Vorbereitungen für SoFi und Merkurtransit

Kamera mit Sonnenfilter

Kamera mit 500er Tele und Baader ASSF-Sonnenfilter

Noch zwei Tage bis zum Merkurtransit, und – zum Glück – über ein Jahr bis zur Sonnenfinsternis in den USA 2017. Ich glaube, die Vorbereitungszeit brauche ich auch…

Vor einer Woche hätte ich gesagt, dass ich das Equipment zusammen habe. Der Sonnenfilter passt, und sogar mit dem Solar Eclipse Maestro blicke ich langsam durch – sehr coole Sache: Die Software errechnet aus den GPS-Koordinaten vom Standort, wann welche Phase einer SoFi ist, und mit etwas Glück arbeitet die Kamera dann die ganze zeit von selber das Programm ab. Erste Trockentests zeigen, dass die Steuerung mit meiner D7100 funktioniert. Und in der Praxis? 500mm an APS-C sind schon recht anspruchsvoll, um das Sonnenbild zu finden – ich brauche noch einen Sonnensucher. Da werde ich wohl die neue Version vom Baader SkySurfer III draufsetzen. Prinzipiell geht’s auch ohne, aber das muss ich mir nicht antun.

Improvisierte Scheinerblende

Improvisierte Scheinerblende

Fokussieren ist das nächste Problem… im Prinzip geht das mit dem manuellen 500mm f/6,3 Objektiv (Bower steht drauf, Power^Up war beim Versand als Marke angegeben, Walimex hat’s auch, und bauen tut’s wohl Samyang) ganz gut, aber nicht bei Sonnenschein, wenn man das Bild in der prallen Sonne auf dem Kameradisplay beurteilen will. LiveView hin oder her, das muss dann auch noch über den Laptop gehen. Das Beobachtungstuch von Astrogarten ist zwar Gold wert, aber wenn ich den Laptop eh dabei habe… Immerhin: Eine Scheinerblende funktioniert auch an der Sonne und hilft dabei, die Schärfe zu beurteilen: Wenn beide Sonnenbilder übereinander liegen, ist das Bild scharf.

Das nächste Problem: 500mm sind schon heftig… Ein Manfrotto-Fotostativ mit Kugelkopf ist damit überfordert, das Baader Astro&Nature schlägt sich schon besser. Trotzdem wackelt es beim Scharfstellen schon ganz ordentlich. Aber wenn ich das Bild dann schon am Laptop beurteilen will, wäre ein Motorfokus sinnvoll… für die Fokusklemme bietet TS auch einen Motorfokussierer an. Noch was für die Einkaufsliste. Zusammen mit der Gegenlichtblende kommt das Objektiv dann doch auf einen spürbaren Preis, und ich muss mal sehen, wie stabil der StarAdventurer das ganze dann trägt.

Aktuell kann ich jedenfalls schon ziemlich gut unscharfe Sonnenbilder machen. Mal sehen, ob ich das bis zum Merkurtransit noch optimieren kann, oder doch klassisch durch das Teleskop fotografiere. Bis jetzt überzeugen die Versuche mit dem 500er Tele noch nicht ganz; aber das Bildfeld sieht für die SoFi nächstes Jahr schon mal nicht ganz schlecht aus. Bei der geringen Sonnenaktivität dürfte die Korona gut auf den Sensor passen…

Island-Appetizer

Noch gut ein Monat bis Island – Zeit, die Fotoausrüstung zu überprüfen und auf Youtube zu versumpfen, auf der Suche nach Inspiration.

Ich stelle hier mal einen Schwung Videos ein, die die Messlatte hochsetzen…

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Ich muss doch noch Equipment kaufen…

Foto-Wettbewerb beim Clear Sky-Blog

Es ist mal wieder soweit: Der Stefan Gotthold macht auf seinem Clear Sky-Blog einen kleinen Fotowettbewerb. Zu gewinnen gibt es nichts, damit ist das ganze eine sehr entspannte Aktion. So ganz ohne Erfolgsdruck und nur aus Spaß an der Freude mache ich da auch gerne mit, mit einem meiner letzten Reise-Bildchen:

Mond, Plejaden und Polarlicht über Wolken

Mond, Plejaden und Polarlicht über Wolken

Als ich mein Bild so ziemlich auf den letzte Drücker eingereicht hatte, waren es noch recht wenige Fotos, und noch weniger mit grünem Himmel, mittlerweile hat er 41 Foto gesammelt, die nun unter http://www.clearskyblog.de/2016/03/05/41-astrobilder-koennen-nun-bewertet-werden-hobby-astronomie-fotowettbewerb-2016/ bewertet werden können.

Da der Wettbewerb unter keine Motto steht, ist eine schön bunte Mischung an Bildern auf seiner Seite zusammengekommen. Ich bin ganz froh, dass ich mich da für keinen Favoriten entscheiden muss – vom einfachen Schnappschuss wie meinem Bildchen bis zu Deep-Sky-Aufnahmen mit mehreren Stunden Belichtungszeit ist alles vertreten. Bis Ende vom Monat kann abgestimmt werden – zum Glück muss man sich nicht auf einen Favoriten festlegen, sondern kann jedes Bild bewerten.

Viel Spaß!

Eine digitale Sonnenuhr

Da denkt man, man hat alles schon mal gesehen, und dann kommt so was: Eine digitale Sonnenuhr, die die Uhrzeit projiziert. Cool.

In Funktion sieht man sie ab Minute 13:05.

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Hier geht’s zu seiner Webseite: http://www.mojoptix.com/fr/

The books to come…

Jim C. Hines: Die Buchmagier

Jim C. Hines: Die Buchmagier. Mehr gibt’s nicht auf Deutsch.

Manchmal verleiden es einem die Verlage schon, eine Serie auf Deutsch zu lesen…

Zu den interessanteren Büchern und Autoren, die ich in letzter Zeit gefunden habe, gehört Jim C. Hines. Seine Buchmagier sind eine schöne Reihe um einen Bibliothekar, der Gegenstände und mehr aus Büchern herausholen kann, und bieten eine schöne Mischung aus Humor und guter Story. Die ersten beiden Bände gibt’s auf Deutsch, die letzten beiden der Serie werden nach Aussage vom Verlag nicht übersetzt. Fein. Da hätte ich auch gleich zur englischen Version greifen können.

Dann habe ich auf meinem Lesestapel noch Courtney Shafer. Ihre Chroniken von Ninavel (Labyrinth of Flame) hat sich auch als schöne Fantasy entpuppt, nur hat da dann der amerikanische Verlag bankrott gemacht. Dank Kickstarter wurde der letzte Band fertig gestellt und ist (auf Englisch) in der Post; trotzdem wäre es schön, wenn der deutsche Verlag (wieder Bastei-Lübbe) hier zugreifen würde und ihn übersetzt. Ich könnte damit leben, den letzten Band in zwei Sprachen zu haben…

Ralph Ruthe auf Tour in Stuttgart

Comiczeichern auf Messen oder Ausstellungen zu begegnen ist ja nichts Neues. Dass sie auf Tour gehen, kommt schon seltener vor. Ralph Ruthe ist einer von denen, die das regelmäßig machen, und bei denen ich auch immer wieder gerne vorbeischaue – es ist immer schön, wenn man nicht nur die Webseite besucht und sich die Werke kostenlos anschaut, sondern auch die Leute dahinter mal kennen lernt. Positiver Nebeneffekt: Man lässt etwas Geld da, das (auch) dem Künstler zu Gute kommt, und kann sich nebenbei vor Ort mit den neuesten Büchern eindecken, die dann gleich noch signiert werden. Das ist letztlich unbezahlbar – wenn man sich anschaut, wie lange so manche Signierstunde dauert, kommt da ein unterirdischer Stundenlohn raus… was zeigt, dass es nicht nur ums Geld geht. Umso wichtiger ist es, bei Signierstunden auch vor Ort was zu kaufen – vor allem, wenn es in Buchhandlungen stattfindet, damit die sowas auch in Zukunft durchführen.

Eine Lesung von einem Comiczeichner ist natürlich erstmal etwas rätselhaft: Was macht der da eigentlich?

