Arbeiten mit dem Celestron RASA 8

Diesen Beitrag hatte ich ursprünglich für die Vereinszeitschrift der Heilbronner Sternwarte geschrieben. Da ich schon ein paar Mal in Foren und Diskussionen darauf verweisen wollte, stelle ich ihn nun auch auf meine Webseite. Dank Corona, Ausgangssperren, meiner mittlerweile seltenen Anwesenheit in Heilbronn und weil das Gerät doch öfter ausgeliehen wird, habe ich seitdem leider nicht mehr mit ihm gearbeitet. Ich brauche Zeit…

Der RASA 8 auf der CGEM-Montierung der Heilbronner Sternwarte

Neue Möglichkeiten für die Astrofotografie

Astrofotografie war schon immer eine Herausforderung. Sogar aus der Zeit vor der Zerstörung Heilbronns im zweiten Weltkrieg sind Berichte überliefert, dass der erste Zeiss-Refraktor der Sternwarte mit Kameras ausgestattet war – und die überlastete Montierung nur eiförmige Sterne lieferte. Die alten Beobachtungsbücher aus der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts zeigen einige schöne Mondbilder, und eine analoge Olympus Spiegelreflex ruht immer noch in unserem Schrank.

Bis weit in die 90er Jahre war Diafilm das Mittel der Wahl. Wer damals mit dem Auge am Fadenkreuz geguidet hat, weiß, was das für eine Qual ist – selbst, wenn die Montierung etwas taugt, sodass man bequem am C14 sitzen konnte und nur die Tasten der Handsteuerung drücken musste.

Ein großer Schritt nach vorne war die Digitalisierung. Bei uns machte eine Starlight Express CCD-Kamera den Anfang – mit 320-Pixel-Chip und Bildausgabe auf einem Fernsehmonitor. Gesteuert wurde sie über einen eigenen Steuerungskasten. Dementsprechend selten war sie im Einsatz, auch wenn M 57 im C14 fast bildfüllend war.

Der nächste große Schritt war dann zweigeteilt: Einerseits wurden Videomodule für die Planetenfotografie eingeführt. Den Anfang machte bei uns wie so oft eine Philipps ToU Webcam, heute haben wir eine DMK Farbkamera, die wesentlich bessere Ergebnis liefert. Mit diesen Kameras wird ein Video aufgenommen, aus denen eine Software die besten Bilder des Planeten heraussucht und zusammengefügt – einst machte das Giotto, heute Registax oder Autostakkert.

Für Deep Sky brachten die digitalen Spiegelreflexkameras den Durchbruch: Erst kam eine Nikon D70 auf die Sternwarte, später zwei astromodifizierte Canons. Sie können am Teleskop ebenso eingesetzt werden wie auf dem AstroTrac als mobile Fotonachführung mit lichtstarken Objektiven.

Am Teleskop wurden diese Kameras meist entweder am Coudé für die Mondfotografie eingesetzt, oder am ED80, der auf dem C14 aufgesattelt ist. Mit Reducer kommt der ED80 auf ein Öffnungsverhältnis von f/6 (80/480) und kann auch ohne Nachführkontrolle einfach auf der Alt-Montierung Photonen sammeln. Ausschuss ist zwar dabei, aber man kann ja immer noch Bilder einfach löschen. Die Bahtinov-Maske erleichtert das Scharfstellen dabei ungemein.

Theoretisch ist sogar Autoguiding am C14 möglich – eine gekühlte Atik 16IC ist vorhanden, und PHD ist installiert. Allerdings wurde nie dokumentiert, wie das Ganze funktioniert.

Die anderen Sternwartenteleskope wurden eher selten für die Astrofotografie genutzt. Die Vixen Superpolaris-Montierungen sind zwar präzise, allerdings hatte sich die Elektronik im Lauf der Jahre verabschiedet, und sie können ohnehin nur nachführen, aber nicht guiden. Mit der normalen HEQ-5 wurde sogar gelegentlich erfolgreich mit dem C8 fotografiert; die HEQ-5 SDI „litt“ unter der besseren, aber empfindlicheren Boxdoerfer-Steuerung. Autoguider-Eingang oder gar Goto bietet aber keine dieser Montierungen, und der Schwerpunkt der Sternwarte lag erst einmal auf der visuellen Beobachtung – auch, da nicht viele Mitglieder fotografierten.

Die erste moderne Montierung war dann die CGEM, die die Superpolaris auf der Zeiss-Säule auf der Plattform ersetzte. Sie bietet Goto und eine Autoguiderschnittstelle, ist jedoch nicht mobil. 2019/2020 wurden dann die Weichen gestellt, um die Astrofotografie mit unseren Geräten wieder zu fördern: Mit der Celestron Advanced VX (AVX) kam eine transportable parallaktische Montierung mit Goto und Autoguiderschnittstelle auf die Sternwarte. Es folgte eine Atik Horizon Astro-Kamera mit gekühltem Farbsensor (weniger Rauschen!) und der Möglichkeit, Bilder direkt am PC zu stacken. Sie kam pünktlich zum Lockdown Anfang 2020, sodass sie erst im Herbst getestet werden konnte. Der Durchbruch war dann der Celestron RASA 8, der sowohl auf der CGEM auf der RMS als auch mobil auf der AVX betrieben werden kann: Eine reine Fotomaschine, die mit 400mm Brennweite und f/2 kurze Belichtungszeiten und große Bildfelder ermöglicht. Er kann nur mit der ATIK betrieben werden, für eine DSLR langt sein Backfokus von nur 25mm ab dem T-2-Gewinde nicht aus. Aber der Aufwand lohnt sich.

Das First Light war im November 2020, und hier will ich von den meinen Erfahrungen berichten und beschreiben, wie er benutzt wird.

Der erste Einsatz

Nachdem wir alle nötigen Adapter beisammen hatten – für die Atik war noch ein 12mm-Distanzring nötig; bei f/2 müssen die Abstände exakt eingehalten werden, wenn man scharfe Bilder will – konnte ich das Teleskop am 5. November endlich in Betrieb nehmen. Das bedeutete zuerst einmal, den optionalen Motorfokussierer zu installieren und Firmware-Updates für die Handcontroller und Montierungen aufzuspielen. Der Motorfokussierer erscheint als zusätzlicher Punkt „Focuser“ in der Handsteuerung und kann dann mit den Scroll Up/Down-Tasten des Handcontrollers gesteuert werden. Manuelles Fokussieren ist nicht möglich! Alternativ kann er über den PC gesteuert werden. Dazu wird der Handcontroller über ein Mini-USB-Kabel mit dem PC verbunden (was den ersten USB-Port belegt). Dann kann er über ein eigenes Steuerprogramm oder über Celestron CPWI gesteuert werden, das auch die komplette Montierungssteuerung samt Referenzsternsuche übernimmt.

