Foto-Wettbewerb beim Clear Sky-Blog

Es ist mal wieder soweit: Der Stefan Gotthold macht auf seinem Clear Sky-Blog einen kleinen Fotowettbewerb. Zu gewinnen gibt es nichts, damit ist das ganze eine sehr entspannte Aktion. So ganz ohne Erfolgsdruck und nur aus Spaß an der Freude mache ich da auch gerne mit, mit einem meiner letzten Reise-Bildchen:

Mond, Plejaden und Polarlicht über Wolken

Mond, Plejaden und Polarlicht über Wolken

Als ich mein Bild so ziemlich auf den letzte Drücker eingereicht hatte, waren es noch recht wenige Fotos, und noch weniger mit grünem Himmel, mittlerweile hat er 41 Foto gesammelt, die nun unter http://www.clearskyblog.de/2016/03/05/41-astrobilder-koennen-nun-bewertet-werden-hobby-astronomie-fotowettbewerb-2016/ bewertet werden können.

Da der Wettbewerb unter keine Motto steht, ist eine schön bunte Mischung an Bildern auf seiner Seite zusammengekommen. Ich bin ganz froh, dass ich mich da für keinen Favoriten entscheiden muss – vom einfachen Schnappschuss wie meinem Bildchen bis zu Deep-Sky-Aufnahmen mit mehreren Stunden Belichtungszeit ist alles vertreten. Bis Ende vom Monat kann abgestimmt werden – zum Glück muss man sich nicht auf einen Favoriten festlegen, sondern kann jedes Bild bewerten.

Viel Spaß!

Whisky im Weltall

Da ist mir der Stefan Gotthold doch glatt mal wieder zuvorgekommen – kaum taucht man endlich einmal ab, um am nächsten Buch zu schreiben (Deadline ist im November, uff), schon verpasst man alles… Vor drei Wochen ist eine Whiskyprobe zur Erde zurückgekehrt, von der ich bei all der ISS-Beobachtung nicht mitgekriegt habe, dass sie an Bord war (war aber auch eine kleine Probe – ein paar Reagenzgläser sind von der Erde aus kaum zu sehen).

Jetzt bin ich zwar eher Weintrinker (kein Wunder, wofür wohnt man in Württemberg), aber gegen einen guten Whisky ab und zu spricht nichts. Writer’s Tears ist mir ja schon mal in Augsburg über den Weg gelaufen, und mit Hurtigruten ist auf der MS Fram auch schon ein Fass um die Welt gereist – in der Hoffnung, dass der ständige Seegang, die Seeluft und die Temperaturschwankungen den Reifungsprozess positiv beeinflussen. Zum Vergleich wurde vorher eine Probeflasche abgefüllt, und das Ergebnis gibt’s auf der Fram im Bordshop (bei den norwegischen Preisen schon für ein normales Guiness will ich gar nicht wissen, was dann ein weitgereister Whisky kostet).

Die Ardbeg-Brauerei startet ins All

Die Ardbeg-Brauerei startet ins All

Die schottische Ardbeg-Distillery hat jetzt eine ähnliche Aktion durchgeführt, aber mit handfesteren wissenschaftlichen Ambitionen und in Zusammenarbeit mit NanoRacks LLC, die die Wirkung der Schwerelosigkeit (genauer: Mikrogravitation) auf Terpene erforschen will. Im Oktober 2011 brachte eine Progress-Kapsel neben den üblichen Versorgungsgütern auch ein paar Proben mit Whisky-Destillat mit, die in der Schwerelosigkeit reifen sollten. In Anbetracht der Frachtkosten wurde natürlich kein Whisky-Fass ins All geschickt. Die Space-Vial genannte Ampulle enthielt stattdessen kleine Holzstücke – schließlich macht das Fass einiges aus beim Reifeprozess und beeinflusst den Geschmack entscheidend. Genauer gesagt geht es um Terpene, die mit dem Holz des Fasses reagieren. Drei Jahre lang umkreiste die Probe an Bord der ISS die Erde (die Marketingabteilung kürte sie zum schnellsten Whisky aller Zeiten), während eine identische Kontrollprobe auf der schottischen Insel Islay reifte, in der Ardbeg-Destillerie.

