Hurtigrute Tag 10: Helgelandküste

Ein ruhiger Tag im Paradies! Naja, mehr oder weniger. Auf der südgehenden Route haben wir zumindest keine großen Häfen mehr, von daher könnte es ein ruhiger Tag werden. Ich wache mal wieder viel zu früh auf und gehöre dann tatsächlich zu den ersten, die heute am Frühstücksbuffet sind. Es gibt diese leckeren kleine Pfannkuchen…

Dafür ist es draußen weniger lecker: Tief hängende Wolken verheißen nichts Gutes, und für heute ist tatsächlich ein Regentag angesagt. Kaum zu glauben nach dem gestrigen Traumwetter in den Vesterålen.

Morgenstimmung

Aber was soll’s, im Schiff ist es auch gemütlich. Ich mache es mir wieder an unserem Plätzchen vor dem Restaurant für die Reiseleitersprechstunde gemütlich und versuche mein Blog zu schreiben, während draußen die trübe Landschaft vorbei zieht.

Einen großen Vorteil hat dieses Blog: Ich bin dazu gezwungen, meine Bilder zeitnah durchzuschauen, und sitze nicht am Ende der Reise auf einem riesigen Bilderberg. Nur mit produktiv arbeiten ist heute nicht viel. Immer wieder bietet sich die Gelegenheit für ein Schwätzchen, aber wenn ich das nicht wollte, wäre ich in meiner Kabine. Und gegen halb neun steht schon der erste Punkt auf dem Tagesprogramm: Wir überqueren den Polarkreis. Im Winter ist das die Passage, bei der man endlich eine Chance auf eine unverwackelte Nicht-Langzeitaufnahme der bekannten Kugel auf der Insel Vikingen hat; diesmal ist das Wetter eher gegen uns und fast dunkler als auf der nordgehenden Route. Die Tage werden länger, und das Wetter wieder schlechter.

Aber für ein paar Fotos langt es. Dann ab auf Deck 7, zur arktischen Zeremonie auf dem Sonnendeck: Es gibt Lebertran statt Eis. Den Löffel darf man behalten, aber ich habe schon ein paar zuhause und verzichte diesmal. Wobei der Lebertran gar nicht so schlecht schmeckt wie man als denkt. (Kommt natürlich auch auf die Erwartungshaltung an.) Sagte ich, dass es kein Eis gibt? Vom Himmel kommt ein bisschen was runter, als ich wieder ins Schiff gehe…

Und weiter geht es, die nächste Durchsage kommt: Ab 9:30 gibt es Polarkreisstempel. Die Durchsage kommt auf Norwegisch, Englisch und Deutsch, und kurz darauf auf Französisch. Ich glaube, der ein oder andere im Expeditionsteam ist froh, wenn die Franzosen von Bord gehen. Die Durchsage klingt fast so flüssig wie mein Französisch… Wobei das Schiff eh überraschend voll ist; normalerweise wird es ab Kirkenes leerer, aber jetzt sind sogar vier Gruppen an Bord.

Farewell Drink

Was nicht im Tagesprogramm steht: Um 10 Uhr ist ein kleiner Sektempfang: Oft steigen viele Passagiere in morgen in Trondheim aus, daher gibt es heute schon die Farewell-Veranstaltung. Der Captain und Svenja vom Expeditionsteam sagen ein paar nette Worte und lassen die Reise kurz Revue passieren – mit einem Danke an alle, die dabei waren, vor und hinter den Kulissen. Dann erhebt der Captain sein Glas: “It’s a little bit early, but skål!”, und wir stoßen noch einmal an. Und dann: “Back to the bridge, back to work” – die Offiziere verabschieden sich, wir bleiben noch ein bisschen und trinken aus.

Nesna

Kurz Verschnaufen und rausschauen, während wir um 10:25 in Nesna anlegen. Nein, draußen ist es nicht schön, langsam kommt der angekündigte starke Regen.

Aber kein Problem, um 11 Uhr hält Magnus – der Emmanuel vom Expeditions-Team abgelöst hat – einen informativen und unterhaltsamen Vortrag über die norwegischen Fjorde. Wie sind sie entstanden, wie haben Gletscher die Landschaft geformt, warum wurden die Lofoten nicht abgeschliffen, wo ist der längste Fjord (Grönland), wo ist der tiefste (Antarktis), wo sind die schönsten (natürlich Norwegen!), wie viele gibt es hier – das und vieles mehr erzählt er eine Dreiviertelstunde lang vor einem gut gefüllten Vortragsraum. So interessant das war: Ich weiß, warum ich bei den meisten meiner Vorträge (naja, drei von fünf) versuche, bei etwa einer halben Stunde zu bleiben und danach noch für Fragen zur Verfügung stehe.

Sandnessjøen

Ale er fertig ist, legen wir auch schon in Sandnessjøen an. Der Halt dauert eine halbe Stunde – zu wenig, um in die Fußgängerzone mit ihren vielen Skulpturen zu gehen. Nicht, dass ich das bei dem Wetter wirklich wollte…

Ach ja: Um 11:45 legen wir nicht nur an, auf der Leinwand mittig auf Deck vier wird auch der Gewinner vom Fotowettbewerb bekannt gegeben. Der ist diesmal komplett an mir vorbeigegangen. Das geht glaub auch per App, aber seit es das Tagesprogramm nur auf dem Fernseher oder in der Hurtigruten-App gibt (die nur im schiffs-WLAN funktioniert), kriege ich nur noch die Hälfte mit.

Ich nutze die Zeit, um kurz essen zu gehen (ich begnüge mich mit einem Obstsalat). Der nächste Programmpunkt ist erst um 12:45. Die Sieben Schwestern sind eine markante Gebirgskette, die wir heute mal wieder nicht hinter Sandnessjøen sehen. Die Damen sind nicht nur vollverschleiert, sondern regelrecht abgetaucht.

Die Sieben Schwestern
Wo ist die Küste?

Aber immerhin: Man sieht die Küste noch!

Später habe ich echte Probleme zu sagen, wo die Küste ist. In Fahrtrichtung an der backbord-linken Seite müsste sie sein. Was für eine Suppe. So viel zur wunderschönen Helgelandküste. Aber immerhin habe ich jetzt bis 15 Uhr fast zwei Stunden Ruhe, ohne Termine – aber auch nur, weil ich auf das tägliche Treffen mit dem Expeditions-Team um 14 Uhr verzichte. Nur die französische Gruppe wird per Durchsage noch zu einem Vortrag zusammengetrommelt, dann ist endlich Ruhe.

Aber was heißt schon Ruhe? Ich mache mein Blog von gestern fertig, und meinen Nordlicht-Zeitraffer von dieser Reise. Heute Abend planen wir unseren kurzen Reiserückblick, vor der eigentlichen Farewell-Veranstaltung morgen.

Brønnøysund mit Torghatten. Also prinzipiell zumindest.

In Brønnøysund wird das Wetter etwas besser, man sieht die Küste wieder. Vom Torghatten, dem berühmten Berg mit Loch, ist hingegen nichts zu sehen. Nach ein paar Schnappschüssen an Deck entscheide ich mich, mit kleinem Gepäck in den Ort zu gehen – die wasserdichte Handykamera muss langen.

Brønnøysund mit Richard With

Mein erster Fotostopp fällt aus: An dem Stein, der die Mitte Norwegens markiert, ist zu viel Betrieb für ein Foto. Also ab in Amfi, einmal durch die üblichen Läden und zuletzt in den Coop. Keine Rentierwurst, und zuhause ist der Kühlschrank leer…

Also raus aus dem Amfi, und noch einmal zum Stein: Nein, da ist jetzt eine rund 40-köpfige Touri-Gruppe. Dann gibt es diesmal kein Bild von dem Wegweiser auf dem Stein.

Im Kiwi habe ich mehr Erfolg: Es gibt nicht nur Wurst, sondern auch Berlinerboller – fast wie unsere Berliner, aber mit Schokoguss und Vanillefüllung. Lecker.

Damit beende ich meinen Ausflug, auch wenn der Regen nachgelassen hat. Das Schiff macht gerade eine Test-Exkursion: Tangtur, bzw. Küstenwanderung. Macht Sinn, das bei Schlechtwetter zu testen – und ich weiß, warum ich den Ausflug nicht teste. Im Gegenteil, ich bin nicht unfroh, wieder im trockenen Schiff zu sein. Noch ein Techniktest für heute Abend, und dann können wir ablegen.

Wal-Insel

Zur Abfahrt bin ich auf Deck 7, die kleine Walinsel anschauen, die wir etwa zwei Minuten nach dem Ablegen passieren. Jemand hat auf einer Insel einen freundlichen Wal nachgebaut, hat auch was.

Und dann mache ich doch noch ein Foto von Norwegens Mitte: Vom Schiff aus ist der Stein am Kai auch zu sehen. Nur bräuchte ich dafür jetzt das Tele, während die Wal-Insel ein Fall für das normale Objektiv ist. Und im Regen wechsle ich kein Objektiv. Bei aller Liebe…

Norwegens Mitte (weißes Schild vor weißem Fischerboot).

Um 18 Uhr steht dann das Captain’s Dinner an. Die Ansprache und den Sekt hatten wir ja schon, daher gibt es nur ein 5-Gänge-Essen ohne Captain (der ist natürlich auf der Brücke, arbeiten). Da macht es eigentlich gar keinen Sin, dass jetzt drei Essenssitzungen zusammengelegt werden.

Früher war es öfter so, dass der Captain zwar auch nicht da war, aber immerhin wurde Abschiedssekt beim Betreten des Restaurants ausgegeben und hier dann anschließend die kleine Abschiedsrede gehalten wurde (auch damals meist vom Expeditionsteam). Aber jedes Schiff ist anders, und keine Reise ist gleich.