Die Rückseite des RASA: Kein Okularauszug. Der Motorfokussierer ist an den AUX-Port der Montierung angeschlossen.

Nach einiger Zeit hatte ich dann auch alle Schrauben fest genug und die richtige Firmware auf AVX und CGEM, sodass der Fokussierer funktionierte. Noch einmal die Kalibrierung des Fokussierers starten, damit die Software die Endpunkte kennt, und der Teil war erledigt.

Der RASA passt mit seiner 3″-Schiene zum Glück ohne Probleme auf die Montierungen. Ein Gegengewicht langt prinzipiell, besser sind zwei, die dann näher am Montierungskopf liegen.

Dann kam die Kameramontage dran: Die Atik wird mit dem T-Adapter vor das Teleskop geschraubt, der 12mm-Abstandsring sorgt für den richtigen Abstand. Dann mit dem zweiten USB-Port verbinden.

Die Inbetriebnahme der Kamera war spannend: Anfang des Jahres waren wir komplett gescheitert. Atik macht gute Kameras, mäßig intuitive Software und eine bescheidene Dokumentation. Auf dem Desktop erscheinen nach der Installation nur die Icons für Infinity (mit dem man Bilder Live-Stacken kann – wunderbar, wenn die Kamera mal läuft, aber nichts für die ersten Versuche), Dawn (eine seltsame Software zur Bildbearbeitung, die völlig neue Wege bei der Benutzeroberfläche geht und dadurch gänzlich unintuitiv ist) sowie Dusk, das wohl Bilder aufnehmen soll. Arbeiten kann man dagegen mit Artemis Capture, das im Windows Startmenü versteckt wird.

Die ATIK vor der Schmidt-Platte des RASA.

Das erste Bild gelang mir daher mit Sharpcap, und nachdem ich die Einstellungen gefunden und die Funktionalität bewiesen hatte, konnte ich auch mit Artemis ein Bild auf den Monitor bringen. Die Kilianskirche, versteht sich – die ist schön hell. Dann noch den Sucher installieren und ausrichten (der 50mm MicroGuide von Astroshop – klein und leicht) und das Fadenkreuzokular einstecken. Mit Zenitspiegel am Sucher kommen wir leider nicht in den Fokus, da ist man vom Baader Variofinder am C14 verwöhnt – aber der hat dafür keinen Helikalfokussierer.

Jetzt konnte endlich getestet werden. Also die Montierung auf die Indexmarken setzen; die CGEM ist ja schon ganz gut eingenordet, wenn keiner an den Schrauben spielt. Dann die Referenzsterne anfahren – es ist ungewohnt, den ersten Blick im Sucher zu machen und dann auf den Monitor zu wechseln. Das Kabel vom Handcontroller ist aber lang genug, und die letzte Feinfokussierung ging über den Handcontroller auch gut (nachdem ich einmal die Kalibrierung durchlaufen hatte und den Fokussierer auf eine mittlere Position gestellt hatte).

Jetzt sollte eigentlich die Optik justiert werden, aber ich teste ja noch – also ab auf M 57 und 15×30 Sekunden belichten. Mal schauen, was die Software so kann. Freude: Die Justage sieht gar nicht so schlecht aus!
Davon abgesehen war das Ergebnis dann erstmal frustrierend: Ich hatte einen Schwung FITS- und TIFF-Bilder aufgenommen, die alle Schwarz-Weiß waren, obwohl Artemis Capture sie mir in Farbe anzeigte. Öhm…
Schließlich – allmählich ging auch der Mond auf, schlechte Zeiten für Deep-Sky – packte ich den RASA wieder ein (zumindest die Hardware funktionierte ja einwandfrei) und schloss die Atik noch einmal an den PC im Meridiankreishaus an. Oh Wunder: mit zwei 40mm-Verlängerungshülsen erhielt ich nun auch am ED80 ein scharfes Bild vom Mond. Nur kam ich mit der Belichtungszeit nicht weit genug runter, er war überbelichtet. Aber was soll‘s, die Hardware läuft. Dafür testet man ja!

Debayern?

Wieder zuhause nahm ich mich noch einmal der Daten an. Das Ergebnis: Die Bilder müssen debayert werden (aha…), damit aus komischen Monochrom-Aufnahmen Farbfotos werden. Das geht mit DSLR-RAWs in Lightroom doch bequemer. Die FITS-Dateien konnte ich so in Deep-Sky-Stacker öffnen und farbig machen. Sehr schön: Die Nachführung war auch ohne Guiding gut genug, und nach 7,5 Minuten war der Zentralstern von M 57 deutlich zu sehen. Dafür muss ich am ED80 mit f/6 deutlich länger belichten. f/2 macht richtig Spaß! Die Bilder hatte ich in Deep-Sky-Stacker als RGGB dekodiert.

Nur wie ich aus den TIFF-Bildern Farbfotos machen kann, habe ich immer noch nicht kapiert. Wahrscheinlich kann ich diese Aufnahmen abschreiben.

First Light am Himmel: 7,5 Minuten Ringnebel als Weitfeld – samt Zentralsternchen.

Second Light

Ein paar Tage später schien der Himmel wieder mitzuspielen. Der Plan für heute: Die Montierung einnorden, Autoguiding üben und mit Infinity herumspielen. Als es nach einem herrlichen Herbsttag endlich dunkel genug war, war ich auch fast einsatzbereit. Am Leitrohr hing meine ZWO Mini, die ich zum Guiden und Einnorden benutzen wollte – Sharpcap hat da eine wunderbare Routine mittels Platesolving.

Als die Kamera endlich Sterne sah, war die Montierung dann auch recht schnell recht gut eingenordet – bis auf etwa 30 Bogensekunden, gut genug für 400 mm.

Warten auf die Dunkelheit

Und pünktlich zur astronomischen Dämmerung war dann auch Nebel hochgezogen, sodass die Suche nach einem Referenzstern scheiterte, um das Goto in Betrieb zu nehmen. Kein Großer Wagen mehr zu sehen, die Nacht war gelaufen – vor allem weil der RASA noch keine Taukappe oder Heizung hat.

