Hurtigrute Tag 9: Vesterålen

Die Inselwelt der Vesterålen steht heute auf dem Programm; im Lauf des Nachmittags werden wir den Raftsund durchqueren und damit zu den Lofoten wechseln. Harstad erreichen wir ziemlich pünktlich mit der geplanten Verspätung von einer Stunde, sodass die Busfahrt durch die Vesterålen nach Sortland stattfinden kann – der Hike mit dem Expedition Team auf einen Berg fällt dagegen aus Zeitmangel aus.

Harstad
Trondenes Kirche von der Trollfjord aus

Der Hafen von Harstad ist weiterhin Baustelle, und wir legen nur relativ kurz an. Immerhin drei Busse nehmen an dem Ausflug teil, bei etwas über 300 Passagieren an Bord also gut ein Drittel. Einer davon ist Günter, sodass ich ein paar Bilder der Busfahrt zeigen kann. Von der Trondenes-Kirche gab es einen hübschen Blick auf unser Schiff, für mich neu in dem Museum ist ein Freilichtmuseum mit einem rekonstruierten Bauernhof. Von da führt die Bustour unter anderem mit einer Fähre bis nach Sortland, wo wir die Teilnehmer wieder an Bord nehmen.

Ich verbrachte die Fahrt wie üblich an Bord – eine zweigeteilte Fahrt: Während der ersten Hälfte schönes Wetter, dann zunehmend Wolken und Regen. Aber ideal, um den Tag entspannt zu genießen. Highlights gibt es natürlich auch auf dem Schiff: Da ist zuerst die Fahrt durch die Risøyrinne, dann Risøyhamn mit Ladetätigkeit und einem Blick auf den Königsstein, der an die Einweihung der Risøyrinne erinnert, und zuletzt, kurz vor Sortland, werden alle aufgerufen, nach vorne auf Deck 6 zu kommen, um den Bussen zuzuwinken, denen wir an der Brücke bei Sortland begegnen. Immer wieder ein netter Spaß, und ich behalte die Flagge noch ein wenig, um beim Anlegen am Kai weiter zu winken.

Von Sortland ging es bei zunehmend schlechterem Wetter gemütlich weiter nach Stokmarknes, wo das neue Hurtigrutenmuseum wartet. Wir hatten allerdings wieder genug Verspätung eingefahren, dass es nur für einen Rundgang um die neue Halle langt, in der die alte Finnmarken nun vor den Elementen geschützt ist – und bei Tag auch vor interessierten Blicken; nur bei Nacht ist sie durch die Glasfassade gut zu sehen.

Das Hurtigrutenmuseum

Ein Besuch lohnt sich in der knappen halben Stunde, die wir diesmal Aufenthalt haben, leider nicht – allerdings ist der neue Eintrittspreis von 220 NOK auch zu viel für den kurzen Aufenthalt. Er mag noch gerechtfertigt sein, wenn man zwei Stunden Zeit hat, aber so dürfte er die meisten Besucher abschrecken. Sehr schade, auch wenn der Neubau und der Erhalt des Schiffs natürlich viel Geld verschlingt. Es gibt aber auch einen Ausflug mit Busfahrt zum Hurtigrutenmuseum, bei dem man mehr Zeit für Schiff und Museum hat.

Nach Stokmarknes kommt der Raftsund: Bei gutem Wetter ist es faszinierend, bei Mistwetter eher mystisch anzuschauen, wenn die hohen Berge am Schiff vorbei ziehen. Im Raftsund sind auch ein paar Seeadler zu sehen, während Niri auf Deck 9 einen Point of Interest veranstaltet; den Trollfjord lassen wir aber wegen des schlechten Wetters aus. Im Winter könnten wir ohnehin nur bis zu seiner Mündung fahren, so setzen wir unsere Fahrt fort und sind sogar zehn Minuten vor der geplanten Ankunftszeit in Svolvær.

Fischersfrau in Svolvær

Die Einfahrt in Svolvær verpasse ich: Es gibt schon ab 17:30 Buffet – in erster Linie wegen den Ausflüglern, die z.B. die Lofoten bei Nacht und drohendem Regen auf dem Pferderücken erleben wollen, aber das gibt auch mir die Chance, einmal in Ruhe durch Svolvær zu gehen und mein Leergut zu entsorgen.

Hinter der Kirche ist ein großes Einkaufszentrum; der Kiwi hat auch nach 19 Uhr noch offen. Ansonsten gibt es hier wenige Möglichkeiten zum Geld ausgeben: Die meisten Läden schließen am Samstag um 19 Uhr. Ein kurzer Besuch bei den Rørbua-Fischerhäuschen nachempfundenen Ferienwohnungen des Scandic-Hotels, und dann der Gedanke, dem Magic Ice doch noch mal eine Chance zu geben. Die Eisgalerie hat einiges an Kunstwerken aus Eis, und normalerweise sage ich: Wer das Eishotel gesehen hat, kann sich das Magic Ice (ein weiteres gibt es in Tromsø, zumindest letztes Jahr noch) sparen. Und heute, wo ich es einmal probiere, hat es wegen Krankheit an Samstag und Sonntag geschlossen. Tja dann…

Dafür macht Svolvær seinem Name als Hauptstadt des Lichts alle (Un-) Ehre: Ein großer Skybeamer beleuchtet die tiefhängenden Wolken. Lichtverschmutzung gibt es auch in Norwegen. An Deck 9 der Trollfjord sind die Unverzagten auf der Suche nach Wolkenlücken – ein bisschen schimmert das Polarlicht durch, aber die Wolken sind meist stärker.

Die anschließende Überfahrt nach Stamsund ist ereignislos, wir kommen pünktlich an und legen deutlich verspätet ab – vielleicht hat der Reitausflug länger gedauert?

Das Wetter ist mies, es schneit/regnet immer wieder, und zwischendrin blitzt ganz kurz ein bisschen Polarlicht auf – als ob es uns verhöhnen wollte.

Bevor es auf den Westfjord geht, schaue ich noch einmal raus, aber keine Chance auf klaren Himmel. Mist.

Hands on: Unistellar eVscope 2

Irgendwie scheine ich es langsam zum Influencer zu schaffen – Letztes Jahr hatte Unistellar bei mir angefragt, ob ich nicht Interesse hätte, ihr neues Teleskop zu testen. Weil ich Astrofoto-Buch und Blog und so habe. Pünktlich zum schlechten Wetter um Weihnachten kam dann ein Paket bei mir an.

Daher als Vorwarnung zu diesem Beitrag: Ich habe das Teleskop zwar von Unistellar kostenlos bereit gestellt bekommen, erhalte für den Test aber kein Geld. Alle Meinungen sind also meine.

Sauber verpackt: Das eVscope 2 mit Rucksack im Versandkarton.

Auf den ersten Blick ist das eVscope 2 ein schicker kleiner Newton. Im Karton stecken ein großer Wanderrucksack, der Teleskop mit Montierung am Stück aufnimmt, sowie ein Stativ auf dem Level eines guten Fotostativs (Alu, leicht und ausreichend stabil) sowie etwas Zubehör: Die Schnellstartanleitung, ein Satz Schraubenzieher, das Lade-/Netzteil. Das sieht so schön und sauber aus, wie man es gerne von einem Komplettset erwartet.

Für einen Listenpreis von 3799,-€, für den das Teleskop ab Februar 2022 auf den Markt kommt, wäre das natürlich mager, wenn es nur ein normales Goto-Teleskop wäre. Schließlich ist die Optik nur ein 4,5″ /450 Newton.

Der Trick ist, dass es kein klassisches Teleskop ist – das Okular sitzt an der Höhenachse und ist digital (ähnlich einem Kamerasucher), statt einem Fangspiegel gibt es eine Kamera mit Sony IMX347 Sensor, und statt Handcontroller oder Feintrieben eine App für das eigene Smartphone. Das Ding macht EAA – also “elektronisch unterstützte Astronomie” (Electronically Assisted Astronomy). Seit in den letzten Jahren die Kameras immer besser geworden sind, ist das ein neuer Trend: Die Kamera macht recht kurzbelichtete Aufnahmen des Himmels und addiert sie automatisch zusammen, sodass man live zuschaut, wie das Teleskop Photonen sammelt.

Blick ins eVsope 2: Kein Fangspiegel, dicke Spinne für die Kamera

Der große Vorteil gegenüber dem visuellen Beobachten: Das Auge macht 24 Bilder pro Sekunde, wer mehr sehen will, braucht ein größeres Teleskop – hier wird das Licht gesammelt.

Der große Vorteil gegenüber der Astrofotografie: Man spart sich die stundenlange Nachbearbeitung der Bilder.

EAA ist also weder klassisches Beobachten noch klassische Astrofotografie, sondern eher Beobachten mit einem Nachtsichtgerät. Noch vor Corona hatte ich einen Abend lang mit dieser neuen Sparte herumprobiert: Auf der Sternwarte haben wir eine ATIK Horizon, die ebenfalls Live-Stacking unterstützt. Das hatte sogar einigermaßen funktioniert; leider hat ATIK eine eher unintuitive Software, und das Teleskop sitzt klassisch auf einer großen, schweren und exakt eingenordeten parallaktischen Montierung. Daher war es mühsam, die Ergebnisse waren aber schon ganz gut.

Das eVsope verspricht nun, dass man eben keine schwere Montierung aufbauen und einnorden muss, sondern das Teleskop einfach nur hinstellt und loslegt. Klappt das?

Der erste Test

Das eVsope 2 auf meinem Balkon. Im Hintergrund ein 80/910mm Refraktor.

Auch wenn der Rucksack perfekt ist, um das Gerät auf den Acker zu bringen: Ich entschied mich gleich für den Härtetest auf dem Balkon im Dorf. Nicht besonders dunkel, aber ein durchaus brauchbarer Himmel. Und ein auf Komfort ausgelegtes Teleskop wird wohl eher im Garten als in den Hochalpen aufgebaut werden.

Also erst einmal den eingebauten Akku aufladen, die App installieren und dann eine prognostizierte drei-Stunden-Wolkenlücke nutzen. Das Stativ ist ruckzuck aufgebaut, das Teleskop wird mit zwei Schrauben gesichert. Kleine Kritik: Es gibt keinen Messingspannring, die Schrauben gehen also direkt auf das Metall. Und die Schrauben haben keine Verliersicherung, sondern können ganz herausgedreht werden. Zwei Ersatzschrauben gehören sicherheitshalber zum Lieferumfang. Das Teleskop hat anders als z.B. ein Celestron Evolution keine Tragegriffe, ist aber noch handlich genug, um es auf das Stativ zu setzen – bei dem Preis wären mir Griffe dennoch ganz lieb, schließlich hält man einen guten Brutto-Monatslohn in der Hand. Dann die Montierung anschalten, Staubschutzkappen abnehmen, das Handy mit dem WLAN verbinden und die App starten – los gehts.

Erster Eindruck: Die deutschsprachige (!) App ist übersichtlich strukturiert und macht auch ohne eigene Anleitung keine Probleme; Tooltips erklären die Funktionen beim ersten Benutzen. Die Verbindung erfolgt über den WLAN-Accesspoint, den das Teleskop bereit stellt. Mit dem iPhone 13 Mini: Gar kein Problem, und ich kann das Teleskop über die Richtungstasten in der App auf ein Stück klaren Himmel richten. Vorbildlich.

Das elektronische Okular

Und jetzt beginnt die Magie: Die Kamera nimmt ein Bild des Himmels auf, zeigt es sowohl im digitalen Okular als auch auf dem Handy, macht ein Platesolving (also analysiert und identifiziert den Himmelsausschnitt), und das war’s: Die Montierung weiß, wo das Teleskop hinzeigt, die Nachführung läuft, die App macht Beobachtungsvorschläge – perfekt. Ich muss nur noch scharf stellen; den Hauptspiegel hinten am Teleskop, und das elektronische Okular mit dem Dioptrienausgleich direkt am Okular. Eine Justage der Optik spare ich mir – das Bild sieht ordentlich aus, und die Schärfe eines schnellen Newtons ist nicht mein Hauptinteresse in dieser Nacht.