Viel zu viel Essen und eineinhalb Stunden später sind wir durch, und um 20 Uhr machen Sven und ich dann unseren Reiserückblick. Wie alle großen Reisenden haben wir mehr gesehen, als wir uns erinnern können, und erinnern uns an mehr, als wir gesehen haben – da sind Fotos eine gute Erinnerungsstütze. Dann noch ein bisschen Plaudern über die Hurtigrute und Norwegen, und Feierabend.

Von wegen. Erst legen wir noch in Rørvik an, dem letzen Hafen vor der Folda. Und dann begegnen wir noch der nordgehenden MS Nordkapp, da muss ich natürlich winken. Wir begegnen ihr unter der Brücke – fast könnte man rüberspringen…

Noch eine letzte Durchsage: Die Fahrt über die Folda könnte etwas Bewegung síns Schiff bringen, bitte alle losen Sachen absturzsicher verstauen.

Und dann, kurz nach halb elf, habe ich tatsächlich Feierabend, kann meine Bilder des heutigen Tages sichten und mein Blog soweit schreiben, dass ich es morgen nur noch einmal Korrektur lesen muss. Während ich schreibe, ist tatsächlich erstmals etwas Bewegung im Schiff, wir haben drei Meter Wellen und Ostwind – sie kommen also von vorne rechts. Aber es ist nichts wildes, alles bleibt im Regal.

Und damit endlich gute Nacht!

Hurtigrute Tag 9: Vesterålen & Lofoten

Es geht in den sonnigen Süden: Harstad in den Vesterålen begrüßt uns mit strahlendem Sonnenschein, nur die Wasserfontaine, die vor ein paar Jahren im Hafenbecken installiert wurde und Schiffe begrüßen soll, ist (mal wieder) aus. Die Begegnung mit der Midnatsol, die uns um 8 Uhr den Kai frei macht, verpasse ich knapp und sehe sie nur noch von hinten, dafür ist es ein wunderschöner Morgen in der kleinen Stadt. Wer den Busausflug 9A durch die Vesterålen gebucht hat, geht hier von Bord und steigt erst in Sortland wieder ein; wir fahren – genauso schön – über Risøyhamn nach Sortland.

Bei schönem Wetter so wie heute ist das ein stressiger Tag, obwohl wir keine großen Programmpunkte haben – aber bei der Fahrt durch die Vesterålen gibt es ständig etwas zu sehen.

Das fängt mit der Trondenes-Kirche vor Harstad an – mein Tele-Objektiv nehme ich eigentlich nur wegen dieser nördlichsten mittelalterlichen Steinkirche Nordnorwegens mit. Sie wurde im 15. Jahrhundert errichtet – der Sage nach aber von einem Troll, der um seinen Lohn geprellt wurde.

Wir tuckern weiter Richtung Risøyhamn. Endlich einmal fahren wir dabei nicht durch die mystischen, nebelverhüllten Vesterålen, sondern sehen strahlend-weiße Berge unter einer blendenden Sonne. Eine Bilderbuchlandschaft, nur etwas kühl, wenn man vorne am Bug steht und sich den Fahrtwind um die Nase wehen lässt.

Die Fahrt durch die Risøyrinne ist immer wieder beeindruckend, wenn man einmal die “Leitpfosten” erkannt hat, das grünliche Wasser daneben als Flachwasser identifiziert hat und sich bewusst macht, dass die Fahrrinne nur etwas tiefer ist als der Tiefgang unseres Schiffs. Schließlich musste die Fahrrinne extra noch tiefer ausgebaggert werden, als mit Midnatsol, Finnmarken und Trollfjord Anfang des Jahrtausends drei noch etwas größere Schiffe auf die Hurtigrute kamen. Überhaupt existiert diese Rinne nur wegen der Hurtigrute: Richard With, der Gründer der Hurtigrute, wollte seinen Heimathafen Stokmarknes besser anbinden, und dafür musste diese Abkürzung gegraben werden. Am Hafen von Risøyhamn erinnert ein Gedenkstein mit den Unterschriften dreier Könige an die Eröffnung und spätere Erweiterungen der Rinne. Für einen Sprint zum Königsstein ist unsere Liegezeit wie immer recht knapp.

Weiter geht es nach Sortland – wer will, sollte jetzt mittagessen, bevor die drei Ausflugsbusse zurück kommen. Kurz vorher werden wieder alle zum Winken am Bug versammelt: Wir fahren genau dann unter der Brücke durch, wenn die Busse darüber fahren. Immer wieder nett, und das Expeditionsteam verteilt großzügig Norwegerfähnchen.

In Sortland halten wir wieder nur kurz, damit alle Ausflügler wieder einsteigen können. Hier gibt es auch einen weiteren Busausflug nach Stokmarknes, dort hat man dann mehr Zeit, um das Hurtigruten-Museum mit der alten MS Finnmarken zu besuchen. Wir schippern über das Meer weiter und kommen nach eineinviertel Stunden am Geburtsort der Hurtigrute an. Bei einer Stunde Liegezeit bleibt da nur Zeit, um kurz einkaufen zu gehen oder einmal entweder durch die Finnmarken oder Museum zu gehen. Aber es gibt Fast Lane: Wer auf dem Schiff die Eintrittskarte kauft, kommt durch einen Seiteneingang ins Museum und schneller auf das Schiff.

Und dann geht es schon weiter zum Raftsund: Ein Traum in Schwarz-Weiß, da wir mittlerweile Richtung Wolken fahren. Sie türmen sich auch schon über den Bergen auf, aber macht nichts: Es ist trotzdem wie eine Fahrt mit dem Schiff durch die Alpen.

Am Anfang des Raftsunds warte ein kleineres Boot auf uns: Es wieder die Saison für die Seeadlersafari. Wer teilnimmt, steigt am Anfang des Raftsunds während der Fahrt auf das Ausflugsboot, das Seeadler anlockt (die wissen schon, wo es Futter gibt) und anders als wir auch in den Trollfjord fährt – für uns ist er wegen Lawinengefahr gesperrt. Aber wer ein Fernglas oder Teleobjektiv hat, sieht auch von der Richard With aus Seeadler, wenn auch nicht ganz so nah.

Gegen 17 Uhr – kurz vorher gibt es noch einen Interessepunkt dazu – erreichen wir den Trollfjord und kreuzen vor der Einfahrt. Jeder hat die Chance auf ein Foto, wobei wie dem Fjord mit seinen steilen Wänden nicht allzu nahe kommen. Aber immer wieder schön, gerade wenn das Wetter so wie heute mitspielt.

Was neu ist: Wir fahren direkt zum Trollfjord und nicht erst um die kleinen Inseln herum. Angeblich wurde hier auch ausgebaggert, sodass die Abkürzung jetzt sicherer ist und offiziell befahren werden darf.

Nach dem Trollfjord ist Sturm auf das Buffet: Wer in Svolvær Ausflüge gebucht hat, will natürlich vor dem Anlegen das Abendessen erledigen. Gut, dass ich keinen Zeitdruck habe:-)

Svolvær liegt unter dichten Wolken – es sieht fast aus, als würden wir gerade einen Vulkanausbruch erleben:

Ein Vulkan bei Svolvær?

Es sind aber doch nur Wolken, die da am Berg hängen Seeadler, zumindest riecht es eher nach Fisch als nach Island-Schwefel. Die Fischgestelle a Hafen von Svolvær sind schon gut mit Stockfisch bestückt, dafür geht das Aroma eigentlich. Und zur Abwechslung ist es hell genug, um die Fiskarkona zu sehen, die Statue von Dagfinn Bakke, die an die Fischerfrauen erinnert, die auf ihre Männer warteten, die zur See fuhren – und oft genug auf See blieben.

Ich mache heute nur einen kurzen Gang nach Svolvær, einmal zum Marktplatz und zurück. Es scheint einen neuen Souvenirshop zu geben, Arctic Lights. Der hat aber so ziemlich das selbe wie die anderen beiden Souvenirshops nebenan…

Auch wenn es trocken ist, belasse ich es bei einem kurzen Beine-Vertreten und bin rasch wieder auf dem Schiff. Als wir ablegen, ist es noch hell – Frühling plus Sommerzeit machen sich bemerkbar. Die Polarlichtsaison endet, dafür sind die Lofoten-Berge noch gut zu sehen, auch wenn das Wetter schlechter wird.

Talkshow

Auf dem Schiff gibt es während der Überfahrt nach Stamsund noch eine Talkshow zur Hurtigrutengeschichte. Leider ist das auf Deck 4 vor dem großen Monitor und in Hörweite von vier Damen, die einen großen Spaß daran haben, sich lautstark ihre Handybilder anzuschauen. Ich gebe den Versuch auf, der Talkshow zu folgen, und mache mir einen ruhigen Abend.

Die Begegnung mit dem nordgehenden Schiff verpasse ich – wir begegnen einer Havila, und die stehen hier nicht im Tagesprogramm, sondern nur die Begegnungen mit Hurtigrutenschiffen. Schade eigentlich.

Stamsund

Stamsund erreichen wir überpünktlich, der leichte Regen macht aber keine Lust darauf, groß an Deck zu gehen. Ein Souvenirfoto muss reichen.

Die Überfahrt über den Westfjord machen wir bei extrem ruhiger See. Seegang gab es auf dieser Tour bislang wirklich keinen. Dafür war es wieder ein vollgepackter Tag, obwohl im Tagesprogramm fast nichts stand. Gut, dass ich mit meinen Vorträgen durch bin – man muss ja auch mal Luft holen können zwischendrin…

Hurtigrute Tag 8: Hammerfest und Saisonende

Heimwärts geht’s in großen Schritten – heute früh haben wir die Barentssee bereits hinter uns gelassen, und die Uhr wird auch umgestellt: Jetzt gilt Sommerzeit, in dieser Nacht fehlt uns eine Stunde. Da heißt es Gas geben, um den Fahrplan einzuhalten.

