Video: Die Winkekonkuranse mit der Nordkapp

So langsam bin ich mit der Aufarbeitung der Reise fertig: Alle Bilder sind hochgeladen, und mein Vimeo-Kanal hat jetzt auch wieder Platz für das letzte Video: Das Treffen mit der Nordkapp vor Berlevåg.

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Hat Spaß gemacht, auch wenn wir die eindeutigen Sieger der Winkekonkuranse (wie auch immer das korrekt geschrieben wird) waren:-)

Video: Nordlicht und Sterne im Januar 2016

Mein Video zur Nordlicht und Sterne Reise vom Januar 2016 ist jetzt online. Ein schönes Feuerwerk gab es – Enjoy & Relax!

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Tag 11: Trondheim und ab nach Hause

Abflug für die Reise Nordlight und Dingens

Abflug für die Reise Nordlight und Dingens oder so…

War’s das wirklich schon? Irgendwie vergingen die letzten zehn Tage wie im Flug. Das mag damit damit zusammenhängen, dass es die letzten Tage über bedeckt war und ich das Frühstück konsequent ignoriert habe – so bin ich nicht ganz so übernächtigt und vollgefressen wie normal. Und an die Finnmarken habe ich mich auch gewöhnt – wie bei jeder Tour blickt man mit Wehmut zurück auf das Schiff. Mein Favorit ist zwar trotzdem die mittlere Generation (echte “kleine” Schiffe), aber der Komfort hat doch auch etwas. Und vielleicht kann ich den Pool ja im Oktober nutzen, wir werden sehen. Schön war’s auf jeden Fall immer wieder, und die Küche ist tatsächlich sehr gut.

Wie dem auch sei, um 8:00 muss die Kabine geräumt sein, und wir können das Gepäck auf der Tanzfläche der Bar auf Deck 4 zwischenparken. Für ein paar Gäste ist früher Aufbruch angesagt, bereits etwa eine Stunde später geht es zum Flughafen. Die meisten haben einen späteren Flug, daher verlassen wir das Schiff um kurz vor zehn, damit es den Rest der Reise zurücklegen kann. Uns erwartet der Transferbus, der mit dem (in gewisser Weise) mehrsprachigen Hinweisschild leicht zu identifizieren ist. Draußen hat das Schneegestöber zum Glück nachgelassen. Uns bleibt noch eine Stunde Zeit, um noch einmal das frisch verschneite Trondheim zu besuchen: Der Bus parkt am Nidarosdom, sodass wir de Stadt von ihrer besten Seite sehen können.

Ein echter Wintertraum! Da ab zehn Uhr die Geschäfte öffnen, gibt es auch die Möglichkeit für letzte Einkäufe oder Heißgetränke. Pünktlich zur Abfahrt sind alle wieder im Bus, ohne dass er fünf Minuten vor Abfahrt warnend hupen musste, und weiter geht’s zum Flughafen.

Der Flughafen Trondheim ist überschaubar, der Bus hält direkt vor dem Abflugterminal. An den Check-In-Automaten gibt man nur seine Buchungsnummer an (ein oft sechsstelliger Code, der auf dem “Flugticket” steht), dann kann man sich seinen Sitzplatz aussuchen und den Gepäckaufkleber ausdrucken, um den Griff vom Gepäck kleben und sein Gepäck am Baggage Drop auf’s Band legen und einscannen – fertig. Man muss nur darauf achten, dass man die Gepäckquittung, die mit dem Gepäckaufkleber ausgedruckt wird, nicht über den Strichcode der Bordkarte klebt…

Der nächste Halt ist die Security. Hier wird ordentlich gefilzt – einige haben doch Metall am Körper vergessen und müssen eine gründliche Durchsuchung über sich ergehen lassen, andere stellen fest, dass auch sündhaft teure Marmelade wohl für Terroranschläge geeignet ist und ins aufgegebene Gepäck gehört. Immerhin kann diesmal das Handgepäck aufgegeben werden, statt dass die Marmelade entsorgt werden muss. Und irgendwann werden wir alle zurückgedrängt – mein erster Verdacht ist, dass wir ans Ende vom Gepäckband nach dem Röntgengerät gehen sollen und dort unsere Sachen wieder an uns nehmen, statt über das ganze Band verteilt zu warten, aber die gute Frau drängt uns kommentarlos immer weiter zurück. Der gesamte Scannerbereich wurde geräumt, dann passierte einige Minuten nichts (auch kein Bombenräumkommando oder ähnliches), und dann darf jeder wieder an seine Plätze seltsame Aktion.

Wer sich die Mehrwertsteuer zurückerstatten lassen will, sollte sich noch vor der Security von Avinor einen Stempel abholen, dass er die Dinge wirklich dabei hat und sie unbenutzt sind. Die Global Blu Stelle, bei der man Rechnung und Bordpass zeigen muss, um das Geld zurückzuerhalten, ist im Nationalen Bereich hinter der Sicherheitskontrolle, gleich rechts in der Tanum-Buchhandlung. Manchmal wollen sie die Sachen doch sehen. Tipp: Wenn man das Geld auf die Kreditkarte buchen lässt, werden keine Gebühren fällig.

Unser Flieger ist da

Unser Flieger ist da

Nun heißt es Warten auf den Flieger, und das ist im nationalen Bereich wesentlich angenehmer. Hier gibt es Restaurants, Läden und – hallo Deutschland, nimm dir da mal ein Vorbild dran – Trinkwasserspender, an denen man seine gerade geleerten Wasserflaschen kostenlos wieder auffüllen kann.

Unsere Maschine hat etwas Verspätung, während draußend er Schneefall wieder stärker wird. Dank Flightradar können wir aber verfolgen, dass eine Maschine aus Kopenhagen mit rund 20 Minuten Verspätung im Anflug ist, und tatsächlich ist das unsere, die dann noch rechtzeitig wieder geputzt, betankt und enteist wird. In Kopenhagen startet der Anschlussflieger nach Frankfurt wieder direkt am benachbarten Gate, sodass wir im Prinzip nur raus aus der Maschine müssen, rechts abbiegen und abwarten.

In Frankfurt endet die Reise dann endgültig, und was zeigt der Blick auf’s Handy: Klasse Polarlicht über Skandinavien nach der Flaute der letzten Tage. Immerhin ist es über der Route der Finnmarken noch bedeckt. Und unser Vortrag über das Planetensystem ist auch schon wieder obsolet: Hatten wir noch Pluto hinterher getrauert, gibt es jetzt Hinweise auf einen neuen neunten Planet im Sonnensystem.

Für mich beginnt jetzt noch etwas Nacharbeit: Blog fertig schreiben, Filme und Bilder hochladen, etwas Verwaltung machen und etwas Geld verdienen, bevor es am 6. Februar wieder Nordlicht & Sterne heißt – dann auf der Trollfjord. Ich bin gespannt:-)

Tag 10: Von den 7 Schwestern zur Lofoten

Am 19. Januar heißt es, (für meine Verhältnisse) früh aufstehen: Gegen 9:20 überqueren wir wieder den Polarkreis, anschließend ist die südgehende Polarkreiszeremonie. So schaffe ich es bereits zum zweiten Mal auf dieser Fahrt rechtzeitig in den Frühstücksraum… Hier gibt es wohl ein neues Frühstückskonzept; die O-Saft-Automaten wurden durch Glaskaraffen ersetzt. Ansonsten hat sich nicht viel verändert.

