Hurtigrute Tag 8: Südwärts bis Tromsø

Hammerfest

Die Hälfte der Reise haben wir hinter uns, und um 1 Uhr morgens haben wir mit Mehamn den nördlichsten Hafen hinter uns gelassen. Jetzt sind wir wirklich die südgehende Hurtigrute.

Nach dem Frühstück bin ich wieder mit Kari bei der Reiseleitersprechstunde und verpasse die Flüssiggasanlage auf Melkøya, bzw. sehe sie nur durch das Fenster. Damit entgeht mir auch der kostenlose Energiekaffee auf Deck 7, aber der trifft meinen Geschmack ohnehin nicht (ich vermute immer noch eine 50/50-Mischung aus Schweröl und Zucker, mit einer Prise Chili).

Hammerfest hat jetzt mehr Eis als Schnee zu bieten. Trotz Spikes schenke ich mir diesmal den Aufstieg auf den Zickzack-Weg (mit dem Eis vom letzten Mal war es schon spannend genug) und mache nur einen kurzen Trip durch Hammerfest. Immerhin für das traditionelle Bild auf dem Bänkle vor dem Musikpavillon langt es, das ich bislang auf jeder Tour gemacht habe. Der Rathausplatz ist bunt beleuchtet, und auf dem Weg in den Ort kam uns auch der Weihnachtsmann entgegen – ich habe aber keine Lust, für ein Foto mit ihm zu bezahlen.

Also heute nur ein kleiner Spaziergang durch Hammerfest samt einem Besuch im Eisbärenclub (für die Ausstellung bleibt sonst ja immer nur zu wenig Zeit), und dann wieder ab an Bord. Über die anschließende Fahrt nach Øksfjord gibt es wenig zu erzählen: Da es hier kein gedrucktes Tagesprogramm mehr gibt, bekomme ich von den Veranstaltungen des Schiffs nichts mit und verbringe den Nachmittag damit, Bilder zu sortieren und meinen Vortrag vorzubereiten.

Øksfjord mit Schnee

In Øksfjord kurz vor 16 Uhr schneit es, von der eindrucksvollen Landschaft ist nur wenig zu sehen. Da verpasst niemand etwas von Norwegen, der meinen Vortrag über Sternbilder und ihre Mythen anhört. Was mir etwas Sorgen macht ist ein leichtes Kratzen im Hals…

Aber ich habe gutes Timing und kann meinen Vortrag halten. Beim Abendessen eine Stunde später verfluche ich innerlich das Konzept, dass keine Wasserkaraffen auf den Tischen stehen, weil man die Reise genießen und bedient werden soll – ich habe Durst. Dafür gibt es ein leckeres Stück Fleisch (ich habe auf der Hurtigrute schon schlechter gegessen als dieses Mal auf der Nordkapp), und wir machen Pläne für den Abend. Mal wieder ein Kneipenbummel um Mitternacht in Tromsø? Das „Paris des Nordens“ erreichen wir kurz vor Mitternacht, und die Zeit bis dahin wird mit einer Modenschau um 22 Uhr überbrückt.

Ich bekomme davon allerdings nichts mit – gestern Abend war wohl doch kalt, mit einer drohenden Erkältung lege ich mich nach dem Abendessen kurz hin und bekomme zwar mit, dass kurz vor Tromsø Polarlicht durchgesagt wurde, aber ich ignoriere es und schlafe weiter. Die letzten Nächte fordern ihren Tribut…

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