Tag 2: Ålesund

Ruhige See rund um's Westkapp.

Ruhige See rund um’s Westkap.

Der Tag beginnt früh: Kurz nach sieben werde ich wach, wir liegen – etwas vor dem Zeitplan – in Måløy. Damit kriege ich diesen Hafen auch mal mit, dabei wollte ich das gar nicht – aber meine Kabine ist direkt über Ladeluke, und es ist etwas laut. In anderen Kabinen soll es dagegen ruhiger sein, und die Finnmarken ist trotz aller Annehmlichkeiten immer noch ein Hurtigruten- und somit Arbeitsschiff. Immerhin kann ich so ohne Wellengang duschen, wobei auch das Westkapp dieses Mal lieb zu uns ist: Beim Frühstücksbuffet schwankt kaum jemand zu seinem Tisch, die See ist ruhig. Auf dem Umlaufdeck nutzen auch einige die Möglichkeit, Kalorien abzutrainieren und laufen rund um das Schiff, und die Fotografen sind auch schon aktiv – ist ja auch eine schöne Landschaft.

Für unsere Gruppe steht vor Ålesund der erste Vortrag an. So verpassen wir zwar Torvik, aber es gibt noch mehr Häfen, die auch nicht weniger hübsch sind. Der Konferenzraum langt für unsere Gruppe gut aus, und das Headset-Mikrofon hat auch eine gute Qualität. So macht Vortraghalten Spaß. Pünktlich um 11:26 sind wir mit Vortrag und Fototipps durch – rechtzeitig zum nächsten Tageshighlight, dem vorgezogenen Mittagsbuffet um 11:30.

Das Highlight des Tages ist natürlich die Jugendstilstadt Ålesund – immer wieder hübsch und der Grund für das frühe Mittagessen. Das Kaffeepaket mit der berühmten roten Hurtigrutentasse ist seit dem 1. Januar 2016 übrigens Geschichte, dafür gibt es im Restaurant wieder kostenlos Wasser zum Essen dazu, wenn man danach fragt. Auch nicht schlecht; vor einigen Jahren gab es das wohl schon mal. Damit gehören Getränke beim Essen zur Vollpension, wie man es eigentlich erwartet; der kostenlose Kaffee nach dem Essen ist dafür wohl erst einmal Geschichte.

Ganz angenehm auf der Finnmarken: die Kabine ist etwas größer als auf der Nordkapp und hat einen Kühlschrank. (Und einen Fernseher. Wer braucht auf einer Hurtigrutenreise bei der Landschaft einen Fernseher? Okay – er dient als Infokanal für die Durchsagen, die auf anderen Schiffen über das Telefon laufen. Das ist das erste Mal seit Jahren, dass ich wieder einen Fernseher anschalte…) Daher wird Ålesund nicht nur zum Sightseeing genutzt, sondern auch zum Vorräte einkaufen.

Mit Spikes ist auch der Hausberg Aksla kein Problem (ohne ist er trotz der neuen Treppen anspruchsvoll, aber durchaus machbar), und nach der Tour bleibt genug Zeit, um im Kiwi Vorräte zu kaufen. Neben den berühmten Gebäuden hat Ålesund auch einiges an Kunst zu bieten. Die Statuen werden immer wieder gerne fotografiert.

Die Kirche von Ålesund.

Die Kirche von Ålesund.

Diesmal nehmen wir uns auch Zeit, um bei der Kirche vorbeizuschauen, die zusammen mit der Schule das Stadtbild prägt, aber in der entgegengesetzten Richtung zum Aksla liegt. Ein hübscher Bau. Beim Rückweg zu Schiff ist Schnee kein Problem, nur die Regenrinnen der Häuser, die für so manche Eisfläche sorgen.

Der Rückweg führt natürlich auch an dem Bootsbauprojekt vorbei, das ich schon auf den letzten Touren verfolgen konnte. Mittlerweile nimmt der Nachbau eines Fischerbootes echte Formen an. Das Bankskøyta-Projekt rekonstruiert eines der typischen Boote, die noch bis etwa 1900 im Einsatz waren. Neben der Finnmarken wirkt es richtig winzig.

Alt trifft neu: Das Bankskøyta-Projekt nimmt Formen an.

Alt trifft neu: Das Bankskøyta-Projekt nimmt Formen an.

Anschließend bleibt etwas freie Zeit: Den Nordlichtfilm des Schiffs kenne ich ja schon, und er enthält auch keine Widersprüche zu meinem Nordlicht-Vortrag. Im Panoramasalon („Brotoppen“, also die „Spitze über der Brücke oder so“ – auf gut schwäbisch wäre das wohl der (mit einer Bar sehr gut ausgebaute) Dachboden vom Schiff…) ist wenig los, und ich konnte die Zeit für den gestrigen Blogbeitrag nutzen. Das Wetter ist zwar angenehm, aber bedeckt, sodass ich die malerische Abfahrt von Ålesund nicht im Bild festhalten muss.

Das Oberdeck der Finnmarken hat seinen Reiz – und der Sonnenuntergang natürlich auch.

Das Oberdeck der Finnmarken hat seinen Reiz – und der Sonnenuntergang natürlich auch.

Na gut: Ein paar Fotos mache ich doch, wie die Sonne am Horizont noch einmal unter den Wolken hervorlinst. In den Mittagsstunden auf dem Aksla war es schon eindrucksvoll, wie sie knapp über den Berggipfeln hervorschaute.

Aber ich bin ja nicht zum Spaß hier: Um 16:30 stand dann Meet and Greet auf dem Programm. Bei einem Sektempfang stellten wir uns alle vor, und die beiden Reiseleiter informierten über allerhand organisatorisches. Anschließend war Kamerahilfe angesagt: Viele nutzen die Chance, mit uns die besten Kameraeinstellungen durchzugehen. Das ist sehr angenehm, denn noch ist Zeit, um in Ruhe alles zu testen und ggf. in Trondheim Zubehör zu kaufen – weiter nördlich gibt es keine Fotoläden mehr an unserer Route. Und mit etwas Glück klappt dann auch alles, wenn das erste Nordlicht kommt.

Während unserer Infoveranstaltung.

Während unserer Infoveranstaltung.

Dann ging es auch schon weiter zum Abendessen (durchaus lecker – daher stammt wohl der gute Ruf, den die Küche der Finnmarken hat), und das war es dann mit Terminen. Nur noch eine Schiffsbegegnung mit der Vesterålen, die eine überraschend starke Lichthupe hat, und einige Blicke in den Himmel. Jede helle Wolke zog Aufmerksamkeit auf sich, aber noch gibt es kein Polarlicht: Die Wolken sind gelb und werden von den Ortschaften an der Küste angestrahlt. Polarlichtaktivität gibt es zwar, aber sie bleibt hinter den Wolken verborgen.

Hoffen wir auf gutes Wetter in den nächsten Tagen!

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