Aber lehrreich war es trotzdem: Ich bräuchte einen weiteren USB-Port, da der Aufbau drei Ports belegt: Einen für die Montierung, einen für die ATIK und einen für den Guider. Klar, dass mein MacBook Air nur zwei Ports hat…

Die Montierungssteuerung geht über CPWI ganz gut. Man muss nur das Hauptfenster mit dem Sternkartenprogramm zur Seite schieben und kann dann die Steuerfenster für die Achsen der Montierung und ggf. den Fokussierer über das Programmfenster von Artemis legen.

Artemis hat ein schönes Tool zur richtigen Fokussierung: Einfach das Focus-Tool aufrufen, einen Stern anklicken und dann über FWHM-Analyse den perfekten Fokus suchen. Sehr angenehm. Und wenn man ein Fadenkreuz einblendet, kann man auch die Referenzsterne der Montierung sehr genau einstellen.
Wenn das Leitrohr mit der Guidingkamera belegt ist, wäre ein kleiner Leuchtpunktsucher für die Referenzsterne noch ganz nett. Aber solange die Montierung ja auch über den Handcontroller gesteuert werden kann, kann das Guiding auch danach installiert werden – wenn die Kamera einen ST-4-Port hat, und man nicht über USB und den Handcontroller gehen muss (oder man ausreichend USB-Ports hat…).

PHD-Guiding konnte ich so leider nicht ausprobieren. Für dieses Jahr ist noch die Anschaffung eines Standalone-Autoguiders geplant. Im Idealfall kommt der ohne PC aus, mittlerweile ist die Technik auch recht ausgereift. Dann brauchen wir nur noch sechs Steckdosen: Für Montierung, Kamera, Laptop, Kühlung vom RASA, Heizung der Taukappe und Autoguider. Uff…

Der Arbeitsplatz mit Artemis Capture und CPWI


Artemis Capture hat eine spartanische, aber funktionelle Oberfläche. Die wichtigsten Funktionen:
(1) Cooler – Hier wird die Temperatur der Kamera eingestellt. Sie kann bis 30° unter Umgebungstemperatur gekühlt werden – sinnvoll ist ein Wert, der die ganze Nacht über gehalten werden kann. Wichtig: Die Kamera nicht einfach ausstecken, sondern erst wieder aufwärmen („Warm up“)
(2) Display: Beeinflusst nur die Darstellung am Monitor. Ggf. muss mit den Black- und White-Werten gespielt werden, um etwas zu sehen, Auto Stretch funktioniert nicht immer. Ein Schwarzwert ab 40 000 hilft dabei, Überbelichtung zu erkennen.
(3) Reticle blendet ein Fadenkreuz ein – perfekt zum Einstellen der Referenzsterne für das Goto. Der Zoom kann auch mit dem Mausrad verstellt werden.
(4) Exposure: Hier wird die Belichtungszeit eingestellt – auch am RASA sind 1-3 Sekunden ein guter Anfangswert. Binning sollte auf 1 stehen, sonst werden Pixel zusammengefasst – das liefert ein helleres Bild, aber nur noch in schwarzweiß. Darunter kann ein Bildausschnitt (Region of Interest) ausgewählt werden, oder mit Full frame das gesamte Bild.
Ein Häkchen bei (5) Autosave speichert automatisch jede Aufnahme, hier wird auch der Speicherplatz und Bildname angegeben. Die Funktion kann auch oben links bei den Icons aktiviert werden. Alternativ kann die aktuelle Aufnahme manuell gespeichert werden(6).
Über die (7) Presets und den Gain kann die Empfindlichkeit eingestellt werden. Gerade am RASA sind niedrige Werte besser, da es dann weniger Bildrauschen gibt – die Helligkeit kann auch in der Bildbearbeitung hochgezogen werden.
Über das Fenster Tracking kann auch fokussiert werden – einfach einen Stern anklicken. Wenn eine zweite Instanz von Artemis Capture geöffnet ist, kann hier auch eine weitere Atik für das Guiding genutzt werden.
Die Kamera wird über die Icons (8) ausgelöst: Einzelaufnahme, Dauerfoto oder programmiert.
(9) und (10) sind die Einstellfenster für Montierungsachsen und Fokussierer aus Celestron CPWI, das hier an den untersten Bildschirmrand geschoben wurde.

Livestacking

Ausschlaggebend für die Entscheidung für die Atik Horizon war die Infinity-Software, die Livestacking ermöglicht. Daher musste das natürlich auch einmal getestet werden, sobald ich mit der Kamera einigermaßen vertraut war.

LiveStacking: Man muss nur etwas mit dem Histogramm spielen, dann erscheint rasch ein schönes Bild auf dem Monitor. Fünf Minuten (24x15s) M 57 am C14, ohne Guiding.

Die Infinity-Software läuft grundsätzlich im Vollbildmodus und hat eine eigenwillige Oberfläche. Oben rechts sind drei Modi: Das Auge dient dazu, ein Objekt zu finden; die Kamera nimmt dann die Bilder und stackt sie, wenn man links ein Häkchen setzt, und das Wiederholungssymbol daneben lässt einen eine Sitzung erneut wiedergeben. Der Funkturm ist für Youtube-Streaming, und die Diskette lässt einen das Ergebnis speichern.
Die meisten Einstellungen sind halbwegs selbsterklärend. Damit ein schönes Bild herauskommt, muss man unten am Histogramm etwas spielen. Durch Verschieben von Schwarz- und Weißpunkt sowie dem mittleren Balken kann man eine Quick-and-Dirty-Bildbearbeitung machen. Das Beispiel oben zeigt den Ringnebel nach fünf Minuten – es ist schon cool, was fast vollautomatisch möglich ist!

Ganz perfekt läuft das aber noch nicht: Unser Rechner im Meridiankreishaus war etwas schwachbrüstig, die Software hätte gerne mindestens 8 GB RAM und einen i5-Prozessor; bei 4 GB funktioniert sie zwar, aber das Histogramm ist fast nicht zu bedienen. Auf meinem Laptop funktionierte es erst, als ich „Use Fast Display“ deaktivierte. Mittlerweile wurde der C14-Steuerrechner durch einen schnelleren Laptop ersetzt.

Aber wenn der Rechner leistungsstark genug ist, wird es reizvoll sein, während einer Führung ohne allzu großen Aufwand demonstrieren zu können, was die Kamera im Gegensatz zum Auge leisten kann.
Das ist dann schon wirklich Astrofotografie für Dummies…

Vorbereitungen der Montierung

Um Spaß dabei zu haben, muss die Montierung natürlich sauber laufen. Gerade vor dem ersten Feldeinsatz oder nach einem Firmware-Update sollten bei den Celestrons ein paar Dinge überprüft werden.
Die Montierung sollte möglichst gut ausbalanciert sein – und dann im Osten minimal schwerer, um Getriebespiel beim Nachführen zu vermeiden. So schiebt der RA-Motor immer.

