Reiseführer Schottland für Selbstfahrer

Roadtrip Schottland – Unterwegs auf (und zur) North Coast 500

Es ist mal wieder so weit: Ich habe ein neues Buch draußen!

Jetzt könnte man natürlich sagen, dass es dämlich ist, weniger als ein Jahr vor dem Brexit ausgerechnet einen Reiseführer für Schottland rauszubringen. Außerdem gibt’s da doch schon so viele.

Nun, so wie es aussieht wird der Brexit kommen (und wahrscheinlich sogar ein harter Brexit), aber Schottland ist und bleibt ein reizvolles und sehenswertes Land. Und ich gehe keine Wetten darauf ein, ob Schottland eher im UK oder (langfristig wieder) in der EU bleibt…

Und als Freiberufler und Selfpublisher habe ich einen großen Vorteil: Ich kann die Bücher schreiben, die ich will (und für die ich einen Markt sehe). Und bei den im Buchhandel vorhandenen Reiseführern war nichts dabei, was mich völlig überzeugte. Entweder wird in dicken Wälzern jeder Stein beschrieben, oder das Buch war zwar kompakt, aber enthielt zu viel wertlose Infos: Im Zeitalter von Booking.com und Tripadvisor brauche ich keine Restaurant- und Hoteltipps. Und wenn die Seiten dann noch so klein und bis zum Rand beschrieben sind, dass man keinen Platz für Notizen hat, ist das auch nicht hilfreich. Mal abgesehen davon dass es witzlos ist, ein Buch im Hosentaschenformat herauszubringen, das mit 500 Seiten Dicke dann aber erst recht in keine Hosentasche mehr passt.

Die Orte

Was lag näher, als selbst ein Buch zu schreiben, das etwa das umfasst, was man von Schottland in zwei bis drei Wochen sehen kann? Der für mich interessanteste Teil – der hohe Norden Schottlands – entspricht dabei praktischerweise etwa der North Coast 500, zu der es – tada! – auch kaum Reiseführer gibt. Gesagt, geschrieben und jetzt auch veröffentlicht: Roadtrip Schottland – Unterwegs auf (und zur) North Coast 500. Im Format 17x24cm passt er in Foto- und Reisetaschen, und mit rund 100 Seiten ist er schmal genug, dass man ihn auch während der Reise noch lesen kann. Beschrieben wird ein Reisevorschlag rund um Schottland gegen den Uhrzeigersinn, beginnend in Edinburgh über Aberdeen und das schlösserreiche Aberdeenshire bis nach Inverness, dann die North Coast 500 mit einem Abstecher nach Loch Ness, und als Bonus die Isle of Skye und die Rückreise über Glasgow. Dazu natürlich alles, was noch in einen Reiseführer gehört. Da das Buch leider nur über Amazon und nicht im stationären Buchhandel erhältlich ist, konnte ich auch das auf der letzten Umschlagseite unterbringen, was ich auf der Reise schmerzlich vermisst hatte: Einen Überblick über die Verkehrsregeln und Tempolimits! Ein Klappentext ist ja überflüssig, wenn ein Buch nur im Versandhandel erhältlich ist.

Ein erster Überblick über Schottland

In dem Buch nicht beschrieben sind die schottischen Lowlands und die ganzen nur per Fähre erreichbaren Inseln der Hebriden – Wer im ersten Urlaub möglichst viel von Schottland sehen will, wird sich kaum auf das Abenteuer Fähre einlassen wollen. Aber vielleicht kommen diese Regionen in eine künftige zweite Auflage.

Damit will ich die ganzen ausführlichen Reiseführer gar nicht ersetzen, sondern einen Überblick über Schottland geben, damit man sich in den großen Büchern ebenso wie in Schottland erst einmal zurecht findet. Das Konzept, einen Reisetag auf einer Doppelseite darzustellen, hat sich bei meinem Hurtigruten/Nordlichtbuch ja gut bewährt. Und mal ehrlich: Ist es Ihnen nicht auch schon oft passiert, dass Sie zwar Reiseführer kaufen, aber erst nach der Tour dazu kommen, sie überhaupt zu lesen? Daher dieser kurze Überblick, der bewusst nicht alles darstellt.

Da die meisten Verlage bereits Reiseführer-Serien haben und es erfahrungsgemäß schwer ist, ein komplett anderes Konzept im bestehenden Verlagsprogramm unterzubringen, habe ich das Buch gleich im Eigenverlag herausgebracht, wie üblich bei Amazon als EBook und in Print. Einen Blick ins Buch gibt es wie üblich bei Amazon.

Nessie-approved

Der nächste Trip nach Schottland ist übrigens schon in Arbeit – dann kann ich auch erzählen, wie es nach dem Brexit in Schottland aussieht…

Mein nächste Buch ist ebenfalls schon in Arbeit und wird zur Abwechslung in einem richtigen Verlag erscheinen. Bis Jahresende habe ich noch Zeit – später mehr.