Außerdem war der erste Test sehr gehetzt: Am 31. Dezember, zwischen dem, was zum Jahreswechsel 2021/22 als Silvesterfeier durchgeht und den aufziehenden Schießpulverschwaden aus der Nachbarschaft, die irgendwoher doch Böller bekommen hat, war nicht so viel Zeit. Also blieb etwa eine Stunde in der späten Abenddämmerung. Normalerweise sage ich, dass man sich zwei bis drei Abende gönnen sollte, um ein neues Teleskop kennenzulernen, bevor man ernsthaft ans Beobachten geht. Mir bleibt jetzt eine gute Stunde, und ich bin angenehm überrascht: Nachdem ich das Gerät angeschaltet habe, verbinde ich mein Handy ohne Probleme mit dem Teleskop und fahre ein Stück klaren Himmel an. Kurz darauf ist das Platesolving abgeschlossen – wir reden hier von Sekunden – und das Teleskop weiß, wo es hinzeigt, und ich kann Objekte anfahren. Nach ein bisschen Herumprobieren bietet die Bedienung per App keine Rätsel mehr: Ich kann Objekte suchen und anfahren, wenn ich das Live-Bild auf dem Monitor zoome, verändert sich auch der Zoom im Okular, und es gibt Grenzen, unterhalb derer keine Objekte angefahren werden – aber die App zeigt an, wann die Ziele hoch genug stehen. Wer will, kann diese Grenzen auch ändern.

Die automatische Bildverbesserung wird separat aktiviert, nun wechselt die Anzeige vom Livebild zum Livestacking: Dabei werden wie bei echter Astrofotografie die einzelnen Bilder übereinandergelegt, sodass das Bildrauschen verschwindet und die eigentliche Bildinformation zu Tage tritt. Nach ein, zwei Minuten sieht man schon deutlich mehr als direkt nachdem ein Objekt angefahren wurde.

Es gibt zwei Möglichkeiten, das Bild anzuschauen: Auf dem Smartphone oder in dem elektronischen Okular. Das elektronische Okular von Nikon ist der größte Unterschied zu den Konkurrenzprodukten von Vaionis oder den kleineren Modellen von Unistellar. Zusammen mit der Fokussiermöglichkeit gibt es einem das Gefühl, wirklich an einem Teleskop selbst zu beobachten. Leider ist das Bild im Okular schlechter als auf dem Handydisplay oder im Sucher einer Kamera: Wo das Handy recht kleine Sterne zeigt, sieht man im Okular Blobs – vergleichsweise fette, aufgeblähte Sterne. Dafür ist der Einblick gut und unkompliziert möglich, selbst wenn man das Handy in die Tasche gesteckt hat, während das Teleskop Licht sammelt.

Auf die Schnelle – mit der Objektsuche habe ich mich noch nicht vertraut gemacht – schlägt mir das Teleskop den Monkey Head Nebula als Beobachtungsziel vor, nachdem ich an Beteigeuze scharf gestellt habe – der Orionnebel steht noch zu niedrig. Jetzt muss ich zugeben, dass ich den Affenkopfnebel NGC 2174 bislang nicht wirklich auf dem Schirm hatte. Mit 40 Bogenminuten Durchmesser ist er auch kein offensichtliches Ziel für diesen Standort (man kann in der App in drei Stufen wählen, wie gut der Himmel ist). Aber gut, für einen Test wird es langen.

Nun hat das Teleskop ein Bildfeld von 37×54 Bogenminuten, damit ist der Nebel bildfüllend und dementsprechend schwer auszumachen. Aber es tauchen immerhin einige Sterne mehr auf, die Bildaddition funktioniert also. Sie sind nicht ganz rund – aber dafür, dass das Teleskop ungeschützt vor Wind auf einem Balkon auf einem vollständig ausgezogenen Stativ steht, ohne Autoguider und azimutal montiert, ist das gar nicht schlecht. Und man bedenke: EAA ist keine Astrofotografie, sondern elektronisch unterstütztes Beobachten. Es geht um die Live-Beobachtung.

Ich bin durchaus beeindruckt. Wenn alle Teleskope sich so einfach in Betrieb nehmen lassen würden, wären einige meiner Bücher überflüssig….

Aber bevor mir noch Silvesterböller in das teure Leihteleskop fliegen (und ich als Silvesterfeier-Boykottierer in die Nerd-Ecke gestellt werde), breche ich diese Sitzung ab: Deckel drauf und am Stück reintragen. Eine Beobachtung mit dem Fernglas ist auch nicht weniger aufwändiger…

Die zweite Nacht

Am nächsten Abend ist es überraschenderweise auch klar. Also das Teleskop noch einmal rausstellen, auf einen klaren Fleck am Himmel zwischen dem Dach des Nachbarhauses und der Markise vom Balkon richten, und dann ein sinnvolles Objekt in diesem Beobachtungsfenster suchen. Der Gewinner: M1, der Krebsnebel.

Das Teleskop fährt ihn flüsterleise an, korrigiert noch ein bisschen, et voilà: Da ist er. Nach zwei Minuten ist er deutlich besser zu sehen, ob ich ihn dann zehn oder 15 Minuten im Okular lasse, macht keinen großen Unterschied. Im Okular sieht er hübsch aus, auf dem Handy sieht man, dass es ein paar Nachführfehler gab. Andererseits ist das auch kein Wunder, wenn man beim Beobachten mit dem Okular an das Teleskop kommt. Wenn es um hübsche Bilder geht, sollte man die Stativbeine weiter spreizen, sie nicht vollständig ausfahren, und vor allem das Teleskop nicht berühren. Dann sollten die runden Sterne möglich sein, die auf der Unistellar-Seite abgebildet sind.

Auf dem Handy sieht das übrigens so aus:

Die Plejaden sind zu groß für die Brennweite des eVsope 2.

Der Krebsnebel passt als Ziel deutlich besser zum eVscope als der Affenkopfnebel – und das Bild ist besser als das, was mir das C14 von unserem Verein in der Stadt zeigt. Das kleine Gerät hat Potential.

Wie schlägt es sich an den anderen Paradeobjekten des Winterhimmels?

Erstes Ziel sind natürlich die Plejaden, während der Orionnebel noch höher steigt. Das Bildfeld ist leider zu klein, sie passen nicht komplett drauf. Das passiert einem bei langbrennweitigen Teleskopen natürlich auch; dieser Sternhaufen ist eher ein Ziel für ein Fernglas oder ein Rich-Field-Teleskop. Interessanter Effekt: Nach etwa 10 Minuten wird das Bild nicht mehr spürbar besser, ein Hauch des Reflexionsnebel ist zu erahnen.

Etwa 20 Minuten lasse ich das Teleskop laufen. Und in der Zwischenzeit? Wie bei echter Astrofotografie ist mir langweilig, und ich werfe einen Blick durch den kleinen Refraktor, den ich daneben aufgestellt habe. Im echten Okular ist von dem Plejadennebel nichts zu sehen (M1 probiere ich ohne Lichtverschmutzungsfilter gar nicht erst), dafür gibt es die nadelscharfen Sterne, für die ich Refraktoren liebe.

Fünf Minuten Orionnebel

Endlich steht auch der Orionnebel hoch genug, dass ich ihn anfahren kann.

Nett: Schon nach kurzer Zeit sind Farben zu erkennen. Wer sagt denn, dass Deep-Sky-Objekte schwarzweiß sind? (Klar – jeder erfahrene Beobachter, der ihnen in großen Geräten höchstens einen Hauch von Farbe zugesteht.) In kleinen Geräten und an lichtverschmutzten Standorten zeigen praktisch nur Doppelsterne Farbe. Oder dieses eVsope…

Ja, die Sterne sind fett und etwas verwackelt, und das Zentrum ausgebrannt, aber das geht schon sehr in die Richtung von dem, was ich gerne während einer öffentlichen Führung zeigen würde. Da habe ich zu oft erlebt, dass ich vom Anblick einer Galaxie begeistert war, und die Gäste das mit einem “Dieses Nebelfleckchen?” kommentierten.

Das Gerätchen liefert, wobei M42 natürlich auch kein schweres Ziel ist. Die App gibt noch ein paar Möglichkeiten zur Belichtungssteuerung, und wie lange die einzelnen Aufnahmen belichtet werden – damit dürfte sich noch mehr herausholen lassen. Aber da ich für diesen Test nicht bezahlt werde, belasse ich es bei den Standardeinstellungen und überlege mir die nächste Gemeinheit: Der Pferdekopfnebel.

Dieser berühmte Staubnebel vor den leuchtenden Emissionsnebeln im Orion ist visuell eine echt schwere Nuss; mit meinem 80mm-Refraktor und an diesem Standort brauche ich das gar nicht erst probieren.

Und das eVscope? Es schwenkt ohne Murren dieses Ziel an, das ich noch nie im Teleskop probiert habe, und fängt an, mich beim Beobachten elektronisch zu unterstützen.

10 bis 55 Minuten Pferdekopfnebel

Nach 10 Minuten ist das Pferdchen zu erahnen, nach einer halben Stunde ist die beste Sichtbarkeit erreicht. Die Sterne sind rund, und die Silhouette ist auch nicht schwerer zu erahnen als im Okular eines großen Dobsons an einem guten Standort.

Das ist meine erste Beobachtung (und Aufnahme) des Pferdekopfnebels.

Mit einem 4,5″-Telesköpchen, das ich einfach auf den Balkon gestellt habe.

Mitten im Dorf.

Eigentlich eine Unverschämtheit.

Ich habe damit nur ein Problem: Das war zu einfach. Ich war zwischendrin im warmen Wohnzimmer und habe mir den Verlauf auf dem Handy angeschaut, oder draußen mit dem Refraktor ein bisschen Jupiter beobachtet. Mir war langweilig, und ich habe nicht das Gefühl, ihn wirklich selbst beobachtet zu haben. (Und trotzdem: Mein erstes Pferdchen!)

Danach baue ich ab, der Akku ist nach zwei Nächten am Ende. Die Ladezeit nutze ich, um die Bilder über mein Heim-WLAN zu Unistellar hochzuladen: Zur möglichen wissenschaftlichen Auswertung sammelt Unistellar die Daten. Es ist auch möglich, die gesammelten Gigabyte an RAW-Dateien wieder herunterzuladen, der direkte Zugriff ist nicht vorgesehen: Man muss den Support kontaktieren und erhält dann einen Downloadlink. Das geht recht flott, aus den RAW-Dateien konnte ich aber auch nichts besseres herausholen. Ein Direktzugriff auf den Speicher des Geräts ist aber nicht möglich.

Außerdem sind gleich drei Bereiche vorgesehen, in denen Unistellar-Nutzer die Wissenschaft unterstützen können: Asteroiden-Beobachtung, Exoplaneten-Jagd und “Planetare Verteidigung” vor möglichen Meteoriten-Einschlägen. Damit gewinnt das “Just-for-Fun”-Beobachten sogar wissenschaftlichen Nutzen, es bleibt im Idealfall nicht bei der vergänglichen Beobachtung im Okular.

Eine dritte Nacht

Mit dem Rucksack ist alles griffbereit für den spontanen Einsatz

Wofür das eVscope wirklich hervorragend geeignet ist: Spontan beobachten! Es ist ein echtes Grab-and-Go-Teleskop, weil alles im Rucksack ist. Man braucht nur noch das eigene Smartphone und ggf. ein Ladekabel – unten an der Montierung des eVscope ist ein USB-Ausgang, der wohl zum Laden des Handys genutzt werden kann.

Am 10. Januar gab es eine überraschende Wolkenlücke, und ich nutzte die Zeit, um mir den Rucksack mit dem eVscope, etwas zu trinken und meine Jacke zu schnappen, um auf den nächsten Acker zu fahren, wo ich einen deutlich dunkleren Himmel habe als auf dem heimischen Balkon.

15 Minuten später – davon 10 Minuten Fahrzeit – war das Gerät auch schon einsatzbereit. Im Nordosten drohte bereits die nächste Wolkenbank, aber noch war über mir klarer Himmel.