Havøysund erreichen wir mit nur geringer Verspätung etwa um Viertel nach Acht, und bei eindrucksvollem arktischen Wetter. Der Magerøyasund liegt noch im Sonnenschein, während über uns düstere Wolken für Stimmung sorgen. Das Örtchen mit rund 900 Einwohnern wurde wie viele andere hier im Krieg zerstört, als die deutschen Truppen verbrannte Erde hinterließen, und anschließend wieder aufgebaut. Die Kirche sieht also nur aus wie eine alte Stabkirche. Aber Zeit, um in den Ort zu gehen, hat man hier ohnehin nie.

Nach einem kurzen Halt machen wir den Kai schon wieder frei für die nordgehende Havila Capella, die sich elegant in die Kurve legt. Wir fahren derweil Richtung Süden – Zeit für Frühstück und die Reiseleitersprechstunde, während das Wetter draußen allmählich besser wird.

Als wir Melkøya erreichen, ist es bereits richtig stimmungsvoll schön. Die Insel ist über Pipelines mit dem 160 km entfernten Erdgasfeld Schneewittchen verbunden und die einzige Flüssiggasanlage Norwegens. Das Gas wird hier auf -162 °C heruntergekühlt, sodass es nur noch 1/600stel seines Volumens hat und leichter in die großen Tanker passt, die es abtransportieren. Es geht alles in den Export, so hat Norwegen eine saubere Energiebilanz und kann in aller Ruhe Geld zählen, während die norwegischen Erdgasreserven anderswo verheizt werden. Aktuell hat Melkøya noch einen sehr großen Anteil am norwegischen CO2-Ausstoß, da die Erdgasverflüssigung sehr energieintensiv ist. Aber die Anlage soll elektrifiziert werden – falls das nordnorwegische Stromnetz das aushält. Und wir machen uns Sorgen um Ladesäulen für ein paar E-Autos…

Kurz darauf biegen wir um die Kurve und sehen Hammerfest. Wir legen wieder an der Fuglenes-Halbinsel an; wer will, konnte bis gestern ein Ticket für den Shuttlebus in die Stadt lösen. Eigentlich ist das nur der Ausweich-Liegeplatz, während der Hafen saniert und umgebaut wurde – aber die Arbeiten scheinen fertig zu sein, und an unserem normalen Liegeplatz liegt ein französisches Kreuzfahrtschiff, die Le Champlain. So langsam könnten wir mal wieder direkt in Hammerfest anlegen, schließlich macht es ja den Reiz der Hurtigrute aus, dass wir da hinkommen, wo die Kreuzfahrtschiffe nicht hinkommen… so sehe ich die Kirche wieder nur aus der Ferne (mitsamt dem imposanten Schneehaufen am Ufer) und frage mich, ob ich jemals wieder in den Eisbärenclub komme.

Stattdessen mache ich wieder die kleine Wanderung zur Meridiansäule und dem kleinen Freilichtmuseum an der Spitze der Halbinsel Fuglenes. Hier stehen einige Häuser, die früher auf Melkøya standen, und die kleine Schanze, die nach der Eroberung der Stadt durch die Briten während der napoleonischen Kriege errichtet wurde. Die sechs Kanonen, die hier einst standen, kamen aber nie zum Einsatz, und vor ein paar Jahren wurde die “Festung Skansen” renoviert. Seitdem steht hier wieder eine Kanone und bewacht die Einfahrt.

Der kleiner Ausflug ist ja immer ganz nett, aber das wäre Hammerfest auch mal wieder – auch wenn heute Sonntag ist und die Läden zu haben. Nun ja, gehen wir also zurück zum Schiff, und ich gönne mir zum ersten Mal auf der Reise ein kleines Mittagessen, bevor die Shuttlebusse wieder zurück kommen und wir um 13 Uhr aufbrechen – nur noch eine Viertelstunde hinter dem Zeitplan, die Sommerzeit haben wir fast wieder ausgeglichen.

Der nächste Hafen ist Øksfjord, und ich bin froh, dass ich meinen letzten Vortrag nicht auf unsere Passage heute bei Øksfjord gelegt habe. Ich bin es gewohnt, dass es um die Zeit schon dunkel ist, aber Norwegen präsentiert sich Ende März von seiner besten Seite: Schneebedeckte Berge im Sonnenschein. Klasse. Und währenddessen gibt es vom Expeditionsteam einen längeren Vortrag. Gut, dass wir jetzt Zeit haben, um die Landschaft zu genießen.

Den Tag verbringt man am besten abwechselnd am Fenster und draußen, ein echter Sehtag.

Øksfjord erreichen wir bei schönstem Wetter und legen butterweich an, nur die Schiffshupe bleibt stumm – und das, obwohl hier das schönste Echo ist. Menno. Dafür ist im Hafen geschäftiges Treiben, ständig legen kleine Fischerboote vor uns an und ab, entladen ihren Fang und bunkern frisches Eis. Eine schöne Abwechslung zum üblichen Gabelstapler-Ballett.

Das Örtchen hat übrigens gerade mal 490 Einwohner. Bei uns würde das nicht einmal für eine Bushaltestelle langen; hier hält die Hurtigrute.

Dann geht es auf die offene Seestrecke der Loppa. Loppa macht hoppa, wie es so schön heißt, aber wir haben Glück – spiegelglatte See an steuerbord und supertolle Küste an backbord. Die Zeit bis zum Abendessen vergeht wie im Flug, und zum Sonnenuntergang erreichen wir Skjervøy. In den letzten Jahren hat Skjervøy ja Tromsø als Nordlichgarant abgelöst, aber jetzt ist es einfach noch zu hell. Alpenglühen statt Nordlicht. Aber auch schön. Der Himmel schimmert rosa, und passend dazu steht en rosa Pickup am Hafen. Nur warum riecht das nach Feuerwerk?

Beim Abfahren sehe ich es: Auf der anderen Hafenseite ist Blaulicht hinter einer Rauchschwade, da brennt gerade ein Boot aus. Das war es mit frischer norwegischer Luft; gesund riecht das nicht. Nichts wie rein ins Schiff.

Und dann: Abwarten, ob es rechtzeitig dunkel wird, bevor die Wolken kommen. Laut Windy haben wir in Skjervøy noch recht gutes Wetter und in Tromsø nur noch Wolken. Das stimmt auch: Skjervøy ist schön, und wir können die lange Dämmerung genießen, bis es endlich dunkel wird. Ein schöner, sehr schmaler Mond ist am Horizont zu sehen. Es war doch gerade eben erst Neumond und Sonnenfinsternis?

Gegen 22:20 ist es dann soweit: Die Dämmerung ist noch hell, aber ein Grauschleier ist am Heck zu sehen, während wir Kurs auf die Wolken halten: Polarlicht!

Es hat es nicht leicht, sich gegen die Dämmerung durchzusetzen, aber letztlich ist es eindeutig: Ein niedriger Bogen zeigt sich über dem Horizont, während wir in die Wolkendecke hineinfahren, die über Tromsø hängt. Das ist dann doch ein netter Abschluss für die Saison – wir sind die letzte Nordlicht-und-Sterne-Tour bis zum Herbst. Wer jetzt noch Polarlicht sehen will, muss lange aufbleiben, da die Nächte immer kürzer werden – und bald ist im Norden die Mitternachtssonne, bzw. die Dämmerung geht überhaupt nicht mehr in die richtige Nacht über.

Etwa eineinhalb bis zwei Stunden haben wir Zeit, dann wird das Polarlicht von den Wolken verschluckt. Gegen halb elf kann ich getrost abbauen und Feierabend machen. In Tromsø gehe ich nicht mehr von Bord, nur die Einfahrt schaue ich mir noch an, während der Computer die Bilder verarbeitet.

Trom

Und jetzt, spät am nächsten Tag, bin ich auch mit einen Filmen fertig. Hier ist ein kleiner Schnipsel:

Hurtigrute Tag 7: Kirkenes, der Wendepunkt

Gestern hatten wir einen traumhaften Tag, und heute wache ich völlig sinnlos im leichten Schneetreiben kurz vor sieben Uhr auf. Das bedeutet: Ich sehe Vadsø einmal aus der Nähe.

Lohnt sich nicht wirklich…

Draußen ist es bedeckt und trüb, und im Dämmerlicht macht der Hafen nicht viel her. Wir liegen im Industriegebiet, die Wohnhäuser liegen auf der anderen Seite vom Hafen. Vadsø ist immer nur ein kurzer Stop und der einzige Hafen, den wir nur nordgehend anlaufen – nach Kirkenes am Ende des Varangerfjords sind es keine zwei Stunden mehr, das würde sich nicht lohnen, hier heute Nachmittag schon wieder anzulegen.

Die Überfahrt Richtung Süden nach Kirkenes ist wenig spektakulär, draußen ist es diesig-neblig. Perfekt zum Frühstücken, während die Passagiere, die hier aussteigen, ihre Kabinen räumen müssen. Für Kirkenes habe ich keinen Plan – nur mal kurz in den Ort gehen, um mir die Beine zu vertreten (kein Fehler, auch wenn ich normalerweise auf das Mittagessen verzichte). Irgendwann muss ich mal die Tour zur russischen norwegischen Grenze machen, aber diesmal auch wieder nicht. Und die Hundeschlittentour samt Eishotel und Rentiere-Gucken ist zwar nett (außer, wenn man selber schon mal gefahren ist), aber ohnehin immer ausgebucht.

