Steinzeit-Träume Malta

Wir haben Januar und draußen ist es kalt – da wird es Zeit, über mein neues Buch zu reden. Letzten Mai konnte ich endlich einmal wieder Malta besuchen. Zuletzt war ich auf dem kleinen Mittelmeer-Archipel in den frühen 90ern mit dem Englisch-Leistungskurs und einem Lehrer, der der Meinung war, dass die alten Tempel nur Steinhaufen wären. Lange ist’s her, seitdem habe ich viele solcher “alten Steinhaufen” gesehen – von den weltbekannten Steinreihen und Cairns in der Bretagne über die Steinkreise und Cairns in Schottland bis zu den eher unbekannten, aber umso beeindruckenderen Hügelgräbern der Straße der Megalithkultur. Nun also endlich Malta!

Eine gute Woche hatte ich mir für die kleine, aber geschichtsträchtige Inselgruppe gegönnt. Mein Schwerpunkt waren natürlich die großen Tempel, die vor über 5000 Jahren entstanden. Dabei hatte ich wieder einmal das Problem, im Vorfeld einen brauchbaren Reiseführer zu finden. Die Hälfte der klassischen Reiseführer ist uninteressant, da mich (vermutlich ohnehin gesponsorte) Hotel- und Restaurant-Tipps nicht interessieren. Die Unterkünfte suche ich mir online mit Schwerpunkt auf Ferienwohnungen für Selbstversorger (gar nicht so einfach auf dem dichtbesiedelten Malta; Wohnungen findet man, klassische Fincas/Ferienhäuser gibt es kaum), und die Restaurantwahl hängt davon ab, wo es freie Plätze gibt und wo einen kein Kundenfänger mit der Speisekarte ins Restaurant drängt. Ich brauche auch keine Interviews mit Einheimischen. Interessanter ist, wo es was zu sehen gibt, und wie die Öffnungszeiten sind. Von daher kaufe ich für die Reisevorbereitung mittlerweile häufig eher Fotoführer als klassischen Reiseführer. Und Infos speziell über die alten Megalith-Tempel sind auch schwer zu finden.

Das andere Problem: Insbesondere Amazon wird aktuell von KI-Müll überflutet. Da gibt es jede Menge “Reiseführer” (und andere Fachbücher), bei denen der Blick ins Buch immer verdächtig ähnlich ist und die weniger Infos enthalten als Wikipedia/Wikivoyage. Wenn man das alles rausfiltert, bleibt nicht mehr viel übrig. Also selbermachen:-)

Der kleine Dolmen von Ta’ Ċenċ

Das Ergebnis ist ein rund 200 Seiten starkes Taschenbuch, das sich in drei Teile gliedert. Den Anfang macht das Hintergrundwissen: Was wissen wir über die maltesische Vorgeschichte, über die Tempelbauer, und was sollte man an Praxis-Infos für eine Reise wissen? Das ergänzt die normalen Reiseführer, die natürlich noch viele neuzeitliche Ziele behandeln. Steinzeit-Träume Malta soll auch keinen umfangreichen Malta-Reiseführer ersetzen, sondern all die Infos bieten, die Freunden der Vorgeschichte sonst fehlen.

Die Küste bei Xrobb l-Għaġin

Der zweite Teil ist ein Reisebericht über meine insgesamt achttägige Rundreise durch Malta und Gozo. Informationen über Malta gibt es viele, aber was ist besser um zu sehen, was einen vor Ort erwartet, als ein Reisebericht?

Das ist aber kein Tourenvorschlag, sondern soll einen Einblick davon geben, wie man eine Woche auf Malta verbringen kann und was einem dabei eventuell an Besonderheiten auffällt. Also wie die Youtube-Videos mit Reiseberichten, nur zum Offline-Lesen auf der Couch. (Und ja, ein EBook gibt es auch wieder).

Die Tempelreste von Santa Verna

Abschließend stelle ich die großen und kleinen Tempelanlagen vor: Was erwartet einen vor Ort, was gibt es zu sehen, und wie kommt man dorthin? Dabei beschränke ich mich keineswegs nur auf die großen Tempel von Ħaġar Qim, Ġgantija, Mnajdra, Ħal Tarxien, Skorba und Ta’ Ħaġrat sowie das Hypogäum von Ħal Saflieni, sondern stelle auch die kleineren Tempel und Ziele vor. Während die großen Anlagen unter der Verwaltung von Heritage Malta stehen und Touristenmagnete mit Besucherzentren sind, erwarten den Individualreisenden auch zahlreiche Zeugen der Vergangenheit, die frei zugänglich sind. Sie sind zwar weit weniger beeindruckend als die rekonstruierten Anlagen, haben aber ihren eigenen Charme. Von Santa Verna zum Beispiel hat oberirdisch nur ein Teil der Fassade überdauert, der heute am Ortsrand auf Besucher wartet.

Und falls sie sich wundern, warum ich hier keine Bilder der großen Tempel zeige: Man darf frei fotografieren, aber nur nicht-kommerziell. Für das Buch musste ich für die Veröffentlichungsrechte meiner Aufnahmen der Tempel zahlen. Aber auch Heritage Malta hat die Anlagen gut dokumentiert, sodass das hier im Blog nicht nötig ist. Es geht ja auch um die Infos, die man nicht überall findet.