Da ich in der letzten Nacht ein paar verwackelte Sterne hatte, stellte ich das Stativ zuerst einmal niedrig ein: Die Beine nicht ausfahren, und maximaler Spreizwinkel. Das sollte noch etwas mehr Stabilität bringen. Die Initialisierung verlief wieder problemlos: Das Teleskop grob in die Zielrichtung ausrichten (senkrecht nach oben wollte ich es für die Orientierung am Himmel dann doch nicht zeigen lassen, etwas einfacher darf das System es schon haben), die Sternerkennung aktiviert und fertig. Ab zur Objektsuche in der App, die zahlreiche Vorschläge macht.

Das erste Ziel: M27, der Hantelnebel. Ein nicht zu kleiner Planetarischer Nebel, der auch in kleineren Teleskopen ein hübscher Nebelfleck ist. Im eVscope dauerte es keine zwei Minuten, bis er in Farbe zu sehen war. Chic, was da auf meinem Handy-Display auftauchte. Um Erschütterungen zu vermeiden, schaute ich währenddessen nicht in das elektronische Okular, und werde mit runderen Sternen belohnt.

Nach zwei Minuten war das Bild bereits hübsch, nach sechs Minuten nicht wesentlich besser. Also schon weiter zum nächsten Ziel? Warum nicht… Die App schlägt NGC 6946 vor – die Feuerwerksgalaxie im Cepheus mit 9. Größe. Schauen wir mal. Surrr… die Montierung fährt das Ziel schön leise an; mit dem Kaffeemühlengeräusch vieler Goto-Montierungen hat das nichts zu tun.

Hier lohnt sich die längere Belichtungszeit: Zunächst ist nichts zu sehen, wenig später schälen sich die Spiralarme immer besser heraus. Hübsch.

Und jetzt? Ein Blick zu den Wolken, die näher kommen… ach was soll’s, weiter zum nächsten Ziel. M33 steht hoch über mir, die Dreiecksgalaxie. Kein leichtes Ziel, da sie größer als der Vollmond ist, und der halbvolle Mond obendrein den Himmel aufhellt. Surr, Verbesserte Sicht starten, Blick auf’s Handy: Check, da ist sie. Nach wenigen Minuten sind die Spiralarme erkennbar und nach zehn Minuten deutlicher. Bei Nacht und auf dem Handy sind sie übrigens deutlich schöner als bei Tag auf dem Laptop. Umgebungslicht macht sich auch hier bemerkbar.

War ja einfach, wobei die Galaxie wohl von etwas mehr Belichtungszeit profitieren würde. Ich nutze die Zeit, um die Bilder nach Hause zu schicken. Zurück kommt die Frage, was ich davon halte, dass vom Sofa aus genauso viel zu sehen ist wie bei mir in der Kälte? Tja, da ist was dran – es fühlt sich nicht wie Beobachten an, da ich doch immer nur auf’s Handy schaue.

M82

Aber was soll’s, wenn ich schon mal draußen bin, wird die Zeit genutzt. Über dem Großen Wagen tut sich eine Wolkenlücke auf, also ab zu M82. Die “Zigarre” ist eine hübsche unregelmäßige Galaxie und ein hübsches Paar mit M81.

Es dauert keine Minute, bis die Zigarre mit ihren Staubbändern zwischen den Sternen zu sehen ist.

Eigentlich eine Unverschämtheit, wie gut das funktioniert.

Immerhin sind die Sterne nicht ganz perfekt, und ich entscheide mich, den Fokus zu überprüfen. Ab zu Albireo, der ist hübsch hell, und ich kann mal sehen, was das kleine Gerät an Doppelsternen kann.

Im Staubschutzdeckel ist eine Bahtinov-Maske versteckt, die ein Beugungsmuster verursacht, anhand dessen man die Schärfe wunderbar beurteilen kann. Um es einfacher zu haben, parke ich das Teleskop zwischendrin kurz und bringe das Stativ auf seine maximale Höhe. So kann ich bequem durch das Okular schauen, während ich Albireo fokussiere.

Wie erwartet sind Doppelsterne keine Spezialität des eVscope 2 – da braucht man Vergrößerung, Licht sammeln bringt wenig. Albireo wird nicht wirklich getrennt, aber ich kann gut sehen, dass es zwei Sterne sind, und ich im Fokus bin.

Für schärfere Sterne müsste ich es mal mit Justage des Spiegels probieren, aber darauf habe ich gerade keine Lust. Außerdem: Das Stativ ist nicht das stabilste, und das Teleskop wackelt ziemlich, sodass schon das Fokussieren nicht ganz trivial ist. Aber für meine Zwecke langt es – leider kann ich es auch nicht einfach auf ein stabileres, schwereres Stativ setzen.

Lieber noch ein wenig Beobachten statt zu justieren – zurück zum Großen Bären: M81 ist nach drei Minuten so strukturlos, wie ich das vom klassischen Teleskop gewohnt bin, M82 bleibt hübsch.

Dann machen die Wolken im Norden dicht, und was bietet sich als Ziel an? Natürlich der Mond! Unter “Moon” finde ich ihn in der App, und bald ist er bildfüllend auf dem Handydisplay.

Der Mond zeigt wunderbar das Bildfeld des eVscope 2

Die Bildverbesserung bringt hier übrigens nichts (außer dass er kurz überbelichtet wird). Höher Vergrößern macht nur bedingt Spaß: Es bleibt halt digitaler Zoom, kein optischer. Leicht erschreckend ist der Blick ins Okular, wo er lila eingefärbt erscheint – auf dem Handy sieht er deutlich farbechter aus.

Damit fehlen in meiner Sammlung nur noch offene Sternhaufen. Ein schneller Schwenk zu h Persei, dann manuell ein Stück zur Seite, um h&Chi Persei gemeinsam einzufangen.

Ganz nett, wobei hier die fetten Sterne natürlich stärker auffallen – sie machen zwar die unterschiedlichen Sternhelligkeiten deutlich, aber der Anblick ist doch anders als im Teleskop. Und längere Beobachtungszeit ändert gar nichts am Bild. Ein Blick nach oben: Oha. Wolken.

Das habe ich beim Blick ins Okular gar nicht mitgekriegt. Der Stacking-Algorithmus ist so intelligent, dass er Wolken erkennt – oder schaue ich doch nur auf ein Dia? Nein – wenn ich auf das unverbesserte Livebild gehe, sind auch nur noch Wolken zu sehen. Also doch kein Fake… Der beliebte Trick, die Hand vor das Objektiv zu halten, um zu zeigen, dass man keine Bild sieht, funktioniert am eVscpoe übrigens auch nicht.

Damit mache ich Feierabend. Das geht wunderbar schnell: Teleskop parken, Staubschutzdeckel aus dem Auto holen, Teleskop in den Rucksack und das Stativ daneben. Keine fünf Minuten.

Und zumindest eines hat der Abend mit einer klassischen Beobachtungsnacht gemeinsam: Es wird irgendwann kalt, wenn man auf dem Acker steht.

Fazit: Das Teleskop

Größenvergleich alt gegen neu: Ein computergesteuerter 80mm-Refraktor und das eVscope 2

Diese kurze Testphase mit dem eVscope war wie ein Reinschnuppern in die Zukunft der Amateurastronomie: Ein vollständiges, ordentlich verpacktes Teleskop, das einem die ganzen Technikprobleme abnimmt, sich vollständig automatisch am Himmel orientiert und die Objekte anfährt und verfolgt, die man auswählt – sei es aus der Datenbank oder über Koordinaten. Das elektronische Okular und die manuelle Scharfstellung geben einem noch mehr das Gefühl, selbst zu beobachten, als bei denjenigen robotischen Teleskopen, die das Bild nur auf dem Handy-Display zeigen. Der Preis dafür ist, dass man es gelegentlich doch (wie jeden Newton) justieren sollte. Aber das ist kein Problem, und auch Out-of-the-Box liefert es gute Ergebnisse.

Was ich noch verbessern würde

Amateurastronomen sind fast alle Bastler, und obwohl das eVscope 2 ein rundes Komplettset ist, das sofort funktioniert und keine Nachkäufe benötigt, gibt es natürlich ein paar Dinge, die ich verbessern würde.

  • Das Stativ hat keine Ablagemöglichkeit z.B. für das Handy. Es gibt Stativablagen aus Stoff oder Nylon, die zwischen die Stativbeine gehängt werden und so eine kleine Ablagefläche bereitstellen. Kann man für eine Handvoll Euro nachkaufen.
  • Das Teleskop kann auf mehrere Geräte Bilder übertragen, kennt aber nur einen (Haupt-)Benutzer, der es steuert. Bei meinen Tests wurde ich öfter auf einen Gast-Status zurückgesetzt. Nachdem ich das einmal kapiert hatte, konnte ich die Kontrolle über das Teleskop aber problemlos zurückbekommen. Hier wäre zumindest ein Infofester nett, das einen über den Statuswechsel benachrichtigt – der umso unerwarteter war, da ich es alleine benutzte. Davon abgesehen funktioniert die App einwandfrei, auch wenn das Handy sich in den Ruhemodus begeben hat und die WLAN-Verbindung getrennt hat.
  • Die Akku-Anzeige ist in der App versteckt und hat nur einen groben Ladestandsindikator statt einer Prozentanzeige. Das macht Apple mit dem iPhone auch nicht besser, aber es stört mich trotzdem.
  • Das Nikon-Okular hat noch Luft nach oben, was die Schärfe angeht. Die Sterne sind fett, ein wenig erinnert es mich an alte Dias in einem Diabetrachter. Das kann der Sucher meiner Panasonic besser.
  • Die beiden Klemmschrauben, mit denen das Teleskop auf dem Stativ befestigt sind, sind nicht unverlierbar. Aber vorbildlich: Zwei Ersatzschrauben liegen gleich bei.

Aber das sind Kleinigkeiten, und die Hälfte per App-Update lösbar. Unter dem Strich ist das eVscope 2 sein Geld wert. Das mag bei knapp 3800€ Einführungspreis verwegen klingen, aber: Es ist ein Komplettpaket mit Transport-Rucksack. Für einen ähnlichen Preis erhalte ich wahlweise einen gut transportablen Refraktor mit Goto-Montierung und wirklich gutem Zubehör, der weniger zeigt (oder zumindest anders) und für den ich mir eine Transportmöglichkeit selbst anfertigen muss, oder z.B. ein CPC925, das einen ähnlichen Komfort bietet, ebenfalls beeindruckende Bilder zeigt, aber nur mit dem Auto transportabel ist. Natürlich erhält man für weniger Geld auch schon sehr schöne Pakete, aber wenn das Gesamtpaket ähnlich viel Spaß machen soll, kann man in ähnliche Preisregionen kommen. Ich erinnere nur an das Schmierfett, das bei günstigen Teleskopen gerne am Okularauszug klebt – wer sich mit so etwas abgibt, bleibt in Preisregionen weit unterhalb des eVscope. Für Pfennigfuchser ist es nichts.

Gelegentlich wird es mit dem iPhone verglichen: Nicht billig, aber “It just works”. Und das tut es – wer sich für EAA begeistern kann, ist hier richtig.

Fazit: EAA – Electronically Assisted Astronomy

“Klassische” EAA am Laptop

Das war meine erste erfolgreiche Begegnung mit EAA, nach den ersten Tests in dieser Richtung mit einer ATIK Horizon und der Infinity-Software am großen Sternwartenteleskop. Zwischem dem Livestacking mit der ATIK und dem EAA-Beobachten mit dem eVscope liegen Welten: Mit der ATIK am fest aufgestellten Teleskop habe ich noch richtig was zu tun, um Ergebnisse zu erhalten (richtiger Abstand zum Reducer, um ein scharfes Bild mit dieser Kombination zu bekommen…), und die Software hatte den Rechner ins Stottern gebracht, weil der Prozessor mehr als ausgelastet war. Bis da alles lief, hat es gedauert, und der Aufwand am Teleskop ist nicht viel geringer als bei der Astrofotografie. Das eVscope ist dagegen echtes, unkompliziertes Grab-and-Go.

