Hurtigrute Tag 12: Back to Bergen

Viel gibt es heute nicht mehr zu berichten. Die Wetterprognose sah übel aus, aber ich hatte schon schlimmere Westkapp-Passagen – es war zwar Bewegung im Schiff, aber ziemlich gleichmäßig. Leider war es auch genug, um meine Kabine ordentlich zum quietschen und knarzen zu bringen. Ab halb vier war ich wach, und während die Wellen mich in den Schlaf wiegen wollten, kam die Kabine mit einem Qiiiiiietsch-knarz, quiiiiietsch-krrrrrr dazwischen. Und nein, das waren nciht nur die klappernden Kleiderbügel – die kann man ja in den Schrank legen. Als der Wecker kurz nach sieben klingelte, war ich also alles anderes als ausgeschlafen.

Punktlandung

Florø erreichten wir nur mit geringer Verspätung, was für die letzte Etappe Hoffnung machte. Die Stadt wurde erst 1860 für den Heringsfang gegründet und ist die westlichste Stadt Norwegens; zu sehen gibt es vor allem die Containerstapel und ein Polizeirevier, das mich immer an die alten Lego-Polizeistationen erinnert. Also statt Landgang Duschen, Frühstück und dann finales Kofferpacken. Noch ein paar mal umpacken, und meine Kofferwaage steht bei 22,6kg. Dann in der Kabine umschauen und feststellen, was noch alles fehlt, dann bin ich bei 22,95kg (die vom Flughafen zeigt dann 22,7 an – beim letzten Flug waren Koffer- und Flughafenwaage sich noch einig). Das passt genau zu den 23kg, die KLM ohne Aufpreis gestattet, und mein Rucksack ist auch bis zu m Platzen gefüllt. Ich hätte für den Rückflug natürlich auch die dicke Thermohose anziehen können, aber das wollte ich mir doch nicht antun – und so passt es ja gerade.

Bis 10 Uhr muss der Koffer an den Aufzügen stehen, um später an Land gebracht zu werden, und die Kabine geräumt sein. Ein letzter Kontrollblick: Mist. Ich hatte ja noch einen KAlender gekauft und an die Wand gehängt. Jetzt wird’s wirklich eng… Quetsch, passt.

Ha det brat

Dann war es das mit der Kabine. Das Handgepäck kann im rechten Konferenzraum des Schiffs zwischengeparkt werden, im linken machen wir unsere Abschiedsveranstaltung. Letzte Fragen und gute Wünsche, dann noch ein kurzer Reiserückblick, und das war es dann – das alles bei wieder erwarten ruhiger See, wobei der Captain sich auch immer sehr nah and er Küste hält und wo möglich den Windschutz von Inseln sucht.

Wir sind rechtzeitig fertig, um den hübschen Steinsund durch die Fenster an uns vorbeiziehen zu sehen (wir müssen ja noch aufräumen), während Onkel Heinz den letzten Point of Interest an Deck macht, und dann gibt es vier Stunden lang bis zur Ankunft in Bergen nichts weiter zu tun als Mittagessen, ein letztes Eis im Multe und Abwarten.

Auch der Schiffshund hat genug…

Dazu immer der bange Blick auf die Uhr: werden wir rechtzeitig da sein? Allmählich könnte die Reise zu Ende gehen – das Wetter ist nicht so ansprechend, dass man viel Zeit draußen verbringen wollte. Aber immerhin ist die See überraschend ruhig, und die Temperaturen deutlich im Plus-Bereich. Von dem Schnee, der uns vor eineinhalb Wochen in Bergen begrüßt hatte, ist nichts mehr übrig, stattdessen gibt es das für diese Jahreszeit eher typische Schmuddelwetter.

Letztendlich erreichen wir Bergen mit gerade einmal einer Viertelstunde Verspätung etwa um 15 Uhr. Bis die Gangway unten ist und alle das Schiff verlassen haben, vergeht noch einige Zeit, sodass wir letztlich um 15:40 alle im Bus sind. Dann noch gute 20 Minuten Fahrt bis zum Flughafen, und etwa um 16 Uhr fluten wir die beiden Check-In-Schalter vom KLM. Dann ab durch die Security, und ich habe noch gut 15 Minuten Luft, bevor das Boarding beginnt.

Der Rückflug ist gemütlich: Vor uns sitzt Margit, hinter uns die beiden Ärztinnen aus Mannheim, die zum harten Kern der Nordlichtbeobachter gehörten udn mit denen wir viel Spaß hatten. Amsterdam erreichen wir überpünktlich (der Flugzeug-Captain sollte vielleicht mal bei der Hurtigrute anheuern, dann schaffen wir Reise sogar in zehn Tagen), und am Flughafen trennen sich unsere Wege: Für mich geht es nach Stuttgart, für die anderen nach Frankfurt. Aber wir stehen gleichzeitig an der Startbahn. Dann noch der Rückflug, Auto suchen und ab nach Hause, auspacken, Corona-Schnelltest machen (alles okay) und Feierabend. Uff.

Meine nächste Tour soll im Februar stattfinden – mal sehen wie die Lage dann ist und ob die Reise wieder so schön wird.

Wer selbst auf die Reise gehen will, gebucht werden kann übrigens auch bei unseren beiden Reiseleitern:

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