Hurtigrute Tag 8: Von Hammerfest nach Tromsø

Havøysund

Die Rückreise geht immer viel zu schnell, aber immerhin hatten wir gestern schönes Nordlicht. Und heute? Bei bedecktem Himmel legen wir am frühen Morgen in Havøysund an (oder Hawaiisund, wie es am Abend im Tagesrückblick genannt wird) und begegnen kurz darauf der Polarlys, die auf Nordkurs ist.

Mit einer halben Stunde Verspätung erreichen wir kurz nach 11 Hammerfest, wo ich mein Standard-Programm verkürzt durchziehe: Kurz zu „meinem Bänkle“ am Musikpavillon, das diesmal tief verschneit ist, anschließend zur Kirche und zurück. Die Eiszapfen an der Grabkapelle sind eindrucksvoll – wer gegen Vampire kämpfen will, findet hier ausreichend Eispflöcke… Im Grenselandmuseum schaue ich heute leider nicht vorbei, ich habe nicht mitgekriegt, dass da heute freier Eintritt ist. Schade – von seinem Turm hat man einen guten Blick auf die Stadt; der schneebedeckte Zickzackweg macht heute keinen einladenden Eindruck. Anschließend noch ein kurzer Besuch im Eisbärenclub, dann ist auch schon Zeit für das Mittagessen, bevor alle wieder an Bord sind.

Nach Hammerfest wird das Wetter immer besser, trotzdem klingeln wir um 15 Uhr alle unsere Gäste zusammen. Mein letzter Vortrag steht an, Sternbilder und ihre Sagen. Aber das gute Wetter fordert seinen Preis, bei einigen gewinnt der Mittagsschlaf gegen meine Märchenstunde. Aber das ist okay – heute Abend erreichen wir Tromsø kurz vor Mitternacht, dann kommt das Mitternachtskonzert in der Eismeerkathedrale und für die ganz Harten morgen früh die Vesterålen-Bustour. Und für heute Abend zwischen Skjervøy und Økysfjord ist gutes Wetter mit Polarlicht angesagt…

Øksfjord

Ich schaffe es, mit meinem Vortrag im zeitlichen Rahmen zu bleiben und danach noch einen Blick auf Øksfjord zu werfen. Der Ort hat zwar wenig schöne Architekrut, liegt aber wunderbar in einem verschneiten Fjord. So stellt man sich Norwegen vor.

Unsere Fahrt geht weiter in die klare Abenddämmerung, das Wetter wird immer vielversprechender. Gut, dass wir die erste Abendessensitzung um 18 Uhr habe. Heute steht wieder Fisch auf dem Plan, und ich komme bis zum Hauptgang. Vor dem Nachtisch heißt es dann: Vi har Nordlys!

Also kein Nachtisch, sondern ab an Deck. Deck 7 ist voll, da komme ich nicht mehr an die Reling, um meine Kamera zu befestigen, also ab auf Deck 5 – hier ist weniger los. Im Augenblick sind ohnehin noch 150 Iren an Bord, die die Tour Tromsø-Kirkenes-Tromsø machen und ebenfalls das Nordlicht sehen wollen – dementsprechend voll ist es auf dem Schiff.

Richtiges Polarlicht!

Aber bis Skjervøy sind fast perfekte Bedingungen, und Nordlicht in der Dämmerung hat was. Sehr, sehr chic. In Skjervøy ist ein kurzer Halt, um den Speicherchip freizuräumen – die kleine Panasonic LX100 kann auch Zeitraffer (sogar mehr Bilder am Stück als meine große Spiegelreflex, eigentlich eine Unverschämtheit), dementsprechend schnell wird der Platz knapp. Sogar in Skjervøy ist das Polarlicht zu sehen, schön, hell und mit langsamen Veränderungen.

Nach Skjervøy gibt es dann die lange, ruhige, schöne Show: Bis die Lichter von Tromsø gegen halb 12 zu hell werden, steht das Polarlicht am Himmel, mal heller, mal dunkler, immer in diesem geisterhaften Grün und gelegentlich mit Bewegung, wenn es majestätisch im Sonnenwind weht. Das finde ich sogar noch beeindruckender als die schnellen, bunten Wirbel, die wir gestern zwischen Wolken sahen. Atemberaubend. Heute Abend hatte jeder die Chance, richtiges Polarlicht zu sehen, wenn er ein paar Schritte von den hellen Lampen weg gegangen ist. Je dunkler der Standort, desto besser.

Meine Ausbeute: Rund 6500 Fotos, mit denen meinen Laptop bis zum nächsten Abend beschäftigt ist. Hier sind schon mal die ersten Ergebnisse im Zeitraffer:

Da weiß man wieder, warum es einen immer wieder in den Norden zieht.

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