Mein Kampf mit der DSGVO

Uff:

Meine Seite im Sicherheits-Check bei https://webbkoll.dataskydd.net/en

In zehn Tagen greift die DSGVO, die kleine Blogger auf die selbe Stufe wie multinationale Konzerne stellt, und mittlerweile sieht meine Seite ganz gut aus. Dann muss ich diese Seite wohl doch nicht sicherheitshalber vom Netz nehmen… Und das war ganz einfach:

  • Eine Datenschutzerklärung, die eh keiner liest, mit freundlicher Hilfe von https://www.e-recht24.de/
  • Ein SSL-Plugin von meinem Provider (leider nur für kerste.de und nicht für die freebook.fernglas-astronomie.de – aber da gibt es kein Kontaktformular mehr, nur einen EMail-Link, und die Kommentarfunktion ist da ohnehin deaktiviert, also ist da auch kein SSL notwendig) und nach langem Suchen das Force-HTTPS gefunden
  • Heyhey: Wer mir über das Kontaktformular eine Nachricht hinterlässt, muss jetzt zustimmen, dass er mir damit Daten zusendet
  • Den Twitterfeed von der Seite runtergeschmissen, weil kein Mensch weiß, ob ich das noch legal darf
  • Videos soweit möglich sicher eingebunden – nachdem sie auch erst angezeigt werden, wenn die Cookie-Warnung und somit der Datenschutzkram akzeptiert wurden, sollte das passen
  • Ach ja: Die Cookie-Warnung gesetzt. Auch wenn sich das Cookie nur merkt, in welcher Sprache die Seite angezeigt werden soll.
  • Shariff installiert (die c’t hat ihr Zwei-Klick-Plugin erneuert, das ich vorher drin hatte)
  • Google Fonts rausgeschmissen (wusste gar nicht, dass WordPress die verwendet)
  • Referrer verboten, damit keiner mehr weiß, dass er Besucher von meiner Seite erhält (macht WordPress bei mir interessanterweise nicht automatisch)
  • Insgesamt zehn Plugins installiert, um hoffentlich alles abzusichern.

Darf ich jetzt mal wieder produktiv arbeiten?

(Nachdem ich mich um den Verein gekümmert habe…)

Um die c’t nochmal zu zitieren:

Die c’t-Schlagseite von Ritsch+Renn ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland Lizenz .

 

Nordlicht und Sterne im März

Jetzt war ich zwar dieses Jahr noch nicht auf der Hurtigrute, aber die Kollegen sind grad auf dem Rückflug. Die Reiseleiterin hat schon mal ein Tourvideo gepostet:

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Nordlicht gab’s auch, aber nicht im Film. Trotzdem schön…

Kleines Himmelsschauspiel: Die Aldebaran-Bedeckung vom 23.2.2018

Wie die Zeit vergeht, wenn man Spaß und zu viel Geschäft hat… eigentlich wollte ich ja schon längst ein paar Bilder vom Bretagne-Trip über Silvester posten. War eine schöne Tour, mittlerweile wird wieder Norwegen geplant – wobei die Flüge über den nächsten Jahreswechsel dahin fast unbezahlbar sind. Leute, macht bitte anderswo Urlaub und nicht alle in Tromsø…

Hurtigrute mache ich bis November auch keine mehr, wobei die Planungen laufen. Parallel dazu hat Vimeo die Richtlinien geändert, vielleicht muss ich doch mal zu Youtube wechseln… Und vor lauter Norwegen hätte ich beinahe den Blick nach oben vergessen. In den letzten Tagen hatten wir ja die berühmte Schönwetterkatastrophe, nach dem dunkelsten Winter seit langem. Zeit, neues Spielzeug zu testen – ich habe hier ein 17,5mm Morpheus, das einen guten Eindruck macht und hoffentlich demnächst verbloggt wird (hier nur so viel: Für die Heilbronner Sternwarte kaufen wir ein Set für den Bino-Ansatz), der Teleskopkoffer wird neu gestaltet, und, und, und… dann hat sich der Mond am Freitag auch noch zur besten Beobachtungszeit vor den Mond geschoben.

Ich geb’s ja zu: So richtig auf dem Schirm hatte ich das gar nicht. Ein Stern verschwindet (noch in der Abenddämmerung an der dunklen Hälfte des Monds) und taucht dann halt wieder auf. Bei einem Planet ist das eindrucksvoll, aber ein Stern? Was soll’s.

Den Mond im Blick. Dahinter: Die Sternwarte Bellheim.

Trotzdem stand an dem Abend ohnehin ein Besuch beim Beobachtungsabend der Sternwarte Bellheim an. Da die erst später aufmachte, wir zu zweit waren und ich sowohl mein Teleskop als auch mein Spektiv im Kofferraum hatte, wurden kurzerhand beide auf dem Parkplatz aufgebaut, trotz eisiger Kälte. („Russenpeitsche“ heißt das wohl heute, und „wir werden alle sterben“ – oder schlichtweg „Winter“, die älteren unter uns erinnern sich.)

Die Mondlandschaft des Halbmonds war wieder einmal eindrucksvoll, und der helle Aldebaran war auch chic anzuschauen – auch wenn es nur ein Punkt war.

Aldebaran neben dem Mond – zum Vergrößern anklicken.