Der Tempel von Buġibba im Doubletree by Hilton Hotel

Da Malta dicht besiedelt ist, findet man fast überall Reste der Vergangenheit. Ein Tempelrest liegt sogar im Hof eines Hotels. Dazu kommen viele kleine Dolmen – wer die die imposanten Bauten entlang der Straße der Megalithkultur oder in der Bretagne kennt, wird einige nur hüfthohe maltesische Dolmen leicht übersehen, aber es gibt auch größere Exemplare. Dazu kommen Megalithe – was alles umfasst von imposanten, aufrechten Steinen bis hin zu größeren Kalksteinbrocken, die in der Landschaft gar nicht weiter auffallen. Insgesamt gibt es mehr Ziele, als man in einer Woche besuchen kann, aber nicht alle sind auch unbedingt einen Besuch wert.

Und dann gibt es noch die Cart Ruts…

Cart Ruts bei Ta’Blankas

Ich gebe es zu: Meinen ersten Kontakt mit diesen seltsamen Formationen hatte ich auch über Erich von Däniken. Außerirdische haben mit diesen verwirrenden Spuren aber eher nichts zu tun. Trotzdem steht man immer wieder vor “Karrenspuren”, die verwirrende Wege ziehen, einander überkreuzen oder ins Nichts führen. Auch hier habe ich einige besucht und stelle sie vor – mit unserem spärlichen Wissen darüber. Zum Abschluss gibt es noch ein paar Geistergeschichten.

Sind Sie neugierig geworden? Das Buch gibt es als vollfarbiges Taschenbuch, Hardcover (mit noch etwas besserer Druckqualität) und natürlich auch als echtes EBook (kein lieblos umgewandeltes PDF!) auf Amazon. Der ideale Begleiter für einen Besuch in der maltesischen Vorgeschichte!

Neues Buch: Digiskopie – Fotografie mit Spektiven

So ganz langsam gewöhn ich mich dran: Ich hab mal wieder ein neues Buch draußen! Trotzdem ein schönes Gefühl…

Diesmal geht es um Fotografie, genauer gesagt: Wie fotografiere ich mit Handy, Kompaktkamera oder DSLR durch Fernglas oder Spektiv? Im Prinzip ist das ja einfach und benötigt kein Buch, aber es gibt doch einiges, worauf man achten kann und sollte, um die besten Ergebnisse zu erreichen. Ich hätte vorher nie gedacht, was man alles über Fotostative schreiben kann…

Im Augenblick läuft die Veröffentlichung auf Amazon; bis zum Wochenende sollte es als Print- und EBook verfügbar sein. Es ist wieder einmal nur über Amazon erhältlich – ich hatte es diesmal zwei Verlagen angeboten, und einer hat sogar geantwortet, aber die Digiskopie ist doch noch nicht so bekannt, dass sie zugegriffen hätten. Aber offen gesagt: Der einzige Nachteil ist, dass es nicht über den stationären Buchhandel erhältlich ist. Vielleicht bringe ich ja eines der nächsten drei Projekte bei einem Verlag unter; aber ich bin mit Amazon auch nicht unzufrieden. Damit habe ich immerhin volle Kontrolle, auch wenn ich mich um alle Bildrechte selbst kümmern muss.

Bei einem Buch über Fotografie ist der günstigere Schwarz-Weiß-Druck natürlich sinnlos, daher gibt es das Büchlein nur in Farbe – und als EBook, wieder einmal ohne DRM. Die Datei lässt sich also mit den üblichen Programmen auch für andere Geräte als den Kindle konvertieren, auch wenn sie nur über Amazon vertrieben wird. Da Sachbücher eher selten von vorne bis hinten durchgelesen werden, kann ich es aber nur zum Kauf und nicht zum Ausleihen anbieten. Amazon bezahlt pro gelesener Seite…

Made with an iPhone

Mit dem Blick ins Buch kann sich dann aber wie üblich jeder einen Eindruck davon verschaffen, was ihn erwartet. Bis der aktiviert ist, hier schon einmal die Kapitel:

Das richtige Spektiv
Überblick über die verschiedenen Bauarten und worauf zu achten ist
Wissenswertes über Stative
Worauf man beim Kauf von Stativen und Kugelköpfen achten sollte
Die richtige Kamera
Was sollte eine Kamera können, damit man sie sinnvoll mit dem Okular “verheiraten” kann
Die Kamera am Okular
Alles zur Kameraadaption – von Freihand bis zu professionellen Lösungen
Etwas Theorie
Ein paar Formeln, aber auch Bildbearbeitung
Bildfehler
Was alles schief gehen kann
Zum Abschluss…
Bildgestaltung, Motive finden und mehr.

Wem das Buch gefällt: Gerne weitersagen:-) Und wer beim Fotografieren Erfolg hat: Vom Handy aus lassen sich die Bilder ja wunderbar weiterverbreiten. Viel Spaß!