"Gefällt mir" ist nicht nur der Titel von dem Buch, das Ruthe mir einst signierte

„Gefällt mir“ ist nicht nur der Titel von dem Buch, das Ruthe mir einst signierte

Die Antwort: Einen sehr unterhaltsamen Abend! Das war mir aber schon vorher klar, schließlich hatte ich ihn schon einmal live erlebt – auf seiner Tour im November 2011 in München. „Ich kannte ihn schon, als er noch nicht berühmt war“ ist zwar abgedroschen und nicht ganz korrekt, aber es war damals doch was ganz anderes: Vor vier Jahren war er im Münchner Vereinsheim, was Kneipenatmosphäre hatte, klein und kuschlig war und wo keine Kartenreservierung nötig war – einfach rechtzeitig vorbeikommen und Spaß haben.

Und den gab es auch. Er präsentierte aktuelle und gescheiterte Projekte, zeigte neue Filme und machte auch ein kleines Gewinnspiel, bei dem ich es sogar in die Endrunde schaffte. Als Pausenfüller zeigte er einen unvollendeten Comic, bei dem noch ein Text für die Sprechblase gesucht wurde. Mein Vorschlag „Hier ist noch Platz für’n blöden Satz“ erntete beim ersten Mal viel Gelächter und wurde mit „Eigentlich eine Unverschämtheit“ kommentiert. In der Endrunde war bei meinem Vorschlag dann eine Grabesstille im Raum, und es hatte nur noch ein Büschel Tumbleweed gefehlt, das über die Bühne rollt. Daher hatte ich mir das aktuelle Buch doch selbst gekauft und – natürlich – signieren lassen. Mit nem Geier und einem „Unverschämtheit“, versteht sich.

Vier Jahre später hatte ich Marcus sei dank die Chance, Ruthe noch einmal zu sehen. Die Zeiten ändern sich: Diesmal trat er im ausverkauften Kleinen Saal vom Theaterhaus Stuttgart auf, und hätte wohl auch einen größeren Saal füllen können.

Das Programm war ähnlich wie vor vier Jahren, bot aber genug Neues: Interessante Einblicke in den Arbeitstag eines Cartoonisten, gescheiterte Projekte, kommende Projekte, archivierte Projekte, alte und neue Cartoons, noch unveröffentlichte Filme, Gesang und die Chance, einige seiner wichtigsten Mitarbeiter kennen zu lernen – also Dinge, die er zum Teil weder auf seiner Homepage noch seinem Youtube-Kanal veröffentlicht hat. Echtes Exklusiv-Material also. Und als kleine Überraschung (zumindest für mich) war auch der Dodokay da.

Was genau er gemacht hat, will ich gar nicht verraten, nur so viel: Die Synthese von Comic und Bühne ist möglich, auch weil er ja nicht nur Comiczeichner ist. (Die Frage, ob man davon leben kann, beantwortet er übrigens auch.) Im Vergleich zu München war’s schon was anderes – Als Gast sind mir die kleinen Veranstaltungen eigentlich lieber, aber wenn ich Vorträge halte, ist mir ein volles Haus auch sehr lieb (oder eine ganz kleine Runde, mit der man letztlich ins Plaudern kommt, statt davor zu stehen). Spaß macht beides; beim Theaterhaus waren halt die Schilder mit Fotoverbot am Eingang – daher gibt’s hier keine Bilder von der Veranstaltung. Mit Blitz in der dunklen Halle fotografieren ist eh blöd, und ohne macht’s auch keinen Spaß…

Und nach zwei Stunden Show hieß es dann anstehen: Signierstunde. Ach, was heißt da Stunde: Er war schon etwas länger beschäftigt, auch weil er sich immer wieder die Zeit für Erinnerungsfotos nahm und nicht nur signierte, sondern auch zeichnete. Ich frag mich ja, ob er manchmal lieber den Zeichenstil von Randall Munroe von XKCD hätte… Aber künstlerisch überzeugen mich Ruthes Zeichnungen schon mehr. Seht selbst:

Passend, dass die Zeichnung nun im Band "Kein Stress" zu finden ist.

Passend, dass die Zeichnung nun im Band „Kein Stress“ zu finden ist.

Wer wissen will, wen er da für mich verewigt hat: Seine Tourdaten gibt’s unter http://ruthe.de/live, und mit etwas Glück geht er nochmal auf Tour. Lohnt sich und macht Spaß.

22°-Ring vom Sommer

Noch etwas über eine Woche, bevor es wieder auf die Hurtigrute geht – Zeit für Aufräumarbeiten.

Dabei bin ich auch wieder auf ein paar Fotos gestoßen, die ich nur getwittert hatte, aber sonst nie zum Posten gekommen bin: Ein hübscher kleiner Regenbogendingsdabums Zirkumzenitbogen (sorry, war auch falsch) 22°-Ring, der am 25. Juni über Heilbronn so gegen 16:40 zu sehen war.

Zirkumzenitbogen über Heilbronn, 25. Juni 2015

22°-Ring über Heilbronn, 25. Juni 2015

Es lohnt sich, immer wieder mal nach oben zu schauen – da gibt’s doch immer wieder mehr zu sehen als nur Graue Wolken oder Blauen Himmel. War hübsch und ziemlich auffällig, die Kamera hat da ihre Probleme mit.

Zirkumzenitbogen über Heilbronn, 25. Juni 2015

22°-Ring über Heilbronn, 25. Juni 2015

AME und die MoFi vom September

Ein müder Geselle erwartet mich bei Astronomie.de

Ein müder Geselle erwartet mich bei Astronomie.de

Die AME ist fast drei Wochen her, aber die Kombination aus Hackerangriff und zu wenig Zeit hält halt auf – aber jetzt komme ich mal wieder auf meine Seite und kann was posten:-)

Die AME ist eine der beiden großen Astro-Messen und für mich immer die Gelegenheit, alte Bekannte zu treffen und zu sehen, was es Neues auf dem Markt gibt. Außerdem helfe ich meist am Stand von Astronomie.de aus, wo ich immer schon sehnsüchtig erwartet werde – zumindest, wenn Stefan alleine da ist. Mit nur sieben Stunden Dauer ist die AME zwar durchaus ausstellerfreundlich, aber man sollte schon immer zu zweit sein. So hat jeder die Chance für einen Messerundgang oder um in Ruhe was zu essen.

Vor lauter Gequatsche habe ich zwar wieder nur die halbe Messe geschafft, aber ein paar nette Gespräche waren’s auf jeden Fall wert. Ein paar Kontakte könnten sich auch auszahlen…

Der Albireo-Verlag war diesmal nicht da, daher war’s für mich günstig – ich habe mir nur die Fixfokus-Klemme von Teleskop-Service geleistet, um das Objektiv auf dem Polarlicht-Trip über Silvester besser fokussieren zu können. Interessante Sachen gab’s trotzdem einige.

Montierungs-Glücksrad bei Tele-Optic

Montierungs-Glücksrad bei Teleskop-Tecnica

Mein persönlicher Favorit war ja das Montierungs-Glücksrad von Teleskop-Tecnica. Eine geniale Art, die ganzen Montierungen zu präsentieren. Jetzt weiß ich auch, was aus der Giro-III geworden ist: Der Nachfolger ist die Giro-Ercole. Immer noch eine klare Empfehlung für alle, die was robustes und einfaches wollen.

Fast genauso eindrucksvoll war das 3″-Okular, das Fernrohrland mir verkaufen wollte. Würde sich an meinem ED80 bestimmt gut machen, aber dann bräuchte ich einen neuen Zenitspiegel. Al Naglers Handgranate ist nichts dagegen. Der Gitterrohr-Refraktor war da schon reizvoller, bloß brauch ich keinen.

Mindestens ebenso eindrucksvoll war der neue Refraktor, den die Astro Optik Manufaktur vorgestellt hat: 130er und 160er Doublet Apos. Chic für Leute, die Platz haben und Highend wollen, made in Germany.

Keine Fotos habe ich bei Kowa gemacht, die wieder Highend-Spektive und Ferngläser präsentiert haben. Schade eigentlich, gerade ihre Kombination aus Spektiv und Objektiv finde ich sehr nett. Aber vor Gesprächen und Durchgucken bin ich nicht zum Knipsen gekommen.

Das interessanteste bei Vixen war die AP-Montierung. Sehr modular, ein geniales Teil.