Jetzt ein Foto, das wäre was. Aber die gute Ausrüstung war mal wieder ganz wo anders (und die Foto-Montierung ist eh ausgeliehen). Also: Griff zum Smartphone und durch das Okular fotografiert. Das Ergebnis ist für freihand und Quick-and-Dirty ganz okay, der kleine Punkt unten links neben dem Mond ist Aldebaran.

Wer sich wundert: Das Bild ist durch einen Refraktor mit Zenitspiegel entstanden und daher seitenverkehrt. Könnte man in der Bildbearbeitung spiegeln, muss man aber nicht.

Richtig eindrucksvoll wurde die Aldebaran-Bedeckung aber erst danach: Während des Beobachtungsabends der Bellheimer war schön zu sehen, wie schnell der Mond sich von Aldebaran entfernt und immer mehr Hyaden-Sterne im Teleskop sichtbar wurden. Man braucht nicht immer ein Fernrohr – das war mit bloßem Auge am eindrucksvollsten. Hoffentlich muss ich bis zur nächsten Beobachtungsnacht nicht auch wieder mehrere Monate warten – das macht mal wieder Lust auf mehr!

Polarlichtvideo und Kurztrip Tromsø

Aufräumarbeiten… vor einer Woche bin ich von der Hurtigrute zurückgekommen, und schon ging es noch einmal für fünf Tage nach Tromsø. Das Wichtigste zuerst: Mein Nordlicht-Video der Reise ist jetzt auf Vimeo anzuschauen, damit ist die Reise für mich auch abgeschlossen.

Hier ist es, mit über 10 Minuten mein bislang längstes:

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Nordlicht und Sterne mit der Hurtigrute im Oktober 2017 from Alex Kerste on Vimeo.

Leider bietet Vimeo bei einem kostenlosen Account keine Downloadmöglichkeit mehr an…

Und der anschließende Trip nach Tromsø? War schön, und hat fast alle Farben geboten:

Alle Farben in Tromsø

Mit langer Belichtung wird’s grün…

Nur Grün am Himmel hat sich rar gemacht – schlechtes Wetter plus wenig Sonnenaktivität plus Mietautos ohne Spikes haben der Nordlichtjagd einen Strich durch die Rechnung gemacht. Schön war es trotzdem. Immerhin: Der Wintereinbruch hat Tromsø in ein Winterwunderland verwandelt, und auf Land stand die Kamera lange genug ruhig, dass doch ein paar nette Polarlichtbilder dabei raus kamen. Das ist schon ein Unterschied zu dem Gewackel auf dem Schiff.

Auf dem Storsteinen war etwas Polarlicht über Tromsø zu sehen, aber dafür ein wunderschöner Mondhalo. Hat auch seinen Reiz:

Mond-Halo über dem Storsteinen

Ein Hauch von Grün

Und ein Hauch von Grün war sogar über Tromsø zu sehen, bevor es wieder nach Hause ging. Für mich ist jetzt erst mal ein Jahr Pause, die nächste Hurtigrute steht voraussichtlich erst wieder im November 2018 an. Was sich bis dahin noch an Reisen ergibt? Mal sehen. Ich werde schon was finden.

Hurtigrute Tag 10 & 11: Helgelandküste und Rückflug ab Trondheim

Kurs Polarkreis

Wenn Engel reisen, weint der Himmel. Hat zumindest meine Oma immer gesagt. Nachdem diese Traumreise sich ihrem Ende nähert, öffnet er nun auch tatsächlich seine Schleusen, oder schiebt zumindest schwere Regenwolken an die Helgelandküste. Beim Blick zurück erscheint der Norden deutlich bedrohlicher und bedrückender, als wir ihn erlebt haben. Schön war’s da oben, von den erwarteten Herbststürmen war nichts zu spüren.

Aber egal, wie schön es war und was das Wetter macht: Der Morgen hat wieder ein volles Programm. Ein schnelles Frühstück (8:50), gefolgt von Polarkreisüberquerung (9:20) und meinem Abschlussvortrag (9:45).

Die Insel Viking, dahinter der Hestmannen

Die Polarkreisüberquerung wird wie immer mit einer traditionellen arktischen Zeremonie begangen. Wenn ich mich richtig erinnere, erhalten Njörd und der Kapitän das Eis zurück, mit dem sie die Passagiere nordgehend beglückt haben – ich kann aber nur bis zur eigentlichen Überquerung des Polarkreises an Deck bleiben und die Kugel fotografieren, dann muss ich schon wieder in den Vortragsraum, um meinen Vortrag vorzubereiten.

Anschließend präsentieren einige Gäste stolz Lebertranlöffel. Vielleicht habe ich da doch etwas durcheinander gebracht…

Von der anschließenden Fahrt südwärts bekomme ich nicht allzuviel mit: Kai und Adi machen eine Check-In-Session, damit alle KLM-Passagiere am nächsten Tag nach Möglichkeit einen Platz im Flieger haben, selbst falls dieser überbucht sein sollte. Das scheint in letzter Zeit öfter mal ein Problem zu sein. Damit verpasse ich außerdem den 11-Uhr-Vortrag von Magnus über Mythen, Märchen und Legenden, wegen dem ich meinen Vortrag auch nicht überziehen konnte.

