Hurtigrute Tag 9: Lofoten und Vesterålen

Morgenstimmung: Die Vesterålen bei Harstad

Heute Morgen auf dem Programm: Harstad, mit rund 25.000 Einwohnern drittgrößte Stadt in Nordnorwegen und zweitgrößte in Troms. Bei dem kurzen Halt zu unchristlicher Zeit in den Morgenstunden bekomme ich davon nicht viel mit. Die Teilnehmer der Vesterålen-Rundfahrt können dagegen einen Blick in die Trondenes-Kirche werfen und sehen im Lauf des Vormittags die Vesterålen von Land aus, Spätaufsteher wie ich können nur die Landschaft und das Frühstück genießen. Die Gegend ist schön, und noch gibt es etwas klaren Himmel.

Bei Risøyhamn

Der Tag ist wie die gesamte südgehende Route ein See- bzw. Sehtag: Wir haben keine größeren Häfen, dafür die Gebirgsinsellandschaft der Vesterålen und (südlich des Raftsunds) der Lofoten. In zahlreichen Häfen wird kurz angelegt. Alle, die an Bord geblieben sind, erleben die Risøyrinne mit, die sich nur durch die Bojen auszeichnet, die die Fahrrinne markieren – die Rinne ist nur wenig tiefer als für unser Schiff notwendig; als die großen Schiffe wie die Trollfjord in Dienst genommen wurden, musste sie noch etwas ausgegraben werden. Eine Schwimmplattform mit Bagger deutet darauf hin, dass sie gerade wieder gepflegt wird.

In Risøyhamn halten wir nur etwa eine Viertelstunde – prinzipiell würde das für einen Spurt zum Königsstein auf der anderen Straßenseite langen, aber ich begnüge mich doch lieber mit einem Foto von Deck aus. Er wurde anlässlich der Einweihung der Rinne gesetzt und trägt die Unterschriften dreier norwegischer Könige.

Arbeitsplatz

Bis wir Sortland erreichen, zeigen wir noch Flagge für die Reiseleitersprechstunde. Unserem Arbeitsplatz merkt man langsam an, dass die Fahrt schon länger dauert und anstrengend ist – schließlich sind wir nicht zum Urlaub hier. Die Kaffeetassen stapeln sich und gefährden die Laptops…

Busse bei Sortland

Kurz vor Sortland begegnen wir wieder den beiden Bussen mit den Teilnehmern der Vesterålen-Rundfahrt und organisieren eine Flagge, um traditionsgemäß zu winken. Ich brauche wirklich einmal eine Nordlicht-Flagge…

Anschließend steht das Mittagessen an, gefolgt von der Fahrt nach Stokmarknes mit dem Hurtigruten-Museum. Das Highlight des Museums ist Norwegens größtes Ausstellungsstück, die MS Finnmarken, die von 1956 bis 1993 im Liniendienst war, bis sie von der aktuellen Richard With abgelöst wurde. Leider können wir sie nicht von innen besichtigen: Bis Sommer 2020 soll ein Schutzbau entstehen und das Schiff wieder saniert werden. Die Jahre an Land haben ihm nicht gut getan.

Nach Stokmarknes geht es in den Raftsund. Mein Versuch, das einmal im Panoramasalon zu erleben, wird vereitelt. Zwar gibt es freie Plätze, aber wir haben auch Musiker an Bord. Bevor die loslegen, gibt es eine Katzenmusik, die mich an den Blockflötenunterricht in der Schule erinnert. Aua. Ab 16 Uhr soll es dann von zwei schottischen Musikern Volksmusik geben, aber ich ergreife vorher die Flucht und schaue mir den Raftsund lieber von unserem „Büro“ auf Deck 4 bzw. vom Umlaufdeck 5 an. Eine herrliche Ruhe…

Gegen 17 Uhr erreichen wir den Trollfjord, diesmal bei Tageslicht, sodass es am Bug voll ist: Die Fotografen stapeln sich, GoPro/Selfiestick-Besitzer sind im Vorteil. Aber wir wenden nach ein paar Minuten, und dann ist er auch von der Seite aus zu sehen. Auf Deck 7 wird dazu auf der Violine gespielt… nicht schlecht, aber nicht mein Stil.

Da in Svolvær, unserem nächsten Hafen, einige Ausflüge starten, gibt es bereits ab 17:30 Abendessen: Buffet und freie Platzwahl. Wir beginnen zeitnah mit dem Abendessen, um rechtzeitig für einen Ausflug in den Anker von Bord gehen zu können. Die gemütliche Kneipe ist sowas wie unser Stammlokal in Svolvær.

Svolvær erreichen wir kurz nach Sonnenuntergang, sodass der Hafen noch gut zu sehen ist. Wir sind auf der vorletzten Nordlicht-und-Sterne-Tour der Saison, nur noch eine beginnt Ende des Monats. Danach grüßt allmählich schon die Mitternachtssonne, und die Nächte sind zu kurz.

Die Nordnorge in Svolvær

Jetzt grüßt in Svolvær erst einmal nur die Statue von Dagfinn Bakke für die Fischerfrauen, die an Land auf ihre Männer warteten. Damals zur See zu fahren war oft genug ein ungewisses Abenteuer. Viel von Svolvær sehen wir diesmal nicht, aber es ist ja auch nicht so, dass wir noch nie da gewesen wären.

Die Nordlys

Kurz nachdem wir zwei Stunden später Svolvær verlassen, begegnen wir der nordgehenden Hurtigrute MS Nordlys. Sie grüßt uns mit Lichthupe, wir mit dem Schiffs-Typhon. Die anschließende Fahrt nach Stamsund ist ereignislos, ich verbringe sie am Rechner, die Abschlussveranstaltungen vorbereiten. Lange ist es nicht mehr…

Stamsund

In Stamsund schneit es, ich begnüge mich mit einem kurzen Gang auf Deck 5 für ein Foto – viel mehr lohnt sich bei dem Wetter nicht. Auch für die Überfahrt nach Bodø sind Wolken angesagt, damit komme ich heute sogar vor Mitternacht ins Bett. Auch mal eine nette Abwechslung, bevor wir morgen Abend den Polarkreis überqueren.

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