Hurtigrute Tag 12&13: Bergen

Die Nacht war ruhig, das Westkap hat sich von seiner zahmsten Seite gezeigt. Überhaupt hatte man auf dieser Tour kaum das Gefühl, auf einem Schiff zu sein, zumindest was den Seegang anging.

Kurz nach acht erreichen wir den vorletzten Hafen der Route: Florø. Normalerweise bekomme ich von Florø entweder gar nichts mit oder nur die großen Mauern aus Schiffscontainern am Anleger; diesmal bin ich ein paar Minuten vorher draußen und stelle fest, dass das Örtchen eigentlich doch ganz hübsch ist.

Florø

Um 10 Uhr muss die Kabine geräumt werden, damit bleibt noch Zeit für ein kurzes Frühstück und das restliche Packen – der Koffer wird wie üblich an den Fahrstühlen abgestellt und dann im Schiffsbauch verstaut.

Dann beziehen wir wieder Position an unserem üblichen Tisch, die letzten Check-In-Probleme aus dem Weg räumen. Um elf Uhr haben wir unsere Abschiedsveranstaltung, so habe ich praktisch keine Chance, den sonnigen Tag zu genießen – wir sind auch am letzten Tag noch gut ausgelastet. Zum Abschied stoßen wir noch einmal an, Margit erzählt über das Temperaturempfinden der Norweger, ich zeige meinen Tourfilm, und Andreas kommentiert ihn. Vielleicht sollte ich noch einmal darauf hinweisen, dass dieses Blog und die Bilder, die Thomas und ich für unsere Gäste bereitstellen, unser reines Privatvergnügen sind und wir dafür nicht von Hurtigruten bezahlt werde. Das ist alles trinkgeldfinanziert; wir könnten uns auch auf die Vorträge und das gemeinsame Polarlicht-Beobachten beschränken. Auch die Vorträge unserer beiden Reiseleiter sind Bonus-Programm. Da steckt viel Leidenschaft drin:-)

Anschließend gibt es noch ein letztes Mittagessen und für mich eine kurze Chance, doch mal an Deck zu kommen. Hübsch hier, so bei Sonnenschein.

Derweil bereitet die Crew das Schiff schon auf die nächsten Gäste vor. Heute Abend startet die Nordlys ja schon wieder gen Norden.

Bergen erreichen wir sogar etwas zu früh, und dann ab in die Busse und zum Flughafen. Dann noch einigen beim Ausdrucken der Gepäckaufkleber helfen (KLM ist da als etwas komplizierter), während andere direkt am KLM-Schalter ihr Gepäck abgeben, und dann endet unser Job auch schon.

Feierabend

Für uns Reiseleiter und Lektoren war kein Platz mehr im Flugzeug, daher können wir erst am Sonntag zurückfliegen. Also ab ins Flughafenhotel, und dann die Bybanen ausprobieren: Für 40 NOK kommen wir in die Stadt, rund 40 Minuten dauert die Fahrt – das zieht sich ganz schön und ging mit unserem Direkt-Bus für die Gruppe doch schneller.

Das Ziel ist der Weihnachtsmarkt, der ziemlich voll ist. Es gibt German Bratwurst, German Döner und natürlich die Möglichkeit, an einigen Ständen online zu bestellen statt in der Schlange anzustehen. Willkommen im 21. Jahrhundert.

Gourmet-Grill Burger King

Obwohl es nur um die 0° sind, kommt es einem kälter vor. Es fehlt wohl das wärmende Nordlicht, also suchen wir etwas zum Reinsitzen für das Abendessen.

Pepes Pizza ist voll, wie auch manch anderes Restaurant, also landen wir beim örtlichen Gourmet-Grill in der Nähe von Bryggen – dem Burger King. Hier verbrate ich einen nennenswerten Teil vom Trinkgeld für einen Burger mit kalten Tomaten (als großes Menu). Aber für eine Flasche Aquavit im Duty Free wird’s noch reichen… Ein letztes Skål mit Cola (Free Refill, immerhin), und dann geht es zurück. Morgen früh ist die Nacht vorbei.

Florida

So viel hat man von dem Abend in Bergen letztlich nicht; die Hurtigrute ist kein Erholungsurlaub. Jetzt, wo wor auch endlich entspannen und durchatmen könne, schlägt die Müdigkeit zu. Und die Rückfahrt zum Flughafen dauert auch wieder ihre Zeit, schließlich kommen wir unter anderem an Florida und dem Paradis vorbei. Nett: Jede Haltestelle wird mit einem eigenen Ton angekündigt.

Und dann: Ab ins Hotel mit den norwegen-typischen superweichen Betten, in denen man fast bis zum Bauchnabel versinkt.

Viel mehr gibt es eigentlich auch nicht zu erzählen, der Rückreise-Sonntag sollte keine Überraschungen mehr bringen. Der Sonntag beginnt mit einem hervorragenden Frühstücksbuffet im Clarion Hotel am Flughafen, dann den Koffer packen, die Info kriegen, dass unser Flieger mittlerweile 40 Minten Verspätung hat, bei herrlichem Wetter rüber zum Flughafen gehen, das Gepäck aufs Band legen, mit 22,8kg eine Fehlermeldung kriegen, ab zum Lufthansa-Schalter, wo sogar noch jemand ist, dort den Koffer mit auf einmal 23,4 kg ohne Probleme einchecken, und dann in aller Ruhe am Flughafen abhängen, Blog aktualisieren und auf den Flieger warten. Es gibt bessere Möglichkeiten, um den Sonntag zu verbringen, aber was soll’s. Ende der Reise, im Januar steht die nächste Tour an.

Falls wir uns nicht mehr lesen: Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert