Bilder aus Mallorca

Testaufbau für die Sonnenfinsternis

Testaufbau für die Sonnenfinsternis

Der Urlaub ist schon wieder vorbei, und ein paar Projekte neigen sich ebenfalls dem Ende entgegen – Zeit, mal wieder das Blog mit Inhalt zu füllen, auch wenn’s nur Urlaubsbilder sind – und nicht mal aus Skandinavien, sondern aus einer Woche Mallorca. Da unten sollte es im August ja eigentlich gutes Wetter geben, also war das gleich die Chance, die Ausrüstung für die Sonnenfinsternis nächstes Jahr einmal zu testen.

Das hat auch hervorragend geklappt: Ich habe prompt die Winkelschiene vom Star Adventurer vergessen und das 1kg-Gegengewicht umsonst nach Malle geflogen. Immerhin, bis auf zwei Wolkentage hat das Wetter auch gehalten. Einnorden mit Handy-Kompass funktioniert wohl gut genug, und die Nachführung sollte ebenfalls okay sein, das ist schon einmal vielversprechend für nächsten August. Nach drei Stunden in der Sonne (wenn auch später abgeschattet) ist auch bewiesen, dass das MacBook Air wirklich einen Lüfter hat. Die nächste Herausforderung: Scharfstellen mit dem manuellen Objektiv, und verlässlich ein Kontrollbild von der DSLR auf den Laptop zu zaubern. Wird noch spannend…

Der Eingang zu Ses Païsses

Der Eingang zu Ses Païsses

Aber ich hab da nicht nur Astro gemacht, sondern auch ein bisschen die Insel angeschaut – schließlich hatte ich vor drei Jahren noch nicht die ganze Insel gesehen, der Südwesten fehlte noch. Da gibt es zum Beispiel Ses Païsses, die Reste einer bronzezeitlichen Siedlung bei Arta. Damals wurde massiv gebaut, und mit zwei Euro ist der Eintritt auch noch bezahlbar. Zu sehen gibt es die noch recht hohen Mauern einer alten Siedlung, die sich um einen Turm gruppiert. Die Form sieht man irgendwie immer noch auf Mallorca, da gibt es noch einige ähnliche Gebäude.

Nächster Halt: Die Coves d’Arta, angeblich nicht ganz so touristisch geprägt wie die berühmteren Coves del Drac ein Stück weiter südlich. Sie sind auf jeden Fall sehenswert, und vor allem angenehm kühl und schattig. Anders als in Campanet darf man auch fotografieren. Ein natürliches Ökosystem gibt es da drin eh nicht mehr, rund um die Scheinwerfer wachsen einige Algen. Der Hinweis, zum Schutz der Natur nichts anzufassen wirkt ohnehin etwas unglaubwürdig, wenn zum besseren Durchgang Stalaktiten abgesägt wurden, es breite Wege gibt und der Führer auf Tropfsteinsäulen rumhämmert, um zu zeigen, dass sie hohl sind…

Wenn die Coves del Drac schon als touristisch ausgebaut verrufen sind, langt mir die Höhle bei Arta aber auch schon: Die bunte Lichtshow im „Höllengewölbe“, unterlegt mit Musik von den Carmina Burana, hätte es nicht unbedingt gebraucht. Aber der Besuch hat sich trotzdem gelohnt, ich kann’s empfehlen.

Zentrale Postverteilung

Zentrale Postverteilung

Ebenfalls einen Besuch wert: Der Puig de Randa samt Kloster war der Startpunkt einer eigenen Tagestour in den Süden Mallorcas. So manche kleine Straße dorthin wird wohl auch von der Post gemieden, aber mein Navi kennt da nichts.

Der Puig de Randa wird unter anderem von einem Kloster gekrönt und liegt oberhalb der Flughöhe der ganzen Flieger, die etwa im Dreiminutentakt Palma ansteuern. Interessanter Anblick, nachdem wir die Flieger von der Finca bei Costitx immer nur von unten gesehen haben… Auf dem Klostergelände stehen auch jede Menge alte Pflüge, außerdem konnten wir sehen, wie das Kloster per LKW mit Wasser versorgt wird.

Der Faro ses Salines

Der Faro ses Salines

Die Rundfahrt durch den Süden führte außerdem an den Salines de Llevant vorbei, die im Rahmen einer gut halbstündigen Führung besichtigt werden können. Da sieht man mal wieder, dass Salz ein Naturprodukt ist.

Und wenn man schon in der Gegend ist, fährt man natürlich auch beim nächsten Leuchtturm vorbei, dem Faro ses Salines. Die Idee hatten aber noch andere, in der Gegend gibt es einen gut besuchten Strand und dementsprechend wenige Parkplätze…

Mallorquinische Eier

Mallorquinische Eier

Aber die Touristenziele auf Mallorca sind ohnehin gut besucht – bei der Menge an Flugzeugen, die in der Woche Mallorca angesteuert haben, stellt sich eh die Frage, ob Mallorca nicht irgendwann mal voll ist. Der Plan, in Alcúdia in der Pizzeria zu essen, in der wir letztes Jahr waren, ist daher an fehlenden Plätzen gescheitert. So gab es die Möglichkeit, im Nachbarrestaurant lokale Spezialitäten zu probieren. Die wichtigste Erkenntnis: Mallorquinische Eier sind Spiegelei auf fettigen Pommes. Kann man mal essen, hätte ich jetzt aber nicht unbedingt als Spezialität bezeichnet.

Ein bisschen Astro musste zum Abschluss der kurzen Woche trotzdem noch sein. Zuerst mal das Erfolgserlebnis: Eine hübsche Strichspuraufnahme, nachdem ich bei eineinhalb Stunden Belichtungszeit gefühlte 50 Flugzeuge wegretuschiert hatte. Im Web-JPG verschmiert das leider etwas:

Strichspur-Mallorca

Weniger überzeugend war dagegen der Besuch auf der Sternwarte in Costitx. Die Einrichtung ist im Prinzip ganz hübsch: Ein Planetarium, eine Meteoritensammlung und eine ganze Menge Kuppeln für die Öffentlichkeitsarbeit. Geforscht wird da angeblich auch, wohl in dem Teleskop auf einem Turm. Wir hatten uns bereits vorher als Gruppe der Heilbronner Sternwarte angekündigt, sodass wir eine deutsche Führung erhielten. Eigentlich hatten wir ja gedacht, wir wären am Freitag alleine da – aber Pustekuchen, irgendwas zwischen 70 und 90 Gästen waren da, und im Lauf des Abends kamen noch zwei Busse dazu. Die Hoffnung, auf das Planetarium verzichten zu können und mehr Zeit an den Teleskopen verbringen zu können, zerschlug sich somit. Also genossen wir die Planetariumsshow doch. Gezeigt wurde: Sechs Jahre 20 Jahre Hubble Space Teleskop, wobei Bilder des HST an die (runde) Kuppel projiziert wurden, dazu gab es abgelesene Erklärungen auf Deutsch und Englisch von unserer Führerin. Der kleine Zeiss-Projektor war nicht in Betrieb, die Sterne im Hintergrund wurden wie die Bilder vom Beamer an die Kuppel projiziert. Immerhin die Musik war schön…

Der nächste Halt war die Meteoritensammlung, und in freier Rede war das Deutsch unserer Führerin besser als bei den vorgelesenen Texten im Planetarium (und der Inhalt auch). Es ist wohl die größte Meteoritensammlung in Spanien – 16 Meteorite, und alle echt! Dazu gab es noch die Möglichkeit zu einer Fotosession mit ET.

Und dann, endlich: Ab zu den Teleskopen. Vorher gab es noch die Warnung, bitte nichts anzufassen… Auf dem Freigelände stehen neun Kuppeln, in drei durften wir hinein. In jeder erwartete uns ein gabelmontiertes 10″-Meade Schmidt-Cassegrain. Das erste war auf Saturn gerichtet; als ich die Bodenlampe mit der Hand abschirmte, um am Okular nicht geblendet zu werden, kam gleich die Bitte, nichts zu verstellen, bevor wir Saturn nicht mehr im Teleskop hätten… Immerhin: Die Cassini-Teilung war zu sehen, wenn auch nicht allzu deutlich.

Ab zum nächsten Teleskop, auch hier war Saturn eingestellt, aber mit einem anderen Betreuer. Ich konnte der Versuchung nicht widerstehen, scharfzustellen: Was für ein Spiegelshifting. Und was für eine Dejustage. Von der Cassini-Teilung war nichts zu sehen… Unser Vorschlag, mal einen Sternhaufen einzustellen, wurde auch abgelehnt: Der Handcontroller ist kaputt, das Teleskop kann nicht verstellt werden. Hm… Dann halt weiter zu Teleskop #3, das auf Mars gerichtet war. Keine Ahnung, wie es sein kann, dass ich da ein Mehrfachbild gesehen habe. Fazit: Wenn das 15 Euro Eintritt wert war, müssen wir in Heilbronn entweder unser Niveau deutlich senken oder die Eintrittspreise gewaltig anheben. Mit etwas Pflege wäre das bestimmt eine tolle Sternwarte, so gingen wir freiwillig ziemlich früh wieder. Dann lieber noch einmal den Sternenhimmel über der Finca genießen, bevor es am nächsten zurück nach Deutschland ging.

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