Über den Polarkreis

Über den Polarkreis

Pünktlich zur Polarkreispassage sind wir auf dem Umlaufdeck und nutzen die Zeit für ein Gruppenfoto des “Managements” (Reiseleiter und Lektoren), bevor die Wiking-Insel mit der Polarkreiskugel wieder einmal an Steuerbord an uns vorbei zieht.

Anschließend ist volles Programm angesagt: Den Anfang macht die Polarkreiszeremonie mit Lebertran für alle. Nur, wer ihn auch wirklich schluckt, darf den Löffel behalten. Die Reaktionen sind gemischt: Das Spektrum reicht von “Nur über meine Leiche” bis hin zu “Der Energiekaffee war schlimmer.”

Ab zehn Uhr startet der Briefmarkenverkauf, gleichzeitig signieren Kapitän, Maschinenchef und Chefkoch Bücher. Vielleicht sollte ich auch mal ein paar meiner Bücher mit an Bord nehmen…

Eine Stunde später, als wir für einen kurzen Halt in Nesna anlegen, gibt Heinz eine Infoveranstaltung für alle, die in Trondheim von Bord gehen. Da sind auch gleich die Infos für unsere Gruppe dabei, schließlich stellen wir den Löwenanteil der deutschsprachigen Gäste auf der südgehenden Tour.

Vier der sieben Schwestern

So etwa vier der sieben Schwestern

Wieder eine Stunde später gibt es schon Mittagessen, und um 12:30 halten wir kurz in Sandnessjøen. Nachdem wir den Hafen eine halbe Stunde später verlassen, kommt die beeindruckende Bergkette der Syv Søstre in Sicht. Sechs Gletscher bahnten sich hier einst ihren Weg und hinterließen eine Kette aus sieben Berggipfeln. Die sieben Schwestern sind heute schüchtern: Während der englischen Durchsage sind nur drei von ihnen zu sehen, während der deutschen Durchsage immerhin schon vier. Der Nebel, der zwischen den Bergen hindurch wallt, hat aber auch seinen Reiz und gibt dem ganzen einen mystischen Touch.

Vortrag im Panoramasalon

Vortrag im Panoramasalon

Etwas später, gegen 14:30, belegen wir den Panoramasalon: Da die Konferenzräume immer noch belegt sind, findet unser Abschlussvortrag heute im Panoramasalon statt. Das ist nicht ganz optimal, da die Stühle einerseits ziemlich bequem sind und andererseits nicht alle auf die Leinwand ausgerichtet sind, aber immerhin haben wir einen ungewöhnlichen Ort für eine Reise durch 40.000 Jahre Menschheitsgeschichte mit Sagen und Legenden.

Der nächste Hafen ist Brønnøysund, berühmt für das beste Eis. Hier investiere ich meine letzten Kronen in drei Kugeln Eis im Becher, garniert mit einer Eistüte. Den gezückten Kameras zufolge war das eine gute Wahl – mal sehen, wie oft mein Essen jetzt auf Facebook landet.

Panik in Brønnøysund

Panik in Brønnøysund

Und dann bricht Panik aus: Die Gangway wird eingefahren! Dabei ist es noch gar nicht 17:00 Uhr… Neben uns Lektoren stehten aber auch einige von der Crew am Kai, während Heinz aus seinem Büro winkt. Wenig später können wir wieder an Bord: Manchmal muss die Gangway an Ebbe und Flut angepasst werden. Trotzdem ist es ein seltsames Gefühl, das von außen zu beobachten…

Direkt nach der Abfahrt geben wir unseren Abschied: Mit einem Glas Sekt und schönen Worten verabschieden wir uns schon einmal von unseren Gästen, und Volker hat eine Präsentation vorbereitet, in der er mit vielen Bildern die Reise noch einmal Revue passieren lässt.

Wir sagen Adieu, Dankeschön und Auf Wiedersehen

Wir sagen Adieu, Dankeschön und Auf Wiedersehen

Vor der Bildershow gibt es noch eine Überraschung von unserer Gruppe: Yvonne und Georg bedanken sich mit einem Gedicht bei uns und lassen anschließend den Hut für uns rumgehen – das hatten wir auch noch nicht! An dieser Stelle noch einmal an ganz herzliches Danke an alle, die ihren Teil dazu beigetragen haben, aus dieser Reise ein unvergessliches Erlebnis zu machen. Dazu gehören nämlich nicht nur ein schönes Schiff, gutes Wetter, der spielerisch-faszinierende Tanz der Aurora und die Arbeit von uns Lektoren und Reiseleitern vor und hinter den Kulissen, sondern immer auch die Gäste – mit einer netten Gruppe macht viel mehr Spaß, und so wird das wirklich zur viel beworbenen Schönsten Seereise der Welt. Vielen Dank für die schöne Zeit und alles rund herum!

Aber die Hurtigrute wäre nicht die Hurtigrute, wenn wir nicht gleich hurtig zum nächsten Event müssten: Nach der Bildershow wartet Heinz am anderen Ende des Schiffs im Restaurant auf uns. Das berühmte Captain’s Dinner steht an, oder wie es auf der Hurtigrute treffender heißt: Das Farewell Dinner. Da viele Gäste das Schiff schon in Trondheim verlassen und nicht bis Bergen fahren, sagen die Offiziere heute schon auf Wiedersehen.

Farewell-Dinner

Farewell-Dinner

Das Dinner findet in recht legerem Rahmen statt, hier gibt es noch einmal die Chance, die Crew kennen zu lernen und sich über das Trinkgeld Gedanken zu machen. Wie es auf der letzten Tour so schön hieß, wird Trinkgeld in Norwegen nicht erwartet, aber akzeptiert. Da die Crew nicht nur im Servicebereich die 22-tägige Schicht wirklich hart durcharbeiten muss (auf den kleineren Schiffen noch mehr als auf denen der Millenium-Generation mit größerer Crew), ist die Anerkennung durchaus gerechtfertigt, auch wenn in Norwegen noch Löhne üblich sind, von denen man leben kann. So wird verhindert, dass irgendwann nur Dienst nach Vorschrift gemacht wird. Aber auch ein einfaches Tusen Takk wird gerne gehört. Das Trinkgeld für die Crew wird in einer alten Postbox am Restauranteingang gesammelt und dann gleichmäßig verteilt – so erhalten auch die ihren Anteil, die unterwegs von Bord gegangen sind. Nur ein Teil der Besatzung wechselt in Bergen, andere steigen an ihren jeweiligen Wohnorten zu. Daher bringt es nichts, am Ende der Fahrt Geld in der Kabine liegen zu lassen – eventuell sammelt das dann die externe Putzmannschaft ein, die bei Bedarf kurz vor Bergen zusteigt und aufräumt.

Übrigens noch ein Tipp für Reisen in südliche Länder: Ruhig im Hotel am Anfang des Aufenthalts Trinkgeld geben – so wird das Personal vorher motiviert, und in manchen Ländern sind ein paar Euro viel Geld. In Norwegen merkt man dagegen schon eher, dass Deutschland Billiglohnland ist – spätestens, wenn im Lauf der Nacht die Kreditkartenabrechnung für die Reise an der Tür hängt…

Die Lofoten legt an.

Die Lofoten legt an.