Getriebespiel: Die Montierungen werden noch mit Zahnrädern angetrieben, die Spiel im Getriebe haben. Unter Einstellungen => Getriebespiel kann im Handcontroller eingestellt werden, dass der Motor etwas schneller läuft, um Totgang auszugleichen. Die Montierung sollte keine störenden Verzögerungen aufweisen, wenn man die Richtung ändert.

CPWI steuert Montierung und Motorfokussierer.

Utilities => Kalibrieren sollte einmal aufgerufen werden, die Kalibrierung läuft dann automatisch ab.
Für das Alignment sollten mindestens drei, besser vier Sterne ausgewählt werden, bevor die Montierung über Align=>Polausrichtung eingenordet wird. So kann sie ein besseres Himmelsmodell erstellen. Anschließend sollte ein neues Alignment durchgeführt werden. Wenn mit dem RASA und der Atik eingenordet wird, kann man ein Fadenkreuz einblenden. Wer einen eigenen Laptop hat: Sharpcap kostet Geld und ist nur als Abo erhältlich (sein Geld aber wert), bietet dafür jedoch eine sehr komfortable Routine, die zum Einnorden das Bild der Guidingkamera am Sucher verwendet. Auch das kostenlose PHD2 bietet so eine Routine, die konnte ich aber noch nicht testen.

Wenn man ohnehin einen Laptop dabei hat, bietet es sich an, Celestron CPWI zur Steuerung und Einnordung des Teleskops zu verwenden. Dabei werden unsere Montierungen über den Handcontroller verbunden, der dann im Betrieb ohne Funktion bleibt – die Montierung wird nur noch über den PC gesteuert.
Damit das funktioniert, muss man aber auch genug Strom haben. Es ist nicht jeder Lüfter nötig, aber auch der Laptop muss in der Kälte erst einmal durchhalten.

Fazit

Der massive Einsatz von Technik erfordert etwas mehr Vorbereitungszeit, aber wenn alles läuft, sind in kurzer Zeit sehr gute Ergebnisse erzielbar. Durch die Brennweite und Lichtstärke des RASA kann bei einer sauber eingenordeten Montierung sogar auf das Guiding verzichtet werden. Bei 400mm Brennweite hat die Atik eine Auflösung von 1,96″, was mit kurzen Belichtungszeiten noch beherrschbar ist – aber mit Guiding sind noch tiefere Aufnahmen möglich. So macht Astrofotografie richtig Spaß!

Zum Abschluss noch ein Bild, das ein Kollege mit dem Gerät aufgenommen und ernsthaft bearbeitet hat:

Das Galaxienpaar M 81/M 82, aufgenommen mit unserem neuen RASA 8 (400mm f/2) und der Atik Horizon Color. 110 Frames je 2 Minuten + Darks, Bias, Flats.

Fischaugen-Spielereien

Panasonic G70 mit Meike MK-3.5mm f2.8 Fischauge

Zu den Nebeneffekten von Lockdown und Homeoffice gehört, dass mir die Decke auf den Kopf fällt und ich von der Weite träume. Was liegt da näher als ein Fischaugen-Objektiv? Über Amazon ist mir da ein günstiges, voll-manuelles Objektiv für das Micro-Fourthirds-Format aufgefalen, das 3,5mm f/2,8 von Meike. Zugegeben: Von der Firma habe ich vorher noch nie gehört, aber mittlerweile gibt es ja einige fernöstliche Hersteller manueller Linsen, die durchaus was taugen. Und der Preis war für ein Optik-Spielzeug auch noch vertretbar.

Einige Zeit später hatte ich dann ein kleines, schweres Objektiv in der Hand – ein massiver Glasblock. Qualitativ kann ich nur am Objektivdeckel meckern: Ein Metalldeckel, der über das Objektiv gestülpt wird und auf der Linse aufliegt. Ein, zwei Zentimeter länger, und die Linse wäre wirklich geschützt.

Das Objektiv ist völlig manuell, was ich mittlerweile zu schätzen weiß, da sich so der Fokus bei Nachtaufnahmen nicht verstellt, und die Blende bei Zeitrafferaufnahmen nicht flackert. Faszinierend: Bei 3,5mm Brennweite ist Fokussieren fast irrelevant – alles, was mehr als ein paar Zentimeter entfernt ist, ist scharf (oder so scharf, wie es die Verzerrung zulässt). Und das komplette Bildfeld passt auf den Kamerasensor – als rundes Bild.

Erste Spielereien damit hatte ich auf der Heilbronner Sternwarte gemacht:

Interessante Fotos, die man natürlich für nichts gebrauchen kann:-)

Und dann wurde ich auf die Möglichkeit aufmerksam, das Bild mit Objektivkorrekturen zu entzerren. Das Profil für das Sigma Fischauge funktioniert schon ganz gut, und mit dem Adobe Lens Profile Creator und etwas Zeitaufwand kann man selbst ein Profil erstellen. Damit werden aus den runden Fischaugenfotos interessant-verzerrte Weitwinkelaufnahmen:

Hat seinen speziellen Reiz. Nettes Spielzeug.

Womit ich überhaupt nicht gerechnet hätte: Besonders cool ist das Fischauge als Makro-Objektiv – man kann wirklich nah an die Dinge ran gehen, um sie in Szene zu setzen:

Ein entzerrtes Makro mit dem Fischauge. Und es gibt bestimmt noch bessere Motive.

Keine Ahnung, ob ich das Objektiv besonders oft einsetzen werde, aber es könnte Spaß machen – vor allem, weil es nicht nur kreisrund kann, sondern auch fast normale Bilder dabei rauskommen können.

Sagenhafter Sternenhimmel – Online-Vortrag für das Haus der Astronomie

Alle Welt erzählt gerade, dass man wegen der Corona-Krise so viel Zeit hätte. Aber wenn man sowieso Home-Office macht, gibt’s da keinen großen Unterschied, und ich habe zum Glück auch so noch genug zu tun. Die Krise hat zwar zwei Nordlicht-und-Sterne-Touren gekostet, aber ich bin erst zum Jahresende wieder dran.

