Ein paar Bilder vom Merkurtransit

13:24 MEZ: Merkur vor der Sonne; ED80/600 mit Hyperion 36mm, Okularprojektion

13:24 MEZ: Merkur vor der Sonne; ED80/600 mit Hyperion 36mm, Okularprojektion

Langsam zieht es zu über Heilbronn, aber ein paar Bilder sehen schon ganz nett aus. Rechts ist die Sonne durch einen Herschelkeil zu sehen, und das Bild darunter zeigt sie durch den Coude der Sternwarte. Beide Bilder wurden mit der Nikon D7100 entstanden.

Unser Livestream unter https://sternwarte.org/live funktioniert jedenfalls schon mal, aber einen Zeitrafferfilm dazu habe ich aufgegeben – zu viele Wolken, und die Nachführung auf die Sonne läuft nicht gut genug.

Aber bis zur Sofi muss ich noch ein paar mal üben, ich seh’s schon kommen…

Die Sonne im Coudé.

Die Sonne im Coudé.

Vorbereitungen für SoFi und Merkurtransit

Kamera mit Sonnenfilter

Kamera mit 500er Tele und Baader ASSF-Sonnenfilter

Noch zwei Tage bis zum Merkurtransit, und – zum Glück – über ein Jahr bis zur Sonnenfinsternis in den USA 2017. Ich glaube, die Vorbereitungszeit brauche ich auch…

Vor einer Woche hätte ich gesagt, dass ich das Equipment zusammen habe. Der Sonnenfilter passt, und sogar mit dem Solar Eclipse Maestro blicke ich langsam durch – sehr coole Sache: Die Software errechnet aus den GPS-Koordinaten vom Standort, wann welche Phase einer SoFi ist, und mit etwas Glück arbeitet die Kamera dann die ganze zeit von selber das Programm ab. Erste Trockentests zeigen, dass die Steuerung mit meiner D7100 funktioniert. Und in der Praxis? 500mm an APS-C sind schon recht anspruchsvoll, um das Sonnenbild zu finden – ich brauche noch einen Sonnensucher. Da werde ich wohl die neue Version vom Baader SkySurfer III draufsetzen. Prinzipiell geht’s auch ohne, aber das muss ich mir nicht antun.

Improvisierte Scheinerblende

Improvisierte Scheinerblende

Fokussieren ist das nächste Problem… im Prinzip geht das mit dem manuellen 500mm f/6,3 Objektiv (Bower steht drauf, Power^Up war beim Versand als Marke angegeben, Walimex hat’s auch, und bauen tut’s wohl Samyang) ganz gut, aber nicht bei Sonnenschein, wenn man das Bild in der prallen Sonne auf dem Kameradisplay beurteilen will. LiveView hin oder her, das muss dann auch noch über den Laptop gehen. Das Beobachtungstuch von Astrogarten ist zwar Gold wert, aber wenn ich den Laptop eh dabei habe… Immerhin: Eine Scheinerblende funktioniert auch an der Sonne und hilft dabei, die Schärfe zu beurteilen: Wenn beide Sonnenbilder übereinander liegen, ist das Bild scharf.

Das nächste Problem: 500mm sind schon heftig… Ein Manfrotto-Fotostativ mit Kugelkopf ist damit überfordert, das Baader Astro&Nature schlägt sich schon besser. Trotzdem wackelt es beim Scharfstellen schon ganz ordentlich. Aber wenn ich das Bild dann schon am Laptop beurteilen will, wäre ein Motorfokus sinnvoll… für die Fokusklemme bietet TS auch einen Motorfokussierer an. Noch was für die Einkaufsliste. Zusammen mit der Gegenlichtblende kommt das Objektiv dann doch auf einen spürbaren Preis, und ich muss mal sehen, wie stabil der StarAdventurer das ganze dann trägt.

Aktuell kann ich jedenfalls schon ziemlich gut unscharfe Sonnenbilder machen. Mal sehen, ob ich das bis zum Merkurtransit noch optimieren kann, oder doch klassisch durch das Teleskop fotografiere. Bis jetzt überzeugen die Versuche mit dem 500er Tele noch nicht ganz; aber das Bildfeld sieht für die SoFi nächstes Jahr schon mal nicht ganz schlecht aus. Bei der geringen Sonnenaktivität dürfte die Korona gut auf den Sensor passen…

Beobachtungstipps und wieder online

Die letzte Zeit bot die Astromesse AME in Villingen-Schwenningen und eine wunderschöne Mondfinsternis, und was macht mein Blog: Schweigen im Walde. Das liegt nicht daran, dass ich die Lust daran verloren hätte, sondern daran, dass hier noch jemand rein wollte und einige Tage kein Login möglich war, zum Schutz vor einer Brute-Force-Attacke auf meine Webseite. Irgendeine IP aus England hat versucht, den Server zu knacken. Jetzt ist hoffentlich mal Ruhe, und wenn ich die Bilder der MoFi gesichtet habe (und was brauchbares dabei ist), zeige ich auch ein paar. Ich bin gespannt, wann ich dazu komme…

Bis dahin eine gute Info: Man muss meine Seite nicht hacken, um drauf zu kommen, sondern kann auch einfach nachfragen, wie die Kollegen von Universe2Go. Die verkaufen eine Art VR-Brille für das Handy, mit der man den Himmel auf eine ziemlich interessante Art erkunden kann – anschauen lohnt sich, ist eine schöne Idee. Außerdem hatten sie eine schöne Grafik zum Verlauf der MoFi gebracht, die ich daher nicht zeigen konnte.

Dafür gibt’s einen schönen Überblick über die Himmelsereignisse, den ich hier einfach mal einbinde:
Infografik: Himmelsereignisse 2015
Hübsch. Dann brauche ich auch kein schlechtes Gewissen zu haben, weil ich auf Tumblr oder hier keine Beobachtungstipps mehr gebe:-)

Fast bereit für die SoFi (mit Livebildern aus Heilbronn?)

SoFi-Brillen von 1999 und 2015

SoFi-Brillen von 1999 und 2015

Von mir aus kann es beinahe losgehen: Ich habe ausreichend SoFi-Brillen (eine noch von 1999 und eine aktuelle) und Sonnenfilter für’s Teleskop sind eh kein kein Problem. Mein ED80 hat einen Herschelkeil und schon vor ein paar Jahren bewiesen, dass er zur Sonnenfotografie taugt. Außerdem bin ich eh auf der Heilbronner Sternwarte – wenn der Himmel klar ist, haben wir vormittags geöffnet. Bis zu vier Teleskope und einen Solarscope-Sonnenprojektor können wir auf die Sonne richten und haben trotzdem noch eins übrig, das fotografieren darf. Mit fast vier Meter Brennweite taugt das C14 eh nichts für die Sonnenbeobachtung, wenn man sie komplett sehen will, aber es trägt huckepack ja nicht nur einen ED80, sondern auch ein Teleobjektiv mit M42-Gewinde. An das will ich eine Webcam anschließen und dann alle paar Sekunden ein Webcam-Bild hochspielen – bei rund 200mm Brennweite passt die Sonne bildfüllend auf den kleinen Sensor der Philips Webcam, und mit etwas Glück bringe ich am Donnerstag alles zum Laufen, sodass wir den Verlauf der partiellen Sonnenfinsternis fast live übertragen können – sowohl auf dieser Webseite als auch auf Sternwarte.org. Links folgen.

Prinzipiell funktioniert es schon – abgesehen davon, dass ich auf der Sternwarte mit der guten alten Philips ToU-Cam arbeite, die ich bei mir grad nicht ausprobieren kann. Die Kamera läuft nämlich nicht unter Windows 8. Und da ich grad nicht in Heilbronn bin, kann ich die Übertragungssoftware nicht auf dem Windows-Rechner ausprobieren, auf dem sie am Freitag laufen soll. Mit einer Celestron NexImage funktioniert es, aber bei der ist wohl die Steckhülse zu lang, die bekomme ich nicht an das Teleobjektiv. Mit anderen Worten: wünscht mir Glück.

Immerhin: Die Wettervorhersagen sind nicht zu pessimistisch, und zumindest für unsere Veranstaltung haben wir auch ausreichend SoFi-Brillen im Vorfeld gekauft. Mittlerweile haben ja viele Händler keine mehr. Fast wie ’99… und der Hinweis, nie ohne geeigneten Schutz in die Sonne zu schauen, gilt weiterhin.