Nach dem Abendessen steht nur noch ein Punkt auf der Liste: Die MS Lofoten in Rørvik. Wir begegnen der alten Dame im Schneesturm und können ihr beim Anlegen zuschauen. Das ist eine echte Zeitreise, wenn auch eine gefährliche: Inn dem Pulverschnee am Kai hat man zwar guten Halt, rutscht dann aber mitsamt dem Schnee über das darunterliegende Eis. Eieiei.

Der schwarze Rumpf der Lofoten mit ihren weißen Aufbauten bietet einen herrlichen Anblick, wie er aus der Dunkelheit auftaucht und in Rørvik anlegt. So stellt man sich die klassische Postschiffe vor, und von den 1950er bis in 1980er/90er Jahre war das der Standard. Die Lofoten gehört zu den Nachkriegsschiffen, die speziell für die Hurtigrute gebaut wurden. Vorher war praktisch jedes gerade verfügbare Schiff auf Tour, relativ unabhängig von Tonnage und Geschwindigkeit. Erst nach dem Krieg wurden einheitliche Schiffe speziell für die Hurtigrute gebaut, darunter die Lofoten und die zweite Finnmarken, die heute in Stokmarknes (hoffentlich) vor dem Verfall gerettet wird, aber auch die Nordstjernen, die heute vor allem in der Ostsee unterwegs ist, oder die Kong Olav, die gerade in Asien verrottet. Wer eine Reise auf der Lofoten bucht, muss wissen, worauf er sich einlässt – und tatsächlich hat dieses Mal keiner der Lofoten-Passagiere Interesse daran, das “Kreuzfahrtschiff Finnmarken” zu besuchen. Die Lofoten bietet noch echte Seefahrt.

Zu den sympatischen Eigenheiten der Hurtigrute gehört übrigens, dass die Durchsagen immer noch von echten Menschen gemacht werden. Ich weiß nicht, welcher Blödsinn mir auf dieser Fahrt am besten gefiel:

  • “The north-southbound Hurtigrute MS Finnmarken is ready for departure” (kam öfter)
  • Norwegisches Blabla, gefolgt von kurzem Schweigen und einem “Ups”
  • oder doch das “Southbound Hurtigrute MS Kong Harald… MS Finnmarken is ready for departure”, das wir in Rørvik hören?
Wellenbad...

Wellenbad…

Wie auch immer, die Finnmarken übersteht die kurze Umtaufe in Kong Harald unbeschadet, und wir setzen zur Reise über die Folda an. Eineinhalb Stunden offener See bescheren uns einen leichten Wellengang, der aber soweit ich das sehen kann keinem Probleme macht – das große Schiff schluckt die Wellen gut, und echter Seegang ist ohnehin etwas anderes. Wer den sehen will, muss zum Pool gehen: Dort schlagen die Wellen fast bis zur Decke. Nennt mich Feigling, aber ich streiche meine Hoffnung auf einen Poolbesuch für diese Reise endgültig. Wer heute flieht und rennt von hinnen, kann ein andermal gewinnen…

Im Video kann man vielleicht nachvollziehen, warum ich lieber die Herbststürme abwarte:

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Tag 9: Risøyrenna, Stokmarknes & Raftsund

Tageslicht!

Tageslicht!

Nach Tromsø geht es mit Riesenschritten südwärts. Ein besonderes Highlight erfreut viele: Es gibt langsam wieder Tageslicht! Auch wenn es selbst in der Polarnacht nie richtig dunkel wird, sondern in dem Dämmerlicht immer noch genug zu sehen gibt (es ist vergleichbar mit der Zeit kurz vor Sonnenaufgang), ist es doch immer wieder ein schönes Gefühl, wenn man die Sonne langsam erahnen kann. Die hohen Berge entlang der Route verhindern zwar heute noch den direkten Blick auf unser Zentralgestirn, aber es wird doch deutlich, wo hinter den Wolken sie stehen müsste. Was mag das für ein Gefühl sein, hier oben zu wohnen? Kein Wunder, dass Hammerfest ganz schnell dabei war, elektrische Straßenbeleuchtung einzuführen…

Wir tuckern derweil durch die Inselwelt der Vesterålen, da mir die Bustour zu früh war. Auch die Schiffsreise ist wunderschön und führt durch die Risøyrenna. Der 4,5 km lange Kanal ist nur unwesentlich tiefer als unser Schiff, sodass der Kurs genau gehalten werden muss. Als die Schiffe der neuen Generation (Finnmarken, Trollfjord und Midnatsol) in Betrieb genommen wurde, musste die Fahrrinne extra vertieft werden. Für uns sind nur die zahlreichen Leuchtmarkierungen sichtbar, auf denen es sich unzählige Kormorane bequem gemacht haben.

Big Party für den Ausflugsbus

Big Party für den Ausflugsbus

Von Risøyhamn (der Kapitän wendet das Schiff noch vor der Brücke; nur einmal sind wir rückwärts wieder unter der Brücke durch gefahren) geht es weiter nach Sortland, wo traditionell die Ausflugsbusse gegrüßt werden – sie fahren über die Brücke, wenn unser Schiff darunter hindurch fährt. Ideal für Fotos. Die Finnmarken mit ihrem begehbaren Bug ist dafür natürlich perfekt gerüstet, und Tourguide Heinz versorgt uns mit Norwegen-Flaggen und einem großen Transparent.

Für die Ausflügler ist das die Chance, einmal Bilder des Schiffs von oben oder beim Anlegen zu machen; und für die auf dem Schiff gebliebenen ist es die beste Gelegenheit, um als erste am Mittagsbuffet zu sein. In der blauen Stadt halten wir ohnehin nur eine halbe Stunde. Den Name verdankt Sortland der Idee, möglichst viele Häuser blau zu streichen, wozu die Stadt die Farbe kostenlos zur Verfügung stellte – wobei anscheinend vor allem Firmen zugriffen.

Die alte Finnmarken in Stokmarknes

Die alte Finnmarken in Stokmarknes

Das zweite Highlight ist Stokmarknes, die alte Heimat von Richard With, dem Gründer der Hurtigrute. In den letzten Jahren war der Eintritt in das Museum für Reisende auf der Hurtigrute frei, letztes Jahr wurde kurzzeitig Eintritt erhoben, bis er wenig später für Rundreisende wieder entfiel. Seit dem 1. Januar sind wieder 50 NOK fällig. Auch wenn Hurtigrute ASA einen neuen Eigentümer hat (einen britischen Finanzinvestor), wäre es schön, wenn sie sich nicht von ihrer Vergangenheit distanzieren würden. Die fünf Euro ist das Museum allemal wert, und da wäre es besser, eine der mittlerweile zahlreichen Aktivitäten an Deck einzusparen als das Museum. (Heute steht um 15:15 Fischfilettieren auf Deck 8b an.)

Da ich aber auch schon einige Male im Museum war, gehe ich – wie zahlreiche andere Passagiere – in Richtung Ortszentrum. Wir kommen verspätet an, aber eine Dreiviertelstunde bleibt uns trotzdem bis zur angekündigten Abfahrt. Stokmarknes hat ein hübsches Stadtzentrum (wenn man bei einem 3300-Einwohner-Ort von Stadt reden will), und die alte Finnmarken bietet auch von außen einen hübschen Anblick. Die Rettungsboote, die unter ihrem Rumpf liegen, waren mir noch nie vorher aufgefallen.