Jetzt muss ich zu meinem Urteil über EAA dazu sagen: Ich mache seit bald 30 Jahren Astronomie, visuell (meist so einfach wie möglich mit einem Rich-Field-Refraktor, bei dem die einzige Elektronik der Leuchtpunktsucher ist, aber auch mit großen Goto-Teleskopen) als auch Astrofotografie (mit der üblichen Materialschlacht).

EAA ist nichts für mich. Vielleicht romantisiere ich das, aber ein Reiz der Astronomie liegt für mich darin, die Objekte selbst zu finden und im Okular zu sehen – zu wissen, dass die Photonen nach zig Lichtjahren ausgerechnet in meinem Auge liegen. Der andere Reiz liegt für mich darin, die Technik zu verstehen und zu beherrschen– wobei ich natürlich auch Technik mag, die einfach funktioniert, und die ich nur noch an ihre Grenzen bringen muss.

Das eVscope nimmt mir das alles ab und zeigt mir gleich die beeindruckenden Bilder, die man erwartet – verwöhnt von einigen Jahrzehnten bunter Hubble-Bilder als auch dem (mittlerweile) klassischen Vorspann von Star Trek & Co.

Nur: Ich muss dafür überhaupt nichts machen, sondern bekomme es fertig serviert. Das ist einerseits toll – es funktioniert einfach, und man sieht was! – , andererseits ist das ein bisschen wie wenn ich auf eine Foto-Safari mitgenommen werde und am Ende die Bilder vom Reiseleiter aufs Handy geschickt bekomme, ohne selbst mehr dazu beizutragen als Wünsche, was ich gerne sehen würde. Das ist gleichzeitig faszinierend und langweilig. Für mich wäre der Haupteinsatz wohl, dass es neben mir ergänzend auf dem Acker steht und die Grenzen des Beobachtbaren verschiebt, während ich rein visuell beobachte. Oder für einen sehr unkomplizierten und schnellen Blick auf Deep-Sky-Objekte während einer Wolkenlücke vom heimischen Balkon aus, für die ich ansonsten einen Sternatlas oder eine Goto-Montierung bräuchte (und dann doch nicht viel sehen würde).

Gesamt-Fazit: Toll, aber nicht für jeden

eVscope und “klassisches” Goto-Teleskop stehen nicht in Konkurrenz zueinander, sondern sprechen unterschiedliche Zielgruppen an.

Ganz klar: Das eVscope funktioniert problemlos und tut das, was es soll: EAA, also mit der Elektronik beim Beobachten helfen, sodass man das Universum endlich auch ohne Vorkenntnisse oder Bedienungsanleitung lesen in Farbe und bunt sieht, sobald es eine größere Wolkenlücke gibt. Viel unkomplizierter geht es nicht, und das elektronische Okular gibt einem noch das Gefühl, nicht nur aufs Handydisplay zu starren.

Aber: EAA ist eine eigene Sparte. Es ist keine Astrofotografie (es geht nicht um perfekte Fotos) und kein echtes visuelles Beobachten (bei dem man nur mit Auge und Teleskop beobachtet), sondern etwas eigenes, am ehesten vergleichbar mit einem Restlichtverstärker. In Form des eVscopes wurde EAA so perfektioniert, dass man sich nicht mit der Technik beschäftigen muss, sondern einfach loslegen kann.

EAA mit vollautomatisierten Teleskopen ist nichts für alle, die

  • gerne selber Hand anlegen wollen
  • die nadelscharfen Sterne sehen wollen, die einem ein guter Refraktor zeigt
  • die Puristen sind und die Dinge selbst sehen wollen statt auf einem Display
  • die Herausforderung darin sehen, “Faint Fuzzies” im Okular zu jagen
  • Pfennigfuchser sind (wobei ein gutes visuelles Teleskop auch nicht billiger ist und weniger zeigt)
  • Mit denselben Ansprüchen an EAA geht wie an die Astrofotografie

Ein eVscope ist dagegen wohl ideal für alle, die

  • unkompliziert eindrucksvolle Ergebnisse sehen wollen
  • von Deep-Sky-Objekten mehr als Nebelflecken sehen wollen, ohne ein großes Teleskop an dunkle Standorte schleppen zu müssen
  • ein Komplett-System wollen, das einfach funktioniert
  • einfach mal Abends das Teleskop auf die Terasse stellen wollen, um einen Blick in den Himmel zu werfen – gerne auch mit Freunden an einem gemütlichen Abend, statt dafür alleine an einen möglichst dunklen Ort in den Hochalpen zu fahren
  • technik-begeistert sind, aber nicht an der Technik herumschrauben wollen
  • einen einfachen Einstieg in die Astronomie suchen und das nötige Kleingeld haben
  • alle, die Öffentlichkeitsarbeit machen: Auf einer Sternwarte als Ergänzung zu den Beobachtungen mit klassischen Teleskopen kann ich es mir sehr gut vorstellen.

EAA ist also nichts für jeden. Aber wer in die Zielgruppe fällt, erhält mit dem eVscope ein durchdachtes, rundes Gesamtpaket, das begeistert. Ich werde es mir nicht zulegen – aber z.B. für die öffentlichen Führungen an meiner nächsten Sternwarte wäre es durchaus eine interessante Ergänzung.

Den stolzen Preis sehe ich dabei wie gesagt gar nicht einmal als Problem: Ein guter visueller Setup ist auch nicht billiger, und zeigt gerne weniger.

Mich hat vor allem mein dritter Beobachtungsabend sehr an meine erste Beobachtungsnacht mit einem Celestron CPC1100 erinnert. Das Gerät kostetete vor einigen Jahren mit etwas Zubehör ähnlich viel, ist deutlich größer und schwerer (Kofferraum und Rückbank eines Ford Fiesta waren voll), aber ebenfalls rasch aufgebaut, und das Goto hatte einwandfrei funktioniert (Heute ist das CPC925 in derselben Preisklasse, das nicht viel schlechter ist als sein größerer Bruder, und sich mit einem StarSense-Modul ebenfalls automatisch am Himmel orientiert). Auch hier hatte ich in einer Nacht sehr viele Objekte angeschaut und wenig wirklich beobachtet. Aber andererseits hatte ich die Galaxien auch mit eigenem Auge gesehen und nicht nur auf dem Bildschirm.

Das ist vielleicht mein größtes Problem mit dem eVscope: Ich schaue ohnehin schon den ganzen Tag auf irgendwelche Monitore und Displays, da will ich das in meiner Freizeit nicht auch noch. Dann lieber ein echtes Okular, mit schwachen, aber nadelscharfen Sternen und geisterhaften Nebelfleckchen, hinter denen sich Galaxien, Sternhaufen und Gasnebel verbergen.

Aber wer sich für EAA begeistern kann, erhält ein Rundum-Sorglos-Paket, das einer neuen Gruppe von Astronomie-Begeisterten den Einstieg in die Himmelsbeobachtung ermöglicht.

Kleines Update zur Nacht vom 24. Januar

Bald geht das eVscope zurück, und es ist Zeit für ein kleines Update. Ich hatte nämlich noch eine klare Nacht auf der Sternwarte verbracht, und nach dieser Nacht finde ich das Gerät oberaffengeil, weil es einfach funktioniert. Während ich einiges an Frust gesammelt habe… Ich wollte nämlich einiges an neuem Equipment testen, das sich im letzten halben Jahr bei mir und im Verein angesammelt hat. Endlich war Zeit dafür, und ich konnte auf der Sternwarte groß aufbauen.

Baustelle Nummer 1 – Astrofotografie/AutoGuider:

Meine erste Baustelle war unsere CGEM-Montierung, an der ich einen Autoguider testete: Den StarAid Revolution. Mit diesem Stand-Alone-Autoguider konnte ich bereits meine heimische Montierung einnorden, obwohl ich keine freie Sicht nach Norden hatte, jetzt stand ein Guiding-Test an – nachdem endlich ein Netzteil da war und ich alle Verlängerungshülsen parat hatte, um mit meiner DSLR in den Fokus zu kommen. Ach ja: Beim Autoguider und seinem Leitrohr waren auch endlich alle Adapter richtig sortiert, dass ich ihn fokussieren konnte.

Der StarAid Revolution verspricht echtes Plug&Play: Einfach alles zusammenstöpseln und loslegen, er kalibriert sich automatisch (wenn man mal über das Handy scharf gestellt hat).

Der Test sieht gut aus (das war das Erfolgserlebnis an diesem Teleskop), dafür weigerte sich meine Nikon, mehr als neun Bilder am Stück zu machen. Die Intervallfunktion war – sagen wir mal, unkooperativ. Also: Erfolgreicher Test, aber trotzdem keine brauchbaren Ergebnisse.

Nur an unserer großen Alt-Montierung konnte ich ihn nicht testen: Der Autoguider hat ein ST-4-Kabel, die Steuerung eine völlig andere Buchse. Mittlerweile weiß ich, dass das Kabel doch an die Meade Pictor/ST-7-Buchse passt, obwohl sie anders heißt. Es leben die Standards.

Baustelle Nummer 2 – Aufbewahrung:

Die nächste Baustelle ist zwar kein Teleskop, aber hängt damit zusammen: Die Sternwarte hat sich einen Hotech Laser-Kollimator gekauft, um die wenigen Vereinsabende mit klaren Nächte nicht mit Teleskopjustage zu verschwenden. Das funktioniert auch wunderbar und ist sauber in einer eleganten Tasche verpackt. Nur der dazugehörige Getriebeneiger passt natürlich nicht in die Tasche und geht so im Verein garantiert verloren. Also brauchen wir noch eine weitere Tasche, um Tasche plus Getriebeneiger gemeinsam zu verstauen.

Ich habe ja schon viel Zeit mit dem Planen von Aufbewahrungskoffern von Teleskopen verbracht. Um so mehr weiß ich die saubere Lösung des Unistellar für das eVscope zu schätzen. Selbst wenn das Stativ irgendwo anders aufgeräumt wird: Es steht Unistellar drauf, sodass man es jederzeit zuordnen kann. Selbst in einem Verein.

Gerät Nummer 3 – EAA:

Die ATIK am ED80/600-Refraktor, huckepack auf dem großen C14

Das Thema EAA ist je eigentlich alt. Schon vor Corona hatte die Sternwarte eine ATIK Horizon für den ED80/600-Refraktor gekauft, der am großen C14 montiert ist, unserem Hauptgerät. Die Kamera wird von der Atik Infinity-Software unterstützt, die Live-Stacking und -Alignment kann – also EAA macht. Es hat nur die Zeit zum Testen gefehlt. Aber heute!

  • Frust 1 war bei den ersten Tests, dass unser alter Rechner zu langsam war. Auf dem neuen Laptop läuft die Infinity-Software jetzt immerhin flüssig. (Sharpcap hatte für Vereine üble Lizenzbedingungen, als ich das letzte Mal nachgeschaut hatte, und scheidet daher aus). Immerhin das klappt jetzt.
  • Frust 2: Mit dem 0,8x-Reducer (der das Teleskop auf 80/480 f/6 bringt) komme ich gerade so in den Fokus – aber auch nur, weil wir die überlange 2″-Steckhülse, die innen am Okularauszug angestoßen war, schon vor Jahren abgesägt hatten. Damit ist natürlich auch das Filtergewinde Geschichte, Lichtverschmutzungsfilter gehen also nicht. Außer, ich kaufe noch eine neue Steckhülse.
  • Frust 3: Die ATIK verbraucht 13mm Backfokus, der Reducer hat 55mm Backfokus. Mit einer 30mm und einer 12mm T-2-Verlängerung stimmen also die Abstände. Das heißt, sie würden, wenn die Adapter keine so langen Gewinde hätten, dass die T-2-Verlängerungen dadurch noch einmal 1-2mm mehr Abstand vom Kameragehäuse haben und der Sensor 57mm vom Reducer entfernt ist.
  • Frust 4: Trotz Zugentlastung gibt es immer wieder Unterbrechungen in der Stromversorgung der Kamera. Falscher Stecker? ATIK verkauft das Netzteil ja dankenswerterweise extra, es gehört nicht zum Lieferumfang.
  • Frust 5: Die absolut unintuitive Software von ATIK, die alles anders, aber nichts besser macht. Irgendwann werden die Bilder dann sogar gespeichert, und ich finde raus, wie man das LiveStacking aktiviert.
  • Frust 6: Das Ergebnis nach einer Viertelstunde Live-Stacking…
M1 mit runden Sternen, aber… naja…

Also ganz ehrlich: Das sind zwar schön runde Sterne, aber wirklich toll ist das jetzt auch nicht, verglichen mit 2-5 Minuten am eVscope. Jedenfalls nicht so toll, dass ich es in einer Führung zeigen würde um zu demonstrieren, wie viel mehr Astrofotografie gegenüber dem bloßen Auge zeigt. Ja, mit dem Histogramm wurde der Hintergrund dunkel, aber viel hübscher wurde das Ganze dann auch nicht.

