Hurtigrute Tag 8: Kurzbesuch in Hammerfest und Polarlicht bei Skjervøy

Gestern war der Wendepunkt unserer 11-tägigen Reise (wobei wir durch die abendliche Abfahrt in Bergen eigentlich auf 12 Tage kommen, samt An- und Abreise), und allmählich wird es Zeit für ein vernünftiges Polarlicht. Das gestern hinter den Wolken war ja sogar schwächer als das vom ersten Abend, daher hatten wir uns nicht getraut, eine Durchsage zu machen. Wobei es noch ein bisschen mehr geworden sein soll, nachdem ich ins Bett gegangen war.

Havøysund

Noch macht der Wetterbericht Hoffnung: Zwischen Skjervøy und Tromsø soll es weitestgehend klar sein. Jetzt muss nur noch die Aurora mitmachen….

Da wir gestern einiges an Verspätung eingefahren haben, liegen wir erst gegen 9 Uhr in Havøysund. Als wir den Hafen verlassen, sehe ich die nordgehende Hurtigrute noch am Fenster vorbeiziehen – zu schnell für ein Foto. Dafür wird es allmählich hell genug, dass man etwas von der Landschaft sieht: Bei klarem Himmel ist die Polarnacht gar nicht mal so dunkel, vielmehr hat man ein lange Dämmerung.

Morgendämmerung

Da wir Verspätung haben, erreichen wir natürlich auch Hammerfest und die Erdgas-Verflüssigungsanlage Melkøya verspätet. Beim Point of Interest an Deck 7 gibt es wieder Energiekaffee – wie ich höre, zur Abwechslung eine trinkbare Version, soweit er in der Tasse blieb: Es ist gut windig, als wir Melkøya passieren. Mein Windmesser zeigt zwar nur 45km/h an, aber man kann sich doch gut in den eiskalten Wind legen – zumindest machen das alle, die nicht Windschutz suchen.

Mein Bänkle steht noch

In Hammerfest haben wir nur gut 1 1/4 Stunden – zu wenig für die Ausflüge, aber genug für eine Spaziergang durch die Stadt. Das verschneite Hammerfest ist hübsch, und vor der Kirche ist wieder der große Schneehaufen, wo die weiße Pracht im Meer entsorgt wird. Ein kurzer Rundgang, ein Besuch im Eisbärenclub, und als wir um 13 Uhr wieder ablegen, wird es auch schon wieder langsam dunkel. Aber es langt, um mein Standard-Foto auf der verschneiten Bank vor dem Musikpavillon zu machen – wie auf jeder Tour seit 2014.

Abwechselnde Beplankung

Um mal wieder etwas über Norwegen zu erzählen: Die Holzlatten an den Häusern sind je nach Region anders, auch wenn sie nicht bei allen Häusern gleich sind. Die senkrechten Latten ermöglichen es dem Regen, besser abzulaufen (typisch für Bergen); im Norden sind waagrechte Latten üblicher, damit die unteren Latten einfacher ausgetauscht werden können, nachdem sie über Winter im Schnee lagen und verrottet sind. Man kann das natürlich auch mischen, und im Frühling trifft sich ohnehin ganz Norwegen im Baumarkt.

Øksfjord

Die weitere Fahrt verläuft ruhig: Wir segeln durch die Nacht und bekommen von dem kalten Wind nicht viel mit. Um 15 Uhr gibt es einen Vortrag über Öl und Gas in Norwegen auf Deutsch (um 16:30 dann auf Englisch), den das Expeditionsteam hält. Vor Øksfjord bläst es einen wieder fast vom Umlaufdeck, bis wir im Schutz der hohen Berge sind. Die Folda ist recht ruhig, und der Sternenhimmel eindrucksvoll. Nur das Polarlichtoval ist schwach – wir können auf jeden Fall in Ruhe Abendessen.

Skjervøy

Skjervøy erreichen wir nach dem Essen mit etwa einer halben Stunde Verspätung – nur ein kurzer Halt, damit wir Tromsø rechtzeitig für das Mitternachtskonzert erreichen.

Nachdem wir den Hafen verlassen, ein Blick in den Himmel: Ja, da ist was. Von wegen Tromsø geht immer – Skjervøy geht (fast) immer. Das erste deutliche Licht ist an backbord zu sehen, wenig später ändert sich unser Kurs, und das Polarlicht ist und bleibt an steuerbord schön sichtbar.

Gut zwei Stunden lang begleitet uns eine schöne Show auf der windgeschützten Strecke, gegen 22 Uhr lässt es dann nach – wir nähern und Tromsø und den Wolken…

Für alle Interessierten ist das genau rechtzeitig, um um 21:45 einen Vortrag über die Fischereikultur in Norwegen zu hören oder sich aufzuwärmen, bevor es in das Mitternachtskonzert geht. Für mich heißt es, den Rechner mit Bildern füttern…

Tromsø

In Tromsø kommen wir überraschend pünktlich an. Ich nutze den Aufenthalt, um noch einmal kurz mit Stativ in den Ort zu gehen und ein paar Nachtaufnahmen zu machen.

Und am nächsten Morgen ist mein Filmchen des Abends auch fertig:

Ziel erreicht:-)

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