Tag 4: Auf See

Déjà Vu: Morgenrot in Trondheim

Déjà Vu: Morgenrot in Trondheim

Am Donnerstagmorgen liegt die Finnmarken immer noch in Trondheim, aber das ist (noch) okay: Schließlich haben wir das Frühstück so gelegt, dass wir zur geplanten Abfahrt an Deck sein können. Die vorbeifahrende Polarlys um halb neun verpasse ich zwar, aber um kurz nach 9 legen wir endlich ab – und über die Schifflautsprecher ertönen Fanfaren und Musik. Das mag ich an Norwegen: Es wird nicht alles bierernst genommen.

[A propos Frühstück und Restaurant, bevor ich es vergesse: Mittlerweile stehen Kaffeekannen auf dem Tisch; für die Koffeinjunkies ist also auch gesorgt. Und den O-Saft gibt es jetzt aus wieder aus dem Automat, was mir auch sympathischer ist als eine edle Karaffe, bei der jeder mit dem Verschluss kämpft. Und Mittags und Abends gibt es Table Water, auch wenn die Flasche diesmal nicht auf dem Tisch stehen bleibt.]

Wir fahren!

Wir fahren!

Aber zurück zum Schiff: Durch den Trondheimfjord geht es nun entlang unserer normalen Route. Wie angekündigt lassen wir die Häfen bis Tromsø aus, zum Glück bleiben wir aber in der Nähe der Küste: Auch wenn das Wetter nicht so toll ist, gibt es also immer etwas zu sehen. Wer will, kann mit einem Film über die samische Geschichte starten, und anstelle der Ausflüge nach Munkholmen werden die Passagiere zu Bier- und Weinproben eingeladen. Wir finden um 11 Uhr Zeit für unseren zweiten Vortrag: Wie funktioniert eigentlich unsere Sonne? Ein wenig technischer darf es mal werden, aber wir schaffen es, dass alle bis zum Ende durchhalten – das durch den Kjeungskjærfyr markiert wird. Pünktlich zur Vorbeifahrt schicke ich alle an Deck, damit dieser Leuchtturm wieder zum meist-fotografierten der Reise werden kann. Ich kriege mal wieder nichts von ihm mit: Wir haben diesmal den zweiten Konferenzraum auf der falschen Seite vom Schiff und müssen noch ein wenig aufräumen.

Stokksund

Stokksund

Nach dem Mittagessen fahren wir gegen 13:30 sogar in den Stokksund ein. Er war eigentlich nur für schönes Wetter geplant, aber jetzt haben wir ausreichend Zeit und testen die Steuerung: Butterweich geht es durch den engen Sund, nur das Nieselwetter macht die Fahrt etwas unbequem – zumindest für die am Bug; im Panoramasalon dürfte es angenehmer sein. Aber nur vom Bug aus oder von Deck 8 sieht man, wie niedrig so manche Brücke ist.

Die Fahrt über die Folda ist für uns trotz der rund fünf Meter hohen Wellen recht erträglich, die Wellen kommen zum Glück von hinten. Wer für Seekrankheit anfällig ist, hat natürlich trotzdem ein Problem. Einige verschwinden in der Koie oder stellen fest, dass es bei diesem Seegang draußen an der frischen Luft am besten für sie ist. Patentrezepte gegen Seekrankheit gibt es leider nicht.

Trotzdem: Ganz harmlos ist die Fahrt nicht, kleinere Boote, denen wir begegnen, werden ganz schön durchgeschüttelt. Die Masse der Finnmarken und ihre Stabilisatoren sind da sehr angenehm. Wie die Fahrt wohl mit der ersten Finnmarken gewesen wäre, vor rund einem Jahrhundert?

Rørvik

Rørvik

An Rørvik rauschen wir gegen halb sechs vorbei, und die Fahrt geht an der Insel Leka vorbei nach Brønnøysund. Pünktlich zum Abendessen kommt dann die Durchsage, dass es Nordlicht gibt – was korrekt ist, aber leider zeigt es kaum Strukturen und ist nur hinter den Wolken zu sehen. Die große Show bleibt aus. Kurz vor Brønnøysund biegen wir auch links ab (der Torghatten ist in der Dunkelheit zu erahnen), und es wird sehr unangenehm am Bug: Der eisige Wind erwischt uns nun voll; Zeit, um die Kameras abzubauen. So etwa von 19:50 bis 20:20 MESZ konnten wir so etwas Grün am Himmel sehen. Also gerade lange genug, um den Hauptgang des Abendessens abzubrechen und den Nachtisch zu verpassen.

In Anbetracht des Wetters können wir um 21 Uhr mit unserem nächsten Vortrag starten: Der Sternenhimmel, samt einigen griechischen Sagen. Leichte Kost zu später Stunde, und hoffentlich eine gute Alternative zum bedeckten Himmel draußen.

Im Lauf des Abends passieren wir Sandnessjoen, und in der Gegend der Sieben Schwestern gibt es vor Mitternacht noch einmal Polarlicht. Im Prinzip eine gute Show, zumindest zeigt die Kamera, dass der halbe Himmel grün ist. Ein Überfluss an Wolken und ein Mangel an Strukturen im Polarlicht lassen das ganze jedoch zu einer unbefriedigenden Show werden, und irgendwann geben wir auf. Mal sehen, was der nächste Tag bringt. Immerhin scheint unser Aufenthalt in Tromsø länger zu dauern.

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One thought on “Tag 4: Auf See

  1. Hallo, ein Gruss an euch von einem Teilnehmer der G-100 vomJanuar. Ist der Pool diesmal bei den Wellen in seinem Becken geblieben, oder wie im Januar wieder ueber den Rand gelaufen.
    Wuenschen euch noch einen besseren Reiseverlauf , ohne Motorausfall, als bisher.
    PS. Vor allem viel und gutes Nordlicht.

    Gruβ. Hermann, und Doris

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