Alt: Der Sonnenwagen von Trundholm

Jedenfalls habe ich gerade auch wieder etwas Zeit, mich einem alten Projekt zu widmen: Einem Buch über den Sternenhimmel und seine Sagen auch abseits des alten Griechenlands. Dazu gibt es überraschend wenig Quellen, und noch weniger aus den letzten 50 Jahren. Die Recherchen dazu sind weitestgehend abgeschlossen, jetzt muss ich es “nur noch” ins Reine schreiben. Aber zu dem Thema habe ich schon lange einen Vortrag, den ich regelmäßig auf der Hurtigrute halte und auch schon mal auf dem TAN der Sternwarte Bellheim gehalten hatte. Das TAN ist dieses Jahr ja genauso ausgefallen wie mein Irland-Trip, also habe ich Zeit – und das Haus der Astronomie in Heidelberg macht unter dem Titel “Faszination Astronomie Online” eine Reihe von Vorträgen, die live auf Youtube gestreamt werden und dort dann auch archiviert werden. Nun, die Astro-Szene ist klein, und Caro vom HdA hat gemeint, dass das sogar mit dem DSL6000 von 1&1 gehen müsste (auch wenn das oft genug nicht für Internetradio langt), und Geld gibt’s auch keins, also habe ich mir flugs einen Termin gesichert: Am 12. Mai um 19 Uhr gebe ich einen kleinen Überblick über die Entstehung der Sternbilder von der Eiszeit bis zu dem, was in Europa bis hoch zum Nordkap überliefert ist:

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=wFeSCh1OwoE

Und da nur eine halbe Stunde angepeilt ist, ich aber noch mehr habe, gibt’s zwei Tage später gleich den zweiten Teil, mit einem Blick auf den Rest der Welt und die Geschichte vom alten Sumer bis heute.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=cqIG-eGJRc0

Wie es sich gehört, ist das keine reine Wiederholung des selben Vortrags, sondern ändert sich immer wieder mal. Manches, was ich auf der Hurtigrute erzähle, fehlt, dafür ist Göbekli Tepe neu dazugekommen.

Lasst euch überraschen!

Bücher, Bücher, Bücher…

Uff. Wir haben Mitte 2019, die heißen Sommertage pausieren mal kurz, und ich stelle fest, dass ich dieses Jahr einiges geschrieben habe, aber schon lange nichts mehr für den Blog. Dafür gibt’s neue/aktualisierte Bücher.

Neuer Stoff

Zuerst mal das wichtigste: Astrofotografie für Einsteiger ist bereits im März im dpunkt-Verlag erschienen. Da steht alles drin, was ich für einen erfolgreichen Einstieg in die Astrofotografie für wichtig halte. Und das beste: Da ich es bei einem richtigen Verlag untergebracht habe, gibt es nicht nur eine vernünftige Druckqualität, sondern ist auch im stationären Buchhandel erhältlich.

Gute Kritiken soweit auf Amazon

Ich mag den stationären Handel ja, und kriege auch immer wieder Anfragen, wie man an meine Bücher ohne Amazon kommt. Bei diesem Exemplar geht es, und wer online kaufen will und mir einen Gefallen tun will, kann auch direkt beim Verlag bestellen. Kostet genauso viel, aber bei mir bleibt mehr hängen…

Und einen Vorteil hat es, dass ich mich erst jetzt um mein Blog kümmern kann: Es gibt schon die ersten Rezensionen auf Amazon, und die lesen sich gar nicht schlecht.

Ansonsten stand Produktpflege an, diesmal wieder im Eigenverlag: Mein Buch über Celestron-Teleskope ist nun auch auf Englisch erschienen. Darin wird (hoffentlich) alles wichtige über Celestron-Teleskope erklärt, vom Kauf über den Einsatz bis zum Zubehör. Das ist Eigenverlag, weil das Thema doch etwas speziell ist und sich öfter mal was ändert. So bleibt das Buch eher aktuell, nur die Computeranbindung hat sich geändert: Celestron hat mit CPWI eine neue Software entwickelt. Auf der AME im Herbst werde ich da wahrscheinlich für Baader einen TechTalk geben. (Spoiler: Sie funktioniert)

Ich bin gespannt, ob sich das Buch auch im englischen Sprachraum verkauft. Die deutsche Auflage hat ja auch schon ein paar nette Rezensionen. Also: Wem’s gefällt – gerne weitersagen.

Produktpflege war dann auch das nächste große Projekt: Mein Hurtigruten/Nordlicht-Reiseführer ist in einer neuen Auflage erschienen, ebenfalls auf Deutsch und Englisch. Was klein und harmlos klingt, hat überraschend viel Zeit gefressen. Dabei habe ich nicht nur ein paar Bilder aktualisiert, sondern durfte auch die Reisebeschreibung aktualisieren: Hurtigruten hat den Fahrplan geändert, es gibt für die ersten/letzten drei Reisetage neue Liegezeiten, und die Schiffsbegegnungen im Hafen von Trondheim und Rørvik sind Geschichte. Hurtigruten findet es unglücklich, wenn zwei Schiffe gleichzeitig im Hafen sind, und Trondheim würde von Touristen überschwemmt, wenn zwei Schiffe morgens im Hafen sind. Naja – es ist zwar schon ruhiger in der Stadt, wenn die Hurtigrute ablegt (war es zumindest, als ich mit der defekten Finnmarken da längere Zeit verbringen durfte), aber jeder Kreuzfahrer macht da mehr aus. So klein ist Trondheim nun auch wieder nicht.

Fazit: Überraschend viel Aufwand, auch weil ich die Änderungen in Deutsch und Englisch in Print und EBook einpflegen muss. Der EBook-Export von InDesign CS4 ist grottig, und solange die Bugs aus der CS4 nicht beseitigt werden, werde ich gewiss kein Abo bei Adobe abschließen. Schlimm genug, dass das Karten-Modul von Lightroom 6 nicht mehr funktioniert. Die gute Nachricht: Die Printauflage ist preislich gleich geblieben, nur das EBook ist etwas teurer geworden. Aber da sind auch 19 statt 7% Märchensteuer drauf. Immerhin: Die alten Rezensionen scheinen mit der neuesten Auflage verknüft zu werden.

Ach ja: Den Reiseführer gibt’s wie das Celestron-Buch nur über Amazon, die machen für mich Druck und Versand. Oder Ihr bucht die Gruppenreise Nordlicht und Sterne bei Hurtigruten Deutschland – da gibt’s das Buch dazu, und mit etwas Glück bin ich an Bord und kann’s signieren. Dieses Jahr voraussichtlich Ende September auf der Kong Harald und Ende November auf der Polarlys. Dann wird hier wieder regelmäßig vom Schiff gebloggt…

Das nächste Projekt? Mein Schottland-Reiseführer. Den werde ich demnächst etwas erweitern und neu rausbringen – wahrscheinlich aber erst nach dem Brexit. Oder der schottischen Unabhängigkeit samt Wiedereintritt in die EU, ich bin gespannt was das noch gibt.

