Photokina, late and lazy, und Sonnenschäden

Die Photokina ist jetzt auch schon wieder eine ganze Zeit vorbei, und viel mitgekriegt habe ich von der Messe eh nicht – am produktivsten war noch ein Treffen mit der wunderbaren Ramona Wultschner. Nicht ganz uneigennützig, muss ich zugeben, schließlich ist mein nächstes Buchprojekt gerade im Endspurt. Mehr dazu in ca. einer Woche, ein Probedruck läuft grad noch.

Auf der Photokina hätte ich beinahe meine kleine LX100 am Panasonic-Stand reinigen lassen können, nachdem ich neulich den ersten Staub auf dem Sensor hatte. Ich hatte sie ja über den Händler zum Reinigen geschickt, aber als nicht reparabel zurück erhalten. Trotzdem war der Sensor sauber; ob das jetzt Panasonic oder der Paketdienst beim Versand geschafft hat, wird wohl auf ewig ein Rätsel bleiben. Naja, in zwei Wochen geht’s wieder auf die Hurtigrute (mit der Finnmarken, Abfahrt am 24.10. in Bergen), dann werden wir sehen, was an Bildern raus kommt. Immerhin dürfte ich bis dahin die meisten dringenden Baustellen abgeschlossen haben.

Ein Bild von der Photokina will ich aber keinem vorenthalten: Eine Canon 5D, bei der bei der Sonnenfotografie der Sonnenfilter von der Kamera gefallen war. Der Verschluss ist wohl aus Titan und funktioniert noch, aber ich empfehle das trotzdem keinem zur Nachahmung.

Canon nach Sonnenfotografie ohne Sonnenfilter

There’s a little black spot on the Sun today

Im Augenblick ist ganz schön was los auf der Sonne. Bei dem Mistwetter der letzten Tage konnte man eigentlich nur auf Twitter und Co verfolgen, wie ein riesiger Sonnenfleck auf die uns zugewandte Sonnenseite rotiert ist. Der Tweet von Jan Hattenbach zeigt den Fleck und ein paar der größten des letzten halben Jahrhunderts im Größenvergleich:

Imposant, imposant – kann sich sehen lassen. In absoluten Zahlen sieht das noch besser aus:

Chic. Und wem Jupiter zu unanschaulich ist, wie wäre es mit dem Abstand Erde-Mond? Da waren die Apollo-Astronauten seinerzeit drei Tage unterwegs, und mein Renault hat grad mal ein Drittel der Strecke zurückgelegt, bevor er auseinandergefallen war:

Und gestern gab’s klaren Himmel! Also ab zur Sternwarte und Teleskope aufgebaut. Im ED80 mit Herschelkeil ist die Sonne bei weitem nicht bildfüllend, aber schön kontrastreich:

Die Sonne am 24. Oktober 2014 mit Herschelkeil und ED80/600

Die Sonne am 24. Oktober 2014 mit Herschelkeil und ED80/600

Ja, der Fleck ist wirklich so groß. Grund genug, zum Coudé zu gehen und das ganze mit 150/2250 zu wiederholen, auch wenn dann schon zwei Bilder zu einem zusammengefügt werden müsen – bei 2,25 m Brennweite passt die Sonne nicht mehr ganz auf den Kamerasensor.

Die Sonne am 24. Oktober 2014 mit dem Coudé-Refraktor der Heilbronner Sternwarte

Die Sonne am 24. Oktober 2014 mit dem Coudé-Refraktor der Heilbronner Sternwarte

Ein paar Details mehr sind nach der Bearbeitung zu sehen, aber in Webauflösung kein so großer Unterschied. Faszinierend: In der Okularprojektion sind gar nicht mal so viel mehr Details zu erkennen, die Sonne stand gegen 15 Uhr doch schon relativ niedrig. Aber einen Versuch war’s trotzdem wert:

SonnenfleckFür einen Schnellschuss aus der Stadt gar nicht so schlecht, Strukturen in der Penumbra sind zu zu erkennen. Dafür, dass bei der effektiven Brennweite das Bild schon ziemlich gewabert hat, ganz brauchbar.

Tja, und so wie’s aussieht war’s das erstmal wieder mit Sonne – für heute Abend hatten wir bei Heilbronn eine öffentliche Beobachtungsnacht, aber die fällt wohl ins Wasser. Und danach: Winter is Coming!

Sonne – 30.12.2013, 14:15

Jetzt ist es zum Jahresende doch glatt nochmal schön geworden: Hier die Sonne vom 30.12.2013 um 14:15, mit Nikon D7100, Glasfilter und dem 6″-Coudé-Refraktor der Heilbronner Sternwarte.

Sonne-2014-Dez-30Davon will ich nächstes Jahr mehr sehen als in den letzten beiden Jahren!

Ach ja, und falls wir uns nicht mehr sehen: Guten Rutsch!