Hurtigrute Tag 10: Polarkreis und Helgelandküste

Blick zurück auf Ørnes

Heute morgen – aber zu einer angenehmeren Zeit als auf der nordgehenden Route – überqueren wir wieder den Polarkreis. Das Wetter ist bis auf die Temperaturen so, wie man es in der Arktis erwartet: Dunkle Wolken hängen am Himmel. Der Hafen von Ørnes bietet eine gute Gelegenheit zum Aufstehen, schließlich begegnen wir in ungefähr vier Minuten (ich liebe die kurzfristigen Ansagen des Schiffs) der nordgehenden MS Nordkapp. Klar, dass ich da wieder an Deck muss – das Schiff begrüßen, mit dem ich meine ersten Touren hatte und auf dem ich Anfang Dezember meine nächste Nordlicht-und-Sterne-Reise machen werde.

Anschließend geht es durch die inselreiche Strecke bis zur Insel Vikingen mit der Polarkreis-Kugel. Unterwegs passieren wir noch den historischen Hafen Selsøyvik, in dessen Nähe einen eine Badewanne plus Toilette begrüßen – angeblich keine illegale Müllentsorgung, sondern eine Kunstinstallation einiger Studenten. Am Polarkreis ist es hell genug für gute Fotos, dementsprechend voll ist Deck 7. Also ab auf Deck 5. Hier gibt es zwar keine Infos durch das Expeditionsteam, aber die kenne ich ja schon.

Kein Polarlicht, aber auch hübsch

Eine Stunde südlich des Polarkreises reißt die Wolkendecke kurz auf, und ein Regenbogen überrascht uns. Zumindest ein Stück davon erwische ich noch mit der Kamera. Ansonsten ist die Fahrt entlang des schönsten Küstenabschnitts – der Helgelandküste – unspektakulär. Wolken und sporadisch etwas Regen prägen die heutige Fahrt. Ein kurzer Halt in Nesna und zur Mittagszeit eine halbe Stunde in Sandnessjœen, ansonsten fahren wir durch bis Brønnøysund. Der Halt in Sandnessjøen langt für einen kurzen Gang durch den Ort. Die kleine Bärenstatue ist weg, stattdessen gibt es ein dick eingemummeltes Fahrrad. Auch Petter Dass, der Poet des Nordens, trägt wie viele Statuen in Norwegen mittlerweile einen Schal.

Als wir Brønnøsund erreichen, geht die Sonne bereits unter. Die Mondsichel zeigt sich auch kurz über dem Horizont zwischen den Wolken. Zum Glück sind die Regenwolken bereits weitergezogen, als wir mit leichter Verspätung anlegen. Es reicht für ein paar Fotos, einen kurzen Besuch im Einkaufszentrum und das obligatorische Eis. Wir sollten von der Eisdiele mal Provision verlangen dafür, dass wir davor ein lecker Eis genießen.

Jubiläums-Menu

Anschließend gibt es volles Programm: Um 17 Uhr noch einmal „Land und Leute“ mit dem Expeditionsteam und um 18 Uhr das Captain’s Dinner. Da Hurtigruten 2018 125-jähriges Jubiläum feiert, gibt es heute ein Fünf-Gänge-Menü. Und für 125 NOK kann man die ganzen Speisekarten kaufen.

Danach der nächste Programmpunkt: Um 20 Uhr gibt es einen echten Krimi. Die Verlosung zugunsten der Hurtigruten-Foundation endet! Die vom Captain signierte Seekarte und das Teil vom Schiff (eine Einspritzdüse) gehen günstig über den Tisch, aber um das Sami-Messer und die Postschiff-Flagge gibt es einen harten Wettbewerb. Beide gehen letztlich für über 2000 Kronen über den Tisch.

Die Finnmarken

Ebenfalls für 20 Uhr hatte Corinna noch einen Vortrag über die Polarhelden Amundsen und Nansen angesetzt. Wegen der Versteigerung beginnt sie etwas später, sodass wir in Rørvik erst spät von Bord kommen – zu spät, um noch einen Blick in die Finnmarken zu werfen, die mit uns am Kai liegt.

Der Rest des Abends wird gemütlich in der Bar verbracht – heute tut sich nichts mehr. Normalerweise würden wir morgen das Schiff verlassen, so können wir auch morgen noch in aller Ruhe packen.

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