Lesepause bei Astronomie.de

Lesepause bei Astronomie.de

Die zweite Halle hat Baader dominiert, wenn man mal am Skywatcher-Stand vorbei war. Skywatcher kündigt per Kundenfänger einen kleinen Nachfolger vom Star Adventurer an, mit WLAN. Der war leider nicht ausgestellt. Bei Baader gab’s nicht nur eine kleine Kuppel zu sehen (hallo, Sandra), sondern unter anderem auch einen 300mm-f/1,44-Refraktor (ohne Preisangabe) und andere Nettigkeiten. Ich finde ja den Sucherhalter für Großferngläser nett, der beim neuen SkySurfer III beiliegen wird. Ich brauche eh langsam einen zweiten Leuchtpunktsucher…

Nach dem kurzen Rundgang stand dann Messdienst bei A.de an, und viel mehr habe ich von der Messe dann auch nicht mehr mitgekriegt: Einige vom aktuellen Einsteigerkurs haben vorbeigeschaut, und ich habe munter Teleskopberatung gemacht. Immer das A.de-Häschen hat in meinem Buch geschmökert:-)

Der RATT-Flyer war hartnäckig

Der RATT-Flyer war hartnäckig

Nach der AME stand noch ein gemütliches Abendessen an, und Scheibenputzen: Der Werbeflyer vom RATT hatte sich in Pappmache verwandelt, die Reste waren noch eine Woche später an meinem Auto. Grmpf.

Schön war’s trotzdem, und nächstes Jahr werd ich wohl auch wieder da sein.

Szenenwechsel, eine Woche später: Am 21. September gab es seit längerem mal wieder eine

Totale Mondfinsternis

zu sehen. Dummerweise in den frühesten Morgenstunden, und da ich um 8:00 einen Termin in Bayern hatte, habe ich diese Finsternis nicht auf der Heilbronner Sternwarte verbracht (obwohl wir offen hatten), sondern südlich von Augsburg, am Mandichosee. Um 2:20 aufstehen ist nun wirklich nicht meine Zeit, aber es hat sich gelohnt, auch wenn keine fünf Stunden vorher der Himmel noch komplett bedeckt war. Nach einem viel zu frühen Frühstück ging es dann mit dem ED80 und der Porta-Montierung (auf eine Nachführung hatte ich verzichtet, in der Hoffnung, dass die Belichtungszeiten trotzdem kurz genug sein könnten) an den See, der einen schönen Rundumblick bietet und dunkel genug ist.

Das Panorama gibt die unwirkliche Stimmung nicht einmal ansatzweise wieder.

Das Panorama gibt die unwirkliche Stimmung nicht einmal ansatzweise wieder.

Der ziemlich einsame Standort am Ufer und die extrem dunkle Finsternis – der dunkelste Teil des Monds war kaum vom Himmelshintergrund zu unterscheiden – sorgten für eine eindrucksvolle Stimmung, die sich auf den Bildern nicht wiedergeben lässt. Man muss es schon gesehen haben.

Fokussieren war diesmal eine echte Herausvorderung, auch weil ich meine Bahtinov-Maske zuhause vergessen hatte. Der dunkle Mond war auf dem Liveview kaum zu sehen. Interessanterweise hatte ich auch mit einem normalen Weitwinkelobjektiv echte Probleme beim Scharfstellen, was ansonsten auch ohne Mond ganz gut funktioniert.

Da das Netz schon kurz nach der Finsternis mit Bildern überschwemmt war, spare ich mir viele Worte und zeige einfach ein paar meine Fotos. Zur Entschleunigung mit etwas Verspätung, so wie früher, als man noch warten musste, bis der Film entwickelt war:-)

Und so als kurzes Update: Morgen hat die Sternwarte Heilbronn Tag der offenen Tür, gestern waren wir auf der Waldnacht auf der Waldheide (sehr schöne Veranstaltung), und am 3. November geht’s wieder auf Hurtigrute.