Die 7 Schwestern von hinten

Dann ist auch schon Zeit für das Mittagessen, damit wir vor Sandnessjøen fertig sind (und um das rasche Frühstück auszugleichen). Allerdings ist das Wetter bescheiden, sodass ich mich im Hafen auf einen Rundgang an Deck fotografiere. Die Bergkette der sieben Schwestern ist vom Hafen aus immerhin zu erahnen.

Besser wird’s nicht mehr: Nachdem wir abgelegt haben, schimmern sie nur leicht durch die Wolken. Wer nicht weiß, dass sie sich dort verstecken, hat eigentlich keine Chance.

Die 7 Schwestern von vorne – gut versteckt

Brønnøysund in der Mitte von Norwegen

Bis Brønnøysund bessert sich das Wetter wieder etwas, und man kann es wagen, vom Schiff zu gehen. Der Weg führt natürlich zuerst am Kai entlang, um einen Blick auf die Trollfjord von vorne zu erhaschen und das Schild „Mitte von Norwegen“ zu fotografieren. Auch in Brønnøysund wird umgebaut: Die Eisdiele ist hinter einem Baugerüst versteckt, und das 3D-Kippbild am Hafen finde ich auch nicht mehr. Dafür steht das Amfi-Einkaufszentrum noch und lädt zum letzten Shopping ein.

Wieder an Bord stehen schon die nächsten Termine an: Um 18 Uhr ist das Captains Dinner, und vorher steht die Vorbeifahrt am Torghatten an. Der Berg mit Loch steht im Mittelpunkt der längsten Sage, die Magnus an Deck erzählt. Wir dürften eines der letzten Schiffe in diesem Jahr sein, das diesen Schlenker macht, da es allmählich zu dunkel wird. Bald wird das Loch vor dem dunklen Himmel nicht mehr zu sehen sein, wenn die Hurtigrute Brønnøysund verlässt. (An die drei Grazien, denen ich von Deck noch Bilder schuldig bin: Schickt mir eine Mail.)

Torghatten

Das Captain’s Dinner findet auf den meisten Schiffen nicht mehr statt, aber Captain Ulvøy lässt es sich nicht nehmen, noch einmal takk og ha det bra zu sagen. Auf der Hurtigrute ist das ohnehin keine zu aufwendige Geschichte, aber eine nette Tradition.

Das Wetter bleibt bedeckt bis verregnet, daher klingt der Tag anschließend in der Bar aus, wo ich Magnus Konkurrenz mache: Als Nachschlag zu meinem Sternsagen-Vortrag gebe ich noch einige germanische Sagen zum Besten. Wer mehr über Odin, Thor und Loki hören will: Die wilden Götter von Tor Åge Bringsværd ist sehr zu empfehlen. Bei diesem Ausflug in die Vergangenheit verpasse ich es glatt, in Rørvik von Bord zu gehen, die Polarlys zu besuchen und mein Leergut wegzubringen.

Aber so bleibt immerhin noch etwas Zeit zum Packen, schließlich müssen wir morgen um 8:00 schon die Kabinen räumen: Das Schiff ist für eine Konferenz gebucht, zur Abfahrt in Trondheim müssen die Kabinen schon wieder bezugsbereit sein.

Back in Tromsø – Blick vom Hotelrestaurant am 28.11.2017

Für uns geht es direkt zum Flughafen, bereits um 12 starten die ersten Flieger, und kurz nach 18 Uhr stehe ich schon wieder in Stuttgart im Stau. Und am Freitag, als ich diese Zeilen begonnen habe, bin ich schon wieder in Tromsø, diesmal zum Urlaub. Das Wetter ist deutlich schlechter als letzte Woche: Es regnet; da hatten wir auf der Tour mehr Glück. Dafür hat das Bobblebad vom Hotel geöffnet.

Meinen Abschlussfilm gibt es dann, wenn ich Anfang November wieder in Deutschland bin. Das Hotel-WLAN lässt keine FTP-Uploads zu…

Hurtigrute Tag 9: Risøyrenna, Trollfjord und Svolvær

Die Risøyrinne

Wieder ein wunderschöner Tag – auch wenn ich langsam etwas Schlaf nachholen muss. Aber wer kann das schon auf dieser Reise!

Gut: Auf Harstad am frühen Morgen verzichte ich, den Vestrålenausflug habe ich zum Glück nicht gebucht. Er ist zwar schön und hat heute das perfekte Wetter, aber die Abfahrt ist meinem aktuellen Tagesrhythmus nicht kompatibel. Für mich geht es mit der Risøyrinne los – der nur wenige Meter breiten und tiefen Fahrrinne nach Risøyhamn, die wieder von unzähligen Kormoranen besiedelt wird.

Der Königsstein kommt in die Sonne, davor der lädierte Kai

In Risøyhamn stellt die Trollfjord wieder den Königsstein in den Schatten; erst nach dem Ablegen hat er wieder Sonne. Diesmal gehe ich nicht zu ihm, dafür macht die Kultur-Reise einen „Ausflug“ auf die andere Straßenseite. Ich bleibe zur Abwechslung mal hier an Bord und werfe einen Blick auf den Kai: Man kann noch erkennen, wo die Trollfjord ihn im Frühjahr gerammt hat.