Reiseführer Schottland für Selbstfahrer

Roadtrip Schottland – Unterwegs auf (und zur) North Coast 500

Es ist mal wieder so weit: Ich habe ein neues Buch draußen!

Jetzt könnte man natürlich sagen, dass es dämlich ist, weniger als ein Jahr vor dem Brexit ausgerechnet einen Reiseführer für Schottland rauszubringen. Außerdem gibt’s da doch schon so viele.

Nun, so wie es aussieht wird der Brexit kommen (und wahrscheinlich sogar ein harter Brexit), aber Schottland ist und bleibt ein reizvolles und sehenswertes Land. Und ich gehe keine Wetten darauf ein, ob Schottland eher im UK oder (langfristig wieder) in der EU bleibt…

Und als Freiberufler und Selfpublisher habe ich einen großen Vorteil: Ich kann die Bücher schreiben, die ich will (und für die ich einen Markt sehe). Und bei den im Buchhandel vorhandenen Reiseführern war nichts dabei, was mich völlig überzeugte. Entweder wird in dicken Wälzern jeder Stein beschrieben, oder das Buch war zwar kompakt, aber enthielt zu viel wertlose Infos: Im Zeitalter von Booking.com und Tripadvisor brauche ich keine Restaurant- und Hoteltipps. Und wenn die Seiten dann noch so klein und bis zum Rand beschrieben sind, dass man keinen Platz für Notizen hat, ist das auch nicht hilfreich. Mal abgesehen davon dass es witzlos ist, ein Buch im Hosentaschenformat herauszubringen, das mit 500 Seiten Dicke dann aber erst recht in keine Hosentasche mehr passt.

Die Orte

Was lag näher, als selbst ein Buch zu schreiben, das etwa das umfasst, was man von Schottland in zwei bis drei Wochen sehen kann? Der für mich interessanteste Teil – der hohe Norden Schottlands – entspricht dabei praktischerweise etwa der North Coast 500, zu der es – tada! – auch kaum Reiseführer gibt. Gesagt, geschrieben und jetzt auch veröffentlicht: Roadtrip Schottland – Unterwegs auf (und zur) North Coast 500. Im Format 17x24cm passt er in Foto- und Reisetaschen, und mit rund 100 Seiten ist er schmal genug, dass man ihn auch während der Reise noch lesen kann. Beschrieben wird ein Reisevorschlag rund um Schottland gegen den Uhrzeigersinn, beginnend in Edinburgh über Aberdeen und das schlösserreiche Aberdeenshire bis nach Inverness, dann die North Coast 500 mit einem Abstecher nach Loch Ness, und als Bonus die Isle of Skye und die Rückreise über Glasgow. Dazu natürlich alles, was noch in einen Reiseführer gehört. Da das Buch leider nur über Amazon und nicht im stationären Buchhandel erhältlich ist, konnte ich auch das auf der letzten Umschlagseite unterbringen, was ich auf der Reise schmerzlich vermisst hatte: Einen Überblick über die Verkehrsregeln und Tempolimits! Ein Klappentext ist ja überflüssig, wenn ein Buch nur im Versandhandel erhältlich ist.

Ein erster Überblick über Schottland

In dem Buch nicht beschrieben sind die schottischen Lowlands und die ganzen nur per Fähre erreichbaren Inseln der Hebriden – Wer im ersten Urlaub möglichst viel von Schottland sehen will, wird sich kaum auf das Abenteuer Fähre einlassen wollen. Aber vielleicht kommen diese Regionen in eine künftige zweite Auflage.

Damit will ich die ganzen ausführlichen Reiseführer gar nicht ersetzen, sondern einen Überblick über Schottland geben, damit man sich in den großen Büchern ebenso wie in Schottland erst einmal zurecht findet. Das Konzept, einen Reisetag auf einer Doppelseite darzustellen, hat sich bei meinem Hurtigruten/Nordlichtbuch ja gut bewährt. Und mal ehrlich: Ist es Ihnen nicht auch schon oft passiert, dass Sie zwar Reiseführer kaufen, aber erst nach der Tour dazu kommen, sie überhaupt zu lesen? Daher dieser kurze Überblick, der bewusst nicht alles darstellt.

Da die meisten Verlage bereits Reiseführer-Serien haben und es erfahrungsgemäß schwer ist, ein komplett anderes Konzept im bestehenden Verlagsprogramm unterzubringen, habe ich das Buch gleich im Eigenverlag herausgebracht, wie üblich bei Amazon als EBook und in Print. Einen Blick ins Buch gibt es wie üblich bei Amazon.

Nessie-approved

Der nächste Trip nach Schottland ist übrigens schon in Arbeit – dann kann ich auch erzählen, wie es nach dem Brexit in Schottland aussieht…

Mein nächste Buch ist ebenfalls schon in Arbeit und wird zur Abwechslung in einem richtigen Verlag erscheinen. Bis Jahresende habe ich noch Zeit – später mehr.

Mein Kampf mit der DSGVO

Uff:

Meine Seite im Sicherheits-Check bei https://webbkoll.dataskydd.net/en

In zehn Tagen greift die DSGVO, die kleine Blogger auf die selbe Stufe wie multinationale Konzerne stellt, und mittlerweile sieht meine Seite ganz gut aus. Dann muss ich diese Seite wohl doch nicht sicherheitshalber vom Netz nehmen… Und das war ganz einfach:

  • Eine Datenschutzerklärung, die eh keiner liest, mit freundlicher Hilfe von https://www.e-recht24.de/
  • Ein SSL-Plugin von meinem Provider (leider nur für kerste.de und nicht für die freebook.fernglas-astronomie.de – aber da gibt es kein Kontaktformular mehr, nur einen EMail-Link, und die Kommentarfunktion ist da ohnehin deaktiviert, also ist da auch kein SSL notwendig) und nach langem Suchen das Force-HTTPS gefunden
  • Heyhey: Wer mir über das Kontaktformular eine Nachricht hinterlässt, muss jetzt zustimmen, dass er mir damit Daten zusendet
  • Den Twitterfeed von der Seite runtergeschmissen, weil kein Mensch weiß, ob ich das noch legal darf
  • Videos soweit möglich sicher eingebunden – nachdem sie auch erst angezeigt werden, wenn die Cookie-Warnung und somit der Datenschutzkram akzeptiert wurden, sollte das passen
  • Ach ja: Die Cookie-Warnung gesetzt. Auch wenn sich das Cookie nur merkt, in welcher Sprache die Seite angezeigt werden soll.
  • Shariff installiert (die c’t hat ihr Zwei-Klick-Plugin erneuert, das ich vorher drin hatte)
  • Google Fonts rausgeschmissen (wusste gar nicht, dass WordPress die verwendet)
  • Referrer verboten, damit keiner mehr weiß, dass er Besucher von meiner Seite erhält (macht WordPress bei mir interessanterweise nicht automatisch)
  • Insgesamt zehn Plugins installiert, um hoffentlich alles abzusichern.