Also einmal kurz durch Kirkenes: Es gibt nichts neues seit Dezember. Nur vor dem Kiosk ist wieder eine Reihe Plüsch-Huskies samt Schlitten aufgebaut. Ich mag die.

Zurück an Bord ist es kurz kurz nach 12 – heute gibt es eine partielle Sonnenfinsternis, aber bei den Wolken? Ja, tatsächlich – die Wolkendecke ist dünn genug, dass man die teilweise verfinsterte Sonne ohne SoFi-Brille sehen und fotografieren kann. Ohne Wolken ginge das nur mit geeignetem Sonnenfilter. Wer mehr darüber wissen will, ich habe gerade ein neues Buch zum Thema herausgebracht, schließlich sind in den nächsten Jahren gleich zwei totale SoFis in Spanien. So ist das Ereignis für das Auge nett anzusehen, während die Kamera zu kämpfen hat, um bei den wechselnden Wolken eine brauchbare Belichtung hinzukriegen. Die Kombination Teleobjektiv und schwankendes Schiff, das gerade ablegt, macht es nicht einfacher. Aber der Nachweis gelingt, und sah mit dem Auge ähnlich aus:

Derweil legen wir ab und fahren bei ruhigster See nach Vardø. Ich kümmere mich noch einmal um meinen letzten Vortragstermin und nehme spontan den heutigen Abend – für die nächsten Tage ist seitens des Schiffs auch abends wieder einiges geboten, morgen könnte es noch unter Umständen noch einmal klar werden, und heute Abend ist die See ruhig – also gibt es meinen letzten Vortrag spontan schon an Tag 7 um 20:15. Wobei man das auch nicht unterschätzen darf – wir haben zwar heute den Wendepunkt erreicht, bringen bis zum Ende der Nacht aber die ganze Barentssee samt Magerøya-Sund hinter uns, und bis Trondheim sind es nur noch drei Tage. Am Trondheim-Tag steht auch schon unsere Abschiedsveranstaltung an, und am letzten Tag geht es Non-Stop nach Bergen, da ist auch kene Zeit mehr für Veranstaltungen. Das ist gar nicht schlecht, dass ich jetzt schon durch bin

Für 15:30, also noch vor Vardø, macht das Expeditions-Team noch einen Interessepunkt: Tier- und Vogelbeobachtung. Die Insel Hornøya nahe Vardø ist Norwegens östliches Fleckchen Erde und ein Vogelparadies, dementsprechend viele Vögelschwärme gibt es hier. Angeblich auch Papageitaucher, aber aus dem Fenster kann ich nicht erkennen, ob welche dabei sind – und bis ich an Deck bin, sind da alle möglichen Vögel zu sehen, aber weder Papageitaucher noch Wale, die sich hier auch immer wieder rumtreiben sollen. Dafür kommt es mir kälter vor als gestern Nacht in der Barentssee. Brrr…

Und für Vögel bräuchte ich ein stärkeres Teleobjektiv.

Trotz ruhigster See erreichen wir Vardø wieder einmal leicht verspätet. Also: Nur einmal kurz zur Festung gehen und das Hexendenkmal aus der Entfernung betrachten. Jetzt sieht man den langgestreckten Bau immerhin, der an die Hexenverbrennungen im 17. Jahrhundert erinnert, der auch viele samische Schamanen zum Opfer fielen. Wenn man schon dabei ist…

Vardøhus

Heute ist Vardø friedlich, und auch der Wohlstand des frühen 20. Jahrhunderts ist Geschichte. Vor dem kalten Krieg betrieb die Region regen Handel mit Russland, da der Golfstrom hier für Fischbestände sorgt, die es in Murmansk nicht gibt – dafür kamen aus Russland Pelze. Im Kalten Krieg endete diese Ära, und durch den Krieg gegen die Ukraine ist der Handel heute auch wieder zum Erliegen gekommen. Harte Zeiten für Nordnorwegen.

Dementsprechend verlassen ist Vardø: Viele Häuser stehen leer, und auch einige Ruinen, die vor mehreren Jahren in einem Kunstwettbewerb mit Graffiti verziert wurden, sind mittlerweile verschwunden. Trotzdem gibt es hier noch einige schöne alte Häuser und zahlreiche Graffiti – nur Zeit hat man dafür keine. Auch für das Hexendenkmal bleibt nur selten Zeit, da wir immer zu spät sind.

Steilneset – Hexendenkmal in Vardø

Nach Vardø geht es auf die offene Barentssee. Zumindest behauptet Marinetraffic das, und die Häfen passen auch, aber das Meer ist sowas von ruhig, dass es auch ein Ententeich sein könnte. Es ist praktisch keine Bewegung im Schiff, und draußen ist es gleichmäßig bedeckt, sodass ich in aller Ruhe meinen Vortrag nach dem Abendessen halten kann.

Und das war es eigentlich auch schon: In Berlevåg schaue ich noch einmal kurz raus, wie wir anlegen – über uns sind ein paar kleine Wolkenlücken, eine Handvoll Sterne und ansonsten dichte Wolken. Besser wird es heute auch nicht mehr – Zeit für Feierabend. Dank Sommerzeitumstellung wird die Nacht eh kurz genug.

Berlevåg

Hurtigrute Tag 6: Nordkap & Nordlicht

Es ist soweit: Wir erreichen den nördlichsten Punkt unserer Reise. Mein erster Hafen, den ich an diesem Tag bewusst mitnehme, ist immer Havøysund, wo wir diesmal der südgehenden MS Polarlys begegnen. In dem kleinen Hafen langt es nie, an Land zu gehen, aber die Schiffsbegegnung ist immer nett. Das südgehende Schiff muss uns erst den Anleger frei machen, damit wir anliegen können, dementsprechend nah kommt man sich teilweise – richtig Spaß macht das, wenn mal wieder jemand an Bord ist, den man kennt und dem man zuwinken kann. Heute aber nicht, und die Polarlys legt pünktlich ab, sodass wir nicht drängeln müssen.

Das Wetter: Es beginnt mit ein paar blauen Flecken am Himmel, und im Magerøyasund wird es stellenweise richtig schön. Endlich, ganz oben im Norden, sehen wir die Sonne wieder. Und ich habe keine Sonnenbrille dabei…

Im Magerøyassund gibt es wieder einen Point of Interest, zum Tunnel, der die Insel mit dem Festland verbindet, und den Rentieren, die den Tunnel benutzen, wenn sie nicht zur Insel Magerøya schwimmen. Im Sommer finden sie hier ihre Weideplätze, auf der “mageren Insel”.

Kurz vor Honningsvåg ist das Wetter nicht mehr ganz so vielversprechend, Wolken hängen über dem Ort.

Diesmal steht bei mir kein Spaziergang durch den Ort und hoch zum Ausguck an: Alle Jahre kann man doch mal zum Nordkap gehen. Es gibt was Neues: Einerseits erhält man jetzt Eintrittskarten für dieNordkaphalle (mit QR-Code, damit man ins Warme kommt), und andererseits muss jetzt bekannt sein, wer in welchem Bus sitzt. Es gab doch immer wieder mal Unfälle, und bei vier oder fünf Bussen vom Schiff weiß natürlich niemand, ob dann jemand fehlt. Also wird jetzt eine Strichliste geführt. Sven und ich dürfen auch je einen Bus abhaken. Ich weiß, warum ich lieber als Lektor arbeite und nicht als Reiseleiter. Wenn 70 Leute in einen Bus mit 50 Plätzen wollen und dann ignorieren, für welche Sprache er gedacht ist – nein, so ein Reiseleiter muss manchmal wirklich arbeiten. Da schlage ich mir lieber die Nächte um die Ohren mit dieser Diva von Nordlicht…

Aber endlich sind alle verteilt, und wir fahren zum Nordlicht. Irgendein Touri im wahrscheinlich Kastenwagen-Wohnmobil wundert sich wahrscheinlich, warum dieser Reisebus ihn hupend über die verschneiten Straßen hetzt, aber das hat sogar seinen Sinn: An den Steigungen brauchen wir den Schwung, um nicht hängen zu bleiben. Sonst kommen wir nicht weiter und blockieren die Straße, weil sich irgendwer nicht traut, Gas zu geben (oder vom Vermieter die abgefahrenen Sommerreifen erhalten hat statt vernünftiger Spike-Bereifung. Von meiner Seite mal wieder schöne Größe an Europcar und eine Empfhelung für Hertz).

Schließlich erreichen wir das Nordkap, und im Schneegestöber strömen alle in die Nordkap-Halle – Sauwetter. Also erst einmal ins Untergeschoss, die kleinen Dioramen anschauen und einen Blick in die Halle des Lichts werfen. den Panoramafilm schenke ich mir.

Ein paar Minuten später bin ich wieder oben, und es ist der perfekte Tag: Strahlendblauer Himmel. Cool.

Statt direkt zur Kugel zu gehen, mache ich mich auf den Weg nach links. Es liegt viel weicher Schnee, Spikes sind diesmal nicht nötig. Auf dem Parkplatz: Einige deutsche Kennzeichen, inklusive einem Offroad-Wohnwagen auch nett.

Am Parkplatz höre ich irgendwas von Walen: Ja, da unten in der Bucht – 300 Meter unter uns – schwimmt irgendwas im Wasser. Jetzt ein Fernglas oder ein gutes Teleobjektiv, aber es sind tatsächlich mindestens vier Wale, die gerade das Nordkap besuchen. Wahrscheinlich Finnwale.

