Tag 1: Auf nach Bergen

Es geht wieder einmal nach Bergen – am 24. Oktober startet ein SAS-Maschinchen von Stuttgart nach Bergen. Und da die A81 nach Stuttgart zurzeit ein einziger Stau ist, heißt es viel zu früh starten. Um fünf Uhr losfahren, um rechtzeitig zum Abflug (10:05) im knapp 70 km entfernten Stuttgart zu sein. Irgendwas läuft falsch in diesem Land…

Kopenhagen

Kopenhagen mit bestem Wetter

Immerhin ist so mehr als genug Puffer drin, um morgens nach der Fahrt durch die regnerische Nacht noch in Stuttgart einkaufen zu gehen und dann mit dem Fliegerchen nach Kopenhagen zu hüpfen, bevor es weiter nach Bergen geht. Es ist richtig ungewohnt, ohne einen Besuch in der Enteisungsstation Richtung Norden zu fliegen.

In Bergen dann die Überraschung: Entweder haben wir uns verflogen, oder Bergen ist kaputt – jedenfalls scheint die Sonne und gibt ein paar völlig ungewohnte Blicke auf die Stadt. Der Neubau vom Flughafen schreitet auch rasch voran. Beeindruckend. Hier sammeln wir dann auch die Gäste der Gruppe ein – über 80 – und starten zu einer kleinen Stadtrundfahrt, die gegen 18:30 an der Finnmarken endet.

Auf dem Schiff dann erstmal Stress und Hektik: Wir legen dank Herbstfahrplan bereits um 20:00 Uhr ab, damit bleibt nicht viel Zeit, um sich auf dem Schiff einzurichten. Vorher geht’s noch kurz in den Kiwi, Getränke und Schokolade kaufen. Rett-i-koppen gibt’s nur in der Light-Version – mal sehen, wie das schmeckt.

Dann ab ans Buffett (sehr schön: Den Koch hatten wir letztes Mal auch, am Ende der Reise – das heißt, das Essen ist gut, und Eis gibt’s auch), und zu den Vorbesprechungen: Um 20:30 ist die Vorstellungsrunde vom Schiff, und das Auslaufen aus Bergen verpasse ich, weil noch die Vortragsräume reserviert werden müssen. Kleines Problem: Es sind noch einige Gruppen mehr an Bord, und eine hat jeden Tag reserviert. Eine englischsprachige Astronomie-Tour, einer ihrer Lektoren ist Ian Ridpath – sein Sternsagen-Buch kenne ich natürlich, ich habe ja selbst noch eines in Arbeit. Cool. Nur dass er ähnliche Vortragszeiten plant wie ich ist weniger cool, aber man ist das improvisieren ja gewohnt. Immerhin ist er ein netter Kerl.

So gegen 22 Uhr sind wir bereits aus Bergen raus und seit zwei Stunden unterwegs; langsam kehrt Ruhe ein, und man könnte in Ruhe was trinken. Volker und ich machen naturgemäß vorher noch einen kleinen Besuch am Bug, wo uns ein klarer Himmel und eine helle Wolke im Norden erwarten. Das wird doch nicht… Schnell zurück in die Kabine, die Kamera und: Es ist grün.

Wahnsinn. So weit im Süden hatte ich noch nie Polarlicht (zugegeben: noch nicht einmal klaren Himmel). Wir entscheiden, dass dieser Schimmer eine Durchsage wert ist, und trommeln alle an Deck. Fein: Es füllt sich rasch, und „unsere Leute“ halten auch lange durch. Könnte eine gute Reise mit einer tollen Truppe werden. Es gibt auch immer wieder Strukturen im Polarlicht und einen Hauch von geisterhaftem Grün, gleichzeitig ist die See schön ruhig. Langer Rede kurzer Sinn, hier ist schon mal das Ergebnis:

Gegen vier Uhr gab es wohl noch einmal einen Schwung Polarlicht, aber da gab gab es keine Durchsage mehr. Schade, aber es wird hoffentlich noch mehr zu sehen geben in den nächsten Tagen.

Vom Westkapp kriege ich diesmal nichts mit – kurz nach 7 Uhr sind wir am nächsten in Torvik und etwas später in Ålesund, aber die See ist sehr ruhig. Mal sehen, was die nächsten Tage bringen. Der Start ist vielversprechend.

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