In diesem Sinne: Klaren Himmel und viel Erfolg!

Bereit für die Sonnenfinsternis am 20. März?

Der Verlauf der totalen Sonnenfinsternis vom 20. März 2015. Quelle: http://eclipse.gsfc.nasa.gov/SEplot/SEplot2001/SE2015Mar20T.GIF

Der Verlauf der totalen Sonnenfinsternis vom 20. März 2015. Quelle: NASA/Fred Espenak

Am 20. März 2015 ist es mal wieder so weit: Der Mond steht genau zwischen Erde und Sonne, und sein Schatten streift über die Erde. Wer Glück hat, kann eine totale Sonnenfinsternis beobachten – aber das Glück haben eigentlich nur einige Forscher auf Svalbard/Spitzbergen. Wer nicht auf Glück setzt, sondern sich vorbereitet hat, hat schon ein Flugticket nach Spitzbergen, ansonsten sieht es schlecht aus mit der Beobachtung: Der Kernschatten verfehlt so ziemlich alles, was es an Festland gibt, nur die Faröer-Inseln und die Inselgruppe Spitzbergen (Svalbard) liegen direkt im Pfad des Schattens und bieten so die einzige Möglichkeit, diese Sonnenfinsternis vom Festland aus zu sehen (wenn das Wetter mitspielt).

In Europa ist die Finsternis nur partiell zu sehen, aber rund zwei Drittel der Sonne werden von Süddeutschland aus durch den Mond bedeckt, im Norden Deutschlands sogar noch mehr – rund 80%. Das ganze findet am Freitag Vormittag statt, ca. zwischen 9:30 und 12 Uhr. Die genauen Zeiten hängen vom Beobachtungsstandort ab, am besten simuliert man den Anblick einmal mit einem Planetariumsprogramm wie Stellarium (für PC und Mac) oder einer App wie SkyPortal für Android oder iOS (alles kostenlose Software; für den Mac empfehle ich eine etwas ältere Version von Stellarium – die neuen laufen bei mir nicht so flott).

Da die Finsternis bei uns nur partiell ist, muss die ganze Zeit über ein geeigneter Sonnenfilter verwendet werden, wenn man in Sonne schaut – das gilt insbesondere, wenn man sie fotografiert oder mit einem Teleskop/Fernglas verfolgen will! Wie immer gilt:

Nie ohne geeigneten Filter in die Sonne schauen, und Sonnenfilter immer vor dem Objektiv anbringen!

Ansonsten sind bleibende Augenschäden vorprogrammiert, die auch nicht heilbar sind. Die Okularsonnenfilter, die es immer noch viel zu oft bei günstigen Einsteigerteleskopen gibt, können platzen, und dann hat man keine Zeit, rechtzeitig wegzuschauen. Zur Sonnenbeobachtung verweise ich mal generell auf das Kapitel in meinem Astronomie-mit-dem-Fernglas-Buch, das ja online frei zugänglich ist.

Sonnenfilter aus Glas (links) sowie selbstgebaute aus Astrosolar-Folie

Sonnenfilter aus Glas (links) sowie selbstgebaute aus Astrosolar-Folie

Zum Glück gibt es geeignete Sonnenfilter, und wer die 1999er Sonnenfinsternis miterlebt hat, hat evtl. sogar noch eine SoFi-Brille. Mit diesen Brillen kann man die Finsternis gefahrlos mit bloßem Auge beobachten, Anbieter sind vor allem Baader Planetarium als Hersteller der AstroSolar-Folie und AstroMedia. 1999 war die Brille in den letzten Tagen vor der Finsternis weitestgehend ausverkauft, und auch dieses Mal sollte man sich rechtzeitig damit eindecken, damit der Versand auch eine Chance hat. Amazon hat die Brille auch, aber bereits zu Mondpreisen von 8,86 Euro (Stand 10. März)… Von Schweißergläsern und anderen Bastellösungen ist nur abzuraten: Hier weiß niemand, wie gut sie UV und Infrarot filtern, auch wenn das Bild angenehm erscheint – und im Auge sind keine Schmerzrezeptoren, sodass man nicht merkt, was alles an Schäden angerichtet wird.