Die anschließende Fahrt durch die Vesterålen ist schön, aber ereignislos – vielleicht abgesehen von einer kleinen Schar Papageitaucher, die knapp über der Wasseroberfläche entlangfliegen. Leider sind sie zu klein für meine kleine Kamera. Manchmal hat Zoom doch seine Vorteile…

Bus-Winken bei Sortland

Kurz vor Sortland geht es wieder an den Bug: Neben Norwegen-Fahnen wurden auch zwei Piratenfahnen verteilt, um den Ausflugsbussen zuzuwinken. Die Busse fahren wieder langsam über die Brücke nach Sortland, während wir darunter hindurch fahren. Die Durchsage kam recht kurzfristig, daher bin ich einer der wenigen, die mit einem Handtuch winken. Die Aktion ist immer ein netter Spaß pünktlich zum Mittagessen.

Die Finnmarken in Stokmarknes

Die Reise geht weiter durch die Vesterålen bis Stokmarknes mit dem Hurtigrutenmuseum. Die alte Finnmarken wartet dort weiterhin auf Gäste und einen Schutzbau, aber immerhin ihr Name ist wieder vollständig – im Frühjahr hat das A am Bug gefehlt. Das Schiff von 1956 gibt einen Eindruck davon, wie man früher reiste. Da haben wir es doch deutlich komfortabler.

Im Raftsund

Von Stokmarknes aus ist es nicht mehr weit bis in den Raftsund, den wir etwa bei Sonnenuntergang erreichen und in der blauen Stunde durchqueren. Die Dämmerung gibt auch eine gute Stimmung für unseren zweiten Besuch im Trollfjord. Lange ist es nicht mehr möglich, in ihn hineinzufahren, aber machen das ein zweites Mal.

Eindrucksvoll, immer wieder.

Im Trollfjord

Nach dem Trollfjord steht ein frühes Mittagessen an: Damit wir die zwei Stunden Liegezeit in Svolvær ausnutzen können, gibt es bereits um 17:30 Buffett. Für Svolvær war mal wieder ein Besuch im Anker geplant, um die Reise ausklingen zu lassen, aber Pustekuchen: Ein letzte Blick von Deck im Hafen zeigt Polarlicht.

Also Back to Work, die Kamera aufgebaut und noch mal das Polarlicht fotografiert. Immerhin gibt es so ein paar neue Perspektiven: Die Svolværgeita wird angestrahlt, und das Licht in der Abenddämmerung über der Stadt hat auch seinen Reiz.

Ein paar Bilder von Schiff mit Polarlicht vom Anleger aus werden leider nichts, es gibt zu viel Streulicht.

Nach dem Ablegen zieht es leider zu, aber so haben wir immerhin Zeit für unsere Abschlussveranstaltung. Am letzten Reisetag war kein Termin mehr frei, so gibt es die Abreiseinfos und zwei Reiserückblicke halt schon an Tag 9. Dafür verpasse ich die nordgehende MS Nordkapp, der wir kurz nach Svolvær begegnen. Es langt nur für einen raschen Blick durch die Fenster des Konferenzraumes. Schade. Für den Rest des Abends gibt es auch nicht mehr viel zu tun: Über Stamsund sind Wolken, und die Überfahrt nach Bodø ist recht ruhig, aber ebenfalls unter einem wolkenverhangenen Himmel.

Hurtigrute Tag 8: Von Hammerfest nach Tromsø

Ein Bilderbuch-Sonnenaufgang

Ein ruhiger Tag auf einer ruhigen Reise: Wir haben in der Nacht die Barentssee verlassen und als ersten Hafen nach dem Frühstück Hammerfest auf dem Programm – auf Havøysund um 7:45 verzichte ich. Dafür gibt es gegen 9:00 Uhr einen wunderschönen Sonnenaufgang zu sehen. Der Tag verspricht ähnlich schön zu werden (die Wetter-Apps übrigens auch). Die See ist ruhig, damit dürften wir auf dieser Fahrt von den Herbststürmen verschont bleiben. Was jetzt noch an offenen Seestrecken kommt, ist ohnehin bei Nacht.

Melkøya

Vor Hammerfest kommt immer Malkøya, die Flüssiggasanlage, zu der Magnus etwas auf Deck 9 erzählt. Ich lasse mich bei der parallel stattfindenden Reiseleitersprechstunde blicken und komme daher zu spät um zu sehen, ob es diesmal auch wieder den leckeren Energiekaffee gibt. Dafür komme ich in Hammerfest rechtzeitig von Bord, um Moni für mein Standard-Foto auf der Bank beim Musikpavillon zu requirieren. Vorher geht es am Hafen entlang zur Gamle Mårøy (einer alten Fähre aus der Mitte des 20. Jahrhunderts) und dann zum Marktplatz. Der ist gerade ebenfalls eine Baustelle: Er wird neu gestaltet und erhält bei der Gelegenheit gleich eine Fußbodenheizung. Offensichtlich wird mit Wasser statt mit Strom geheizt, wäre das auch geklärt. Zu den Eisbären vor dem Rathaus kommt man zwar, aber freien Blick auf sie hat man nicht. Schade.