Wale

Ein paar schwarze Schemen und die Wasserfontainen, die sie in die Luft blasen – viel mehr ist auf die Entfernung nicht zu sehen, aber es hat trotzdem was. Normalerweise bekomme ich auf dem Schiff immer nur mit, dass man gerade die Chance gehabt hatte, eventuell Wale zu sehen…

Danach bleibt das Wetter gut, und ich kann das Gelände noch ein wenig erkunden. Wir sind zwar nicht am nördlichsten Punkt der Insel (die flache Landzunge Knivskjellodden ist aber zu sehen, die noch weiter nach Norden ragt), aber eindrucksvoll ist das allemal.

Positiv überrascht bin ich von dem Cafe, das auf meiner erstenTour als “Sogar für Norweger zu teuer” angepriesen wurde. 39 NOK für einen Kaffee, 49 für eine Heiße Schokolade, 149 NOK für Pizza oder Panini – das können unsere Tankstellen zuhause aber auch.

Schließlich ist die Zeit rum, und um 13:30 sitzen alle wieder im Bus – unserer ist jetzt deutlich voller, das zum Thema “Wir müssen, wer in welchem Bus ist.” Aber wir kommen sicher durch die eindrucksvoll öde, tief verschneite Landschaft.

Honningsvåg

Von Honningsvåg sieht man bei diesem Ausflug nichts, aber die Reiseleiterin im Bus erzählt etwas. Zur Boom-Zeit der Fischerei in den 1950ern war der Ort als Klein-Chicago verrufen, so viele Schägereien gab es. Heute haben die Fischfabriken am anderen Ufer zu, und auch der Polizeiposten hat nur noch an zwei Tagen die Woche kurz geöffnet. Mittlerweile ist Honningsvåg ein friedliches Örtchen.

Zurück auf dem Schiff geht das Programm weiter: Von 14:30-15 wird Apfelkuchen verkauft, und um 15 Uhr bin ich schon mit meinem vorletzten Vortrag dran – die Sonne. Dazu ein kleiner Ausblick auf das Wetter: Heute Abend vielversprechend, morgen zur partiellen Sonnenfinsternis in Kirkenes wieder Schnee und Wolken.

Und jetzt entspannen? Von wegen. Um 16:10 wird an Deck Fischsuppe serviert, dann passieren wir bei schönstem Licht die Felsformation der Finnkirche, bevor wir Kjøllefjord erreichen – wunderbar verschneit am Ende eines Fjords.

Jetzt Pause? Nö. Die “Abendschau” steht an, das Treffen mit dem Expeditionsteam. Und dann gibt es schon Abendessen. Währenddessen legen wir kurz in Mehamn an, dem nördlichsten Hafen der Route. Jetzt geht es südwärts nach Kirkenes, wo wir morgen umdrehen.

Anschließend ist es noch zu hell für Polarlicht, und die Aktivität ist so lala, aber beim nächsten Check gegen 20 Uhr: JA, ein schwacher, aber deutlicher Bogen quer über den Himmel. Also die Kamera schnappen und an die Reling setzen, Durchsage machen und staunen.

Es fängt ruhig an und bleibt meistens geisterhaft grün, aber es tut sich was: Mal etwas mehr Helligkeit, dann Bewegung, und das alles bei ruhigster Seen. Da hat jeder die Chance, was zu sehen, und das ist jetzt auch mal wieder richtiges Polarlicht. Perfekt Immer wieder tanzt es über unseren Köpfen – ich bin vorne am Bug und sehe mal wieder alle Arten von Polarlichtguckern. Den Profi-Fotograf, der mit seiner Rotlicht-Stirnlampe herumhantiert. Die Profi-Fotografin, die davon ausgeht, dass der beste Platz da ist, wo meine Kamera ist, und sich 20 cm daneben aufbaut – und wohl davor stünde, wenn die Kamera nicht über die Reling zeigen würde. Dazu dann immer elegant quer über den Weg hinter der Kamera knien. Die englische Gruppe, die sich am Eck versammelt, sodass niemand durchkommt. Und die Wandervögel, die ständig um das Schiff laufen, auf der Suche nach dem besten Platz. Auf Deck 7 soll noch mehr Action sein.

Ich lasse meine Kamera laufen und genieße die Show, bis wir Berlevåg erreichen.

In Berlevåg ist kurz Pause, im Hafen geht das Licht an. Danach ist die große Show vorbei, aber an backbord tut sich nochmal kurz was.

Gegen 23 Uhr mache ich dann Feierabend. Über Nacht darf mein Rechner arbeiten.

Wegen der bescheuerten Abo-Lizenzpolitik habe ich Lightroom den Rücken gekehrt; ON1 ist für die Bildbearbeitung auch nicht schlechter und bearbeitet die Nacht über rund 60 Gig Bilder. Blöd: Zeitraffer gehen nicht so gut, die Bilder sind schön, der Zeitraffer hat einen Lilastich. Keine Ahnung, wo der her kommt… Da brauche ich wohl mal eine neue Software für meine Zeitraffer. Ein 320-Pixel-Export für die Webseite ist auch nicht so der Knaller…

Was für ein Tag – Norwegen hat es doch noch drauf, wenn es mal will!

Hurtigrute Tag 5: Tromsø

In der Nacht haben wir die Vesterålen weitstgehend durchquert, der Raftsund bildet die Grenze zwischen den schrofferen Lofoten und den etwas sanfteren Vesterålen. Morgens in Harstad ist davon aber nicht viel zu sehen: Es hat geschneit, und Schnee und Nebel liegen immer noch in der Luft. Mein Teleobjektiv kann ich in der Fototasche lassen – die mittelalterliche Trondenes-Kirche ein Stück außerhalb von Harstad ist nicht zu sehen.

Immerhin ist die Baustelle am Hafen jetzt fertig, ein weiteres modernes Gebäude mit viel Glas liegt zwischen uns und der Stadt.

Bei Ablegen machen wir Platz für die südgehende MS Nordkapp, die sich langsam aus dem Nebel schält. Fast wie ein Geisterschiff taucht sie auf und begrüßt uns dann mit Lichthupe, während wir Richtung Norden weiterfahren.

Das Wetter bleibt nebligtrüb, sodass es über die Fahrt nach Finnsnes nicht viel zu berichten gibt. Um 10 Uhr hält Svenja eine Vortrag auf Deutsch über Wale, den ich mir anhöre. Jetzt weiß ich zwar immer noch nicht viel mehr über die besten Spots, außer dass ab Ende November bis Januar/Februar Zwergwale rund um Skjervøy häufig sind, man aber auch im Varangerfjord gute Chancen hat. Aber zwei interessante Erkenntnisse gibt es: Wale haben einen positiven Einfluss auf das Klima, weil sie fast so viel dazu beitragen, die Meere umzuwälzen wie Meeresströmungen und so dafür sorgen, dass Nährstoffe an die Oberfläche gelangen (freut Krill und Fische, die davon leben) und einen Beitrag dazu leisten, dass CO2 gebunden wird.

Und der Gesang von Hvaldimir, dem russischen Spionagewal, der es sich vor ein paar Jahren in Hammerfest gemütlich gemacht hatte, klingt wie ein samischer Joik. Oder ein besoffener Norweger in der Badewanne.

Finnsnes

Finnsness erreichen wir kurz nach dem Vortrag, mir bleibt nur wenig Zeit für ein Foto: Um 11 Uhr legen wir an, um 11:15 erzähle ich ein wenig über den aktuellen Sternenhimmel und gebe ein paar griechische Sagen zum Besten. Draußen wird es aber nicht besser. Ich verzichte wie immer auf das Mittagessen und mache Pause, während es draußen nicht zu sehen gibt.

Kurz vor Tromsø bietet das Expeditionsteam noch einen Interessepunkt zum Rystraumen an, dem Gezeitenstrom vor Tromsø. Dazu gibt es Infos über die Region – aber die können uns viel erzählen. Zu sehen war heute nichts.

Dementsprechen unspektakulär war auch die Anfahrt auf Tromsø. Der Storsteinen mit der Eismeerkathedrale darunter ist schwach zu erahnen, der Hafen ist nur deshalb besser zu sehen, weil wir da direkt anlegen.

Tromsø macht es einem zurzeit echt nicht leicht, es zu mögen. Dabei ist das eigentlich meine Lieblingsstadt, auch wenn das “Paris des Nordens” sich in den letzten zehn Jahren deutlich verändert hat. Viele neue Hochhäuser und zu viele Souvenirshops, vom Preisschub für die Hotels gar nicht zu reden. Und in letzter Zeit viel zu oft mieses Wetter, wenn ich da bin.

Heute mache ich daher nur die kurze Runde durch die alte Innenstadt und am Hafen entlang. Eine große Einkaufstour brauche ich diesmal nicht, ich war ja erst in September und Dezember hier.

Mit Sonnenschein wäre das trotz Schneematsch richtig schön, aber mit Dauergrau und Schneegegriesel… Ach Tromsø, gib dir doch nochmal etwas Mühe.

So bin ich recht bald wieder auf dem Schiff, mache eine zweite Runde ohne Kamera und spare mir den Weg zu den üblichen Ausguckspunkten. Das ist das Schöne, wenn man eine Stadt schon kennt und weiß, dass man wieder kommt (im September, zum Urlaub und Polarlichtgucken): Kein Druck, irgendwas zu machen.

Tja, früher hieß es beim Polarlicht, Tromsø geht immer, jetzt setzen wir eher auf Skjervøy – aber für heute Abend ist nur bedeckt angesagt. Ich zeige nach dem Abendessen noch einmal allen, die gestern keine Zeit hatten, meine Meteoritensammlung, verpasse die Schiffsbegegnung und schaue nur kurz auf Deck 4 vorbei, wo Markus Sea-Shanties singt – im Expeditionsteam gab es wohl einen Wechsel.