Pünktlich zur angekündigten Abfahrt sind alle wieder an Bord, trotzdem fahren wir erst eine weitere halbe Stunde später ab – mein Verdacht ist ja, dass der Kapitän den 50%-Verkauf eines Outdoor-Ladens genutzt hat; auf wen sonst würde das Schiff so lange warten, ohne ihn auszurufen?

Egal, irgendwann setzen wir uns in Bewegung und rauschen durch die Nacht. Da wir nicht mehr am Trollfjord halten, der in dieser Jahreszeit ohne Beleuchtung ohnehin unsichtbar bleibt, kommen wir mit nur leichter Verspätung in Svolvær an. Die Zwischenzeit hatten wir eigentlich für unseren Abschlussvortrag nutzen wollen, aber wie das bei einer Seereise ist, können Unwetter oder andere Katastrophen den Reiseverlauf durcheinander bringen. In diesem Fall waren es Unternehmensberater, die die Konferenzräume in Beschlag nahmen und auch sonst an Bord nicht gerade durch freundliches Verhalten auffielen…

Bei knapp zwei Stunden Aufenthalt und verfrühtem Abendessen bleibt genug Zeit, um entweder zur Magic Ice Galerie zu gehen oder einen Spaziergang durch die hübsche Stadt zu unternehmen. Mit Ekkehard machen wir einen kleinen Stadtrundgang, durch das hübsche Scandic-Hotel (der Anker hat heute geschlossen) und an einigen Galerien vorbei. Dagfinn Bakke, der die Karikaturen an Bord der Finnmarken geschaffen hat, war heute sogar in seiner Galerie, wir kommen allerdings zu spät an ihr vorbei. Die Lofotposten hat seine Zeichnungen übrigens als Bildergalerie im Netz.

Ikke lys:-(

Ikke lys i Norge 🙁

Die Wolkenlücke über uns hat im Lauf der Nacht zwar einige Lücken, aber die Aurora-Aktivität ist deprimierend gering – daher lassen wir den Abend gemütlich im Panorama-Salon ausklingen und nutzen die Zeit auch, um schon einmal zu packen – wegen der Planänderung heute ist morgen Nachmittag ist volles Programm, neben unserem Vortrag steht noch einiges mehr auf der To-Do-Liste.

Die Fahrt über den Westfjord verläuft wieder sehr ruhig, nur für den Whirlpool bleibt vor lauter Geselligkeit wieder keine Zeit. Vielleicht morgen…

Tag 8: Von Hammerfest nach Tromsø

Onkel Heinz serviert den Energiekaffee

Onkel Heinz serviert den Energiekaffee

Auf unserer Rückreise südwärts erwartet uns kurz vor Hammerfest wieder der lecker Energiekaffee. Der Himmel ist bedeckt und die Temperatur frisch, da ist das eine willkommene Abwechslung, sodass sich zahlreiche Passagiere um Tourguide Heinz und den Küchenchef drängen. Neben dem Energiekaffee gibt es auch noch frische Garnelen zum probieren; wer Krabben pulen will, kommt hier auf seine Kosten. Wenig später kommt auch schon der Grund für den Kaffee in Sicht: Die Insel Melkøya mit der Erdgasverflüssigungsanlage „Projekt Schneewittchen“. Vergleiche mit der BASF in Ludwigshafen kommen auf, wir sind nicht die einzigen aus Süddeutschland:-) Die Anlage wurde 2006 errichtet und soll noch bis etwa 2035 Flüssiggas produzieren. Heute liegt kein Schiff vor Anker, vielleicht weil Sonntag ist.

In Hammerfest, das langsam hinter der „Milchinsel“ („Melkøya“) auftaucht, haben jedenfalls die meisten Läden geschlossen. Die Stadt ist gut eingeschneit; den Zickzackweg probieren wir gar nicht erst, und auf „meiner Bank“ liegt diesmal auch zu viel Schnee, als dass ich mich darauf setzen wollte. Unsere kurze Tour führt am Friedhof und der kleinen Kapelle vorbei, die als einzige den Krieg überlebt hat. Neben der mächtigen Kirche von Hammerfest entsorgen zwei Bagger den Schnee im Meer, und wir sind pünktlich zum Glockengeläut am Kirchturm. Viel Zeit bleibt aber nicht, denn wir haben noch eine Termin im Eisbärenklub, Neumitglieder werben. Nur zu unserer Jahreshauptversammlung heute Abend um 18 Uhr können wir nicht bleiben, das Schiff legt bereits um 12:45 wieder ab.

Da keine Restaurants in Hammerfest offen haben (Pepes Pizza öffnet heute erst um 13 Uhr), holen wir am Mittagsbuffet das Frühstück nach, während der Captain stolz an Norwegens größtem Stein vorbeifährt: Die Insel Høja ist angeblich ein einziger großer Findling, der in der letzten Eiszeit durch einen Gletscher hierher kam. Unser örtlicher Geologe bezweifelt das, aber wir fahren zu dicht an Høya vorbei, um einen Überblick zu erhalten, aber doch nicht nah genug für Proben. Tante Google schlägt eher den 30m hohen Skipheller als größten Findling vor… Aber was soll’s: Das wird seit 30 Jahren so in der Schule gelehrt, also muss es stimmen, und eindrucksvoll ist der Felsen allemal.

Um 14:30 ist dann volles Programm: Im Panoramasalon auf Deck zeigt die Schiffsbesatzung, wie man richtige Knoten macht, gleichzeitig gibt es in einem Konferenzraum die Möglichkeit, gebeizten Lachs zuzubereiten. Einen Teil davon kann man am Ende der Reise mitnehmen, diese Aktivität kostet daher 250 NOK. Und um 15:00 haben wir im großen Konferenzraum unseren vierten Vortrag, einen Rundflug durch das Sonnensystem. Er fällt mit der Liegezeit in Øksfjord zusammen, sodass wir ruhige See haben und das Schneetreiben im Hafen durch die Fenster beobachten können. Rechtzeitig bevor wir raus aufs offene Meer fahren und die Lopphavet überqueren, ist der Vortrag somit beendet – aber so ruhig wie die See ist, hätten wir ihn auch während der Überfahrt halten können.

Mondhalo

Mondhalo

Das Abendessen fällt mit Skjervøy zusammen, wo wir auf der Hinfahrt das tolle Polarlicht erleben durften. Heute ist der Himmel zwar relativ klar, aber die Polarlichtaktivität ist gering – immerhin gibt es einen schönen Halo rund um den Halbmond, der (für mich) wesentlich interessanter ist als der Film über die Antarktisreisen, mit denen das Schiff die Zeit bis zum Mitternachtskonzert in Tromsø überbrückt. Auf der Novembertour hatten wir hier tolles Polarlicht, bis nach der Modenschau das Licht auf dem Heck angeschaltet wurde, um Stockfisch vorzuführen – diesmal wären wir am Bug ungestört, aber es gab weder Polarlicht noch Modenschau.

Als kleinen Unterhaltungspunkt gab es noch eine wieder sehr ruhige Schiffsbegegnung mit der nordgehenden Richard With, bevor Tromsø wieder in Sicht kam. Am Hafen warteten schon die Busse für das Mitternachtskonzert, aber die Stadt hat noch mehr zu bieten: Das Kneipenleben lohnt sich. Sogar auf dem Schiff scheint das Jägermeister-Symbol zu prangen – es gehört aber zum Tromsø Filmfest, das komplett an uns vorbei ging. Da der Rørbua-Pub direkt am Schiff keine Live-Musik hat, zieht eine kleine Gruppe von uns in die Innenstadt, und ich kriege endlich mein erstes Guiness auf der Reise.