Darf ich jetzt mal wieder produktiv arbeiten?

(Nachdem ich mich um den Verein gekümmert habe…)

Um die c’t nochmal zu zitieren:

Die c’t-Schlagseite von Ritsch+Renn ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland Lizenz .

 

Polarlichtvideo und Kurztrip Tromsø

Aufräumarbeiten… vor einer Woche bin ich von der Hurtigrute zurückgekommen, und schon ging es noch einmal für fünf Tage nach Tromsø. Das Wichtigste zuerst: Mein Nordlicht-Video der Reise ist jetzt auf Vimeo anzuschauen, damit ist die Reise für mich auch abgeschlossen.

Hier ist es, mit über 10 Minuten mein bislang längstes:

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Nordlicht und Sterne mit der Hurtigrute im Oktober 2017 from Alex Kerste on Vimeo.

Leider bietet Vimeo bei einem kostenlosen Account keine Downloadmöglichkeit mehr an…

Und der anschließende Trip nach Tromsø? War schön, und hat fast alle Farben geboten:

Alle Farben in Tromsø

Mit langer Belichtung wird’s grün…

Nur Grün am Himmel hat sich rar gemacht – schlechtes Wetter plus wenig Sonnenaktivität plus Mietautos ohne Spikes haben der Nordlichtjagd einen Strich durch die Rechnung gemacht. Schön war es trotzdem. Immerhin: Der Wintereinbruch hat Tromsø in ein Winterwunderland verwandelt, und auf Land stand die Kamera lange genug ruhig, dass doch ein paar nette Polarlichtbilder dabei raus kamen. Das ist schon ein Unterschied zu dem Gewackel auf dem Schiff.

Auf dem Storsteinen war etwas Polarlicht über Tromsø zu sehen, aber dafür ein wunderschöner Mondhalo. Hat auch seinen Reiz:

Mond-Halo über dem Storsteinen

Ein Hauch von Grün

Und ein Hauch von Grün war sogar über Tromsø zu sehen, bevor es wieder nach Hause ging. Für mich ist jetzt erst mal ein Jahr Pause, die nächste Hurtigrute steht voraussichtlich erst wieder im November 2018 an. Was sich bis dahin noch an Reisen ergibt? Mal sehen. Ich werde schon was finden.

Neues Buch: Digiskopie – Fotografie mit Spektiven

So ganz langsam gewöhn ich mich dran: Ich hab mal wieder ein neues Buch draußen! Trotzdem ein schönes Gefühl…

Diesmal geht es um Fotografie, genauer gesagt: Wie fotografiere ich mit Handy, Kompaktkamera oder DSLR durch Fernglas oder Spektiv? Im Prinzip ist das ja einfach und benötigt kein Buch, aber es gibt doch einiges, worauf man achten kann und sollte, um die besten Ergebnisse zu erreichen. Ich hätte vorher nie gedacht, was man alles über Fotostative schreiben kann…

Im Augenblick läuft die Veröffentlichung auf Amazon; bis zum Wochenende sollte es als Print- und EBook verfügbar sein. Es ist wieder einmal nur über Amazon erhältlich – ich hatte es diesmal zwei Verlagen angeboten, und einer hat sogar geantwortet, aber die Digiskopie ist doch noch nicht so bekannt, dass sie zugegriffen hätten. Aber offen gesagt: Der einzige Nachteil ist, dass es nicht über den stationären Buchhandel erhältlich ist. Vielleicht bringe ich ja eines der nächsten drei Projekte bei einem Verlag unter; aber ich bin mit Amazon auch nicht unzufrieden. Damit habe ich immerhin volle Kontrolle, auch wenn ich mich um alle Bildrechte selbst kümmern muss.

Bei einem Buch über Fotografie ist der günstigere Schwarz-Weiß-Druck natürlich sinnlos, daher gibt es das Büchlein nur in Farbe – und als EBook, wieder einmal ohne DRM. Die Datei lässt sich also mit den üblichen Programmen auch für andere Geräte als den Kindle konvertieren, auch wenn sie nur über Amazon vertrieben wird. Da Sachbücher eher selten von vorne bis hinten durchgelesen werden, kann ich es aber nur zum Kauf und nicht zum Ausleihen anbieten. Amazon bezahlt pro gelesener Seite…

Made with an iPhone

Mit dem Blick ins Buch kann sich dann aber wie üblich jeder einen Eindruck davon verschaffen, was ihn erwartet. Bis der aktiviert ist, hier schon einmal die Kapitel:

Das richtige Spektiv
Überblick über die verschiedenen Bauarten und worauf zu achten ist
Wissenswertes über Stative
Worauf man beim Kauf von Stativen und Kugelköpfen achten sollte
Die richtige Kamera
Was sollte eine Kamera können, damit man sie sinnvoll mit dem Okular “verheiraten” kann
Die Kamera am Okular
Alles zur Kameraadaption – von Freihand bis zu professionellen Lösungen
Etwas Theorie
Ein paar Formeln, aber auch Bildbearbeitung
Bildfehler
Was alles schief gehen kann
Zum Abschluss…
Bildgestaltung, Motive finden und mehr.

Wem das Buch gefällt: Gerne weitersagen:-) Und wer beim Fotografieren Erfolg hat: Vom Handy aus lassen sich die Bilder ja wunderbar weiterverbreiten. Viel Spaß!

Mit Handy und Spektiv sind Bilder möglich, für die man vor kurzem noch eine DSLR mit großem Teleobjektiv benötigte

Die 2. Auflage von Astronomie mit einem Celestron-Teleskop ist erhältlich

In den letzten Monaten habe ich – wenn ich nicht in Norwegen war – still und heimlich am Update meines Celestron-Buchs gearbeitet. Eigentlich war das schon für kurz nach der Photokina geplant, als Celestron einige neue Montierungen und Teleskope vorgestellt hatte, aber man kommt ja zu nichts. Und dann kam zum Jahresbeginn noch die CGX-L als neue High-End-Montierung dazu, was das Projekt wieder etwas aufgehalten hat.

