ATT und Libysches Wüstenglas

Der ATT ist gilt als die größte deutsche Astro-Messe, da musste ich mich natürlich auch blicken lassen. Am 30. Mai 2015 war es wieder einmal soweit.

Libysches Wüstenglas mit Bearbeitungsspuren.

Libysches Wüstenglas mit Bearbeitungsspuren.

Dieses Jahr fand er an einer anderen Schule statt, da die Gesamtschule Böcklesmühle gerade asbest-saniert wird. Mir hat der neue Standort besser gefallen als der alte, aber da ich mir den Trip wie üblich mit Aushilfe an einem Stand finanziert habe (wer mich auf der nächsten Messe sehen will: Auf der AME in Villingen-Schwenningen bin ich voraussichtlich bei Astronomie.de, und dieses Wochenende auf den Naturfototagen in Zingst), habe ich mal wieder wenig von der Messe mitgekriegt, als mir lieb ist. Aber etwas Geld konnte ich dich loswerden. Diesmal profitierte der Meteorite-Stand. Für die großen Brocken hat das Budget zwar nicht gereicht, aber für etwas Libysches Wüstenglas dann doch – natürlich durfte es kein einfaches Fundstück sein, sondern musste ein Artefakt sein. Es gab ein paar Brocken, die steinzeitliche Bearbeitungsspuren trugen: Wie bei Faustkeilen hat irgendwann jemand Stücke herausgeschlagen, und die typischen halbrunden Schlagspuren sind gut zu erkennen. Wieder zuhause habe ich dann festgestellt, dass ein paar Stücke meiner Sammlung diese Spuren ebenfalls zeigen, aber jetzt weiß ich wenigstens, was dahinter steckt – von daher hat es sich auf jeden Fall gelohnt.

Ein kurzer Messerundgang hat ein paar interessante Geräte gezeigt.

Das Foto ganz links zeigt eine azimutale Montierung aus Italien, deren Name mir gerade nicht einfällt, und bei der ein zusätzlicher Mechanismus die Bildfelddrehung ausgleicht. Die M-Zero von Avalon kenne ich ja schon, und mit einem kleinen Mak als Sucher ist sie sehr chic. Ebenso nett ist die Merlino-Komplettsternwarte von Avalon: In der kleinen Klappdachhütte werkelt ein komplett Remote-gesteuertes Teleskop; das ganze System kann einfach irgendwo aufgestellt werden und ferngesteuert werden. Sehr nett.

Und was hat mich am meisten gereizt?

Heidenhain 150/750 Newton / 150/3400 Cassegrain

Heidenhain 150/750 Newton / 150/3400 Cassegrain

Ein alter 6″-Haidenhain, der wahlweise als Nawton oder Cassegrain betrieben werden kann und sogar zum Verkauf stand, direkt am Eingang. Wenn die Plastikteile der ganzen modernen Teleskope sich schon längst im Weichmacher aufgelöst haben, wird das Gerät wohl immer noch die Blicke auf sich ziehen. Noch echte Handwerkskunst, und Made in Germany. Einfach toll.

Als Kontrastprogramm ging es dann Abends noch Essen, in einem American Diner. Sehr zu empfehlen: Als größere Gruppe dinierten wir nicht im Restaurant, sondern in einem umgebauten Schulbus. Hat was, auch wenn die Special-Burger nicht als XL-Version erhältlich waren.

Das benachbarte Ibis Budget Hotel kann ich dagegen weniger empfehlen – harte Matratzen, und weder Seife noch Föhn. Ein Ein-Sterne-Hotel… (Nicht falsch verstehen: Sauberkeit und so passen. Ist nur nicht mein gewohnter Standard.)

American Diner in Essen, stilecht im School-Bus.

American Diner in Essen, stilecht im School-Bus.

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