Nach Abschluss des Experiments – mittlerweile sind beide Whisky-Destillate wieder auf der Erde – wird es sie aber nicht im Bordshop der ISS zu kaufen geben. Stattdessen werden beide Proben bei NanoRacks LLC in den USA chemisch untersucht: Hat die Schwerelosigkeit die Reifung beeinflusst, und lassen sich Unterschiede nachweisen? Die Reisegeschwindigkeit dürfte übrigens keinen Einfluss haben, schließlich wurde die Probe ja nicht beschleunigt (außer kurzfristig bei Start und Landung). Viel interessanter ist, ob die Durchmischung unter Schwerelosigkeit Einflüsse hat.

Dr. Bill Lumsden, der „Head of Distilling and Whisky Creation“ bei Ardbeg, kommentiert das Experiment mit: „Unser Team hofft, herauszufinden, wie sich die Geschmacksnuancen unter unterschiedlichen Gravitationsbedingungen entwickeln. Die Ergebnisse können den Reifungsprozess für Whisky von Grund auf revolutionieren.“

Ich glaube zwar nicht, dass große Unterschiede gibt, und noch weniger, dass wir in naher Zukunft die erste Destillerie in der Erdumlaufbahn erleben werden, aber was soll’s: Bei Wissenschaft geht es ja darum, dass man eben nicht weiß, was dabei herauskommt – ansonsten wären alle Experimente nur eine intellektuelle Freizeitbeschäftigung. Im nächsten Jahr sollen die Ergebnisse vorgestellt werden – warten wir einmal ab, was dabei herauskommt. Etwas mehr Hintergrundinfos gibt es unter Ardbegspace.de und http://www.ardbeg.com.

Rosetta und der Rest vom Sonnensystem

Noch knapp ein Monat, dann hat eine vor rund zehn Jahren gestartete Mission ihr Ziel erreicht: Die ESA-Raumsonde Rosetta mit dem Lander Philae war am 2. März 2004 von der Erde gestartet und hat jetzt langsam das Ende einer Reise in Sicht, die sie dreimal an der Erde vorbeigeführt hat: den Komet 67P/Tschurjumow-Gerasimenko. Auf der Reise hat sie außerdem zwei Kometen besucht, bevor sie zum Energiesparen drei Jahre in den Winterschlaf versetzt wurde. Mittlerweile sind alle Systeme wieder online, und die ersten Bilder des Kometen sind aufgenommen worden.

Komet 67P/Tschurjumow-Gerassimenko, fotografiert von der OSIRIS-Kamera der Rosetta-Sonde am 30. April 2014.  Bild: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA)

Komet 67P/Tschurjumow-Gerassimenko, fotografiert von der OSIRIS-Kamera der Rosetta-Sonde am 30. April 2014.
Bild: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA)

Das besondere an der Mission ist der Lander Philae, der im November auf dem Komet landen soll – bereits ab August wird Rosette den Komet erkunden.

Rosetta-Modell von Stefan Gotthold

Rosetta-Modell von Stefan Gotthold

Weitere Infos zur Rosetta-Mission gibt’s bei der ESA und der DLR. Der Twitter-Account von @DLR-Next lohnt sich auch zum verfolgen. Zum Nacherleben hat Stefan Gotthold im ClearSkyBlog einen Bausatz veröffentlicht (auch wenn ein paar Details vereinfacht dargestellt sind, trotzdem hübsch).

Und was hab ich damit zu tun? Im Vergleich mit Venus Express relativ wenig (beim Venus Express Orbit Insertion Event – also als die Raumsonde in den Venus-Orbit einschwenkte – war ich im Kontrollzentrum dabei), nur mit Rosetta hatte ich bislang nichts zu tun. Aber es gibt die schöne Webseite http://sonnensystem3d.de, bei der ich an der deutschen Übersetzung mitgearbeitet habe (das Original liegt unter http://www.solarsystemscope.com) und die nicht nur ein schönes Modell vom Sonnensystem bietet, sondern auch die Rosetta-Mission beschreibt. Wer den spannenden Flug von Rosetta nachverfolgen will oder die übrigen Planeten erkunden möchte, ist hier genau richtig. Sehr chic gemacht.

Ein virtuelles Sonnensystem auf http://sonnensystem3d.de/

Ein virtuelles Sonnensystem auf http://sonnensystem3d.de/