Sommerdreieck mit und ohne Weichzeichner

Der Cokin P830 Weichzeichner ist ja seit längerem ein offener Geheimtipp für Sternfeld-Fotografen. Für die kleine LX100 sind die P-Filter natürlich Overkill (auch wenn ich den Filterhalter adaptieren kann), aber da die Kamera ja ganz ordentlich für die Astrofotografie taugt, habe ich mir einen Cokin A830-Filter geholt (scheint der selbe zu sein wie der P830, nur mit anderem Format), ihn kleingesägt (Achtung: Das Plexiglas neigt zum Splittern) und den Rest mit „Hexenbepp“ auf einen 43mm-Adapterring geklebt, sodass ich ihn einfach und ohne viel Bauhöhe auf die LX100 schrauben kann. Heute Abend schwankt es zwar zwischen bedeckt und klar, sodass ich oben links auch einiges an Wolken drauf habe, aber die Kombination funktioniert:

Sommerdreieck, 60s@800ISO, 24mm, ohne Weichzeichner

Sommerdreieck, 60s@800ISO, 24mm, ohne Weichzeichner

Sommerdreieck, 60s@800ISO, 24mm, mit Cokin A830 Weichzeichner

Sommerdreieck, 60s@800ISO, 24mm, mit Cokin A830 Weichzeichner

Die Bilder sind nicht weiter bearbeitet, nur die Gradationskurve wurde deutlich abgesenkt und die Bildgröße verkleinert. Die automatische Rauschreduzierung war aktiv, und ich habe die JPGs genommen, nicht mal die RAWs.

Sieht doch schon mal ganz gut aus, sogar der Kleiderbügel ist schön zu erkennen, und die Sternbilder sind mit Weichzeichner wie gewünscht auffälliger. Jetzt würde ich das gerne noch in einer richtig klaren Nacht testen. Aber wenn ich die 30-Sekunden-Aufnahme mit meinen Analog-Aufnahmen aus den 90ern vergleiche, bei denen das Fotolabor immer gemeint hatte „Da ist nichts drauf“ – Wahnsinn, was sich in 20 Jahren getan hat. Gefällt mir.

Istrien im Schnelldurchgang

Die Urlaubszeit ist vorbei, und mich hat’s mal wieder ins Ausland gezogen. Dieses Jahr stand Istrien auf dem Programm – getreu dem langjährigen Motto, im Sommer in den Süden zu fahren und im Winter in den Norden. Mit dem Auto sind’s ja nur rund neun Stunden nach Istrien/Nordkroatien, wenn alles gut geht, also stand das diesmal auf dem Programm. Ungewohnt: Kroatien ist zwar mittlerweile in der EU, aber weder im Schengen- noch im Euroraum. Also erstmal Geld wechseln und dann die Windschutzscheibe mit Vignetten für Österreich und Slowenien vollpflastern, bevor’s um Mitternacht los ging. Das Ziel: Nach Möglichkeit keine Staus mitnehmen, sondern lieber in Pula oder Rakalj ein bisschen rumhängen oder einkaufen, bis man in die Finca rein darf.

Das hat auch beinahe geklappt… Nachdem Österreich bei Nacht und Regen durchquert wurde, waren wir noch vor  9 Uhr an den Höhlen von Škocjan in Slowenien, die uns als Zwischenstop wärmstens empfohlen wurden. Eine Stunde später war dann auch Einlass, und der Besuch lohnt sich wirklich. Man kann entweder ein Stück dem unterirdischen Fluss folgen (unsere Entscheidung), in die Tropfsteinhöhlen gehen oder beides anschauen. Sehenswert.

Škocjan hat nur einen Nachteil: Es liegt vor der Grenze. Bis Koper kamen wir dann noch ganz gut durch, und für die rund 20 km von Koper bis zur Grenze waren es dann noch mal rund drei Stunden – und da gibt es tatsächlich Leute, die gegen Schengen und offene Grenzen sind. Wenn man immer nur in Sichtweite seines Kirchturms bleiben will, mag das ja reichen… Übrigens bestand die Zollkontrolle nur aus einem kurzen Blick auf den Ausweis. Na dann.

Villa Krase

Villa Krase in Rakalj

Immerhin haben sowohl Slowenien als auch Kroatien gut ausgebaute, freie Autobahnen ohne Dauerbaustellen – warum kriegen wir das eigentlich nicht hin? Die Tempolimits halten zwar auf, aber so groß ist die Halbinsel Istrien dann doch nicht. Warum für die selbe Strecke unterschiedliche Mautgebühren anfallen, ist mir aber immer noch nicht klar.

