den trockenen Panoramasalon. Die mystisch-neblige Landschaft, die am Fenster vorbeizieht, hat etwas einschläferndes – aber viel Schlaf gibt es auf der Hurtigrute ohnehin nicht. Dafür gibt es genug zu Essen: Um 17:30 eröffnet das Buffet, damit genug Zeit für Svolvær bleibt. Eigentlich wollten wir dort wieder in die Kneipe gehen, aber es ist Starkregen angesagt, und dieses Versprechen wird eingehalten.

Svolvær

Also betrete ich Svolvær auf dieser Tour überhaupt nicht. Wenn es Schnee wäre, wäre es eine Überlegung wert, aber so? Nein Danke.

Der Rest vom Abend ist daher für mich ruhig. Das Expeditionsteam ruft um 21 Uhr zu Gesangsstunde mit Shanties im Konferenzraum auf, die ich schwänze, dafür tue ich mir die Begegnung mit der nordgehenden Nordnorge an. Im strömenden Regen gibt es aber keine Fotochance, auch weil die Nordnorge überraschend dunkel bleibt, von der Lichthupe einmal abgesehen. Bleibt genug Zeit für mein kleines Blog hier.

Ich bin froh, dass mich der Pferdeausritt bei Nacht durch die dunklen Lofoten nie gereizt hat; bei diesem Regen dürfte das keinen Spaß machen. Aber ich bin auch kein Reiter; Astronomen lieben sternklaren Himmel. Dauerregen ist nicht mein Ding.

Als letzter Hafen vor dem Westfjord bleibt noch Stamsund. Bei strömendem Regen begnüge ich mich mit einem Beweisfoto; Nordlicht sehen wir heute gewiss keines mehr. In diesem Sinne: Feierabend.

Hurtigrute Tag 10: Über den Polarkreis entlang der Helgelandküste

Die Fahrt von Ørnes über den Polarkreis nach Brønnøysund entlang der Helgelandküste ist eine der schönsten Teilstrecken der Hurtigrute. Es gibt zwar keine nennenswerten Hafenaufenthalte (und Brønnøysund am Sonntag ist auch eher ausgestorben), aber es gibt viel zu sehen. Also prinzipiell, wenn das Wetter mitspielt.

Ich bin morgens um halb neun an Deck, um mir die Polarkreisüberquerung anzuschauen. Es ist trüb, aber immerhin halbwegs trocken – ich hatte auch schon exakt bei der Überquerung des Polarkreises eine zweite, unfreiwillige Polarkreistaufe mit Eisregen. Diesmal ist es angenehmer, wenn auch nicht viel fotogener. Dafür ist es heller, und wer will, kann an Deck 7 noch etwas Lebertran abholen, um seinen Vitamin-D-Spiegel anzuheben.

Anschließend sortiere ich noch ein paar Bilder und lege mich wieder hin – irgendwie ist so eine Tour doch anstrengend… Aber: Anders als üblich hustet noch niemand an Bord, die Corona-Maßnahmen wirken auch gegen andere Viren und Bakterien, die einen ansonsten auf diesen Touren begleiten.

Zu Sandnessjøen muss ich natürlich wieder raus (auf das Mittagessen habe ich wieder verzichtet): Hier warten theoretisch die Sieben Schwestern auf uns. Diesmal sind sie aber vollverschleiert, und das Expeditionsteam verschiebt den Point of Interest auf das nachmittägliche Gathering – es gibt einfach nichts zu sehen. Die halbe Stunde aufenthalt lohnt auch kaum, um von Bord zu gehen.

Immerhin kann man erahnen, dass hinter dem Ort Berge sind… Um 14 Uhr schaffe ich es dann zum ersten Mal zum Treffen mit dem Expeditionsteam. Kari stellt Land, Leute und Reiseroute vor. Das übliche – interessant für alle Erstfahrer, aber nichts neues für mich. Anschließend geht es auf Deck 7, aus dem Multe-Salon (der “Puppenstube”) die Landschaft genießen.

Für Brønnøysund ist ab 16 Uhr Regen angesagt, also steige ich auch gleich um 15 Uhr aus, als wir den Hafen erreichen. Viel ist nicht auf meinem Plan, da das Einkaufszentrum geschlossen hat. Ein kleiner Spaziergang rüber zu dem Stein, der die Mitte Norwegens markiert, dann zurück zum Anleger, um mir ein Eis zu holen. Die Eisdiele am Kai ist gut, und nein, ich kriege keine Provision dafür. Am Anleger höre ich eine Durchsage vom Schiff, ohne sie zu verstehen – aber dann sehe ich, worum es geht: Die Maud (Ex-Midnatsol), das in etwa einzige Schiff, auf dem ich noch nicht gefahren bin, fährt an uns vorbei. Sie ist nun nicht mehr im Liniendienst, sondern auf Expeditionstour. So fährt sie aktuell zwar die norwegische Küste entlang, lässt aber kleine Häfen aus und verbringt mehr Zeit in anderen, sodass dort mehr Zeit für Ausflüge bleibt.

Nach dieser überraschenden Schiffsbegegnung samt Hupkonzert genieße ich mein Eis, dann geht es auf’s Schiff – heute ist kein Ausflugswetter. Denke ich.

Und gerade als wir ablegen, gibt es in kurzer Folge eine wunderschöne Lichtstimmung und einen riesigen Regenbogen. Jetzt gibt sich Norwegen nochmal richtig Mühe. Der Regenbogen scheint genau vom Liegeplatz der Midnatsol auszugehen.

Anschließend geht die Fahrt zum Torghatten, dem Berg mit Loch. Die Lichtstimmung: Grandios. Ich fotografiere über die Köpfe der anderen Reisenden hinweg und höre Beschwerden: Hinter mir wurde ein kleines Amphitheater eröffnet, einige stehen auf Stühlen. Da stört meine hochgehaltene Kamera… also schnappe ich mir auch einen Stuhl, man will ja nicht stören.

Verglichen mit dem Sonnenuntergang ist der Torghatten selbst eigentlich schon wieder langweilig, auch wenn unsere Nordkapp in das Loch passen würde. Der Busausflug zum Loch wurde diesmal übrigens auch nicht angeboten. Bei Regenwetter ist das aber auch nichts.

Anschließend komme ich zu spät zum Essen – bzw. es fängt zum Glück erst um 18:30 an. Heute ist eigentlich Captain’s Dinner, die Offiziere machen aber Social Distancing (was ja durchaus sinnvoll ist), sodass wir nur mit einem Glas Sekt empfangen werden – einige Gäste verlassen das Schiff immer in Trondheim, daher findet die Abschlussveranstaltung schon hier statt. Und mir gelingt es endlich, mein Essen zu fotografieren, bevor ich es esse. Die Frage nach dem Essen kommt zuhause ja immer. Wir können wieder zwischen drei Menüs auswählen – feine Sache. Früher gab es eines, und auf gut Glück ein Alternativessen.

Anschließend: Ein ruhiger Abend. Wir fahren nach Rørvik, wo uns nach dem Ablegen die nordgehende Hurtigrute begegnet, und das war es dann auch fast schon.

Schiffsbegegnung in Rørvik

Wobei: Es ist noch einmal relativ klar. Aber viel Polarlicht ist nicht: Ein leichter Schimmer, der die Wolkenkonturen hervorhebt. Noch etwa eine Stunde beobachte ich das, aber es bleibt bei einem Schimmer für die Kamera. Also ab in die Kabine, noch ein wenig arbeiten – morgen ist unsere Abschiedsveranstaltung mit den Infos zur Heimreise.