Hurtigrute Tag 2: Ålesund

Heute ist Ålesund-Tag, und da die Begrüßungsveranstaltung für unsere Gruppe erst um 15 Uhr ist, wenn wir Ålesund bereits verlassen haben, ist es für mich ein ruhiger Tag. Ich mache den ersten Vortrag ja gerne schon heute, weil die Fotogeschäfte im Norden gelinde gesagt spärlich sind, aber der Halt in Bodø muss ausreichen, damit jeder sein Equipment vervollständigen kann.

Stad und Westkap

Dafür bietet der düstere Morgen ein ganz ordentliches Geschaukel über die Stad und rund um das Westkap. Eigentlich war dazu für halb acht ein Point of Interest in der Morgendämmerung an Deck angesetzt, aber der wird auf ruhigeres Fahrwasser verschoben (genau wie meine Morgendusche). Nach ein paar Fotos der rauen Gegend geht’s zum Frühstück, sodass ich die erste Veranstaltung des Expeditionsteams verpasse. Schade, aber was soll’s.

Ruhiges Wasser bei Torvik

Ohne einen Termin am frühen Morgen kann ich mir auch mal die Anfahrt auf Torvik anschauen, unseren 10-Uhr-30-Hafen. Wir sind auf beiden Seiten nur wenige Meter vom Ufer entfernt – so gehört sich die Hurtigrute. Torvik ist ein kleines Kaff, aber auf der gegenüberliegenden Seite des Sunds liegt Ulsteinvik, mit über 5000 Einwohnern eine richtige Metropole. Hier liegt auch die Kleven-Werft, die für Hurtigruten tätig war und schließlich von der Reederei aufgekauft wurde. Torvik ist vor allem für die beiden gelben Versorgungsschiffe bekannt, von denen ich glaube, dass sie mittlerweile am Kai festgerostet sind. Die World Opal und ihr Schwesterschiff sind wohl Baujahr 2013, und mindestens seit 2016 liegen sie dort.

Torvik mit World Opal und World Peridot

Wenn ich das richtig lese, kann man sie wohl kaufen, aber das sprengt mein Budget doch. Da hat Norwegen doch handlichere Souvenirs zu bieten. (Wobei die Hurtigrutenpins, die ich vor drei Wochen für 360 NOK gekauft hatte, jetzt für 110 NOK zu haben sind. Mist.) Der Vormittag geht für die Reiseleitersprechstunde drauf, zu der ich mich dazu geselle (Mal eine neue Taktik: Kari ist auf Deck 4 und Bruno auf Deck 7), bevor wir und Ålesund nähern und damit das Mittagessen ansteht.

Ålesund ist für seine Jugendstilhäuser bekannt und bei mir vor allem für den Hausberg Aksla; bei regnerischem Wetter verzichte ich diesmal auf den Aufstieg und gehe ein Stück weit in die Stadt. Zum ersten Mal bemerke ich ein paar Kanonen oberhalb vom Kremmergarden, die den Weg zum Ålesund Museum weisen. Nach diesem Abstecher gehe ich einkaufen. Mal sehen, ob ich alles heil zurück nach Deutschland bringe…

Ålesund hat jede Menge Statuen zu bieten, und typisch für Norwegen werden hier gerne Schals verteilt – nicht nur die Denkmäler für berühmte Menschen. Immer wieder nett. Um 15 Uhr verlassen wir Ålesund, was auch etwa mit dem Sonnenuntergang zusammenfällt – die Polarnacht lässt grüßen.

Zurück auf dem Schiff haben wir dann um 15 Uhr unseren Welcome-Cocktail, bei dem wir uns kurz vorstellen, bevor Kari und Bruno das wichtigste zur Tour erzählen. Bei diesen Gruppenreisen jagen wir ja niemandem hinterher, aber wer will, kann uns jederzeit um Beratung bitten.

Anschließend hat das Schiff eine Infoveranstaltung, auch wenn das nicht leicht zu finden ist: Die Tagesprogramme gibt es nur auf Wunsch in gedruckter Form, ansonsten wird auf die Monitore verwiesen, und die Möglichkeit, das Programm dort abzufotografieren. In gewisser Weise ist das natürlich schön für die Umwelt, aber auch die beste Möglichkeit, nichts vom Schiffsprogramm mitzubekommen… A propos, noch eine Eigenheit der Nordkapp: Die Wasserkaraffen stehen nicht auf dem Tisch, stattdessen muss man beim Kellner nach dem kostenlosen Tap-Water fragen. Etwas umständlich.

Molde

Pünktlich zum Abendessen um 18 Uhr sind wir dann in Molde, mittlerweile hat es sich auch eingeregnet. Die Begegnung mit der Polarlys etwas später kommt etwas überraschend, die Übersicht mit den Schiffsbegegnungen fehlt auf dem Fahrplan, und Durchsage gab es auch keine. Dafür fuhren beide Schiffe schön nah aneinander vorbei, was wir aus dem Panoramasalon verfolgten.

Um 21:30 gab es als Abendprogramm für die deutschen Gäste noch einen Film über das Polarlicht, bevor wir um 22:15 Kristiansund erreichen. Laut Schiffsfahrplan sind wir pünktlich, auf älteren Plänen stand 22:00 als Ankunftszeit. Bei nur 45 Minuten Aufenthalt und Regen spare ich mir einen kurzen Landgang…

Kristiansund

Damit hat sich der Tag auch erledigt. Noch kurz Bilder sortieren, Adobe und Google verfluchen (Google hat mal wieder die API für Google Maps geändert, und Adobe unterstützt mein vor einem halben Jahr gekauftes Lightroom nicht mehr, sodass keine Geodaten mehr angezeigt werden) und das Blog auf den aktuellen Stand bringen, dann war es das auch schon für heute. Zum Tagesabschluss ist es ganz nett, mit dem Schiff mitten durch Kristiansund zu fahren. Weniger nett ist die Wetterprognose, die für morgen in Trondheim Regen vorhersagt, und nicht gerade wenig. Aber wenn es weiter im Norden trocken und wird und Wolkenlücken hat, will ich gar nicht meckern. Mal sehen, was das Wetter hergibt.

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