An der Finca angekommen (sobald man von der Autobahn runter ist, sind die Straßen deutlich schlechter) hieß es dann erst einmal, die Mieter der Nachbarvilla rausschmeißen, die versehentlich bei uns einquartiert wurden. Und dann die Enttäuschung: Die Klimaanlage ist an die Heizung gekoppelt und kühlt erst ab 22 Uhr. Hä? Na, macht nichts, in Kroatien war es eh kühler als in Deutschland, und die Woche glänzte mit Regen und teilweise eher frischen Temperaturen. So wenig Sonnencreme hab ich noch nie in einem Urlaub am Mittelmeer gebraucht. Aber davon abgesehen ist die Villa okay (nein, der Pool ist wieder nicht beheizt – aber der Grillplatz ist schön).

Im großen Ganzen war die Woche ein Relax-Urlaub – sogar der Reiseführer war der Meinung, dass es außer ein paar hübschen Städten nichts zu sehen gibt. Also was macht man? Am ersten Abend einen kurzen Ausflug ins benachbarte Rabac, um anschließend in Labin Essen zu gehen.

Dank Wolkenbruch war’s ganz schön nass, und auf Labin wurde dann verzichtet. Immerhin am Mittelmeer gibt’s Regen, wenn der Sommer in Süddeutschland schon zu trocken ist…

Nächster Tag, nächster Versuch: Pula. Die Stadt hat noch einige Reste aus römischer Zeit, darunter ein ziemlich großes Amphitheater. Nett: Man kann von außen reinschauen und spart sich den Eintritt. Weniger nett: Die Stadt ist recht klein und hat ein wunderbares Verkehrschaos. Daher spaltet sich die Gruppe auch rasch auf: Nur eines von zwei Autos hat einen funktionierenden Parkscheinautomat erwischt, der einen Parkschein für zwei Stunden ausgespuckt hat, nachdem er mein ganzes Kleingeld geschluckt hat – das andere Auto hat dann recht bald die Flucht ergriffen, denn wie erklärt man auf kroatisch, dass der Parkscheinautomat streikt?

Trotzdem blieb noch genug Zeit für ein lecker Eis. Pula ist durchaus sehenswert, und die Ruinen sind frei zugänglich. Bei uns wäre da längst so mancher Sicherheitszaun aufgestellt… Man muss alte Gemäuer natürlich mögen:-)

Hausgast: Ein kleiner Skorpion.

Hausgast: Ein kleiner Skorpion.

Am Abend gab es dann auch eine Begegnung mit der einheimischen Fauna: Ein kleiner Skorpion hatte sich in das Haus verirrt. Süß. (Weniger süß waren übrigens die Wespen, von denen es doch einige gab).

Am nächsten Morgen wäre Pool eine Option gewesen, oder sich mal den Ort anschauen und bis zum Meer wandern (die Panoramaroute, nicht der direkte Weg). Klar, wofür ich mich entschieden habe: Rakalj anschauen.

Die ganzen Dörfer der Region hinterlassen den Eindruck, dass nur die Ferienhäuser wirklich rausgeputzt sind. Ich habe selten innerorts so viele Ruinen gesehen. Zum Anschauen mal ganz nett, aber wohnen wollte ich da nicht. Immerhin ist das Meer wirklich so blau wie in den Reiseführern – man sollte nur nicht an den Abhängen hinunterschauen, das erspart stellenweise den Blick auf viel Plastikmüll. Auf dem Weg zum Strand liegen die Ruinen von Stari Rakalj – über die Mauerreste dieser bis weit in die Antike oder gar prähistorische Zeit zurückreichenden Festung und Siedlung gibt es so gut wie keine Infos, aber sie bieten einen schönen Ausblick. Und Schlangen gibt’s da auch.

Am Abend stand noch einmal Labin auf dem Programm: Stadt anschauen und Essen gehen. Die Altstadt von Labin ist mit dem Navi nicht ganz einfach zu finden, aber trotzdem schön: Enge Gassen oben auf dem Berg und viele alte Häuser, die noch Spuren aus italienischer Zeit tragen. Das Essen war nicht schlecht, aber auch nicht so der Hit – unsere gegrillten Cevapcici und Würste konnten mit dem Restaurant locker mithalten.

Aus Labin wieder rauszukommen war dagegen abenteuerlich: Das Navi führte uns durch enge Gassen über einen Parkplatz mit Schranke irgendwie doch auf die Hauptstraße. Und die Tempolimits auf der Landstraße wurden noch weniger eingehalten als in Deutschland – nicht nur die tiefergelegten Proll-Schleudern überholen ziemlich wild, sondern auch die LKWs. (Eine Radarfalle haben wir übrigens doch auf der Landstraße gesehen.)

Sauwetter

Sauwetter

Mittwoch war dann sowas wie Pooltag, wegen Sauwetter und Dauerregen. Und in Norwegen war Polarlichtalarm, grmpf… Immerhin: So Highlights wie den Plitvicer Park mit seinen Wasserfällen kann man sich da guten Gewissens schenken, Wasserfälle gibt’s schon genug auf der Terasse.

Und da die Entscheidung gefallen war, bereits am Freitag zurückzufahren (statt wie alle anderen die Villa am Samstag zu übergeben), drängte die Zeit allmählich, um den Rest Istriens zu erforschen. Also standen am Donnerstag bei wieder schönem Wetter zwei weitere hübsche Küstenstädtchen auf dem Plan: Poreč und Rovinj, die beide eine überschaubare Altstadt haben.

Poreč empfängt den geneigten Touri mit einem großen Parkplatz nur wenige Gehminuten von der Innenstadt entfernt – kein Vergleich mit dem Verkehrschaos in Pula. Das Highlight der Stadt ist die Euphrasius-Basilika. Der Komplex geht in Teilen auf das fünfte oder sechste Jahrhundert zurück. Hier kann man problemlos genauso viel Zeit verbringen wie im Rest des Altstädtchens. Sehr schön: Kein Fotoverbot:-)

Der Aufstieg auf den Glockenturm lohnt sich, unter den vier Glocken hat man einen wunderschönen Blick auf die Stadt. Wann geläutet wird, ist zum Glück am Eingang angeschlagen… Die Basilika selbst wirkt erst einmal recht schlicht, wobei sie von dem prächtigen Schmuck der Apsis dominiert wird. Auf einer Seite haben die Rundbögen noch schöne Stuckverzierungen, auf der anderen Seite wurden sie bei einem Erdbeben zerstört.

Knapp eine Autostunde weiter liegt Rovinj ebenfalls auf einer Halbinsel im Meer. Hier heißt es, rechtzeitig einen der Parkplätze anzufahren, um nicht im Verkehrschaos stecken zu bleiben – Parkeinweiser sorgen dafür, dass sich nicht alles am Stadttor staut. Rovinj empfängt uns mit echter Postkartenromantik: blauer Himmel, blaues Meer und ein paar Wölkchen. In den engen Gassen der Stadt ist auch die Sonne kein Problem, auch die Touristenmassen verteilen sich einigermaßen. Die Stadt wird von der Kirche aus dem 18. Jahrhundert dominiert, die für die kompakte Altstadt eigentlich zu groß erscheint.

Der Eingang zum "unterirdischen Königreich"

Der Eingang zum „unterirdischen Königreich“

Und damit wäre Istrien eigentlich abgehakt. Nur eines gönne ich mir am letzten Tag noch: Das unterirdische Königreich Feštinsko kraljevstvo – eine kleine, 1930 entdeckte Tropfsteinhöhle, die nur eine halbe Autostunde von Rakalj entfernt ist. In zehn Meter Tiefe gibt es eine ganze Reihe von interessanten Formationen. In einer rund zwanzigminütigen Führung geht es rund hundert Meter in den Berg hinein; die weiter entfernten Regionen sind in staatlichem statt in Privatbesitz und daher nicht zugänglich. Selbst erkunden darf man die Höhle nicht, da es zu viele Souvenirjäger gab, die Stalagtiten abgebrochen haben, aber dafür darf fotografiert werden – zumindest ohne Blitz, auch wenn sich da kaum jemand daran hält.

Und das war’s dann mit Istrien – nach einem erstaunlich günstigen Abendessen in der Dorfdisko (zumindest wenn es nach der Lautstärke der Beschallung der Pizzeria geht) ging’s dann in einem Rutsch zurück nach Süddeutschland, ins Warme. Bemerkenswert: Beim Fahrerwechsel in Österreich zeigte das Thermometer 9°. In Tromsø waren’s zur selben Zeit 12,3°. Irgendwas läuft hier doch falsch.