Anschließend geht es kurz auf den Berg, der Zickzack-Weg ist diesmal frei – viel Schnee war auf dieser Reise noch nicht zu sehen. So weit wir auch im Norden sind: Es ist Herbst, und der Golfstrom funktioniert. Also bietet sich vom Berg aus ein schöner Blick auf den Hafen samt der Insel (oder Stein, je nachdem, wen man fragt) Håya. Am Aussichtspunkt steht auch ein Fernglas, das ich bislang immer ignoriert hatte. Aber obwohl in Norwegen nichts umsonst ist, kostet das tatsächlich kein Geld, und ich kann mir erstmals Struves Meridiansäule anschauen. Sie markiert einen der Messpunkte, mit denen sich Norwegen ab 1845 an einem internationalen Projekt zur Vermessung der Form der Erde beteiligte. Für einen normalen Besuch ist sie recht abseits (außer, man leiht ein Fahrrad), aber so ist doch ein Blick darauf möglich – und mit dem Handy auch ein Foto.

Nach dem Hausberg bleibt genug Zeit für einen kleinen Stadtrundgang an Grabkapelle und Kirche vorbei sowie einen Abstecher in den Eisbärenclub. Zurück auf dem Schiff steht nach dem Mittagessen Monis zweiter Vortrag an: Die Planeten des Sonnensystems um 14:00 Uhr. Da um 15:00 im Rahmen der Kulturreise der nächste Vortrag ansteht (Magnus erzählt über From Fish to Oil), gibt es eine fixe Deadline. Ich bin mit Vortrag übermorgen dran, wobei wir schon morgen unsere Abschlussveranstaltung machen müssen – freie Vortragsräume sind gerade Mangelware.

Øksfjord

Durch den etwas früheren Vortragstermin bleibt immerhin ausreichend Zeit, um das Einlaufen in Øksfjord anzuschauen. Mit Ørnes gehört er zu den idyllischsten Häfen, wunderschön eingebettet zwischen hohe, bereits teils schneebedeckte Berge. Chic.

Bis zum Sonnenuntergang bleibt nicht viel zu tun: Es verspricht eine schöne, klare und klirrend kalte Nacht zu werden. Muss nur noch das Polarlicht mitspielen – die Strecke von Skjervøy nach Tromsø ist ja ideal: windgeschützt und mitten im Polarlichtoval. Das dummerweise sehr dezent ist. Adi ist ja der Meinung, Skjervøy geht immer, ich sage das selbe über Tromsø. Aber heute?

Ein Bilderbuch-Sonnenuntergang

In Skjervøy ist keinerlei Grün am Himmel zu sehen, trotzdem baue ich meine Kamera am Bug auf. Vielleicht klappt es ja, und kurz nach Ablegen taucht das erste zarte Licht an steuerbord auf. Viel mehr wird es auf der Fahrt aber auch nicht.

Nach einer Dreiviertelstunde wechsle ich ans Heck, um wenigstens etwas Aktivität einzufangen, aber die Ausbeute ist mager. Tromsø scheint wieder mal kaputt zu sein.

Und dann, als wir schon kurz vor Tromsø sind und das Ufer von Häusern erleuchtet ist, gibt es doch eine nette Aktivität. Wenn’s keiner mehr brauchen kann…

Daher lasse ich die Kamera bis in den Hafen durchlaufen, bevor ich sie abbaue. Während die meisten sich zum Konzert in der Eismeerkathedrale aufmachen, baue ich die Kamera wieder auf: Über besagter Kathedrale (und dem Schiff) gibt die Aurora sich doch noch Mühe und zeigt eine nette Show, die sich sogar gegen die Lichter der Stadt durchsetzen kann.

Tromsø funktioniert also doch noch. Aber bis ich die Bilder verarbeitet habe, wird es morgen Abend werden – eine 128-Gig-Karte ist in den vier Stunden voll geworden.

Mal sehen, was der morgige Abend noch bietet, wenn wir Svolvær verlassen.


Update: Das erste Video vom Polarlicht über der Eismeerkathedrale ist fertig gerendert:

Hurtigrute Tag 7: Von Kirkenes nach Berlevåg

Kirkenes am frühen Morgen

Kann es sein, dass die Reise noch schneller vergeht, wenn man die Route bereits einigermaßen verinnerlicht hat? Jedenfalls sind wir schon wieder in Kirkenes, und das an einem Sonntag. Mit anderen Worten: Die Läden haben zu, und es gibt eigentlich nur zwei Optionen: Den strahlend schönen Tag ausnutzen, um in die Stadt zu gehen, oder an Bord zu bleiben und auf die Armee zu warten – die will nämlich Spenden für UNICEF sammeln.