Eine gute Stunde reicht für ein gemütliches Zusammensein, und wie sind sogar noch vor den Konzertgängern wieder an Bord. Mangels vielversprechender Polarlichtprognose ist halb zwei ein guter Zeitpunkt, um Feierabend zu machen.

Tag 7: Wendepunkt Kirkenes

Sogar Teleskope gibt es an Bord

Sogar Teleskope gibt es an Bord

Tag 7 (der 16. Januar) bedeutet endgültig den Wendepunkt: Kirkenes ist weder der nördlichste Punkt noch der östlichste (die Ehre gebührt Vardø), aber hier kehrt die Hurtigrute um.Ich mag Kirkenes ja: Die Stadt ist recht neu und hat recht wenig zu bieten. Die Tour mit Hundeschlitten und Eishotel habe ich schon mal gemacht, die russische Grenze reizt mich trotz der aktuellen politischen Lage eher wenig, und die Schneemobilsafari macht zwar bestimmt Spaß, aber schnell fahren kann ich auch auf deutschen Autobahnen. Damit habe ich in Kirkenes frei, kann mein Blog auf den aktuellen Stand bringen und Bilder vom Schiff machen. Die Finnmarken ist zwar groß, aber durchaus fotogen, und nachdem praktisch niemand an Bord ist, ist das optimal zum Fotografieren des Schiffs.

Die Finnmarken in Kirkenes

Die Finnmarken in Kirkenes

Das Schiff ist im Art-Deco-Stil gehalten und hat im Gegensatz zur Nordkapp, die komplett von einem Künstler ausgestattet wurde, eine bunte Mischung an Kunstwerken. Einige sind modern und sagen mir nichts, andere sind sehr chic und klassisch.

Ich schaffe es sogar von Bord und gehe rund durch den Hafen, um ein paar schöne Bilder vom Schiff im verschneiten Hafen zu machen. Anscheinend genau das, was Twitter sehen will, selten hat etwas so viele Likes gekriegt wie das Bild links. Da die Hurtigrute im Hafen anlegt, der ein gutes Stück von der Stadt entfernt ist, besuche ich Kirkenes nicht weiter, sondern schaue der Crew bei der Pflege der Rettungsboote zu und verfluche das Schiffs-WLAN: Für rund 40 Euro erhält man einen Zugang, mit dem man zwar ins WLAN kommt, aber nicht mehr raus… Klar: An der Küste gibt es nicht überall LTE, aber wenn ich mit dem Handy im Hafen LTE habe, erwarte ich das eigentlich auch von dem kostenpflichtigen Zugang auf dem Schiff. Keine Verbindung kann ich selber… Daher sitze ich in Kirkenes zwar an meinem Blog, kann aber erst später posten.

Vardø

Vardø

Nachdem alle Ausflugsbusse wieder an Bord sind, geht es weiter Richtung Vardø – eine hübsche kleine Stadt, die früher Zentrum des Handels mit Russland war. Kaum zu glauben, wie viele Schiffe hier einst im Hafen lagen. Irgendwann gönne ich mir vielleicht den Spaß und steige morgens in Vadsø aus, um dann per Bus nach Vardø zu fahren und mir die beiden Orte einmal in Ruhe anzuschauen, bis ich in Vardø wieder zusteige. Das könnte sich lohnen. Ich bin mir nicht sicher, ob wir in Kirkenes rechtzeitig ablegen, jedenfalls ist dir Überfahrt ruhig, und trotzdem kommen wir in Vardø mit einer halben Stunde Verspätung an. Zur Überbrückung gab es an Bord noch eine Präsentation zum alten Pomorhandel zwischen Russland und Norwegen.

Festung Vardøhus

Festung Vardøhus

In Vardø teilen wir uns auf: Volker schaut beim Eismeerbaden zu (aus dem auf der Treppe im Schiff irgendwie ein Eisbärbaden wird – stelle ich mir auch schön vor: Jeder kriegt ein Handtuch, Shampoo und einen Eisbär), ich gehe zur Festung Vardøhus und Ekkehard nimmt das Hexendenkmal in Angriff. Damit ist er mutiger als ich dachte: Der Weg war schon im November sportlich, und wir haben jetzt mehr Schnee und wieder nur 45 Minuten Liegezeit. Auf dem Weg zur Festung verlieren wir uns aus den Augen, und ich mache mich auf die Suche nach den Überresten des Venustransits von 1769. Damals wurde von hier beobachtet, wie unser innerer Nachbarplanet Venus vor der Sonne entlang zog. Es war die nördlichste Beobachtungsposition, James Cook auf Tahiti hatte den südlichsten Beobachtungspunkt. Der Soldat, der die Festung heute bewacht, war zwar sehr bemüht, konnte mir aber auch nicht weiter helfen – kein Wunder, schließlich waren die Gedenktafeln am Rathaus und nicht in der Festung. Mein Fehler… aber Vardøhus ist einen Besuch wert und beherbergt eine kleine Ausstellung mit dem wohl einzigen erhaltenen Kanonenwagen seiner Art sowie einer Reihe Militaria bis hin zur Weltkriegszeit. Von der Eberesche “Rogna” vor dem Haus des Kommandanten sehe ich nichts. Sie gilt als nördlichster Baum und wird im Herbst zum Schutz vor dem Meeressalz eingepackt – Ekkehard hat allerdings gemeint, dass der Baum mittlerweile nicht mehr existiert.

Von der Festung aus rechtzeitig wieder am Schiff zu sein ist kein Problem, auch ein Ausflug in den Supermarkt auf halber Strecke wäre noch möglich gewesen. Die Eismeerbader sind auch wieder auf dem Schiff, und Ekkehard hat es wohl auch geschafft – zumindest legen wir wie angekündigt ab, ohne dass fehlende Gäste ausgerufen werden. Immerhin zehn Mutige waren im Eismeer baden, obwohl die Finnmarken doch den beheizten Pool hat. Respekt. Eine halbe Stunde später gibt Heinz wieder seinen Tagesrückblick (erst deutsch, dann englisch), und die Ankunft in Båtsfjord fällt mit dem Abendessen zusammen.

Ein wenig Licht am Horizont.

Ein wenig Licht am Horizont.

Nach 21 Uhr gibt es ein leichtes Polarlicht, aber zu wenig, um eine Meldung zu rechtfertigen: Ein schwacher Bogen ist immer wieder zu sehen und kämpft an Steuerbord gegen die Wolken. Eher ein Fall für die Kamera als für das Auge. In Berlevåg begegnen wir der Polarlys, der wir den Liegeplatz im Hafen wegnehmen. Mit Winkekonkuranse ist wieder nicht viel – ich habe den Eindruck, dass nicht einmal der Captain an Bord der Polarlys ist.

Daher lassen wir den Tag gemütlich ausklingen, während draußen die Wolken und die Landschaft vorbeiziehen.