Später in der Bildbearbeitung konnte ich etwas mehr herausholen, aber darum geht es ja nicht – Ziel ist der Live-Eindruck.

Baustelle 4 – Nochmal eVscope 2:

Spaßeshalber hatte ich das eVscope noch einmal daneben gestellt. Einfach nur angeschaltet, nichts nachfokussiert. Um gelegentlich mal durchzuschauen, was es so macht. Und dafür hatte ich nicht das Handy gezückt, sondern einfach nur mal einen Blick durch das Okular geworfen. Ganz unkompliziert im Vorbeigehen.

Und jetzt, nach diesem Abend mit den großen Teleskopen, muss ich mein Urteil revidieren: das Gerät ist oberaffengeil, endlich ein Stück Technik, das genau das macht, was es soll. 

M1 sieht beim Blick ins Okular auch nicht schlechter aus als auf dem Laptop, ein paar andere Ziele waren nett, ein paar waren wie im echten Teleskop beim Heilbronner Stadthimmel abgesoffen und nicht zu sehen, die recht dicken Sterne störten mich im Okular diesmal gar nicht mal mehr so sehr. 

Ich habe die Ergebnisse mal bewusst auf etwa die Größe skaliert, wie sie ohne Zoom im Okular zu sehen waren. Weiterhin unkollimiert, nur einige Tage vorher mal fokussiert.

Krebsnebel M1, Eulennebel M97, NGC 9205 und der Eskimonebel, wie sie etwa im Okular aussahen.

Und das ist das, wofür man den Aufpreis für das elektronische Okular zahlt.

Also ganz offen – da überzeugt mich das eVscope jetzt wesentlich mehr als der ähnlich teure Ansatz mit der ATIK. Da kann ich mich darauf verlassen, dass es bei einer Führung (wenn ich Zeitdruck habe, weil Leute um mich herum stehen) funktioniert und was nettes zeigt. Bzw. das macht, was ich mir erwarte: Es zeigt den Unterschied zwischen bloßem Auge und der Kamera. Ohne dass ich dann noch am Laptop versuchen muss, mit Histogramm und irgendwelchen schlecht dokumentierten Einstellungen ein ansehnliches Bild herauszuarbeiten. Und mich in den wenigen Nächten, die ich im Verein bin, in die Technik einzuarbeiten. Und jedesmal neu fokussieren muss, auch wenn mal alle Adapter vorhanden sind und ich die Kamera nur noch anschließen muss. Ja, die Bilder vom eVscope können weg – aber wenn ich am Teleskop ständig durch’s Okular schaue, sind sie auch verwackelt. So what?

Die Chancen sind gar nicht so schlecht, dass ich jetzt die Anschaffung so eines Geräts befürworte, sobald es etwas billiger werden und in unseren Etat passt. Schon, weil alles zusammen sauber verstaut ist. Ja, das Stativ hängt offen an der Seite vom Rucksack, aber auch da steht Unistellar drauf, sodass man es zuordnen kann, wenn es wo anders eingelagert wird.

Arbeiten mit dem Celestron RASA 8

Diesen Beitrag hatte ich ursprünglich für die Vereinszeitschrift der Heilbronner Sternwarte geschrieben. Da ich schon ein paar Mal in Foren und Diskussionen darauf verweisen wollte, stelle ich ihn nun auch auf meine Webseite. Dank Corona, Ausgangssperren, meiner mittlerweile seltenen Anwesenheit in Heilbronn und weil das Gerät doch öfter ausgeliehen wird, habe ich seitdem leider nicht mehr mit ihm gearbeitet. Ich brauche Zeit…

Der RASA 8 auf der CGEM-Montierung der Heilbronner Sternwarte

Neue Möglichkeiten für die Astrofotografie

Astrofotografie war schon immer eine Herausforderung. Sogar aus der Zeit vor der Zerstörung Heilbronns im zweiten Weltkrieg sind Berichte überliefert, dass der erste Zeiss-Refraktor der Sternwarte mit Kameras ausgestattet war – und die überlastete Montierung nur eiförmige Sterne lieferte. Die alten Beobachtungsbücher aus der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts zeigen einige schöne Mondbilder, und eine analoge Olympus Spiegelreflex ruht immer noch in unserem Schrank.

Bis weit in die 90er Jahre war Diafilm das Mittel der Wahl. Wer damals mit dem Auge am Fadenkreuz geguidet hat, weiß, was das für eine Qual ist – selbst, wenn die Montierung etwas taugt, sodass man bequem am C14 sitzen konnte und nur die Tasten der Handsteuerung drücken musste.

Ein großer Schritt nach vorne war die Digitalisierung. Bei uns machte eine Starlight Express CCD-Kamera den Anfang – mit 320-Pixel-Chip und Bildausgabe auf einem Fernsehmonitor. Gesteuert wurde sie über einen eigenen Steuerungskasten. Dementsprechend selten war sie im Einsatz, auch wenn M 57 im C14 fast bildfüllend war.

Der nächste große Schritt war dann zweigeteilt: Einerseits wurden Videomodule für die Planetenfotografie eingeführt. Den Anfang machte bei uns wie so oft eine Philipps ToU Webcam, heute haben wir eine DMK Farbkamera, die wesentlich bessere Ergebnis liefert. Mit diesen Kameras wird ein Video aufgenommen, aus denen eine Software die besten Bilder des Planeten heraussucht und zusammengefügt – einst machte das Giotto, heute Registax oder Autostakkert.

Für Deep Sky brachten die digitalen Spiegelreflexkameras den Durchbruch: Erst kam eine Nikon D70 auf die Sternwarte, später zwei astromodifizierte Canons. Sie können am Teleskop ebenso eingesetzt werden wie auf dem AstroTrac als mobile Fotonachführung mit lichtstarken Objektiven.

Am Teleskop wurden diese Kameras meist entweder am Coudé für die Mondfotografie eingesetzt, oder am ED80, der auf dem C14 aufgesattelt ist. Mit Reducer kommt der ED80 auf ein Öffnungsverhältnis von f/6 (80/480) und kann auch ohne Nachführkontrolle einfach auf der Alt-Montierung Photonen sammeln. Ausschuss ist zwar dabei, aber man kann ja immer noch Bilder einfach löschen. Die Bahtinov-Maske erleichtert das Scharfstellen dabei ungemein.

Theoretisch ist sogar Autoguiding am C14 möglich – eine gekühlte Atik 16IC ist vorhanden, und PHD ist installiert. Allerdings wurde nie dokumentiert, wie das Ganze funktioniert.

Die anderen Sternwartenteleskope wurden eher selten für die Astrofotografie genutzt. Die Vixen Superpolaris-Montierungen sind zwar präzise, allerdings hatte sich die Elektronik im Lauf der Jahre verabschiedet, und sie können ohnehin nur nachführen, aber nicht guiden. Mit der normalen HEQ-5 wurde sogar gelegentlich erfolgreich mit dem C8 fotografiert; die HEQ-5 SDI „litt“ unter der besseren, aber empfindlicheren Boxdoerfer-Steuerung. Autoguider-Eingang oder gar Goto bietet aber keine dieser Montierungen, und der Schwerpunkt der Sternwarte lag erst einmal auf der visuellen Beobachtung – auch, da nicht viele Mitglieder fotografierten.

Die erste moderne Montierung war dann die CGEM, die die Superpolaris auf der Zeiss-Säule auf der Plattform ersetzte. Sie bietet Goto und eine Autoguiderschnittstelle, ist jedoch nicht mobil. 2019/2020 wurden dann die Weichen gestellt, um die Astrofotografie mit unseren Geräten wieder zu fördern: Mit der Celestron Advanced VX (AVX) kam eine transportable parallaktische Montierung mit Goto und Autoguiderschnittstelle auf die Sternwarte. Es folgte eine Atik Horizon Astro-Kamera mit gekühltem Farbsensor (weniger Rauschen!) und der Möglichkeit, Bilder direkt am PC zu stacken. Sie kam pünktlich zum Lockdown Anfang 2020, sodass sie erst im Herbst getestet werden konnte. Der Durchbruch war dann der Celestron RASA 8, der sowohl auf der CGEM auf der RMS als auch mobil auf der AVX betrieben werden kann: Eine reine Fotomaschine, die mit 400mm Brennweite und f/2 kurze Belichtungszeiten und große Bildfelder ermöglicht. Er kann nur mit der ATIK betrieben werden, für eine DSLR langt sein Backfokus von nur 25mm ab dem T-2-Gewinde nicht aus. Aber der Aufwand lohnt sich.

Das First Light war im November 2020, und hier will ich von den meinen Erfahrungen berichten und beschreiben, wie er benutzt wird.

Der erste Einsatz

Nachdem wir alle nötigen Adapter beisammen hatten – für die Atik war noch ein 12mm-Distanzring nötig; bei f/2 müssen die Abstände exakt eingehalten werden, wenn man scharfe Bilder will – konnte ich das Teleskop am 5. November endlich in Betrieb nehmen. Das bedeutete zuerst einmal, den optionalen Motorfokussierer zu installieren und Firmware-Updates für die Handcontroller und Montierungen aufzuspielen. Der Motorfokussierer erscheint als zusätzlicher Punkt „Focuser“ in der Handsteuerung und kann dann mit den Scroll Up/Down-Tasten des Handcontrollers gesteuert werden. Manuelles Fokussieren ist nicht möglich! Alternativ kann er über den PC gesteuert werden. Dazu wird der Handcontroller über ein Mini-USB-Kabel mit dem PC verbunden (was den ersten USB-Port belegt). Dann kann er über ein eigenes Steuerprogramm oder über Celestron CPWI gesteuert werden, das auch die komplette Montierungssteuerung samt Referenzsternsuche übernimmt.

Die Rückseite des RASA: Kein Okularauszug. Der Motorfokussierer ist an den AUX-Port der Montierung angeschlossen.

Nach einiger Zeit hatte ich dann auch alle Schrauben fest genug und die richtige Firmware auf AVX und CGEM, sodass der Fokussierer funktionierte. Noch einmal die Kalibrierung des Fokussierers starten, damit die Software die Endpunkte kennt, und der Teil war erledigt.

Der RASA passt mit seiner 3″-Schiene zum Glück ohne Probleme auf die Montierungen. Ein Gegengewicht langt prinzipiell, besser sind zwei, die dann näher am Montierungskopf liegen.

Dann kam die Kameramontage dran: Die Atik wird mit dem T-Adapter vor das Teleskop geschraubt, der 12mm-Abstandsring sorgt für den richtigen Abstand. Dann mit dem zweiten USB-Port verbinden.

Die Inbetriebnahme der Kamera war spannend: Anfang des Jahres waren wir komplett gescheitert. Atik macht gute Kameras, mäßig intuitive Software und eine bescheidene Dokumentation. Auf dem Desktop erscheinen nach der Installation nur die Icons für Infinity (mit dem man Bilder Live-Stacken kann – wunderbar, wenn die Kamera mal läuft, aber nichts für die ersten Versuche), Dawn (eine seltsame Software zur Bildbearbeitung, die völlig neue Wege bei der Benutzeroberfläche geht und dadurch gänzlich unintuitiv ist) sowie Dusk, das wohl Bilder aufnehmen soll. Arbeiten kann man dagegen mit Artemis Capture, das im Windows Startmenü versteckt wird.

Die ATIK vor der Schmidt-Platte des RASA.