Wer fotografieren will, braucht unbedingt einen Filter vor dem Kameraobjektiv, ansonsten wird bei einer Sucherkamera das Auge beim Blick durch den Sucher geschädigt, und bei einer sucherlosen Kompaktkamera nur das Kamerainnenleben eingeschmolzen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Man kann einen Filter aus einem Bogen AstroSolar-Folie (ND5 für visuelle Beobachtung; die fotografische Folie ist vor allem für ein Teleskop mit langer Brennweite und/oder Okularprojektion gedacht, wenn das Bild durch die Vergrößerung zusätzlich dunkler wird) selber bauen, das ist die günstigste und flexibelste Möglichkeit.

Die Alternative ist neu auf dem Markt: Baader bietet die Folie jetzt auch in einer Reihe flexibler Fassungen an. Die ASBF-Filter sind für Kameras und Ferngläser gedacht (sie haben eine abgeflachte Fassung), die ASSF sind im Prinzip baugleich, haben aber eine runde Fassung und können daher nicht am Fernglas verwendet werden. Bei den ASTF für Teleskope ist die Fassung etwas anders, damit auch bei langen Beobachtungssessions die Folie nicht durch die Hitzeausdehnung der Fassung verspannt wird. So bleibt das Bild immer gut – mit einem älteren Filter in schwarzer Fassung hatte ich tatsächlich die Erfahrung gemacht, dass das Bild nach ein paar Stunden schlechter wurde. Hier war wohl die Fassung zu warm geworden, und die Folie stand unter Spannung.

Wer mit einem Linsenteleskop ernsthaft in die Sonnenbeobachtung einsteigen will, kann natürlich auch über einen Herschelkeil nachdenken, aber das ist schon eine größere Investition – und geht nur am Refraktor.

SoFi-2011Das Bild oben ist mit einem Herschelkeil entstanden, als im Januar 2011 eine schöne partielle Finsternis über Deutschland zu sehen war. Allerdings stand die Sonne nicht sehr hoch, und eine Wolkenbank hat einiges mehr an Strukturen auf die Sonne gebracht, als da eigentlich zu sehen war… Trotzdem ein nettes Erlebnis, und wenn das Wetter mitspielt, können wir dieses Mal noch mehr sehen.

Um mal noch mehr Werbung zu machen: Am 12. März (also diesen Donnerstag) halte ich bei Foto Sauter in München einen Vortrag unter anderem zu diesem Thema, da sind noch Plätze frei – kostet aber Eintritt.

Und am 20. März hat die Heilbronner Sternwarte natürlich auch zur Beobachtung der SoFi geöffnet, aber nur bei gutem Wetter: https://sternwarte.org/veranstaltungen/?id=2929562. Da ist der Eintritt frei, dafür ist die Veranstaltung wetterabhängig.

Taubensuhler Astronächte (mit Polarlichtern und 10Micron Leonardo)

Am ersten Maiwochenende, vom 1. bis zum 4. Mai, veranstalten die Kollegen der Bellheimer Sternwarte wieder ihr Teleskoptreffen, die Taubensuhler Astronächte. Am Samstag, dem 3. Mai werde ich auch da sein: Irgendwann am Nachmittag halte ich meinen Vortrag über die Hurtigrutenreise; die genaue Uhrzeit gibts auf der Bellheimer Webseite. Hier sind ein paar Impressionen von 2010:

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1.Taubensuhler Astronächte(2010) from Refek on Vimeo.

Die Leonardo mit einem ED80/600 und Herschelkeil.

Die Leonardo mit einem ED80/600 und Herschelkeil.

Das ganze ist ein Teleskoptreffen, aber ich werde wohl trotzdem ohne Teleskop da aufkreuzen (oder vielleicht den kleinen 60er Lunt der Heilbronner Sternwarte mitnehmen, mal schauen). Was aber da sein wird: Die 10Micron Leonardo Großfernglas-Montierung, die wir grad in Heilbonn zum Testen haben.

