Spanien/SoFi 2026 Tag 9: Huesca und Reiseabbruch

Huesca schläft

Jetzt kehrt Ruhe ein in Huesca, die Feierlichkeiten sind vorbei. Am Sonntagmorgen schläft die Stadt sich nach einer Woche Fiestas erst einmal aus, und wir planen den nächsten Ausflug: Die Jubiere-Halbwüste. Mal sehen, ob wir sie finden und anschließend noch Zeit für Saragossa haben. Als ich diesen Blog schreibe, taucht auf Slow Driving Aragon sogar eine Beschreibung der Route auf… das hätte die Planung noch etwas mehr erleichtert als der spanische Flyer, mit dem ich das vor zwei Monaten Routenpunkte ins Navi getippt hatte.

Aber zuerst geht es Richtung Piracés.

Ich hatte mir für die Gegend “irre Landschaft” herausgeschrieben, und sie als einfachen Fotostopp vorgemerkt, wenn man keine längeren Wanderungen machen will. 20 Minuten außerhalb von Huesca komme ich mir auch vor wie im Wilden Westen: Die Felsformationen, die von der Straße aus zu sehen sind, passen in jeden Western. Es wurden ja auch genug in Spanien und Italien gedreht…

Vor dem Örtchen Piracés gibt es einen kleinen Parkplatz, von dem wir aus die Landschaft besser sehen – was die Fotos angeht, leider im Gegenlicht, aber nichtsdestotrotz eindrucksvoll. Vom Ort selber mit seinen knapp 100 Einwohnern bekomme ich nicht viel mit – das Navi lenkt mich durch enge Straßen, wie ich sie mittlerweile schon ganz gut kenne.

Auf der Weiterfahrt fällt noch ein komischer Felsen mit waagrechten Löchern auf – wenn die nicht künstlich sind, weiß ich auch nicht. Wikipedia schreibt was von einer ehemaligen maurischen Burg namens Piedra de Mediodía und zeigt einen Felsen, der genausogut eine Felsenburg in der Pfalz sein könnte. Die spanische Wikipedia bezeichnet ihn auch als Mittagsstein.

Piedra de Mediodía?
Sonnenuhr in Grañén

Von Piracés geht es weiter nach Grañén – nur ein kurzer Fotostopp, weil da eine große Sonnenuhr auf dem Kreisverkehr stehen soll. Ja, tut sie. Nur die Route vom Navi ist ein Arbeitsweg von einem Kraftwerk oder Kanal – Durchfahrt verboten. Also 15 Minuten Umweg bis zum Kreisverkehr in Grañén.

Und so langsam finden wir auch das grüne Spanien: Das nächste Ziel ist das Kloster La Cartuja de Nuestra Señora de Las Fuentes. Dorthin fahren wir durch scheinbar endlose grüne Felder und sehen rechts und links auch nur Grün bis zur Dachlinie vom Auto. Gibt jetzt fotografisch nicht so viel her, ist aber mal eine nette Abwechslung.

Irgendwann kommt dann auch die Abzweigung zum Kloster. Angeblich hat es am Wochenende geöffnet, das passt ja. Die Pforte ist zumindest offen, und in einigem Abstand sieht man auch die Kirche.

La Cartuja de Nuestra Señora de Las Fuentes

Und dann klingelt das Handy – ich muss nach Hause, aus familiären Gründen. Mehr muss hier im Blog nicht stehen, nur dass es gut ist, dass ich mit dem Auto hier bin und umdrehen kann, und so wie es aussieht wohl alles gut gehen wird.

Daher gibt es hier nichts mehr zu Saragossa, dem Ordessa-Tal oder Carcassonne, das für den Rückweg geplant war. Das Hotel in Ainsa wird storniert (bezahlt werden muss es trotzdem), in Carcassonne frage ich eine Stornierung an, die abgelehnt wird (dafür wird uns dann kurz darauf ein anders Zimmer zugewiesen?), und die letzte Unterkunft auf dem Rückweg in Frankreich kann noch storniert werden.

Wir fahren also zurück nach Huesca und packen alles ein. Diesmal komme ohne aufzusitzen aus der Tiefgarage, und wir fahren über Ainsa zurück nach Brive. Immerhin: Auf der Fahrt durch die Pyrenäen sehen wir, dass die Gegend sich auch lohnt. Einige ohnehin geplante Fotostopps liegen auf unser Rückroute.

Die Fahrt durch Frankreich zieht sich – ich habe vergessen, Mautstraßen wieder freizugeben, die hatte ich für Spanien ausgeblendet. Nachdem ich das bemerke, sind wir flotter und erreichen Brive gegen 21 Uhr – das langt noch für eine Pizza; Hotel und Pizzeria kennen wir ja noch von der Anreise.

Am nächsten Tag sind es noch gut 8 Stunden bis nach Hause – ursprünglich war die Rückreise von Toulouse aus geplant und wäre noch länger gewesen, so schlaucht das auch genug. Ein paar Regengüsse erleichtern den vorzeitigen Abschied von Spanien aber. Gut möglich, dass ich nochmal nach Aragon und in die Pyrenäen fahre – aber wohl nicht im Hochsommer. Schön war’s trotzdem – viel gesehen und viel erlebt.

Und was erwartet uns zuhause? Katwarn warnt vor Rauch von Waldbränden. Aber das ist nichts im Vergleich zu Biel.

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