Venus trifft Jupiter

Die helle Venus und Jupiter am Abendhimmel

Die helle Venus und Jupiter am Abendhimmel

Im Augenblick hat Deutschland nicht nur Temperaturen von rund 30 Grad, sondern auch einen klaren Himmel und hübschen Blick auf eine enge Begegnung von Jupiter und Venus. Der helle Abendstern überstrahlt den Riesenplaneten in der frühen Dämmerung noch, aber im Lauf des Abends gibt’s einen wirklich schönen Anblick. In den nächsten Tagen entfernen die beiden sich wieder  voneinander, jetzt passen sie gerade noch ins Bildfeld vom Spektiv.

Grund genug, das Spektiv zu schnappen und Equipment zu testen.

Das Teleskop bleibt diesmal zuhause, das Ultima 80 Spektiv, ein Fotostativ und mein neuestes Spielzeug, die Panasonic Lumix LX-100, müssen reichen. Es geht doch nichts über transportable Gerätschaften. Im Spektiv bieten die beiden Planeten einen schönen Anblick: Die große Venussichel und der kleine Jupiter mit vier Möndchen, bei 60x auch mit zarten Wolkenbändern. Und was kann die Kamera?

Zuerst mal beweisen, dass der Autofokus mit Astrofotos überfordert ist – das Stimmungsbild sieht hübsch aus, aber (bei Blende 1,7, schließlich hab ich die Kamera für Polarlichter gekauft) ganz scharf sind die beiden Planeten nicht. Zumindest nicht bei voller Auflösung, aber wer braucht die schon:-)

Der Mond durch's Spektiv

Der Mond durch’s Spektiv

Also wird am Mond scharfstellen geübt. Praktisch: Mittlerweile habe ich genug Adapterringe gesammelt, um die LX-100 direkt an das Hyperion Zoom Okular anzuschließen. So verkippt schon mal nichts, und ich muss „nur noch“ Spektiv und Kamera fokussieren. Was für ein Gewackel.

Immerhin: Auf dem Bildschirm sieht’s ganz brauchbar aus, aber ein Kugelkopf ist wirklich nichts, um ein Spektiv zu tragen. Also nächstes Mal doch den Videoneiger einpacken. Sei’s drum, Digiskopie (also mit der Kompaktkamera durchs Okular fotografieren) ist ja nicht ganz trivial – wobei ein Handy ja sehr gute Ergebnisse liefert.

Was macht das Ziel? Im Vergleich zum Anblick mit bloßem Auge enttäuschend, aber als Beweisfoto langt’s:

Oben links Jupiter mit Möndchen, unten rechts eine überbelichtete Venus.

Oben links Jupiter mit Möndchen, unten rechts eine überbelichtete Venus.

Schön zu erkennen ist der Bildkreis – die beiden Planeten passen gerade so ins Okular, und die LX-100 hat für die Digiskopie entweder ein zu großes Objektiv oder zu wenig Zoom. Oben links der strahlende Jupiter mit vier kleinen Monden, und unten rechts am Rand vom Gesichtsfeld des Okulars eine Venus, von deren Sichelgestalt nicht viel zu erkennen. Wenn’s mir um ein Superbild gegangen wäre, hätte ich doch besser das Teleskop geholt, aber sei’s drum – in den nächsten Stunden dürften genug gute Bilder im Netz auftauchen, da kann ich auch mal mit leichtem Gerät unterwegs sein.

Ein hübscher Anblick war es allemal, und bei der ganzen Knipserei sollte man nicht vergessen, den auch zu genießen. Hat ja ein bisschen was von Stern von Bethlehem:-)

Venus, die Zweite – mit Mond in den Hyaden

Es ist tatsächlich schon eine Woche her, dass ich die Venus zuletzt im Goldenen Tor der Ekliptik geknipst habe – seitdem ist sie ein gutes Stück weitergewandert, und der Mond steht direkt neben Aldebaran in den Hyaden. Das ist schon mit dem Handy ganz nett gewesen, also musste die DSLR auch herhalten.

Wieder mit der 30mm Festbrennweite und der DSLR, und am selben Standort wie letzte Woche:

Venus und Mond bei Plejaden und Hyaden – 21. April 2015, 21:19 MESZ.

Venus und Mond bei Plejaden und Hyaden – 21. April 2015, 21:19 MESZ.

War ja klar, dass die Plejaden hinter der Schleierwolke stecken, aber sie sind doch zu erkennen. Hübsch.

Gedrängel im Goldenen Tor der Ekliptik – um 21:25 mit weniger Wolken.

Gedrängel im Goldenen Tor der Ekliptik – um 21:25 mit weniger Wolken.

Venus im Goldenen Tor der Ekliptik

Venus im Goldenen Tor der Ekliptik – 14. April 2015, 21:16 MESZ

Venus im Goldenen Tor der Ekliptik – 14. April 2015, 21:16 MESZ

In den letzten Tagen leuchtet die Venus ja wunderhübsch am Abendhimmel, und der Frühling gibt auch ein paar Beobachtungsmöglichkeiten. Sehr chic: Sie ist nicht nur sehr heller Abendstern, sondern steht auch im Goldenen Tor der Ekliptik.

Zeit, die Kamera mal wieder rauszuholen und ein paar Schnappschüsse zu machen: Beim 30mm f/1,4 passt das wunderbar auf den Sensor, und ich brauche weder Nachführung noch hohe ISO-Zahlen. Das Bild rechts ist zwei Sekunden bei f/1,8 und 250 ISO belichtet. Links von der Venus sind die Hyaden mit Aldebaran zu sehen, rechts die Plejaden.

Und danach habe ich endlich auch die Uhr der Kamera auf Sommerzeit umgestellt.