Tag 2: Ålesund und First Light

Der zweite Tag der Reise, und schon volles Programm: Unser erster Vortrag um 10:00 morgens findet noch vor dem ersten Etappenziel statt. Vorher natürlich Frühstück – die Etappe nach dem Westkapp ist immer spannend, da wir hier offene See haben. Mit anderen Worten: Normalerweise schwanken alle schön durch das Restaurant. Diesmal ist die See aber vergleichsweise ruhig, und der Speisesaal gut gefüllt. Auf vielfachen Wunsch hier das Buffet:

Irgendwann gewöhne ich mich noch wirklich an diesen Braunen Käse…

Da wegen Ålesund das Mittagessen vorverlegt wird, gibt es für unseren Vortrag sogar ein echtes, fixes Zeitlimit. Und dass, wo ich beim ersten Termin doch immer gerne überziehe… Den Vortrag teilen wir uns, Moni erzählt über Regenbögen, Halos und Nebensonnen, anschließend kümmere ich mich um die Polarlichter. Die Zeit kriegen wir sogar gut hin: Eine Punktlandung von einer Stunde. Dann kam ich mit dem Bonusprogramm an: How to knips a Nordlicht. Das hat sich gelohnt, praktisch alle Gäste waren beim Vortrag, und über den Tag hinweg kamen auch immer wieder Fragen zu den Kameras. So kommt man auch mit den Leuten ins Gespräch. Fast die Hälfte der Passagieren gehört ohnehin zur Themenreise Nordlicht und Sterne, sodass es auf dem Schiff schön gemütlich ist. Ein paar neue Kameras habe ich dabei auch wieder kennengelernt…

Ein paar Änderungen auf dem Schiff fallen nebenher auch immer wieder auf. Die Handmikrofone im Vortragsraum wurden durch Headsets ersetzt (Geschmackssache), und die Pepsi Maxx durch Coca Cola. Da hat mich dieses Schiff zur Pepsi Maxx verführt, und dann verschwindet sie von der Karte. Die Getränkekarte mit den Softdrinks ist übrigens auf der letzten Seite der Weinkarte versteckt:-) Und da gerade jedes Schiff einen Werfttag einlegt, um die Teppichböden zu reinigen, begegnen wir auch anderen Schiffen.

Alt trifft neu: Bankskøyta

Alt trifft neu: Bankskøyta

Am Mittag steht dann Ålesund auf dem Programm, die Jugendstilstadt. Ich zerre Moni einmal durch das Zentrum und hoch auf den Aksla – mein Standardprogramm darf sie auch kennen lernen, ob sie will oder nicht. (Gut, Widerstand hat sie keinen geleistet.) Das Bankskøyta-Projekt macht gute Fortschritte, der Schiffsnachbau am Anlegeplatz der Nordkapp ist gegenüber Februar schon ein gutes Stück weiter. Der Aksla ist der Hausberg und bietet einen wunderschönen Ausblick über die Stadt. Im letzten Winter war die Treppe wegen Renovierung geschlossen, jetzt ist sie fertig und ganz hübsch geworden. Überall Geländer, über 400 feste Stufen – früher war das noch ein echtes Abenteuer, diesmal fast schon komfortabel. Bei angenehmen Temperaturen stellte dann auch mancher Wanderer fest, dass Norwegen nicht kalt ist, und Winterkleidung zum Bergsteigen doch etwas zu warm…

Der Troll vom Souvenirshop

Der Troll vom Souvenirshop

Der Blick vom Aksla ist natürlich immer wieder schön, und der kleine Skywalk / Balkon ist auch gut besucht. Oben auf dem Berg treffen wir auch wieder einige von unserer Gruppe, darunter auch einige Wiederholungstäter. Der Rückweg führt natürlich durch den Souvenirshop und mich in das Einkaufszentrum samt Buchladen. Ich mache reiche Beute…

Nach Ålesund geht es sehr entspannt weiter, man trifft sich am Bug, kommt ins Gespräch und genießt das zunehmend besser werdende Wetter. Ich habe nichts zu tun, keine weiteren Termine, den Nordlichtfilm am nachmittag kenne ich ja schon… bis mir das Meeting der Gruppe mit Vorstellungsrunde und so einfällt, das wir für 17:00 angesetzt hatten. Dabei hatte ich da nach dem Vortrag noch selber darauf hingewiesen. Ups. Beinahe den Sektempfang vergessen:-) Typischer Hurtigruteneffekt: Sehr schnell weiß man nicht mehr, wo man gerade ist, und es ist einem auch egal.

Also erst der kleine Empfang, dann das Abendessen, dann ein gemütlicher Abend. Ab und zu mal rausgehen, da die Polarlichtvorhersage wieder in den Keller geht, sollte es aber eine ruhige Nacht sein.

Nette Theorie – und zum Glück falsch, das erste schwache Polarlicht zeigt sich, sodass ich alle heraustrommle, den grauen Streifen zum Polarlicht erkläre und das mit der Kamera auch beweisen kann. Die kleine Panasonic hat sich schon bezahlt gemacht. Meine Nikon mit dem Weitwinkel wird schon mal an die Reling geschnallt, die Ergebnisse gibt’s dann am Ende der Reise als Zeitraffer. Beeindruckend für das Auge war das natürlich noch nicht, da die Farben nur zu erahnen waren, aber so weit im Süden Licht zu sehen, ist schon mal nicht schlecht.

Etwa eine Stunde lang konnte so jeder schon einmal Polarlichtfotos fotografieren, grob von 21 bis 22 Uhr. Mit dem Einlaufen in Kristiansund endete dann auch diese Session, danach sorgten Wolken und gleichbleibende Polarlichtaktivität für einen ruhigen Abend.

Das frühe erste Polarlicht sorgte auch für gute Kontakte mit den Gästen, in aller Gemütlichkeit stießen einige auf das erste Licht an – tusend takk!

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