Skjevøy geht auch nicht mehr

Skjervøy erreichen wir pünktlich, aber in leichtem Schneefall. Heute kann ich wirklich Feierabend machen, es gibt nichts mehr zu sehen.

Hurtigrute Tag 4: Bodø

Heute klingelt der Wecker früh, denn irgendwann zwischen 7:30 und 8:30 überqueren wir den Polarkreis. Der genaue Zeitpunkt hängt vom Seegang ab und davon, wie viel Fracht wir aufnehmen – also letztlich davon, wie pünktlich wir in den Häfen vorher wegkommen, und wie schnell der Captain fährt.

In den Wintermonaten kann man diesen Moment eigentlich getrost verschlafen: Wenn wir am frühen Morgen den Polarkreis und die Insel Vikingen passieren, auf der die Polarkreiskugel steht, ist dann nämlich stockfinstere Nacht. Aber Ende März ist es schon längst hell, die Sonne geht schon gegen halb sechs auf. Die Nächte werden kürzer, und am Sonntag ist auch noch der Wechsel zur Sommerzeit – dann geht die Nordlichtsaison endgültig zu Ende. Es gibt zwar immer noch genug Chancen für Polarlicht, bevor die Mitternachtssonne alles überstrahlt. Wenn es weiter in den April geht, gibt es aber nur noch ein paar Stunden Dunkelheit nach Mitternacht, und im Norden schimmert schon das Dämmerlicht der Sonne am Horizont.

Aber jetzt bietet sich erst einmal ein Blick auf die arktische Landschaft am Polarkreis.

Dramatischer Himmel, kein Regen, Schnee auf den Bergen – einfach schön. Dazu eine absolut ruhige See und angenehme Temperaturen um den Gefrierpunkt. Bald taucht auch die Insel Vikingen vor dem Schiff auf, um 7:47 passieren wir sie und sind nun offiziell im hohen Norden.

Kurz danach begegnen wir noch der südgehenden Havila Pollux, und dann ist es Zeit für Frühstück und Blog schreiben. Viel Zeit bleibt aber nicht: um 10 erreichen wie mit Ørnes einen der am schönsten gelegenen Häfen, auch wenn das Örtchen einige Bausünden hat.

Unser Stop hier dauert nur etwa zehn Minuten, dann fahren wir weiter. Das Wetter wird schlechter, leichter Nieselregen setzt ein. Macht aber nichts: Es werden alle an Deck gejagt, zur arktischen Zeremonie. Erst wird die Gewinnerin des Wettbewerbs verkündet, die den Zeitpunkt der Polarkreisüberquerung am genauesten geschätzt hat, dann kommt die Preisübergabe: Es gibt die Hurtigrutenflagge und die erste Polarkreistaufe. Nachdem Njørd herbeigerufen wurde, verteilt er großzügig Eis. Diesmal kommt er wieder von den Whirlpools auf Deck 6 hochgestürmt, anstatt auf der Plattform über der Bar von Deck 8 aus seine Rede zu schwingen. Also rennt er einmal über Deck zur großen Eisschüssel und überlässt Svenja das Reden. Zuletzt wird wieder ein neues Crewmitglied getauft, das die restliche Schüssel abkriegt. Brrrr…

Danach: Ab ins warme Schiff, wo es kurz darauf Polarkreisstempel gibt. Dann ist eigentlich eineinhalb Stunden Ruhe, bis wir Bodø erreichen. Das Mittagessen lasse ich mal wieder ausfallen. Bei dem Wetter hat man eh nicht so viel Bewegung, da ist weniger essen kein Fehler.

Bodø erreichen wir planmäßig gegen 13 Uhr: Sauwetter. Es regnet. Es regnet stark genug, dass so mancher den Gang in die Stadt abbricht. Kann ich verstehen, schließlich hat man ja Urlaub. Es ist nur ein kleiner Trost, dass das Mittelmeer auch gerade absäuft, nur bei etwas wärmeren Temperaturen. Das wechselhafte norwegische Wetter ist wohl endgültig Geschichte.

Kurs Bodø

Aber es hilft nichts, ich muss in den Ort – nachdem mein Objektivdeckel irgendwo in Trondheim liegt und er bei dem Wetter doch sinnvoll ist… Bodø ist ja im Krieg fast völlig zerstört worden und danach sehr schnell wieder aufgebaut worden, außerdem sind in den letzten Jahren viele Hochhäuser neu entstanden, die für Neubauten gar nicht mal so schlecht aussehen. Langsam werden die Baustellen im Ort weniger. Trotzdem erschließt sich der Charme der norwegischen Kulturhauptstadt nicht auf Anhieb.

Ich mache mit Sven nur die kleine Tour: Vom Hafen mit der Glocke des Hurtigrutenschiffs Prinsesse Ragnhild (das im Krieg versenkt wurde) über den Bahnhof (kurz trocknen) zum Rathaus (kurz reinschauen und trocknen – der neue Anbau ist richtig hübsch und hat auch Kunst zu bieten), dann in die Kirche (das Dach ist auch dicht), und schließlich in die überdachte Einkaufspassage. Dann lässt der Regen langsam nach, und ich setzte mich ab.

Die gute Nachricht: Das kleine Fotogeschäft ist gut sortiert, und ich finde einen passenden Deckel. Zwar von Tamron statt von Panasonic, aber egal. Die schlechte Nachricht: Das norwegische Preisniveau. 269 NOK ärmer mache ich mich auf den Rückweg. Einen Tag umsonst gearbeitet… naja, fast. Und gerade noch unter der Tax-Free-Grenze.

Zurück am Schiff lege ich meine Jacke trocken, ignoriere die beiden Vorträge des Expeditionsteams ebenso wie die tägliche “Tagesschau” und mache kurz Pause.

Nur den Leuchtturm Landegode nehme ich mit: Den sehe ich normalerweise auch nie. Entweder ist es dunkel, oder ich halte einen Vortrag. Er liegt hübsch vor einem hohen Berg und markiert den Beginn der Überquerung des Westfjords. Die Überquerung der offenen Seestrecke kommt mir übrigens wie ein Traum vor: Praktisch kein Seegang. Ein paar Sonnenstrahlen gibt es, aber von der Lofotenwand ist aus der Entfernung nichts zu sehen.

Dann habe ich tatsächlich ein paar Minuten Pause, bevor um 17:45 mein nächster Vortrag ansteht: Der Mond. Kommt mein echtes Mondgestein mal zum Einsatz. Mit dem Essen wird es etwas knapp, daher zeige ich meine Meteoritensammlung dann am Abend im Cafe auf Deck 7.

Stamsund erreichen wir wieder während dem Abendessen, wer zum Wikingerfest geht, steigt hier aus und kommt in Svolvær wieder an Bord. Wir fahren an den Lofoten entlang, deren schneebedeckte Berge im leichten Regen unter den tiefhängenden Wolken recht gut zu sehen sind.

Kurz vor Svolvær begegnen wir der südgehenden Vesterålen, und dann legen wir an. In Svolvær liegt dann endlich Schnee (gut, mit Schneematsch), aber das macht schon wesentlich mehr Spaß, so kurz durch den Ort zu gehen und das Scandic mit seinen Rorbu-Fischerhäuschen, die heute als Ferienwohnung mit Küche gemietet werden können. Bei meinem letzten privaten Ausflug hierher hatten wir uns auch eine gemietet – die drei Tage vorher aber 30 Euro billiger angeboten wurde als wir sie gemietet hatte. Fiese Falle: Parken kostet hier Geld. Wir hatten dann storniert und auf Svinøya ein Rorbu genommen – auf der anderen Seite des Hafenbeckens, etwas günstiger und mit kostenlosem Parkplatz.

Ansonsten lässt einem der einstündige Aufenthalt in Svolvær nicht viel Zeit. Einmal entspannt zum Scandic, Fischerhäuschen anschauen, und dann unterhalb der Kirche zurück zum Schiff.

Da dann kurz bei Svenja am Expedition Desk vorbeischauen: Fahren wir zum Trollfjord? Nein, heute nicht. Zu schlechtes Wetter. Auch recht. So gibt es nach dem Ablegen Fiskekake und Trollknerz auf Deck 7, ein paar Strukturen in den Wolken, während wir Richtung Raftsund fahren, und immer wieder leichte Schneeschauer – Time to say good night. Heute tut sich nichts mehr.

Hurtigrute Tag 3: Trondheim

Nach dem “Kreuzfahrt-Tag” gestern in Ålesund kommt jetzt endlich Hurtig-Feeling auf: Die Stops werden kürzer, zum Teil auch zu kurz. In Trondheim erwartet uns Nieselregen und gerade genug Zeit für einen etwas ausgedehnteren Stadtrundgang.

Aber zuerst einmal müssen wir nach Trondheim kommen. Den größten Teil der Fahrt durch den ewig langen Trondheim-Fjod kann man verschlafen, aber so ab Viertel nach Neun beginnt das Programm. Erst fahren wir an der Insel Munkholmen vorbei (deren Geschichte ich hier wohl schon oft genug erzählt habe), dann begegnen wir der südgehenden Hurtigrute MS Kong Harald. Thomas ist da an Bord, ebenfalls mit einer Nordlicht-und-Sterne Gruppe. Er hatte Erfolg, auch wenn erst südgehend zwischen Skjervøy und Tromsø. Aber unsere Wetterprognose sieht auch nicht besser aus.

Nun, jetzt heißt es erst einmal Winkekonkurranse!