Das erste Bild gelang mir daher mit Sharpcap, und nachdem ich die Einstellungen gefunden und die Funktionalität bewiesen hatte, konnte ich auch mit Artemis ein Bild auf den Monitor bringen. Die Kilianskirche, versteht sich – die ist schön hell. Dann noch den Sucher installieren und ausrichten (der 50mm MicroGuide von Astroshop – klein und leicht) und das Fadenkreuzokular einstecken. Mit Zenitspiegel am Sucher kommen wir leider nicht in den Fokus, da ist man vom Baader Variofinder am C14 verwöhnt – aber der hat dafür keinen Helikalfokussierer.

Jetzt konnte endlich getestet werden. Also die Montierung auf die Indexmarken setzen; die CGEM ist ja schon ganz gut eingenordet, wenn keiner an den Schrauben spielt. Dann die Referenzsterne anfahren – es ist ungewohnt, den ersten Blick im Sucher zu machen und dann auf den Monitor zu wechseln. Das Kabel vom Handcontroller ist aber lang genug, und die letzte Feinfokussierung ging über den Handcontroller auch gut (nachdem ich einmal die Kalibrierung durchlaufen hatte und den Fokussierer auf eine mittlere Position gestellt hatte).

Jetzt sollte eigentlich die Optik justiert werden, aber ich teste ja noch – also ab auf M 57 und 15×30 Sekunden belichten. Mal schauen, was die Software so kann. Freude: Die Justage sieht gar nicht so schlecht aus!
Davon abgesehen war das Ergebnis dann erstmal frustrierend: Ich hatte einen Schwung FITS- und TIFF-Bilder aufgenommen, die alle Schwarz-Weiß waren, obwohl Artemis Capture sie mir in Farbe anzeigte. Öhm…
Schließlich – allmählich ging auch der Mond auf, schlechte Zeiten für Deep-Sky – packte ich den RASA wieder ein (zumindest die Hardware funktionierte ja einwandfrei) und schloss die Atik noch einmal an den PC im Meridiankreishaus an. Oh Wunder: mit zwei 40mm-Verlängerungshülsen erhielt ich nun auch am ED80 ein scharfes Bild vom Mond. Nur kam ich mit der Belichtungszeit nicht weit genug runter, er war überbelichtet. Aber was soll‘s, die Hardware läuft. Dafür testet man ja!

Debayern?

Wieder zuhause nahm ich mich noch einmal der Daten an. Das Ergebnis: Die Bilder müssen debayert werden (aha…), damit aus komischen Monochrom-Aufnahmen Farbfotos werden. Das geht mit DSLR-RAWs in Lightroom doch bequemer. Die FITS-Dateien konnte ich so in Deep-Sky-Stacker öffnen und farbig machen. Sehr schön: Die Nachführung war auch ohne Guiding gut genug, und nach 7,5 Minuten war der Zentralstern von M 57 deutlich zu sehen. Dafür muss ich am ED80 mit f/6 deutlich länger belichten. f/2 macht richtig Spaß! Die Bilder hatte ich in Deep-Sky-Stacker als RGGB dekodiert.

Nur wie ich aus den TIFF-Bildern Farbfotos machen kann, habe ich immer noch nicht kapiert. Wahrscheinlich kann ich diese Aufnahmen abschreiben.

First Light am Himmel: 7,5 Minuten Ringnebel als Weitfeld – samt Zentralsternchen.

Second Light

Ein paar Tage später schien der Himmel wieder mitzuspielen. Der Plan für heute: Die Montierung einnorden, Autoguiding üben und mit Infinity herumspielen. Als es nach einem herrlichen Herbsttag endlich dunkel genug war, war ich auch fast einsatzbereit. Am Leitrohr hing meine ZWO Mini, die ich zum Guiden und Einnorden benutzen wollte – Sharpcap hat da eine wunderbare Routine mittels Platesolving.

Als die Kamera endlich Sterne sah, war die Montierung dann auch recht schnell recht gut eingenordet – bis auf etwa 30 Bogensekunden, gut genug für 400 mm.

Warten auf die Dunkelheit

Und pünktlich zur astronomischen Dämmerung war dann auch Nebel hochgezogen, sodass die Suche nach einem Referenzstern scheiterte, um das Goto in Betrieb zu nehmen. Kein Großer Wagen mehr zu sehen, die Nacht war gelaufen – vor allem weil der RASA noch keine Taukappe oder Heizung hat.

Aber lehrreich war es trotzdem: Ich bräuchte einen weiteren USB-Port, da der Aufbau drei Ports belegt: Einen für die Montierung, einen für die ATIK und einen für den Guider. Klar, dass mein MacBook Air nur zwei Ports hat…

Die Montierungssteuerung geht über CPWI ganz gut. Man muss nur das Hauptfenster mit dem Sternkartenprogramm zur Seite schieben und kann dann die Steuerfenster für die Achsen der Montierung und ggf. den Fokussierer über das Programmfenster von Artemis legen.

Artemis hat ein schönes Tool zur richtigen Fokussierung: Einfach das Focus-Tool aufrufen, einen Stern anklicken und dann über FWHM-Analyse den perfekten Fokus suchen. Sehr angenehm. Und wenn man ein Fadenkreuz einblendet, kann man auch die Referenzsterne der Montierung sehr genau einstellen.
Wenn das Leitrohr mit der Guidingkamera belegt ist, wäre ein kleiner Leuchtpunktsucher für die Referenzsterne noch ganz nett. Aber solange die Montierung ja auch über den Handcontroller gesteuert werden kann, kann das Guiding auch danach installiert werden – wenn die Kamera einen ST-4-Port hat, und man nicht über USB und den Handcontroller gehen muss (oder man ausreichend USB-Ports hat…).

PHD-Guiding konnte ich so leider nicht ausprobieren. Für dieses Jahr ist noch die Anschaffung eines Standalone-Autoguiders geplant. Im Idealfall kommt der ohne PC aus, mittlerweile ist die Technik auch recht ausgereift. Dann brauchen wir nur noch sechs Steckdosen: Für Montierung, Kamera, Laptop, Kühlung vom RASA, Heizung der Taukappe und Autoguider. Uff…

Der Arbeitsplatz mit Artemis Capture und CPWI


Artemis Capture hat eine spartanische, aber funktionelle Oberfläche. Die wichtigsten Funktionen:
(1) Cooler – Hier wird die Temperatur der Kamera eingestellt. Sie kann bis 30° unter Umgebungstemperatur gekühlt werden – sinnvoll ist ein Wert, der die ganze Nacht über gehalten werden kann. Wichtig: Die Kamera nicht einfach ausstecken, sondern erst wieder aufwärmen („Warm up“)
(2) Display: Beeinflusst nur die Darstellung am Monitor. Ggf. muss mit den Black- und White-Werten gespielt werden, um etwas zu sehen, Auto Stretch funktioniert nicht immer. Ein Schwarzwert ab 40 000 hilft dabei, Überbelichtung zu erkennen.
(3) Reticle blendet ein Fadenkreuz ein – perfekt zum Einstellen der Referenzsterne für das Goto. Der Zoom kann auch mit dem Mausrad verstellt werden.
(4) Exposure: Hier wird die Belichtungszeit eingestellt – auch am RASA sind 1-3 Sekunden ein guter Anfangswert. Binning sollte auf 1 stehen, sonst werden Pixel zusammengefasst – das liefert ein helleres Bild, aber nur noch in schwarzweiß. Darunter kann ein Bildausschnitt (Region of Interest) ausgewählt werden, oder mit Full frame das gesamte Bild.
Ein Häkchen bei (5) Autosave speichert automatisch jede Aufnahme, hier wird auch der Speicherplatz und Bildname angegeben. Die Funktion kann auch oben links bei den Icons aktiviert werden. Alternativ kann die aktuelle Aufnahme manuell gespeichert werden(6).
Über die (7) Presets und den Gain kann die Empfindlichkeit eingestellt werden. Gerade am RASA sind niedrige Werte besser, da es dann weniger Bildrauschen gibt – die Helligkeit kann auch in der Bildbearbeitung hochgezogen werden.
Über das Fenster Tracking kann auch fokussiert werden – einfach einen Stern anklicken. Wenn eine zweite Instanz von Artemis Capture geöffnet ist, kann hier auch eine weitere Atik für das Guiding genutzt werden.
Die Kamera wird über die Icons (8) ausgelöst: Einzelaufnahme, Dauerfoto oder programmiert.
(9) und (10) sind die Einstellfenster für Montierungsachsen und Fokussierer aus Celestron CPWI, das hier an den untersten Bildschirmrand geschoben wurde.

Livestacking

Ausschlaggebend für die Entscheidung für die Atik Horizon war die Infinity-Software, die Livestacking ermöglicht. Daher musste das natürlich auch einmal getestet werden, sobald ich mit der Kamera einigermaßen vertraut war.

LiveStacking: Man muss nur etwas mit dem Histogramm spielen, dann erscheint rasch ein schönes Bild auf dem Monitor. Fünf Minuten (24x15s) M 57 am C14, ohne Guiding.

Die Infinity-Software läuft grundsätzlich im Vollbildmodus und hat eine eigenwillige Oberfläche. Oben rechts sind drei Modi: Das Auge dient dazu, ein Objekt zu finden; die Kamera nimmt dann die Bilder und stackt sie, wenn man links ein Häkchen setzt, und das Wiederholungssymbol daneben lässt einen eine Sitzung erneut wiedergeben. Der Funkturm ist für Youtube-Streaming, und die Diskette lässt einen das Ergebnis speichern.
Die meisten Einstellungen sind halbwegs selbsterklärend. Damit ein schönes Bild herauskommt, muss man unten am Histogramm etwas spielen. Durch Verschieben von Schwarz- und Weißpunkt sowie dem mittleren Balken kann man eine Quick-and-Dirty-Bildbearbeitung machen. Das Beispiel oben zeigt den Ringnebel nach fünf Minuten – es ist schon cool, was fast vollautomatisch möglich ist!

Ganz perfekt läuft das aber noch nicht: Unser Rechner im Meridiankreishaus war etwas schwachbrüstig, die Software hätte gerne mindestens 8 GB RAM und einen i5-Prozessor; bei 4 GB funktioniert sie zwar, aber das Histogramm ist fast nicht zu bedienen. Auf meinem Laptop funktionierte es erst, als ich „Use Fast Display“ deaktivierte. Mittlerweile wurde der C14-Steuerrechner durch einen schnelleren Laptop ersetzt.

Aber wenn der Rechner leistungsstark genug ist, wird es reizvoll sein, während einer Führung ohne allzu großen Aufwand demonstrieren zu können, was die Kamera im Gegensatz zum Auge leisten kann.
Das ist dann schon wirklich Astrofotografie für Dummies…

Vorbereitungen der Montierung

Um Spaß dabei zu haben, muss die Montierung natürlich sauber laufen. Gerade vor dem ersten Feldeinsatz oder nach einem Firmware-Update sollten bei den Celestrons ein paar Dinge überprüft werden.
Die Montierung sollte möglichst gut ausbalanciert sein – und dann im Osten minimal schwerer, um Getriebespiel beim Nachführen zu vermeiden. So schiebt der RA-Motor immer.

Getriebespiel: Die Montierungen werden noch mit Zahnrädern angetrieben, die Spiel im Getriebe haben. Unter Einstellungen => Getriebespiel kann im Handcontroller eingestellt werden, dass der Motor etwas schneller läuft, um Totgang auszugleichen. Die Montierung sollte keine störenden Verzögerungen aufweisen, wenn man die Richtung ändert.

CPWI steuert Montierung und Motorfokussierer.

Utilities => Kalibrieren sollte einmal aufgerufen werden, die Kalibrierung läuft dann automatisch ab.
Für das Alignment sollten mindestens drei, besser vier Sterne ausgewählt werden, bevor die Montierung über Align=>Polausrichtung eingenordet wird. So kann sie ein besseres Himmelsmodell erstellen. Anschließend sollte ein neues Alignment durchgeführt werden. Wenn mit dem RASA und der Atik eingenordet wird, kann man ein Fadenkreuz einblenden. Wer einen eigenen Laptop hat: Sharpcap kostet Geld und ist nur als Abo erhältlich (sein Geld aber wert), bietet dafür jedoch eine sehr komfortable Routine, die zum Einnorden das Bild der Guidingkamera am Sucher verwendet. Auch das kostenlose PHD2 bietet so eine Routine, die konnte ich aber noch nicht testen.