So eine Parallelogramm-Montierung ist eine feine Sache, da ein Objekt immer im Gesichtsfeld bleibt, auch wenn man die Höhe verstellt – aber wenn sie richtig tragfähig sein soll (ein 100mm-Großfernglas liegt locker mal bei 11 kg), wird’s teuer. Es gibt jetzt eine süße Orion Monster Montierung, die für so große Ferngläser beworben wird und lediglich 6,5kg trägt, aber wenn das ein Monster ist, weiß ich nicht, was die Leonardo dann ist – Leviathan? Midgard-Schlange? Imposant ist sie auf alle Fälle, tragfähig auch, und sie läuft butterweich. Den ED80-Refraktor mit Herschelkeil trägt sie auf jeden Fall problemlos, und bei ca. 13kg Taglast würde sogar ein C8 gehen.

Ob sie mal eine neue Heimat in Heilbronn finden wird, wird sich zeigen – am nächsten Samstag wird sie (wenn das Wetter mitspielt) erstmal bei unserem Stand bei Kinder Kinder in der Heilbronner Innenstadt zu sehen sein, danach auf dem TAN und dann natürlich auf dem ATT in Essen.

Also, wer Lust hat, in Ruhe in die Sterne zu sehen oder meine Polarlicht-Reise nochmal nachzuvollziehen, einfach Anfang Mai zum TAN kommen – hoffen wir, dass das Wetter mitspielt.

Mond im Goldenen Tor

Die Ekliptik ist die scheinbare Bahn der Sonne an unserem Himmel, auch die Planeten sind immer in ihrer Nähe zu finden. Die beiden Sternhaufen der Plejaden und der Hyaden markieren das so genannte „Goldene Tor“ der Ekliptik. Es ist vor allem im Fernglas immer hübsch, wenn ein Planet dort steht. Auch der Mond ist dort immer wieder zu sehen – im Frühjahr als zunehmender Mond, im Herbst als fast Vollmond. Das wurde wahrscheinlich schon auf der Himelsscheibe von Nebra dargestellt.

Der Mond im Goldenen Tor der Ekliptik. Grafik: Stellarium

Der Mond im Goldenen Tor der Ekliptik. Grafik: Stellarium

Am Abend des 3. April ist es wieder einmal soweit – nutzen Sie die Gelegenheit. Da der Mond sich ziemlich schnell über den Himmel bewegt, sieht diese Konstellation einen Tag später schon wieder ganz anders aus.

Planeten für Frühaufsteher

Es wird langsam mal wieder Zeit, meine Beobachtungstipps fortzuführen – an neuer Stelle (hier statt im Tumblr-Blog), aber mit dem alten Konzept. Wobei ich jetzt etwas früher für Beobachtungschancen „warnen“ will als bislang.

Zurzeit haben Frühaufsteher gute Chancen, Mars und Saturn zu beobachten: Der Rote Planet Mars steht geht in den frühen Morgenstunden im Südwesten, ein Stück oberhalb von Spica in der Jungfrau und auf einer Linie mit Arktur im Bootes oder Bärenhüter. Die beiden Sterne sind leicht zu finden, wenn man dem Schwung der Deichsel des großen Wagens folgt: Dann stößt man erst auf Arktur und dann Spika (und in ihrer Nähe der rötlich schimmernde Mars – im Gegensatz zum Stern Spika wird er nicht flimmern, wenn die Luft unruhig ist). Arktur, Spika und Regulus im Löwe bilden übrigens das Frühlingsdreieck aus den drei hellsten Sternen des Frühlingshimmels.

MArs und Saturn am Morgenhimmel. Grafik: Stellarium

Mars und Saturn am Morgenhimmel. Grafik: Stellarium

Mars gibt im Fernglas oder in kleineren Teleskopen nicht viel her, so ab 300facher Vergrößerung wird er langsam interessant. Reizvoller ist da schon Saturn, der ein Stück weiter links steht und schon im kleinen Teleskop seine Ringe zeigt. Bei 50x oder 100x ist er schon ein hübscher Anblick, während im Fernglas nur zu erkennen ist, dass er nicht ganz rund ist – Galilei schrieb einst von „Henkeln“, eine Beschreibung, die in einem modernen Großfernglas gut nachvollziehbar ist.