Tag 6: Rund ums Nordkap

In der MAgerøya-Straße

In der Magerøya-Straße

Tag 6 (der 15.1.) ist ein Wendepunkt der Reise: Wir fahren südlich an der Insel Magerøya vorbei, auf der das Nordkap als nördlichster Punkt Europas liegt. Wobei das Nordkap erst einmal auf einer Insel und nicht auf dem Festland liegt, und der nördlichste Punkt der Insel auch noch das Kap westlich des offiziellen Nordkaps ist. Wie auch immer, die Insel hat ihren rauen Charme, und es wird einem ganz warm ums Herz, wenn Honningsvåg in Sicht kommt. Die Stadt liegt noch nördlicher als Hammerfest, das traditionell den Titel nördlichste Stadt der Welt trägt.

Für die, die die Anfahrt vom Bug aus beobachten, ist ein warmes Herz auch dringend nötig, schließlich sind die Temperaturen frostig… Im Hafen ziehen nicht nur die schneebedeckten Häuser die Blicke auf sich, sondern auch die weiter entfernten Silos, in denen Fisch zu Protein verarbeitet wird, und die rostigen Schiffe, mit denen Krabben gefischt werden. Die Juros Vilkas aus Litauen ist ein vertrauter Anblick.

Der interessanteste Ausflug ist natürlich das Nordkap – vier Busse warten auf Gäste, und wie wir im Nachhinein erfahren, hat der Ausflug sich auch gelohnt: Das Wetter war gut. Für uns steht das Alternativprogramm auf dem Plan: Nordkap kennen wir schon, also geht es nach Honningsvåg. Wir treffen einen unserer Gäste, und gemeinsam geht es nach dem Brunch in den Ort. Tag 6 ist immer der anspruchsvollste, durch den Nordkapbesuch verschieben sich die Essenszeiten, und zwischen 7 und 13 Uhr gibt es eine ganze halbe Stunde lang nichts zu essen (außer im Cafe). Da muss man schon auf seine Kalorienbilanz achten.

Unberührt: Der Weg zum Aussichtspunkt

Unberührt: Der Weg zum Aussichtspunkt

Uns zieht es wieder zu dem Aussichtspunkt am Friedhof über der Stadt, wo eine Büste an einen norwegischen Regisseur erinnert. Ekkehard war der Meinung, dass die Tour kein Problem sei – der Weg über den Berg führt in den nächsten Ortsteil und wäre bestimmt gespurt. Sagen wir so: Nachdem wir da waren, gab es eine Spur im Tiefschnee… Von da oben gibt es einen schönen Überblick über den Ort, auch wenn das Stapfen durch den Schnee in die Beine geht. Zur Abwechslung gibt es aber auch glatte Partien. Das verschneite Honningsvåg wird von drohenden Schlechtwetterwolken eingerahmt, sodass wir bald den Rückzug antreten. Unsere Sorgen um die Nordkap-Busse sind unbegründet (dort herrscht bestes Wetter), aber wir kommen im ersten Schnee im Ort an. Nach einem Abstecher zur Kirche mit dem Weltkriegsdenkmal gehen wir zum Scandic-Hotel, um von der anderen Hafenseite einen Blick auf die Finnmarken zu werfen, die im Schneegestöber sogar zu erahnen ist. Kein gutes Wetter, um die Kunstwerke am Hafenbecken zu besuchen, also gehen wir recht zügig zum Schiff zurück. Rechts am Hafenbecken ist wieder das Musem mit der „Trash Art“: Aus angeschwemmten Badeschlappen und Gummistiefeln entstand hier Kunst. Das Nordkapmuseum am Hafen hinter dem Denkmal für den Seemannshund Bamse ist noch bis Sommer geschlossen, vielleicht kann ich es in der nächsten Saison besuchen.

Da das Mittagessen schon um 13 Uhr endet, bietet das Schiff zur Überbrückung Apfelkuchen und heiße Schokolade an, nachdem die Ausflügler wieder an Bord sind und wir etwa um Viertel vor drei abgelegt haben. Eine halbe Stunde später zeigt die Finnmarken diesmal einen Film über die Geschichte der Sami.

Finnkirka

Finnkirka mit Mond und Beleuchtung

Vor Kjøllefjord erwartet uns wieder die Finnkirka – irgendwie hat meine große Kamera Probleme mit dem Autofokus, aber der Halbmond zwischen Wolken über der Felsformation hat etwas mystisches. Die Finnkirka ist ein alter samischer Opferplatz; die kitschige Beleuchtung mit bunten LEDs ist eigentlich eine Unverschämtheit. Auffällig ist sie aber ohnehin nur in Dezember und Januar, wenn es richtig dunkel ist. Angeblich hat der Kapitän eine Fernbedienung, um die Beleuchtung anzuschalten. Vom Bug aus erspähen wir die Beleuchtung recht bald, und die Kameras klicken. Im Wasser liegt auch schon das Boot des Krabbenfischers, der gleich darauf in voller Fahrt an der Finnmarken anlegt, seinen Kollege absetzt und nach einer Ehrenrunde mit Höchstgeschwindigkeit nach Kjøllefjord rauscht.

Krabbenpräsentation

Krabbenpräsentation

Bis wir in dem hübschen Örtchen anlegen, präsentiert er wieder das Ungeziefer der Meere: Die Königskrabben, die aus Russland kommen und in dieser Gegend praktisch keine natürlichen Feinde haben. Es gibt wieder die Möglichkeit, sich mit den Tieren fotografieren zu lassen und so mit seinem Essen zu spielen…

Als wir in Kjøllefjord anlegen, kommt schon die Durchsage, dass die Hafengäste bitte das Schiff verlassen sollen. Anscheinend haben wir etwas Verspätung, aber die Schneescooter-Fahrer verlassen trotzdem das Schiff, um später in Mehamn wieder zuzusteigen. Wer will, kann also einmal über Land bis zum nächsten Hafen fahren. Alle anderen stellen fest, dass der Himmel langsam aufklart, und wir sehen wieder einen schwachen Bogen Polarlicht – dankenswerterweise am Heck, wo es windgeschützt ist. Sogar in Mehamn ist er noch auszumachen, auch wenn er es gegen die Wolken schwer hat. Um 21 Uhr veranstaltet der Küchenchef die nächste Show: Präsentation und Geschmacksprobe von Rentier auf Deck 8; den Schimmer der Decksbeleuchtung sehen wir auch am Heck.

Die Nordkapp auf Schleichfahrt.

Die Nordkapp auf Schleichfahrt.

Vor Berlevåg kommen wir in einer gemütlichen Runde mit Reiseleitern und einigen Gästen auf das Thema Vinkekonkurannse zu sprechen. Für mich ist das ja eh der Tag der Tage: Vor Berlevåg begegnen wir der MS Nordkapp, da muss ich auf jeden Fall raus, meinem Lieblingsschiff winken. Spontan bildet sich ein Komitee, das Heinz überreden will, eine Vinkekonkurannse zu machen. Das klappt aber nicht – es ist Winter, die Nordkapp will nicht, und Heinz macht somit keine Durchsage. Im November hatte das die Finnmarken aber auch nicht vom Winken abgehalten, also machen wir es selbst und versammeln uns zu siebt oder acht am Bug. Da die Finnmarken Verspätung hat, ist die Nordkapp zuerst im Hafen, und wir müssen auf sie warten. Dann ist es so weit: Eine fast völlig abgedunkelte Nordkapp fährt an der gut getarnten Finnmarken vorbei, und wir versuchen am Bug Aufmerksamkeit zu erwecken. Auf der Nordkapp ist gar keiner zu sehen, daher haben wir wohl gewonnen und können Handtücher und Mülleimer wieder aufräumen… War einen Versuch wert.

