Hurtigrute Tag 5: Tromsø

Schön – gestern war ordentliches Nordlicht, damit ist für alle der Erfolgsdruck weg, und wir können die Reise genießen. Da es morgens noch dunkel ist, verzichte ich auf Harstad und habe daher auch keine Ahnung, warum das Schiff mehrmals hupte. Die südgehende Hurtigrute wurde jedenfalls nicht begrüßt, oder zumindest hat sie nicht geantwortet. Waren die Teilnehmer vom Hike durch Harstad verloren gegangen?

Finnsnes

Als ich es aus dem Bett schaffe (war spät gestern), mache ich erst mal den Zeitrafferfilm von gestern fertig und gehe frühstücken. Der Blick aus dem Fenster zeigt nicht viel: Es schneit. Als wir Finnsnes erreichen, ist im dichten Schneetreiben nicht viel von dem Örtchen zu erkennen. Hoffen wir einmal, dass der Schnee allmählich liegen bleibt: Die Schlittenhundetouren in Tromsø und Kirkenes sowie die Schneemobiltour entlang der Barentssee wurden bereits abgesagt.

Dafür gibt es heute viele glückliche Gesichter: Das gestrige Polarlicht wirkt:-)

Trübe Polarnacht vor Tromsø

Diesen Vormittag haben wir nicht für einen Vortrag gekriegt, stattdessen gibt es vom Schiff Infos über Rentierzucht – einmal auf Deutsch, einmal auf Englisch, und dann gibt es schon wieder Mittagessen. Bei der Anfahrt auf Tromsø macht das Schiff einen Point of Interest zum Rystraumen (dem Gezeitenstrom vor Tromsø) und präsentiert Krabben. Im leichten Schneetreiben ist zumindest der Rystraumen nur schwach besucht, und ich habe auch keine Lust, mir die Anfahrt auf Tromsø vorne am Bug anzuschauen. Also noch etwas Verwaltungskram erledigen.

In Tromsø erwartet uns ungemütliches Wetter: Es ist noch nicht kalt genug für Schnee, also steht ein kleiner Stadtrundgang durch den Schneematsch an während schwerer, nasser Schnee herabregnet. Für mich ist das kein Problem: Ich bin über Silvester wieder hier (ich brauche auch mal Urlaub), also wird ein bisschen Weihnachtsschmuck gekauft, und dann ab auf’s Schiff – Bilder sortieren und Blog vorschreiben. Jetzt sind endlich mal Plätze im Panoramasalon frei.

Das Abendessen gibt es bereits um 18 Uhr, also noch bevor wir ablegen. Bei mittlerweile dichtem Schneefall lohnt es sich auch nicht, an Deck Polarlichtwache zu halten. Die Wolkenprognose bis Skjervøy ist 50/50.

Gabelstapler mit großer Ladung

Aber was sind schon Prognosen? Es gibt immer wieder Wolkenlücken und Sterne, aber der Himmel enthält nur Spuren von Polarlicht, garniert mit Schneeflocken. Sogar in Skjervøy gibt es nichts zu sehen außer dem Ort selbst. Schauen wir hier also dem Gabelstaplerballet zu (angeblich das meistfotografierte Motiv auf der Hurtigrute), mit dem einzelne Päckchen verladen werden, während zur Abwechslung nichts von der Skyline des Örtchens ablenkt.

A propos Abwechslung: Obwohl die Strecke eigentlich windgeschützt ist, ist doch gut Bewegung im Schiff.

Skjervøy

Als wir den Ort verlassen und Kurs über das offene Meer Richtung Øksfjord nehmen, schaukelt es sanft, aber deutlich. Ein letzter Rundgang um halb Zwölf zeigt noch ein paar helle Flecken, aber bis ich mit der Kamera vorne bin, hat es wieder zugezogen – wir steuern in eine Wolkenbank hinein, und die Gisch spritzt bis Deck 5 – hui! Aber bei dem Seegang hätte ich ohnehin keine Durchsage gemacht, einige sind froh, vom Bug wieder ins Schiff zu kommen. Für heute heißt es Feierabend.

Für die Barentssee morgen noch ist etwas mehr Seegang vorhergesagt, dafür soll es auch klarer werden.

Es bleibt spannend.

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