Vorher steht aber etwas anderes wichtiges an: In Vadsø erhalte ich eine SMS der Telekom, die mich zum Roaming in Russland begrüßt. Gottseidank bin ich im WLAN, sodass kein Datenvolumen angefallen sein sollte, aber ich stelle schnellsten die automatische Netzwahl ab, damit ich schön im EU-Roaming bei der Telekom bleibe. In Kirkenes kann ich ja verstehen, dass Russland in Reichweite ist, aber doch nicht in Vadsø. Russland scheint wirklich zu expandieren…

Und das nächste Problem, diesmal aus den USA: Vimeo hat den Download-Button entfernt, man kann meine Videos nicht mehr so leicht herunterladen. Die Download-Option würde Geld kosten, aber Vimeo verrät nicht, welches Paket ich dafür kaufen müsste. Mist.

Die Huskies am Kiosk sind geschmückt

Zurück zu Kirkenes: Nach dem Frühstück entscheide ich mich, lieber auf dem Schiff zu bleiben, mein Blog auf den aktuellen Stand zu bringen und nur ein paar Schritte nach draußen zu gehen. Der Rückweg gestaltet sich schwierig: Ständig begegnet man bekannten Gesichtern, die einen mit in die Stadt nehmen wollen. Aber letztlich komme ich doch wieder an Bord. Von der Armee ist nicht viel zu sehen, nur ein Mädchen mit Klingeldose geht schüchtern herum. Damit wird das ein produktiver Vormittag.

Beim Mittagessen sind wir die letzten, damit hat sich die Frage auch erledigt, ob ich mir den Vortrag von Magnus über die Hexenverbrennungen in Vardø anhöre: Bis ich um halb drei aus dem Restaurant komme, leert sich der Vortragsraum auch. Da neben uns und den Engländern auch noch die Kulturreise an Bord ist, ist der Saal gut ausgebucht.

Sonnenuntergang vor Vardø

Vardø erreichen wir wieder einmal mit etwas Verspätung um 16:00 pünktlich zu einem traumhaften Sonnenuntergang. Da die Kuturreisenden mit einem Kleinbus zum Hexendenkmal gefahren werden, verdanken wir diesem Ausflug eine spätere Abfahrt. Erst um 17:00 Uhr geht es weiter, wir haben also knapp die versprochene Stunde Aufenthalt. Das langt, um zu Fuß zum Hexendenkmal zu spurten und dort einmal durchzugehen. Mit der Meute vom Schiff ist das aber bei weitem nicht so eindrucksvoll wie alleine im Winter. Dafür ist es hell genug für ein paar schöne Fotos, bevor es zurück zum Schiff geht. Irgendwann sehe ich mir auch noch Pomoren-Museum und die Plaketten für den Venustransit am Rathaus an…

Da wir heute keinen Vortrag im Programm haben, steht ein ruhiger Spätnachmittag an, bis es um 18:30 schon wieder „Essen fassen“ heißt. Danach zeigt ein Blick vom Bug schon das erste Polarlicht. Nachdem wir aus dem Hafen heraus sind, kommt dann auch die Durchsage, und bis Berlevåg gibt es immer wieder eine nette Show am Himmel. Kurz vor dem Hafen gibt die Aurora sich sogar noch einmal etwas mehr Mühe, und ein helles, breites Band zieht sich über den Himmel. Da wir auf der schaukeligen Barentssee sind, lasse ich aber nur eine Kamera arbeiten und lasse mein Stativ mit der kleinen Panasonic meistens in der Kabine.

Nach Berlevåg gibt es noch einen besseren Nachschlag, bevor es wieder diesig wird und wir uns einer Wolkenbank nähern. Keine schlechte Gelegenheit, um abzubrechen und den Rechner auf die Bilder loszulassen.

Und um Mitternacht kam eine weitere Nordlicht-Durchsage – also schnell noch einmal in die Schuhe schlüpfen, Kamera schnappen und an den Bug – aber was da noch an Nordlicht über den Himmel flammt, ist nicht der Rede wert. Da hätte ich um Mitternacht einen knallgrünen Himmel erwartet, und nicht nur zwei graue Bögen. Also ab ins Zimmer, und die Sprechanlage für den Rest der Nacht abstellen.

Hurtigrute Tag 6: Honningsvåg

Kurs Havøysund

Willkommen im hohen Norden! Im Morgenlicht dampfen wir Richtung Havøysund, wo uns eigentlich die Richard With entgegenkommen sollte. Die charakteristischen Felsformationen vor der Biegung vor dem Ort sind zwar pünktlich zu sehen, aber von der südgehenden Hurtigrute keine Spur. Ein Blick auf Marinetraffic zeigt, dass sie noch genauso weit von Havøysund entfernt ist wie wir. Dabei war auf der Barentssee gar kein Sturm vorhergesagt?

Aber es ist alles gut – mit etwas Verspätung läuft sie Havøysund an, während wir draußen warten und so einmal den Ort mit Hurtigrutenschiff fotografieren können. Die Chance gibt es auch selten.

Damit habe ich wohl erst einmal genug Bilder dieses Schiffs und kann mich kurz dem Frühstück widmen, bis um 9:30 unser dritter Vortrag ansteht: Moni berichtet über den Stern, von dem wir leben: Die Sonne.