Wenn man ohnehin einen Laptop dabei hat, bietet es sich an, Celestron CPWI zur Steuerung und Einnordung des Teleskops zu verwenden. Dabei werden unsere Montierungen über den Handcontroller verbunden, der dann im Betrieb ohne Funktion bleibt – die Montierung wird nur noch über den PC gesteuert.
Damit das funktioniert, muss man aber auch genug Strom haben. Es ist nicht jeder Lüfter nötig, aber auch der Laptop muss in der Kälte erst einmal durchhalten.

Fazit

Der massive Einsatz von Technik erfordert etwas mehr Vorbereitungszeit, aber wenn alles läuft, sind in kurzer Zeit sehr gute Ergebnisse erzielbar. Durch die Brennweite und Lichtstärke des RASA kann bei einer sauber eingenordeten Montierung sogar auf das Guiding verzichtet werden. Bei 400mm Brennweite hat die Atik eine Auflösung von 1,96″, was mit kurzen Belichtungszeiten noch beherrschbar ist – aber mit Guiding sind noch tiefere Aufnahmen möglich. So macht Astrofotografie richtig Spaß!

Zum Abschluss noch ein Bild, das ein Kollege mit dem Gerät aufgenommen und ernsthaft bearbeitet hat:

Das Galaxienpaar M 81/M 82, aufgenommen mit unserem neuen RASA 8 (400mm f/2) und der Atik Horizon Color. 110 Frames je 2 Minuten + Darks, Bias, Flats.

Fischaugen-Spielereien

Panasonic G70 mit Meike MK-3.5mm f2.8 Fischauge

Zu den Nebeneffekten von Lockdown und Homeoffice gehört, dass mir die Decke auf den Kopf fällt und ich von der Weite träume. Was liegt da näher als ein Fischaugen-Objektiv? Über Amazon ist mir da ein günstiges, voll-manuelles Objektiv für das Micro-Fourthirds-Format aufgefalen, das 3,5mm f/2,8 von Meike. Zugegeben: Von der Firma habe ich vorher noch nie gehört, aber mittlerweile gibt es ja einige fernöstliche Hersteller manueller Linsen, die durchaus was taugen. Und der Preis war für ein Optik-Spielzeug auch noch vertretbar.

Einige Zeit später hatte ich dann ein kleines, schweres Objektiv in der Hand – ein massiver Glasblock. Qualitativ kann ich nur am Objektivdeckel meckern: Ein Metalldeckel, der über das Objektiv gestülpt wird und auf der Linse aufliegt. Ein, zwei Zentimeter länger, und die Linse wäre wirklich geschützt.

Das Objektiv ist völlig manuell, was ich mittlerweile zu schätzen weiß, da sich so der Fokus bei Nachtaufnahmen nicht verstellt, und die Blende bei Zeitrafferaufnahmen nicht flackert. Faszinierend: Bei 3,5mm Brennweite ist Fokussieren fast irrelevant – alles, was mehr als ein paar Zentimeter entfernt ist, ist scharf (oder so scharf, wie es die Verzerrung zulässt). Und das komplette Bildfeld passt auf den Kamerasensor – als rundes Bild.

Erste Spielereien damit hatte ich auf der Heilbronner Sternwarte gemacht:

Interessante Fotos, die man natürlich für nichts gebrauchen kann:-)

Und dann wurde ich auf die Möglichkeit aufmerksam, das Bild mit Objektivkorrekturen zu entzerren. Das Profil für das Sigma Fischauge funktioniert schon ganz gut, und mit dem Adobe Lens Profile Creator und etwas Zeitaufwand kann man selbst ein Profil erstellen. Damit werden aus den runden Fischaugenfotos interessant-verzerrte Weitwinkelaufnahmen:

Hat seinen speziellen Reiz. Nettes Spielzeug.

Womit ich überhaupt nicht gerechnet hätte: Besonders cool ist das Fischauge als Makro-Objektiv – man kann wirklich nah an die Dinge ran gehen, um sie in Szene zu setzen:

Ein entzerrtes Makro mit dem Fischauge. Und es gibt bestimmt noch bessere Motive.

Keine Ahnung, ob ich das Objektiv besonders oft einsetzen werde, aber es könnte Spaß machen – vor allem, weil es nicht nur kreisrund kann, sondern auch fast normale Bilder dabei rauskommen können.

Sagenhafter Sternenhimmel – Online-Vortrag für das Haus der Astronomie

Alle Welt erzählt gerade, dass man wegen der Corona-Krise so viel Zeit hätte. Aber wenn man sowieso Home-Office macht, gibt’s da keinen großen Unterschied, und ich habe zum Glück auch so noch genug zu tun. Die Krise hat zwar zwei Nordlicht-und-Sterne-Touren gekostet, aber ich bin erst zum Jahresende wieder dran.

Alt: Der Sonnenwagen von Trundholm

Jedenfalls habe ich gerade auch wieder etwas Zeit, mich einem alten Projekt zu widmen: Einem Buch über den Sternenhimmel und seine Sagen auch abseits des alten Griechenlands. Dazu gibt es überraschend wenig Quellen, und noch weniger aus den letzten 50 Jahren. Die Recherchen dazu sind weitestgehend abgeschlossen, jetzt muss ich es “nur noch” ins Reine schreiben. Aber zu dem Thema habe ich schon lange einen Vortrag, den ich regelmäßig auf der Hurtigrute halte und auch schon mal auf dem TAN der Sternwarte Bellheim gehalten hatte. Das TAN ist dieses Jahr ja genauso ausgefallen wie mein Irland-Trip, also habe ich Zeit – und das Haus der Astronomie in Heidelberg macht unter dem Titel “Faszination Astronomie Online” eine Reihe von Vorträgen, die live auf Youtube gestreamt werden und dort dann auch archiviert werden. Nun, die Astro-Szene ist klein, und Caro vom HdA hat gemeint, dass das sogar mit dem DSL6000 von 1&1 gehen müsste (auch wenn das oft genug nicht für Internetradio langt), und Geld gibt’s auch keins, also habe ich mir flugs einen Termin gesichert: Am 12. Mai um 19 Uhr gebe ich einen kleinen Überblick über die Entstehung der Sternbilder von der Eiszeit bis zu dem, was in Europa bis hoch zum Nordkap überliefert ist:

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=wFeSCh1OwoE

Und da nur eine halbe Stunde angepeilt ist, ich aber noch mehr habe, gibt’s zwei Tage später gleich den zweiten Teil, mit einem Blick auf den Rest der Welt und die Geschichte vom alten Sumer bis heute.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=cqIG-eGJRc0

Wie es sich gehört, ist das keine reine Wiederholung des selben Vortrags, sondern ändert sich immer wieder mal. Manches, was ich auf der Hurtigrute erzähle, fehlt, dafür ist Göbekli Tepe neu dazugekommen.

Lasst euch überraschen!

Bücher, Bücher, Bücher…

Uff. Wir haben Mitte 2019, die heißen Sommertage pausieren mal kurz, und ich stelle fest, dass ich dieses Jahr einiges geschrieben habe, aber schon lange nichts mehr für den Blog. Dafür gibt’s neue/aktualisierte Bücher.

Neuer Stoff

Zuerst mal das wichtigste: Astrofotografie für Einsteiger ist bereits im März im dpunkt-Verlag erschienen. Da steht alles drin, was ich für einen erfolgreichen Einstieg in die Astrofotografie für wichtig halte. Und das beste: Da ich es bei einem richtigen Verlag untergebracht habe, gibt es nicht nur eine vernünftige Druckqualität, sondern ist auch im stationären Buchhandel erhältlich.

Gute Kritiken soweit auf Amazon

Ich mag den stationären Handel ja, und kriege auch immer wieder Anfragen, wie man an meine Bücher ohne Amazon kommt. Bei diesem Exemplar geht es, und wer online kaufen will und mir einen Gefallen tun will, kann auch direkt beim Verlag bestellen. Kostet genauso viel, aber bei mir bleibt mehr hängen…

Und einen Vorteil hat es, dass ich mich erst jetzt um mein Blog kümmern kann: Es gibt schon die ersten Rezensionen auf Amazon, und die lesen sich gar nicht schlecht.

Ansonsten stand Produktpflege an, diesmal wieder im Eigenverlag: Mein Buch über Celestron-Teleskope ist nun auch auf Englisch erschienen. Darin wird (hoffentlich) alles wichtige über Celestron-Teleskope erklärt, vom Kauf über den Einsatz bis zum Zubehör. Das ist Eigenverlag, weil das Thema doch etwas speziell ist und sich öfter mal was ändert. So bleibt das Buch eher aktuell, nur die Computeranbindung hat sich geändert: Celestron hat mit CPWI eine neue Software entwickelt. Auf der AME im Herbst werde ich da wahrscheinlich für Baader einen TechTalk geben. (Spoiler: Sie funktioniert)

Ich bin gespannt, ob sich das Buch auch im englischen Sprachraum verkauft. Die deutsche Auflage hat ja auch schon ein paar nette Rezensionen. Also: Wem’s gefällt – gerne weitersagen.

Produktpflege war dann auch das nächste große Projekt: Mein Hurtigruten/Nordlicht-Reiseführer ist in einer neuen Auflage erschienen, ebenfalls auf Deutsch und Englisch. Was klein und harmlos klingt, hat überraschend viel Zeit gefressen. Dabei habe ich nicht nur ein paar Bilder aktualisiert, sondern durfte auch die Reisebeschreibung aktualisieren: Hurtigruten hat den Fahrplan geändert, es gibt für die ersten/letzten drei Reisetage neue Liegezeiten, und die Schiffsbegegnungen im Hafen von Trondheim und Rørvik sind Geschichte. Hurtigruten findet es unglücklich, wenn zwei Schiffe gleichzeitig im Hafen sind, und Trondheim würde von Touristen überschwemmt, wenn zwei Schiffe morgens im Hafen sind. Naja – es ist zwar schon ruhiger in der Stadt, wenn die Hurtigrute ablegt (war es zumindest, als ich mit der defekten Finnmarken da längere Zeit verbringen durfte), aber jeder Kreuzfahrer macht da mehr aus. So klein ist Trondheim nun auch wieder nicht.

Fazit: Überraschend viel Aufwand, auch weil ich die Änderungen in Deutsch und Englisch in Print und EBook einpflegen muss. Der EBook-Export von InDesign CS4 ist grottig, und solange die Bugs aus der CS4 nicht beseitigt werden, werde ich gewiss kein Abo bei Adobe abschließen. Schlimm genug, dass das Karten-Modul von Lightroom 6 nicht mehr funktioniert. Die gute Nachricht: Die Printauflage ist preislich gleich geblieben, nur das EBook ist etwas teurer geworden. Aber da sind auch 19 statt 7% Märchensteuer drauf. Immerhin: Die alten Rezensionen scheinen mit der neuesten Auflage verknüft zu werden.

Ach ja: Den Reiseführer gibt’s wie das Celestron-Buch nur über Amazon, die machen für mich Druck und Versand. Oder Ihr bucht die Gruppenreise Nordlicht und Sterne bei Hurtigruten Deutschland – da gibt’s das Buch dazu, und mit etwas Glück bin ich an Bord und kann’s signieren. Dieses Jahr voraussichtlich Ende September auf der Kong Harald und Ende November auf der Polarlys. Dann wird hier wieder regelmäßig vom Schiff gebloggt…

Das nächste Projekt? Mein Schottland-Reiseführer. Den werde ich demnächst etwas erweitern und neu rausbringen – wahrscheinlich aber erst nach dem Brexit. Oder der schottischen Unabhängigkeit samt Wiedereintritt in die EU, ich bin gespannt was das noch gibt.

Reiseführer Schottland für Selbstfahrer

Roadtrip Schottland – Unterwegs auf (und zur) North Coast 500

Es ist mal wieder so weit: Ich habe ein neues Buch draußen!

Jetzt könnte man natürlich sagen, dass es dämlich ist, weniger als ein Jahr vor dem Brexit ausgerechnet einen Reiseführer für Schottland rauszubringen. Außerdem gibt’s da doch schon so viele.

Nun, so wie es aussieht wird der Brexit kommen (und wahrscheinlich sogar ein harter Brexit), aber Schottland ist und bleibt ein reizvolles und sehenswertes Land. Und ich gehe keine Wetten darauf ein, ob Schottland eher im UK oder (langfristig wieder) in der EU bleibt…

Und als Freiberufler und Selfpublisher habe ich einen großen Vorteil: Ich kann die Bücher schreiben, die ich will (und für die ich einen Markt sehe). Und bei den im Buchhandel vorhandenen Reiseführern war nichts dabei, was mich völlig überzeugte. Entweder wird in dicken Wälzern jeder Stein beschrieben, oder das Buch war zwar kompakt, aber enthielt zu viel wertlose Infos: Im Zeitalter von Booking.com und Tripadvisor brauche ich keine Restaurant- und Hoteltipps. Und wenn die Seiten dann noch so klein und bis zum Rand beschrieben sind, dass man keinen Platz für Notizen hat, ist das auch nicht hilfreich. Mal abgesehen davon dass es witzlos ist, ein Buch im Hosentaschenformat herauszubringen, das mit 500 Seiten Dicke dann aber erst recht in keine Hosentasche mehr passt.

Die Orte

Was lag näher, als selbst ein Buch zu schreiben, das etwa das umfasst, was man von Schottland in zwei bis drei Wochen sehen kann? Der für mich interessanteste Teil – der hohe Norden Schottlands – entspricht dabei praktischerweise etwa der North Coast 500, zu der es – tada! – auch kaum Reiseführer gibt. Gesagt, geschrieben und jetzt auch veröffentlicht: Roadtrip Schottland – Unterwegs auf (und zur) North Coast 500. Im Format 17x24cm passt er in Foto- und Reisetaschen, und mit rund 100 Seiten ist er schmal genug, dass man ihn auch während der Reise noch lesen kann. Beschrieben wird ein Reisevorschlag rund um Schottland gegen den Uhrzeigersinn, beginnend in Edinburgh über Aberdeen und das schlösserreiche Aberdeenshire bis nach Inverness, dann die North Coast 500 mit einem Abstecher nach Loch Ness, und als Bonus die Isle of Skye und die Rückreise über Glasgow. Dazu natürlich alles, was noch in einen Reiseführer gehört. Da das Buch leider nur über Amazon und nicht im stationären Buchhandel erhältlich ist, konnte ich auch das auf der letzten Umschlagseite unterbringen, was ich auf der Reise schmerzlich vermisst hatte: Einen Überblick über die Verkehrsregeln und Tempolimits! Ein Klappentext ist ja überflüssig, wenn ein Buch nur im Versandhandel erhältlich ist.

Ein erster Überblick über Schottland

In dem Buch nicht beschrieben sind die schottischen Lowlands und die ganzen nur per Fähre erreichbaren Inseln der Hebriden – Wer im ersten Urlaub möglichst viel von Schottland sehen will, wird sich kaum auf das Abenteuer Fähre einlassen wollen. Aber vielleicht kommen diese Regionen in eine künftige zweite Auflage.

Damit will ich die ganzen ausführlichen Reiseführer gar nicht ersetzen, sondern einen Überblick über Schottland geben, damit man sich in den großen Büchern ebenso wie in Schottland erst einmal zurecht findet. Das Konzept, einen Reisetag auf einer Doppelseite darzustellen, hat sich bei meinem Hurtigruten/Nordlichtbuch ja gut bewährt. Und mal ehrlich: Ist es Ihnen nicht auch schon oft passiert, dass Sie zwar Reiseführer kaufen, aber erst nach der Tour dazu kommen, sie überhaupt zu lesen? Daher dieser kurze Überblick, der bewusst nicht alles darstellt.

Da die meisten Verlage bereits Reiseführer-Serien haben und es erfahrungsgemäß schwer ist, ein komplett anderes Konzept im bestehenden Verlagsprogramm unterzubringen, habe ich das Buch gleich im Eigenverlag herausgebracht, wie üblich bei Amazon als EBook und in Print. Einen Blick ins Buch gibt es wie üblich bei Amazon.

Nessie-approved

Der nächste Trip nach Schottland ist übrigens schon in Arbeit – dann kann ich auch erzählen, wie es nach dem Brexit in Schottland aussieht…

Mein nächste Buch ist ebenfalls schon in Arbeit und wird zur Abwechslung in einem richtigen Verlag erscheinen. Bis Jahresende habe ich noch Zeit – später mehr.

Mein Kampf mit der DSGVO

Uff:

Meine Seite im Sicherheits-Check bei https://webbkoll.dataskydd.net/en

In zehn Tagen greift die DSGVO, die kleine Blogger auf die selbe Stufe wie multinationale Konzerne stellt, und mittlerweile sieht meine Seite ganz gut aus. Dann muss ich diese Seite wohl doch nicht sicherheitshalber vom Netz nehmen… Und das war ganz einfach:

  • Eine Datenschutzerklärung, die eh keiner liest, mit freundlicher Hilfe von https://www.e-recht24.de/
  • Ein SSL-Plugin von meinem Provider (leider nur für kerste.de und nicht für die freebook.fernglas-astronomie.de – aber da gibt es kein Kontaktformular mehr, nur einen EMail-Link, und die Kommentarfunktion ist da ohnehin deaktiviert, also ist da auch kein SSL notwendig) und nach langem Suchen das Force-HTTPS gefunden
  • Heyhey: Wer mir über das Kontaktformular eine Nachricht hinterlässt, muss jetzt zustimmen, dass er mir damit Daten zusendet
  • Den Twitterfeed von der Seite runtergeschmissen, weil kein Mensch weiß, ob ich das noch legal darf
  • Videos soweit möglich sicher eingebunden – nachdem sie auch erst angezeigt werden, wenn die Cookie-Warnung und somit der Datenschutzkram akzeptiert wurden, sollte das passen
  • Ach ja: Die Cookie-Warnung gesetzt. Auch wenn sich das Cookie nur merkt, in welcher Sprache die Seite angezeigt werden soll.
  • Shariff installiert (die c’t hat ihr Zwei-Klick-Plugin erneuert, das ich vorher drin hatte)
  • Google Fonts rausgeschmissen (wusste gar nicht, dass WordPress die verwendet)
  • Referrer verboten, damit keiner mehr weiß, dass er Besucher von meiner Seite erhält (macht WordPress bei mir interessanterweise nicht automatisch)
  • Insgesamt zehn Plugins installiert, um hoffentlich alles abzusichern.

Darf ich jetzt mal wieder produktiv arbeiten?

(Nachdem ich mich um den Verein gekümmert habe…)

Um die c’t nochmal zu zitieren:

Die c’t-Schlagseite von Ritsch+Renn ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland Lizenz .

 

Polarlichtvideo und Kurztrip Tromsø

Aufräumarbeiten… vor einer Woche bin ich von der Hurtigrute zurückgekommen, und schon ging es noch einmal für fünf Tage nach Tromsø. Das Wichtigste zuerst: Mein Nordlicht-Video der Reise ist jetzt auf Vimeo anzuschauen, damit ist die Reise für mich auch abgeschlossen.

Hier ist es, mit über 10 Minuten mein bislang längstes:

Der Inhalt ist nicht verfügbar.
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Nordlicht und Sterne mit der Hurtigrute im Oktober 2017 from Alex Kerste on Vimeo.

Leider bietet Vimeo bei einem kostenlosen Account keine Downloadmöglichkeit mehr an…

Und der anschließende Trip nach Tromsø? War schön, und hat fast alle Farben geboten:

Alle Farben in Tromsø

Mit langer Belichtung wird’s grün…

Nur Grün am Himmel hat sich rar gemacht – schlechtes Wetter plus wenig Sonnenaktivität plus Mietautos ohne Spikes haben der Nordlichtjagd einen Strich durch die Rechnung gemacht. Schön war es trotzdem. Immerhin: Der Wintereinbruch hat Tromsø in ein Winterwunderland verwandelt, und auf Land stand die Kamera lange genug ruhig, dass doch ein paar nette Polarlichtbilder dabei raus kamen. Das ist schon ein Unterschied zu dem Gewackel auf dem Schiff.

Auf dem Storsteinen war etwas Polarlicht über Tromsø zu sehen, aber dafür ein wunderschöner Mondhalo. Hat auch seinen Reiz:

Mond-Halo über dem Storsteinen

Ein Hauch von Grün

Und ein Hauch von Grün war sogar über Tromsø zu sehen, bevor es wieder nach Hause ging. Für mich ist jetzt erst mal ein Jahr Pause, die nächste Hurtigrute steht voraussichtlich erst wieder im November 2018 an. Was sich bis dahin noch an Reisen ergibt? Mal sehen. Ich werde schon was finden.

Neues Buch: Digiskopie – Fotografie mit Spektiven

So ganz langsam gewöhn ich mich dran: Ich hab mal wieder ein neues Buch draußen! Trotzdem ein schönes Gefühl…

Diesmal geht es um Fotografie, genauer gesagt: Wie fotografiere ich mit Handy, Kompaktkamera oder DSLR durch Fernglas oder Spektiv? Im Prinzip ist das ja einfach und benötigt kein Buch, aber es gibt doch einiges, worauf man achten kann und sollte, um die besten Ergebnisse zu erreichen. Ich hätte vorher nie gedacht, was man alles über Fotostative schreiben kann…

Im Augenblick läuft die Veröffentlichung auf Amazon; bis zum Wochenende sollte es als Print- und EBook verfügbar sein. Es ist wieder einmal nur über Amazon erhältlich – ich hatte es diesmal zwei Verlagen angeboten, und einer hat sogar geantwortet, aber die Digiskopie ist doch noch nicht so bekannt, dass sie zugegriffen hätten. Aber offen gesagt: Der einzige Nachteil ist, dass es nicht über den stationären Buchhandel erhältlich ist. Vielleicht bringe ich ja eines der nächsten drei Projekte bei einem Verlag unter; aber ich bin mit Amazon auch nicht unzufrieden. Damit habe ich immerhin volle Kontrolle, auch wenn ich mich um alle Bildrechte selbst kümmern muss.

Bei einem Buch über Fotografie ist der günstigere Schwarz-Weiß-Druck natürlich sinnlos, daher gibt es das Büchlein nur in Farbe – und als EBook, wieder einmal ohne DRM. Die Datei lässt sich also mit den üblichen Programmen auch für andere Geräte als den Kindle konvertieren, auch wenn sie nur über Amazon vertrieben wird. Da Sachbücher eher selten von vorne bis hinten durchgelesen werden, kann ich es aber nur zum Kauf und nicht zum Ausleihen anbieten. Amazon bezahlt pro gelesener Seite…

Made with an iPhone

Mit dem Blick ins Buch kann sich dann aber wie üblich jeder einen Eindruck davon verschaffen, was ihn erwartet. Bis der aktiviert ist, hier schon einmal die Kapitel:

Das richtige Spektiv
Überblick über die verschiedenen Bauarten und worauf zu achten ist
Wissenswertes über Stative
Worauf man beim Kauf von Stativen und Kugelköpfen achten sollte
Die richtige Kamera
Was sollte eine Kamera können, damit man sie sinnvoll mit dem Okular “verheiraten” kann
Die Kamera am Okular
Alles zur Kameraadaption – von Freihand bis zu professionellen Lösungen
Etwas Theorie
Ein paar Formeln, aber auch Bildbearbeitung
Bildfehler
Was alles schief gehen kann
Zum Abschluss…
Bildgestaltung, Motive finden und mehr.

Wem das Buch gefällt: Gerne weitersagen:-) Und wer beim Fotografieren Erfolg hat: Vom Handy aus lassen sich die Bilder ja wunderbar weiterverbreiten. Viel Spaß!

Mit Handy und Spektiv sind Bilder möglich, für die man vor kurzem noch eine DSLR mit großem Teleobjektiv benötigte