Ich muss zugeben, dass die Kollegen gewonnen haben. Dafür sind sie, wenn ich diese Zeilen am nächsten Tag schreibe, auch schon wieder auf dem Weg zum Flughafen, ätsch:-) Und sie sind mehr. Und Onkel Heinz als Leiter vom Expeditionsteam der Kong Harald hat Flaggen verteilt. Aber ganz ohne Neid: Danke für die Bilder, hat Spaß gemacht, und kommt gut nach Hause!

Für mich stand dann natürlich der übliche Gang durch Trondheim auf dem Plan, diesmal mit Sven zusammen. Der Aufenthalt lässt nicht viel Zeit, um Neues zu entdecken, aber immerhin gibt es einen Eindruck der alten Königsstadt, und mit dem Zentrum samt Nidaros-Dom, den kleinen Holzhäuschen in Bakklandet und dem schmucken ehemaligen Industriezentrum Nedre Elvehavn hat man das Wichtigste auch zumindest mal gesehen.

Ich lasse die Bilder mal einfach so stehen – mit dem Wetter hatten wir weitestgehend Glück, es blieb bei einem leichten Nieselregen, aber ich wäre doch besser auf dem Schiff geblieben: Irgendwo Richtung Nedre Elvehavn muss ich den Deckel von meinem Kameraobjektiv verloren haben. Und das bei dem Wetter… mal sehen, ob ich morgen in Bodø Ersatz bekomme.

In Trondheim gibt es wenig neues: Das Einkaufszentrum am Torg wird renoviert, und mein Schuhgeschäft wurde durch ein Möbelgeschäft ersetzt. Mittlerweile hat man hier ja eh kaum eine Chance zum Einkaufen, aber schade ist es trotzdem.

Zurück auf dem Schiff erwartet mich ein ruhiger Tag. Wir fahren fast den ganzen Tag durch, bis nach Rørvik, da hier unten genug Schiffe fahren, sodass die Hurtigrute noch keinen Versorgungsauftrag hat. An Bord tut sich auch nicht so viel: Ein Vortragsraum ist durch eine private Gruppe belegt, und die beiden anderen Reisegruppen belegen den Vortragsraum immer gleich für zwei Stunden – da hat auch das Expeditionsteam kaum Gelegenheit für Vorträge.

Aber natürlich gibt es einen Point of Interest: Kjeungskjærfyr schält sich aus dem Nebel, der berühmte rote Leuchtturm. Statt dem Expeditionsteam auf Deck 7 zuzuhören, suche ich mir einen Fotospot auf Deck 5.

Das Ganze ist etwas kontrastarm, aber wir haben doch eine so ruhige See, dass er sich im Meer spiegelt. Immer wieder nett. Für mich steht noch etwas Arbeit an: Um 20 Uhr ist mein erster Vortrag, da sind noch ein paar Folien zu aktualisieren. Die Wetterprognose… Wolken bis zur Barentssee, und morgen 16-20 cm Neuschnee in Tromsø. Aber immerhin ruhige See.

Den Stokksund lassen wir wieder aus, aber die kurze Passage zwischen Bessaker und Børøya ist fast so schön. Gut, dass ich gerade aus dem Fenster schaue – ab an Deck und vor dem Abendessen noch ein paar Fotos schießen. Sogar die Sonne schaut kurz raus!

Zum Abendessen kommen wir auf die Folda – bei 3m Wellen ist kaum Bewegund im Schiff, aber einigen reicht es schon. Trotzdem fange ich um 20 Uhr mit meinem Vortrag über das Nordlicht an, schließlich sollen wir bald ruhigeres Fahrwasser erreichen. Und fast alle halten durch!

Gegen 21 Uhr habe ich dann so was wie Feierabend. Rørvik will ich natürlich noch mitnehmen, aber bei der Wetterprognose mache ich mir keine Hoffnung auf Polarlicht.

Und was ist? Ein paar kleine Wolkenlücken über uns, und dazwischen ein blasses, aber deutliches Polarlicht mit Bewegung. Also schnell die Gruppe informiert (Sven gehört zu den Reiseleitern, die Whatsapp für die Kommunikation nutzen – dafür ist das doch sehr praktisch) und die Kamera geholt. Je, eindeutig First Light, und gar nicht so schlecht. Dann kommt auch die Durchsage vom Schiff, und damit ist die Polarlichtgarantie eingelöst – aber immerhin für ein zwar kurzes, aber sehenswertes Polarlicht. Das war auf der letzten Fahrt weniger.

Die Zeit der großen Kameras scheint auch vorbei zu sein, die meisten zücken nur das Handy – aber die Bilder sind ja auch schon beeindruckend. Jetzt wird jedem klar, warum ich im Vortrag auf dem Unterschied Kamera/Auge rumgeritten war. Aber das geisterhafte Grün war auch für das Auge sichtbar.

Ein paar Sekunden Zeitraffer konnte ich rausholen. Dafür, dass ich gar nichts erwartet habe: Wow! (Und auch so: Endlich wieder etwas Polarlicht!)

Für die nächsten zwei Tage ist die Prognose zwar mies, aber südgehend schaut es aktuell besser aus.

In Rørvik gehen die Lichter an und die Wolken machen zu, für den Rest vom Abend tut sich nichts mehr. Auch nicht schlecht: Morgen klingelt der Wecker wegen Polarkreisüberquerung. Bleiben Sie dran, morgen geht’s weiter.

Hurtigrute Tag 2: Ålesund

Die erste Nacht an Bord war richtig angenehm – vom Westkap war nicht viel zu sehen, mich weckt eher die Sonne, die kurz nach sechs schon zum Fenster rein scheint. Als ich gegen halb acht das erste Mal an Deck gehe, ist das Wetter wunderbar: Leichte Plusgrade, kein Regen, dramatische Wolken, und ein paar Unentwegte sind auch schon auf Deck 5 draußen – Zeit für ein bisschen Smalltalk, bevor es im Wind dann doch zu frisch wird und ich mich zum Frühstücksbuffet begebe.

Der Stad-Schiffstunnel, der uns die bei schlechtem Wetter immer noch gefährliche Passage um das Westkap erspart, existiert nicht nicht – die Planungen, dass er nächstes Jahr fertig wird, kann man wohl abhaken, aber es wurden zumindest schon Probebohrungen gemacht. Noch erleben wir das Westkap also, und bei so Wetter ist es auch kein Problem. Das war eine ruhige Umrundung.

Der Vorteil des neuen Fahrplans, mit dem wir auch im Winter um 20:30 in Bergen abfahren, ist ja, dass wir das Westkap dann machen, wenn die meiste noch schlafen. Vor ein paar Jahren fiel es noch genau auf die Frühstückszeit, und man konnte am Buffet schön sehen, wer schon seefest ist und wer nicht.

Ein “Vorort” von Torvik

Nach dem Frühstück bieten Sven und ich die Reiseleitersprechstunde an: Wir bieten Tipps an, was man so an Bord und Land alles machen kann. Für Torvik, den ersten Hafen, den wir bei Tageslicht anlaufen, haben wir natürlich keine Tipps – hier ist nur ein kurzer Stop für Fracht und Einheimische Passagiere, die von Hafen zu Hafen fahren.

Zu Abwechslung zeige ich mal nicht den Anleger im Bild, sondern einen “Vorort” – ein kleines Fischerhäuschen, nicht im typischen Rot, sondern in abgeblättert-verwittertem Grau. Das ist das Problem beim Reisebloggen: Irgendwann wiederholen die Bilder sich… und zu Torvik gibt es nicht viel zu sagen, außer dass auf dem anderen Ufer gegenüber der nächste größere Ort ist, den wir mit Torvik abhandeln.

Torvik mit Rettungsring. Ein Omen:-)

Wobei, was soll der Geiz: Wenn es schon mal hell ist, mache ich noch mehr Fotos vom Schiff aus. Torvik liegt ja doch ganz hübsch. Kunststück, liegt ja auch in Norwegen…

Für uns geht es weiter nach Ålesund, das fast überraschend kommt. Bei ein paar Gesprächen vergeht so eine Sprechstunde wie im Flug. Pläne für Ålesund habe ich aber keine: Yr empfiehlt, die Schwimmflügel einzupacken; ab 10, 11 Uhr soll es für den Rest vom Tag Starkregen geben. Bevor wir zu einer kleinen Runde durch den Ort aufbrechen, mache ich noch ein Spiegelbild am Anleger – dann fängt es an zu tröpfeln, und ich packe meine Kamera in den angeblich wasserdichten Rucksack. Heute wird vermehrt mit dem Handy fotografiert.

Noch spiegelt es schön…

Der übliche Stadtrundgang wird abgekürzt: Bis zur Apotheke am “Ende” vom Sund und nicht weiter. Jetzt zeigt Norwegen was es kann: Es schüttet. Und zwar nicht wie aus Kübeln (einmal pflotsch, und der Kübel ist leer), sondern eher wie aus dem Feuerwehrschlauch. Die Bergans-Hose hält, meine gute rote Helly-Hansen-Jacke ist nach zehn Jahren wohl doch langsam durch. Da hilft auch Imprägnierspray nichts mehr. Also noch kurz im Zufluchtstunnel Schutz suchen und dann ab zu den Shopping-Stops: Der Souvenirladen mit dem Outdoor-Outlet im Obergeschoss hat nichts, was ich wirklich brauche, also kurz in den Kremmergarden, die Einkaufsliste von zuhause abarbeiten und Getränke besorgen. Schokolade ist grad überraschend billig (Ostern steht vor der Tür – und ich habe vergessen, im Nille nachzuschauen, was es alles gibt…), ich muss mich zurückhalten.