Mit Handy und Spektiv sind Bilder möglich, für die man vor kurzem noch eine DSLR mit großem Teleobjektiv benötigte

Neues Buch: Nordlicht und Sterne mit Hurtigruten

Die Probedrucke vom neuen Buch – und bestellbar ist es auch schon!

Die Probedrucke vom neuen Buch – und bestellbar ist es auch schon!

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, die Nordlichtsaison fängt wieder an, und ich habe den Sommer dazu genutzt, in aller Heimlichkeit ein Buch zu schreiben: Nordlicht und Sterne mit Hurtigruten. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal einen Reiseführer schreibe, aber hier ist er.

Auch wer die Reiseberichte in meinem Blog regelmäßig liest, wird hier noch ein paar neue Dinge finden, und vor allem sauber strukturiert. Auf 128 Seiten gibt’s in drei Teile gegliedert eigentlich alles, was ich für die Tour für wichtig halte:

  • Die Reise beschreibt jeden Tag der Fahrt auf der Hurtigrute auf einer Doppelseite mit einem Überblick, was es im Winter zu sehen gibt. Dabei liegt der Schwerpunkt natürlich nicht auf den Ausflügen, die Hurtigrute anbietet – die sind zur Genüge in den Katalogen und auf dem Schiff beschrieben – sondern auf allem, was man sonst noch so sehen kann. Damit ist es knapp genug, dass man es auch noch während der Reise lesen kann:-) Dazu kommen Tipps zur Fotografie, zum Leben an Bord und zu Schiffsbegegnungen. Das alles natürlich passend zum Winterfahrplan.
  • Nordlicht darf natürlich auch nicht fehlen. Wie entsteht es, welche Geschichten gibt es dazu, wie beobachte und fotografiere ich es am besten – also die ganzen Hintergründe, und hoffentlich nicht ganz so kompliziert aufbereitet wie in den anderen Büchern auf dem Markt.
  • Der Sternenhimmel macht den Abschluss: Was gibt es alles am Himmel zu sehen, wie ändert der Himmel sich im Lauf des Jahres, und – natürlich – ein paar Beobachtungstipps, die schon mit einem Fernglas zu sehen sind.

Nordlicht und Sterne mit Hurtigruten

Das Buch gibt es wieder einmal nur über Amazon als Print-on-Demand, also in guter Laserdrucker-Qualität – mein erster Probedruck ist noch unterwegs. Der Preis: 24,96€, im Farbdruck. Eine günstige Schwarz-Weiß-Ausgabe ist bei den vielen Reise- und Polarlichtfotos sinnlos… Im Preis inbegriffen ist das EBook (vorausgesetzt, Amazon Matchbook funktioniert in Deutschland – da bin ich mir gerade nicht sicher), das es beim Kauf des gedruckten Buchs kostenlos dazu gibt und das in den nächsten 36 Stunden online gehen müsste. [Update vom 23.10.16: Matchbook gibt’s laut Amazno nur in den USA, auch wenn ich’s generell aktiviert habe. Schade.] Oder man kauft das EBook (übrigens ohne DRM, sodass es auch abseits vom Kindle genutzt werden kann) für 7,50 Euro – günstiger konnte ich es nicht machen, da einerseits 19% Mehrwertsteuer drauf kommen und andererseits viele Bilder drin sind. Und bei Amazon zahlt der Verlag oder Autor die Portokosten für das EBook, nicht der Käufer, und die werden nach Dateigröße berechnet…

Blick ins Buch und so sollte auch demnächst bei Amazon erscheinen, um mal im Buch zu blättern. Das ist der Nachteil daran, dass ich keinen Verlag hinter mir stehen habe: Keine Buchhandlungen, in denen man es sich anschauen kann. Aber dafür bleibt es länger am Markt.

Irgendwann nächstes Jahr gibt’s das Buch übrigens auch noch in einer richtigen gedruckten Version als Beilage für die Nordlicht-und-Sterne-Themenreisen, die über Hurtigruten Deutschland gebucht werden. Das gilt natürlich nur für die Nordlicht-Reisen von Hurtigruten Deutschland (die auch im Reisebüro gebucht werden können) und nicht für die, die andere Reiseunternehmen auf den Hurtigruten-Schiffen anbieten. Aber das dauert noch ein wenig – erst muss es einmal gedruckt werden, und da laufen die Probedrucke noch. Mit 17×24 cm hat man endlich auch mal was in der Hand – es gibt viel zu viele Reiseführer etwa im DIN-Lang-Format (wohl um in die Hosentasche zu passen), die dann aber so dick sind, dass sie doch nicht passen. Die Kooperation mit Hurtigruten ist auch der Hauptgrund, warum ich diesmal wieder keinen Verlag mit ins Boot genommen habe: So kann ich schneller auf Änderungen reagieren.

Wer also keine Lust hat, mein Blog zur Reisevorbereitung auszudrucken, hat jetzt eine Alternative. Aber Achtung: Es kann sein, dass das Buch das Nordweh weckt. Und wer weiß, vielleicht sieht man sich ja mal im Norden. God tur!