[Nachtrag: Das Video ist jetzt auch online:]

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Viel Post für Berlevåg :-)

Viel Post für Berlevåg 🙂

In Berlevåg sehen wir dann noch beim Anlegen zu: Ein einsamer Hafenarbeiter vertäut das Schiff und lädt mit dem Gabelstapler zwei Päckchen aus, ein Reisender verschwindet mit seinem Koffer in der Dunkelheit (der Hafen ist ein gutes Stück außerhalb vom Ort), und immerhin wird sogar ein Auto entladen. Das lohnt sich doch mal.
Da das Wetter kein schönes Nordlicht mehr verspricht, endet der Tag nun weitestgehend. Ein Bierchen im Panoramasalon ist ein schöner Abschluss, für das zweite gehen Uwe und ich ins Cafe, wo wir sogar noch eines bekommen. Der leichte Wellengang des Abends ist einigen Gästen schon zu viel, aber auch ein Kreuzfahrtschiffchen wie die Finnmarken ist eben keine Aida oder Queen Mary, sondern bietet einem noch das Erlebnis Meer. Ich find’s schön.

Das Wellenbad der Finnmarken

Das Wellenbad der Finnmarken

Båtsfjord als letzter Hafen wurde zur Kenntnis genommen, dann ging es ab ins Bett.

Tag 5: Wieder mal in Tromsø (mit Nordlicht-Feuerwerk)

Ich bleibe dabei: Kein Frühstück für mich; Mittagessen gibt’s ja auch schon recht früh. Die Passage an der Trondenes-Kirche entgeht mir somit, und Finnsnes ebenso, macht aber nichts: Das Mittagessen wird zum Frühstück, und auf der Strecke nach Tromsø treibt es einige nach draußen auf das Umlaufdeck, sodass sich ein paar Gespräche ergeben. Die Whirlpools auf Deck 7 werden auch schon fleißig genutzt, nur was auf Deck 8 abgeht, entgeht mir irgendwie – das ist zu weit abseits; bislang übersehe ich das Deck tagsüber komplett. Und nachts ist es zu hell erleuchtet, um für die Nordlichtsuche interessant zu sein.

Kurz vor Tromsø: Der Mond über der Finnmarken

Kurz vor Tromsø: Der Mond über der Finnmarken

Es lohnt sich, die Reise an Deck zu verbringen, auch weil das Wetter noch schön ist: Nur ein paar Wolken stehen am Himmel, außerdem die schmale Mondsichel. Die Anfahrt auf Tromsø ist immer wieder toll: Rechts der rund 400 m hohe Storsteinen, dessen Seilbahn noch bis Februar oder März renoviert wird, daneben die Eismeerkathedrale, dann die Tromsøbrücke und natürlich Tromsø selbst. Da war ich ja erst letzte Woche, daher klappern wir nur kurz ein paar Highlights ab, um aktuelle Fotos zu haben, anschließend geht es in die Buchhandlung, meine Bestellung abholen, in Tromsø’s Greatest Gift Shop (der muss einfach sein) und ausnahmsweise sogar in die Domkirke: Die Türe steht offen und man kann sie besichtigen. Diesmal ist nicht einmal eine Veranstaltung, bei der Spenden gesammelt werden – letzte Woche konnten wir hier unser Kleingeld für die Flüchtlingshilfe spenden. Wenn Tromsø das Paris des Nordens ist, ist die Domkirke wohl Notre Dame. Die helle Inneneinrichtung des Holzbaus ist schön warm und beeindruckt mich immer wieder – so etwas gefällt mir noch mehr als ein überbordender Prachtbau.

Der Kapitän serviert Stockfisch.

Der Kapitän serviert Stockfisch.

Anschließend geht es in eine Pizzeria: Zwecks Polarlichtwache lassen wir das Abendessen ausfallen, die Prognose sah nicht so schlecht aus, auch wenn mittlerweile Wolken aufgezogen sind. Während des Abendessens gibt es statt klarem Himmel immer wieder Schneefall, die Prognose hat sich mittlerweile geändert. Wenn es heute mit Polarlicht klappt, dann vor Skjervøj – da erwarten wir etwa eine Stunde lang klaren Himmel, bevor es wieder zuzieht. Um 20 Uhr – zwischen den beiden Sitzungen des Abendessens – serviert Kapitän Einarsen Stockfisch auf Deck 8, während es draußen schneit. Dazu werden benötigt: Ein Stockfisch und eine Axt, um ihn kleinzuhauen. Stockfisch-Chips hatte ich letzte Woche schon probiert: Durchaus genießbar, aber es hat seinen Grund, dass er die Vorführung im Freien macht.

Zum Essen komme ich aber auch nicht: Da ist was helles an steuerbord. Die Kamera zeigt nur eine Wolke, aber das ist Motivation genug, um an den Bug zu gehen, wo Volker ausharrt. Die Probebilder zeigen: Da ist schon ein Grünschimmer, der in Fahrtrichtung zwischen den Wolken durchscheint. Es wird besser, ist aber noch nicht gut. Was tun?

Um halb neun entscheiden wir uns, das Schiff um eine Durchsage zu bitten. Das ist natürlich ideal, um sich die Crew zum Feind zu machen – direkt vor der zweiten Essenssitzung… Nachdem er sich die Lage angeschaut hat, macht Tourguide Heinz auch eine vorsichtige Durchsage (unsere Astro-Spezialisten meinen…), damit zumindest alle in Hab-Acht-Stellung gehen können.

Und ziemlich genau zu dem Zeitpunkt, den wir vorhergesagt haben, verlassen wir Schnee und Wolken, der Himmel klart auf, und ein Stück vor Skjervøy liefert die Aurora eine hervorragende Show: Einfach nur Wow! Was als geisterhaftes Schimmern begann, wird zu mehreren Bögen und tanzt am Ende hell über den Himmel. Das Wetter ist freundlich, und auch über Skjervøy ist das Polarlicht perfekt zu sehen, trotz der Beleuchtung von Schiff und Stadt. Meine große Kamera läuft für Zeitrafferfilme mal wieder durch, während Volker mit seiner Kamera flexibel ist. Und meine kleine Panasonic schlägt sich auch wacker; ich will gar nicht wissen, wie viele Bilder an diesem Abend entstehen. Die Berge rundrum geben einen angenehmen Windschutz, sodass wir es auch am Bug aushalten können.

Nach Skjervøj verfolgen wir das Schauspiel noch etwa eine halbe Stunde, aber es wird diesiger und wir fahren in eine Wolkenbank hinein – Zeit, den erfolgreichen Abend an der Bar ausklingen zu lassen. Ab jetzt beginnt der entspannte Teil der Reise: Alle haben das Polarlicht gesehen, und der Erfolgsdruck ist weg.

Ein letzter Blick gegen 1 Uhr morgens zeigt immer noch grünen Himmel, aber ohne Strukturen – dafür wecken wir niemanden, nicht nach dieser Show.

