Hurtigrute Tag 1: Back in Bergen

Ab die Post mit KLM

Wie die Zeit vergeht – da hatte ich mir mal ein Jahr Auszeit von der Hurtigrute genommen, und schon ist es wieder soweit. Wobei ich bei dem Stress des letzten Jahres noch nicht ganz in Norwegen angekommen bin, Deutschland hinterlässt seine Spuren…

Zurzeit starten die meisten Flüge der Hurtigrute anscheinend nicht mit SAS, sondern mit KLM. Das hat immerhin den Vorteil, dass ich erst um kurz vor 12 in Stuttgart starte. Und sonntagmorgens um 9 ist die Autobahn noch frei, sodass ich sogar zu früh beim Flyaway-Service ankomme, mein Auto abstelle, mich zum Flughafen fahren lasse und wie üblich meine Fototasche an der Flughafensecurity zur Sprengstoffkontrolle abgebe. Das alte Spiel.

Lecker Essen mit walisischem Wasser

Neu ist dagegen, dass KLM bzw. das Bodenpersonal das mit dem Handgepäck nicht auf die Reihe kriegt. Am Ende wird alles Handgepäck, das im Gepäckraum befördert werden sollte, doch in die Kabine getragen. Mit den freundlichen Worten „Wer braucht diesen Trolley?“ verteilen die Stewardessen das Handgepäck in der Maschine. Letztlich wird dann alles Handgepäck in der Kabine untergebracht, und mit leichter Verspätung geht’s ab nach Amsterdam. Mit an Bord: Der Snack, diesmal ein Stück Rührkuchen und das übliche Plastikbecherchen mit Wasser – auf den letzten Reisen kam es noch aus der Türkei, jetzt aus Nord-Wales.

Noch was Neues: Aus der KLM-App kann ein Flugsegment samt Bordkarte auf Nimmerwiedersehen verschwinden, wenn man kurz vor dem Boarding ist. Früher hatte man die Unterlagen ausgedruckt, heute hat man die Boardkarte auf dem HAndy. Und die Powerbank für’s Handy dabei. Und den Ausdruck, für alle Fälle. Das ist Fortschritt.

Mit etwas mehr Verspätung geht es dann weiter nach Bergen, wo uns die Reiseleiter Kai und Corinna bereits erwarten. Da die ganze Gruppe über Amsterdam anreiste, konnten wir rasch in die Busse steigen. Auf dem Weg zum Schiff gab es wieder die kleine Orientierungstour durch Bergen, interessanterweise ohne Regen. Da es längst dunkel ist, war allerdings nicht zu viel von der Stadt zu sehen. Aber trotzdem ging es an den historischen Häusern von Bryggen vorbei, und am einzigen MacDonalds ohne MacDonalds-Schild ebenso. Norwegischer Denkmalschutz schlägt US-amerikanisches Marketing.

Auf dem Schiff gibt’s was neues: Die Sicherheitsbelehrung findet nicht mehr im Terminal statt (das wohl als Cafe genutzt werden soll), sondern an Bord, in mehreren Schichten mit Anwesenheitspflicht und Abhaken vom Namen. Blöd: Auf der Cruisecard stand früher die Kabinennummer. Heute dank Datenschutz nur noch der Name. Klar: Wenn jemand die Karte verliert, ist das von Vorteil, aber die Antwort auf die Frage „Welche Kabine?“ fällt schwerer.

Schafskopf

Einfacher ist die Frage: Was fangen wir mit dem Rest vom Abend an. Klar: Das Bergen-Buffet. Am schmackhaftesten war der Teller mit Lamm/flambiertem Schafskopf, an den ich mich endlich einmal herangetraut habe.

Das weitere Abendprogramm: Vortragstermine organisieren, Kabine beziehen, die Vorstellung der Crew verpassen (die Schlange vor dem Restaurant war zu lang), und nochmal kurz von Bord gehen, um das Schiff zu knipsen und den Teil von Bergen gegenüber des Hurtigrutenterminals anschauen, den man noch nicht kennt. Hübsche kleine Holzhäuser, eine sehr schmucke Gegend.

Viel Zeit bleibt dafür natürlich nicht, auch wenn die Nordnorge dank Winterfahrplan erst um 22:30 ablegt. Der frische Wind an Deck gibt schon einmal einen Vorgeschmack darauf, was uns am nächsten Morgen am Westkapp erwarten könnte. Bis dahin präsentiert sich Bergen aber trocken und mit einem schönen Panorama. Unter der Aksøy-Brücke hindurch beginnt unsere Reise, die uns über das Nordkapp bis Kirkenes und wieder zurück führen wird. Hoffen wir, dass das Wetter mitspielt und wir viel Grün am Himmel sehen werden!

Die Askøy-Brücke

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