Und wie üblich dauert der Kleinkram am längsten – ich habe das Layout nochmal optimiert (mehr Platz am Bund), und natürlich ist der ganze Text noch mehrmals gegengelesen worden. Irgendwas findet man doch immer, was man hätte besser machen können. Für die nächsten Jahre dürfte das Buch jetzt wieder aktuell sein.

Wer noch die 1. Auflage gekauft hat, muss sich aber nicht ärgern, die meisten Änderungen betreffen nur Details, und eben die Vorstellung der neuen Teleskope. Den Preis vom gedruckten Buch musste ich leicht anheben (um 50 Cent), dafür ist der vom EBook konstant. Leider funktioniert das Bundling von Print und EBook in Deutschland weiterhin nicht – auf EBooks ist eine andere Mehrwertsteuer als auf gedruckten Büchern, wohl deshalb kann das EBook nicht mit dem gedruckten gebundelt werden. Schade eigentlich.

Blick ins Buch: Das Layout ist noch einmal für Schwarz/Weiß optimiert worden. Den Blick ins Buch gibt’s auf Amazon.

Alt und neu

Die aktualisierte zweite Auflage ist wie üblich exklusiv auf Amazon erhältlich – da kein Verlag hinter mir steht, kann ich es leider nicht über den stationären Buchhandel anbieten.

So, und jetzt muss ich den Kopf für das nächste Projekt freikriegen…

Neues Buch: Nordlicht und Sterne mit Hurtigruten

Die Probedrucke vom neuen Buch – und bestellbar ist es auch schon!

Die Probedrucke vom neuen Buch – und bestellbar ist es auch schon!

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, die Nordlichtsaison fängt wieder an, und ich habe den Sommer dazu genutzt, in aller Heimlichkeit ein Buch zu schreiben: Nordlicht und Sterne mit Hurtigruten. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal einen Reiseführer schreibe, aber hier ist er.

Auch wer die Reiseberichte in meinem Blog regelmäßig liest, wird hier noch ein paar neue Dinge finden, und vor allem sauber strukturiert. Auf 128 Seiten gibt’s in drei Teile gegliedert eigentlich alles, was ich für die Tour für wichtig halte:

  • Die Reise beschreibt jeden Tag der Fahrt auf der Hurtigrute auf einer Doppelseite mit einem Überblick, was es im Winter zu sehen gibt. Dabei liegt der Schwerpunkt natürlich nicht auf den Ausflügen, die Hurtigrute anbietet – die sind zur Genüge in den Katalogen und auf dem Schiff beschrieben – sondern auf allem, was man sonst noch so sehen kann. Damit ist es knapp genug, dass man es auch noch während der Reise lesen kann:-) Dazu kommen Tipps zur Fotografie, zum Leben an Bord und zu Schiffsbegegnungen. Das alles natürlich passend zum Winterfahrplan.
  • Nordlicht darf natürlich auch nicht fehlen. Wie entsteht es, welche Geschichten gibt es dazu, wie beobachte und fotografiere ich es am besten – also die ganzen Hintergründe, und hoffentlich nicht ganz so kompliziert aufbereitet wie in den anderen Büchern auf dem Markt.
  • Der Sternenhimmel macht den Abschluss: Was gibt es alles am Himmel zu sehen, wie ändert der Himmel sich im Lauf des Jahres, und – natürlich – ein paar Beobachtungstipps, die schon mit einem Fernglas zu sehen sind.

Nordlicht und Sterne mit Hurtigruten

Das Buch gibt es wieder einmal nur über Amazon als Print-on-Demand, also in guter Laserdrucker-Qualität – mein erster Probedruck ist noch unterwegs. Der Preis: 24,96€, im Farbdruck. Eine günstige Schwarz-Weiß-Ausgabe ist bei den vielen Reise- und Polarlichtfotos sinnlos… Im Preis inbegriffen ist das EBook (vorausgesetzt, Amazon Matchbook funktioniert in Deutschland – da bin ich mir gerade nicht sicher), das es beim Kauf des gedruckten Buchs kostenlos dazu gibt und das in den nächsten 36 Stunden online gehen müsste. [Update vom 23.10.16: Matchbook gibt’s laut Amazno nur in den USA, auch wenn ich’s generell aktiviert habe. Schade.] Oder man kauft das EBook (übrigens ohne DRM, sodass es auch abseits vom Kindle genutzt werden kann) für 7,50 Euro – günstiger konnte ich es nicht machen, da einerseits 19% Mehrwertsteuer drauf kommen und andererseits viele Bilder drin sind. Und bei Amazon zahlt der Verlag oder Autor die Portokosten für das EBook, nicht der Käufer, und die werden nach Dateigröße berechnet…

Blick ins Buch und so sollte auch demnächst bei Amazon erscheinen, um mal im Buch zu blättern. Das ist der Nachteil daran, dass ich keinen Verlag hinter mir stehen habe: Keine Buchhandlungen, in denen man es sich anschauen kann. Aber dafür bleibt es länger am Markt.

Irgendwann nächstes Jahr gibt’s das Buch übrigens auch noch in einer richtigen gedruckten Version als Beilage für die Nordlicht-und-Sterne-Themenreisen, die über Hurtigruten Deutschland gebucht werden. Das gilt natürlich nur für die Nordlicht-Reisen von Hurtigruten Deutschland (die auch im Reisebüro gebucht werden können) und nicht für die, die andere Reiseunternehmen auf den Hurtigruten-Schiffen anbieten. Aber das dauert noch ein wenig – erst muss es einmal gedruckt werden, und da laufen die Probedrucke noch. Mit 17×24 cm hat man endlich auch mal was in der Hand – es gibt viel zu viele Reiseführer etwa im DIN-Lang-Format (wohl um in die Hosentasche zu passen), die dann aber so dick sind, dass sie doch nicht passen. Die Kooperation mit Hurtigruten ist auch der Hauptgrund, warum ich diesmal wieder keinen Verlag mit ins Boot genommen habe: So kann ich schneller auf Änderungen reagieren.

Wer also keine Lust hat, mein Blog zur Reisevorbereitung auszudrucken, hat jetzt eine Alternative. Aber Achtung: Es kann sein, dass das Buch das Nordweh weckt. Und wer weiß, vielleicht sieht man sich ja mal im Norden. God tur!