Tag 4: Bodø

Ørnes

Ørnes

Der 13. Januar führt uns über den Polarkreis und nach Bodø. Von der Polarkreisüberquerung bekomme ich bis auf das Getute des Schiffshorns nichts mit. Keine Ahnung, wann wir das zwischen 6:30 und 8:00 geschafft hatten. Im Januar ist es um diese Uhrzeit aber ohnehin noch dunkel, sodass die Kugel auf der Insel nicht viel hergibt. Wenn ich mir das Tagesprogramm anschaue, wurde auch der Versuch aufgegeben, im Winter im Dunkeln Sekt zu diesem Ereignis anzubieten. Letzten Januar war außer der Crew auch praktisch niemand an Deck.

Ich führe stattdessen eine neue Tradition ein: Ich verschlafe das Frühstück, schließlich bin ich wegen dem Polarlicht hier – da ist die Zeit um Mitternacht am interessantesten. Prinzipiell hätte es sogar noch zum Frühstück gereicht, aber Ørnes ist ein netter kleiner Hafen, den ich immer gerne fotografiere: Hübsche Holzhäuser in einer Postkartenkulisse – der Anblick ist so typisch für Norwegen-Klischees, dass einem das keiner glaubt, der es nicht selbst gesehen hat.

King Neptune (Finnmarken-Version)

King Neptune (Finnmarken-Version)

Kurz darauf steht die Polarkreistaufe an: Eis für alle, aber nur in den Nacken. Zum Auftauen gibt es dann noch einen Grog oder ähnliches hinterher. Das ist immer ein Riesenspaß, diesmal windgeschützt an Deck 8 zwischen Panoramasalon und Schornstein. Wer will, kann sich zu Auftauen auch an die Lüftungsschlitze des Schornsteins stellen – ein praktisches Feature der Finnmarken. King Neptune verkündet den Gewinner des Polarkreiswettbewerbs (wer schätzt die Abfahrtszeit am genauesten?), erledigt seine kalte Pflicht und steht dann für Erinnerungsfotos zur Verfügung. Anschließend beginnt der Poststempel- und Polarkreisbriefmarkenverkauf. Die Hurtigrutenschiffe führen ja immer noch die Postflagge, auch wenn sie schon lange keine Briefe mehr transportieren, aber ein paar Privilegien sind noch erhalten. Dabei merkt man, dass die Finnmarken eher Kreuzfahrtschiff ist als die mittlere Schiffsgeneration: Wo auf der Nordkapp der Postmeister eher einsam Wache hielt, wird er hier fast überrannt.

Beim Mittagessen gibt es schon wieder Zeitdruck: Die 34 Häfen auf der Route wollen abgearbeitet werden, und in Bodø lohnt sich das Aussteigen. Zum Glück ist es nicht ganz so windig wie befürchtet, manchmal ist der Weg vom Hafen in die Stadt sehr unangenehm. Die Stadtverwaltung plant angeblich Wasserkanonen am Hafen, um die Schiffe zu begrüßen – wahrscheinlich wollen die, dass alle im Schiff bleiben, statt sich Bodø anzuschauen… Aber auch ohne Wasserspiele ist die Landschaft vor Bodø einfach grandios, und das Wetter spielt auch mit.

Bodø selbst braucht einige Zeit, um seinen Reiz zu entfalten: Im Krieg weitestgehend zerstört, dominiert moderne Architektur. Aber sie hat ihre schönen Stellen, die Norweger können auch moderne Architektur. Wir machen nur einen Kurzausflug: Das Restaurant auf dem Dach des Scandic-Hotels bietet leckere Heiße Schokolade und einen grandiosen Blick über die Stadt; ein Kellner schließt uns auch die Tür zu dem Rundgang auf.

Der Rückweg führt an der Gamle Salten (“Alte Salten”) vorbei, die direkt am Hotel liegt und einst als Salten auf der Hurtigrute unterwegs war, sowie an Walfängern und dem Coop, einkaufen. Nur ein paar Meter vom Scandic Richtung Schiff liegt auch das Salmon Center mit Informationen zu Lachsfang und -verarbeitung – leider recht gut hinter Bauzäunen verborgen.

Ehrt die Kartoffel!

Ehrt die Kartoffel!

An Bord ist kaum Zeit zum Verschnaufen: Reiseleiter Heinz und der Chefkoch präsentieren um 14:30 – also noch im Hafen – drei der über 5000 Kartoffelarten und fordern auf, sie in Zukunft mit Respekt zu verzehren. Norwegen ist ja eh verrückt nach Kartoffeln, da passt es, dass es einmal Geschmacksproben verschiedener Sorten gibt.

Abfahrt ist um 15:00, eine halbe Stunde steht unser dritter Vortrag an. Wir legen die Vorträge nach Möglichkeit so, dass sie nicht mit Häfen oder Schiffsveranstaltungen kollidieren, aber das ist nicht immer ganz leicht. Die Termine auf Seestrecken werden so gewählt, dass es möglichst wenig Wellengang gibt – wobei wir auf dieser Fahrt wieder einen echten Ententeich haben, so ruhig war die Fahrt bislang selten.

Eine andere Tradition, die ich gerne pflege, ist das Lofotr Wikingerfest. Aber die Wetter- und Polarlichtvorhersage ist vielversprechend, daher lassen wir diese Veranstaltung diesmal ausfallen und besuche den Wikingerkönig hoffentlich im Februar auf der nächsten Tour. Stattdessen legen wir die Strecke zwischen Stamsund und Svolvær mit dem Schiff zurück und können über Svolvær tatsächlich einen schönen, wenn auch nicht zu intensiven Bogen von Polarlicht beobachten. Sehr chic und schon “echtes” Polarlicht, aber noch nicht die große Show, auf die wir alle hoffen.

Nächstes Highlight, kurz vor dem Hafen von Svolvær: Schiffsbegegnung mit der Kong Harald. Wegen Polarlicht sind bei uns einige an Bord, als die Kong Harald an uns vorbei zieht. Eine Vinkekonkuransje ist das aber nicht: Nebenan ist fast niemand an Bord, und kurz nachdem sie an uns vorbei ist, gehen auch alle Lichter aus.

Die Hafeneinfahrt von Svolvær

Die Hafeneinfahrt von Svolvær

Ekkehard nutz die letzten Minuten vor Svolvaer, um uns auf eine ganz berühmte Kirche hinzuweisen (die diesmal im Dunkeln liegt), und versucht es dann mit dem tollen Denkmal von Dagfinn Bakke für die Fischerfrauen das an der Hafeneinfahrt von Svolvær steht und sich ebenfalls im Dunkeln verbirgt. Norwegen spürt den fallenden Ölpreis ja deutlich (eine ganze Reihe von Schiffen wurde stillgelegt, was sich in den Arbeitslosenzahlen bemerkbar macht), vielleicht wird ja jetzt auf einmal Strom gespart?

Egal, im Raftsund gibt es wieder lecker Fiskekake zu essen und heißen Trollfjordknert zu kaufen (und man kann die Tasse behalten!), und der Trollfjord wird schön beleuchtet. Ich muss fairerweise sagen, dass das die beste Show war, die ich bislang hatte: Wir sind ziemlich nah an der Mündung, und der Kapitän leuchtet den Trollfjord gut aus. Dabei hilft natürlich, dass die Finnmarken einen begehbaren Bug hat: Sowohl von dort als auch vom Panoramasalon aus sind die steilen Wände schön zu sehen. Ein schöner Tagesausklang, und einer der Gäste gibt mir auch noch andere Hustenbonbons für meine Stimme – langsam kommt sie wieder.

Polarlichter zeigen sich keine mehr, und so endet der Tag recht früh.