Im Prinzip war es das auch schon mit Ålesund. Bei dem Wetter gehe ich nicht auf den Aksla hoch. Aber ich verlasse den Kremmergarden durch einen Seiteneingang und stehe vor dem Aufgang zum Ålesund-Museum: Da oben gibt es ein kleines Freiluftmuseum mit einem netten Blick über den Ort. Doch noch einen kurzen Abstecher machen: Prinzipiell zumindest gibt es hier einen schönen Blick, aber es ist nass, windig und bäh.

Blick vom Ålesund Museum

Aber gut, ein Bild ist drin, dann geht’s zurück zum Schiff, das ich für den Rest vom Tag auch nicht mehr verlasse. Ich mache es mir im Multe bequem und beschäftige mich mit dem sonnigen Malta. Da geht’s im Mai hin, für das nächste Buchprojekt. Von der Rettungsübung bekomme ich nicht viel mit, und beim Blick aus dem Fenster bin ich froh, dass das Schiff schwimmt. Ein ruhiger Tag zum Einstieg in die Tour.

Treffen mit dem Expeditionsteam – Svenja hat das Wort

Das Bordprogramm enthält noch das Treffen mit dem Expeditionsteam: Ein kurzes Quiz zu Norwegen (Wie viele Inseln hat Norwegen? Einige hundert? Nein, ganz kalt.), ein paar Infos zu Land und Leuten sowie zur Reise und ein paar Brocken Norwegisch – bald eine Dreiviertelstunde dauert das, was vor ein paar Jahren mal klein und harmlos angefangen hat. Interessant ist es trotzdem immer wieder, gerade für Erstfahrer – wobei wir einige alte Hasen dabei haben.

Dann steht auch schon das erste Abendessen an, es gibt wieder ein Dreigängemenü, bei dem man aus jeweils drei Optionen wählen kann. Und direkt im Anschluss um 20 Uhr folgt unser Welcome-Cocktail. Man quatscht sich fest, und ruckzuck steht der nächste Programmpunkt auf dem Plan: Im Panoramasalon wird Fenalår verköstigt, dazu kann Aquavit gekauft werden.

Die Havila Capella

Derweil nähern wir uns Molde und der Havila Capella. Die Richard With scheint auf unseren “Marktbegleiter” nicht so gut zu sprechen zu sein, in der Liste mit Schiffsbegegnungen auf dem Fahrplan stehen nur die Hurtigrutenschiffe. Schade eigentlich, schließlich fahren beide Reedereien die Strecke gemeinsam, und es arbeiten genug ehemalige Hurtigrutler auf den Havila-Schiffen. Immerhin: Mit Lichthupe wird sich noch begrüßt.

Anschließend legen wir kurz in Molde an, und ich mache mich an mein tägliches Blog.

Das Tagesprogramm gibt es ja nur noch als App oder auf den Bildschirmen, ich habe natürlich auf dem Fernseher den falschen Tag fotografiert. Und es ist 0:15, damit ist der Plan schon weg… Aber beim Reiseleitertisch hängt noch ein Papierausdruck, um diesen Beitrag abzurunden. Dann kann ich auch Feierabend machen.

Hurtigrute Tag 1: Bergen

Das Tagesprogramm

Wir haben frühlingshafte Temperaturen im Ländle, und mich zieht es in den hohen Norden – die letzte Nordlicht-und-Sterne-Tour des Jahres steht an. Ich bin gespannt: In den letzten Wochen gab es schönes Polarlicht, und Februar/März können eine sehr schöne Reisezeit sein – nur dass für die nächsten Tage in erster Linie Wolken angesagt sind. Hm…

Dafür wird es diesmal eine intime Reise: Wir sind gerade mal 13 – so kleine Gruppen sind selten, können aber umso mehr Spaß machen. Aber erst einmal nach Norwegen kommen.

Die Tour beginnt am Sonntag, dem 23. März, sodass die Autobahn nach Stuttgart frei ist. In einer Stunde von Karlsruhe nach Stuttgart, Träumchen – und Abflug um 11:45. Selbst mit einer Stunde Anfahrt und zwei Stunden Spielraum für Boarding und Sicherheitstheater ist das ein angenehmer Start in den Tag. Sogar am gut versteckten KLM-Schalter ist nicht viel los, und ich werde meinem Koffer zeitnah los. Dafür gibt der Security-Zirkus alles: Erst wird meine Jacke durchsucht (die Taschenlampe am Schlüsselbund irritiert wohl, und der Gürtel), dann kriege ich sie mit einem “Guten Flug” wieder. Aber so leicht geht’s nicht, ich hätte gerne noch meinen Rucksack. Sprengstofftest gibt es diesmal keinen, aber die moderne Technik kommt wohl nicht mit Keilschrifttafeln klar. Was man halt so als Lesestoff mitnimmt:-)

Trotzdem komme ich flott zum Gate. Schade: Früher konnte man da bequem am Fenster sitzen, seit kurzem ist das die exklusive Eurowings-Lounge. Sorry, Eurowings, aber so werdet ihr mir nicht sympathisch.

Aber gut, die Stunde überlebe ich auch auf den normalen Bänken, und dann gehts los – eine Stunde zehn mit KLM bis Amsterdam, im Flieger gibt es sogar genug Beinfreiheit, um den Laptop auszupacken und ein bisschen was zu schaffen, bevor es Mittagessen gibt: Cracker und ein Freigetränk. Ich nehme das Bier, weil da mehr drin ist als in der Dose Cola oder der Flasche Sprudel. Ob das was über die Qualität von Heinecken-Bier aussagt, sei dahingestellt, so gibt es halt ein Viertele Bier.

Amsterdam bietet wenig neues: Ich habe nur etwas mehr als eine Stunde Umsteigezeit, das langt für einen Blick auf den neu gestalteten Foodcourt (wirkt doch sehr steril) und eine halbe Stunde Pause an Gate D86. Cool finde ich, dass man für den internationalen Bereich seinen Pass selber prüfen soll. Irgendwo geht die Automatisierung und das Outsourcing an den Kunde doch zu weit, oder?

Zehn Minuten vor dem Boarding ploppt kurz eine Meldung auf dem Handy auf, die aber gleich wieder weg ist, und zwei Minuten vorher werfe ich noch einen Blick in die App: Gate-Wechsel, von D86 zu C15. Was zum Geier… Amsterdam ist ein “stummer Flughafen”, es gibt keine Durchsagen. Was machen eigentlich Reisende, die ohne App nur online eingecheckt haben, oder gar nur am Schalter?

Also die Beine in die Hand nehmen und wie ein Gestörter gefühlt einmal quer durch Amsterdam rennen. Fünf Jahre Homeoffice mit viel zu wenig Hurtigruten haben ihre Spuren an meiner Kondition hinterlassen… aber am Gate ist noch niemand, die Crew muss wohl auch erst noch hinkommen. Tatsächlich haben wir dann eine gute halbe Stunde Verspätung, sodass sogar das Gepäck noch mitkommt. Im Flieger dann die Info, dass es Probleme mit dem Flieger gab (ist ja immerhin gut, wenn das vorher festgestellt wird und nicht erst in der Luft), und noch die Bitte, dass bifcöeasC qa-sendc-ebrsc qaoenkrsc – ich versteh kein Wort mehr. Die Lautsprecherdurchsagen aus dem Cockpit sind oft noch unverständlicher als die am Bahnhof.

Aber egal, wir heben ab, diesmal in einem größeren Flugzeug ohne Beinfreiheit und somit ohne Chance, was am Laptop zu machen (und ohne Ladebuchse für das Handy), und haben eine ansonsten unauffällige Reise, die nur vom Käsebrot als Bordverpflegung unterbrochen wird. Und dann: Endlich wieder Bergen!

Wir sind eine kleine Gruppe, und die Hälfte kam schon früher an, sodass wir zu siebt im Kleinbus sitzen. Bei bestem Wetter machen wir statt der längeren Orientierungsfahrt nur eine kurze Fahrt nach Bryggen und nehmen uns da die Zeit, einmal auszusteigen – cool, da hat man doch deutlich mehr davon. Das ist das erste Mal seit 2014 (als die Tour noch einen Anreisetag in Bergen hatte und dafür in Trondheim endete), dass ich Bryggen nicht nur durch die getönten Busfenster sehe!

Kabine mit eingeschränkter Sicht 🙂

Es bleiben zwar auch nur ein paar Minuten, aber immerhin! Pünktlich zu Sonnenuntergang kommen wir am Schiff an, kriegen die Cruisecard (ich habe eine Rettungsbootkabine – Blick aufs Beiboot, aber dafür bin ich schnell draußen und habe Tageslicht) und sehen um 19 Uhr das Sicherheitsvideo (da-damdamdam-da-dam, da-damdamdam-da-dam – ich kann es auswendig) und verpassen so die deutschsprachige Infoveranstaltung durch das Costal Experience Team (oder wie die Bordreiseleiter gerade heißen). Also kurz in die Kabine, kurz an der Rezeption vorstellen (es sind noch zwei Gruppen an Bord, wird mit den Vorträgen interessant), und dann ab ans Bergen-Buffet. Das Rindfleisch mit Kartoffelsalat lacht mich an (und die Rotweinsoße hat Promille, heieiei), das Pistazieneis dagegen weniger – wurde hier die Dubai-Schokolade auch gehypet?

Bye, bye, Bergen – die Zeit war viel zu kurz

Und um 20:30 legen wir schon ab – es ist leicht bewölkt, aber trocken und angenehm warm, wenn ich das mit meinen normalen Tiefster-Winter-Touren vergleiche. Der Tourstart ist immer ziemlich zackig, seit das ganze Jahr über der selbe Fahrplan gilt. Aber immerhin verschlafen wir so das Westkapp.

Mal schauen, was diese Tour bringt!