Honningsvåg

Zum Glück muss ich danach nicht gleich zum Mittagessen übergehen. Schließlich ist heute Nordkap-Tag, und wer den Ausflug zum Nordkap gebucht hat, muss in die Busse einsteigen, die in der Nähe des Anlegers warten. Die Wettervorhersage ist nicht schlecht, auch wenn es gegen später schlechter werden soll, daher mache ich mich zu einem kurzen Spaziergang durch den Ort auf: Zur Kirche, rund um den Hügel mit der Fischereischule und dann zurück zum Schiff. Die Übergangszeit zwischen Herbst und Winter ist spannend – noch kein Schnee, aber auch nicht mehr viel Grün. Noch ist aber genug Farbe da, dass sich das Örtchen sehen lassen kann.

Alle gehen zum Nordkap

Ein paar Graffiti (zum Glück keine Schmierereien) sind neu und ermöglichen neue Bilder. Als ich hinter Fischereischule bin, steht ein Regenbogen über der Stadt. Ich schaffe es noch rechtzeitig den Hügel zu erklimmen und ihn über dem Schiff zu erwischen.

Chic.

Anschließend geht es am Hafen mit seinen Statuen und der „Trash Art“ (dem Kunstwerk aus angeschwemmten Gummistiefeln) vorbei zurück zum Schiff. Kein Regenbogen ohne Regen: Das Schauerwetter lädt nicht dazu ein, sich die Veränderungen im Stadtzentrum näher anzuschauen. Das kleine Café an der Kreuzung vor dem Anlieger scheint einen neuen Besitzer zu haben, und gegenüber hat eine Kunstgalerie aufgemacht.

Das Nordkap-Museum

Den Regen nutze ich aus, um in aller Ruhe das Mittagsbuffett zu plündern. Die Nachspeisen sind gefährlich… Anschließend gehe ich noch einmal von Bord, um das neue Nordkappmuseum zu besuchen. Früher war es in dem Souvenirshop, an dem die Busse abfahren und vor dem noch immer ein riesiger Troll und die Statue des Schiffshunds Bamse wachen, jetzt ist es noch näher an den Anleger gezogen.

Es hat von 10-15 Uhr offen, aber nicht Samstag und Sonntag. Genau: Heute ist Samstag. Vielleicht klappt es ja ein andermal, aber diesmal wieder nicht. Schade.

Nachdem die Ausflügler wieder an Bord sind, geht die Reise weiter. Auf der Fahrt nach Kjøllefjord schaukelt es ein wenig: Für die Barentssee ist das praktisch nichts, aber manch einer geht doch auf Nummer Sicher. In den nächsten Tagen geht es immer wieder von den windgeschützten Häfen und Fjorden und Häfen kurz auf offene See.

Finnkirka

Nach zwei Stunden erreichen wir Kjøllefjord und passieren die kaum erkennbare Finnkirka. Die Felsformation wird im Winter bunt angeleuchtet, im Oktober bleiben die Lichter aber gerne aus. Heute ist sie vor dem dunklen Hintergrund leider kaum zu erkennen. Wer nicht weiß, wo sie ist, hat eigentlich keine Chance.

In Kjøllefjord verlassen uns die Teilnehmer der Samischer-Herbst-Exkursion, die einen kleinen Einblick in die samische Kultur werfen dürfen. Auf die an Bord gebliebenen wartet stattdessen das Nordkapp-Buffett. Während wir in Mehamn anlegen, stehen Leckereien wie Rentier-Gulasch, Krabben und Meeresfrüchte bereit, dazu Lachsröllchen und Nemesis-Schokolade, die ihren Namen zu recht trägt. In 100g dürften 200g Schokolade verarbeitet worden sein… Da kapituliere sogar ich nach einem Stückchen. Burps.

Auf der Überfahrt nach Berlevåg schaukelt es wieder stärker. Als Verdauungsspaziergang kämpfe ich mich zu Bug durch. Es gibt etwas Poalrlicht, aber bei dem Seegang jemanden an den Bug zu schicken wäre… unklug, nennen wir es einmal so. Vor allem, weil es nur kleine Wolkenlücken gibt, die in den fünf Minuten, die es für eine Durchsage braucht, auch schon wieder zuziehen können. Also mache ich es mir mit meinem Laptop im Panoramasalon bequem (wegen des letzten Sturms laufen immer noch Reparaturarbeiten, sodass er wenig genutzt wird), bis eine Stunde vor Berlevåg Polarlicht durchgesagt wird. Es ist nicht die ganz große Show (zu diesig, zu wolkig), aber für das bloße Auge doch schön anzuschauen. Wenn man sich auf den Beinen halten kann. Ich lasse meine kleine Kamera samt Stativ in der Kabine und schraube nur die Nikon an die Reling. Immerhin:

Die Nordnorge

Danach geht es noch kurz an den Bug: Die Nordnorge hat Verspätung, und wir müssen auf sie warten, bevor wir Berlevåg anlaufen. Der kleine Hafen hat nur Platz für ein Hurtigrutenschiff. Und auch wenn keine Vinkekonkurransje angesetzt ist: Auf dem Schiff ist eine andere Nordlicht-und-Sterne-Gruppe, da muss ich dem Hans Köchl winken. Und dann gehe ich zur Abwechslung mal früh ins Bett. Noch ist für die Rückfahrt morgen gutes Wetter und ruhigere See angesagt, es könnte also wieder spät werden