Hurtigruten Tag 5 – Polarkreis, Sonne, Wikinger und Trollfjord

Die Kabinen in den Hurtigrutenschiffen haben keine Fenster zu öffnen, dafür eine Klimaanlage, die trockene Luft produziert. Tipp von Tour Guide Marko: Ein Handtuch nassmachen und auswringen, danach kann es als Luftbefeuchter dienen. Ein Glas Wasser irgendwo hinzustellen ist auf einem Schiff keine besonders gute Idee. Aber das Handtuch funktioniert gut.

Ebenfalls keine gute Idee: Nur auf das WLAN des Schiffs zu vertrauen. Internet geht zwar ganz gut (vor allem nach Mitternacht, wenn die meisten im Bett sind und man die Verbindung für sich alleine hat), aber EMail abrufen geht überhaupt nicht. Die Lösung: Der Weekpass der Telekom, um für läppische 15 Euro online gehen zu können. Zum Glück ist man mittlerweile das norwegische Preisniveau gewohnt.

Das Highlight of the Day ist am 25. Februar die Überquerung des Polarkreises um 7:12 Uhr. Es heißt also früh aufstehen, wenn man die Insel mit der Weltkugel links am Schiff vorbeiziehen sehen will.

Am Horizont: Die Insel mit dem Polarkreismonument. Auf Deck 7 war's eng, Deck 5 dürfte frei gewesen sein...

Am Horizont: Die Insel mit dem Polarkreismonument. Auf Deck 7 war’s eng, Deck 5 dürfte frei gewesen sein…

Die Weltkugel, die den Polarkreis markiert.

Die Weltkugel, die den Polarkreis markiert.

Trotz der Kälte gibt es Gedränge auf dem Schiff, jeder will ein Foto – was bei dem Dämmerlicht nicht ganz einfach ist; viele Bilder werden noch am selben Tag wieder gelöscht. Das Schiffshorn kündet die Passage an, und kurz darauf verlassen die Fotografen die Reling – es ist wieder Platz, um in aller Ruhe die zurückbleibende Kugel zu fotografieren. Das Begrüßungsgetränk zum Aufwärmen und Wachwerden zieht die Meute nun mehr an als die beleuchtete Kugel.

Die schöne Landschaft, an der wir jenseits des Polarkreises entlang fahren, genießen wir dann in aller Ruhe vom Frühstücksbuffet aus. Schon eine Stunde später gibt’s den nächsten Foto-Termin, als uns die MS Nordnorge entgegenkommt.

Damit auch ja keiner zur Ruhe kommt, steht um 9:30 dann das hübsche Örtchen Ørnes auf dem Programm, bei dem wir allerdings nicht aussteigen – der Aufenthalt ist kurz.

Der Hafen von Ørnes.

Der Hafen von Ørnes.

Übrigens ist es immer noch nicht kalt: obwohl Winter ist, hat auch Norwegen 2014 nicht besonders viel Schnee abgekriegt. Die Temperaturen sind frisch, aber nicht unerträglich. Aber damit damit keinem zu warm wird, steht kurz nach zehn die Polarkreistaufe an, mit Eiswürfeln in den Nacken und einem Schnaps hinterher, anschließen Fototermin mit König Neptun (auch wenn Njørd die Urkunde unterschrieben hat).

Fototermin mit Neptun (der aus gutem Grund verkleidet ist...)

Fototermin mit Neptun (der aus gutem Grund verkleidet ist…)

Tipp: Wer als letzter dran ist, erhält alles übriggebliebene Eis. Ideal für alle, denen doch noch zu warm ist…

Auf den nächsten Höhepunkt verzichtete ich wieder: Die Fahrt zum Saltstrømen dürfte zwar ganz nett sein und das Fliegereimuseum von Bodø auch, aber da die Stadt im Krieg völlig zerstört wurde und heute eher zweckmäßig als schön ist, verbrachte ich den Aufenthalt in Bodø lieber damit, den Vortrag nochmal aufzupolieren.

Die gute Neuigkeit des Tages: Mittlerweile waren endlich alle Koffer aufgetaucht, und jetzt konnten alle die Reise entspannt antreten. Irgendwo hinter Ørnes war auch die Sonne erstmals aufgetaucht – ganz passend, da die Sonne auch das Thema des heutigen Vortrags war. „Der Stern von dem wir leben“ hat ja einiges zu bieten, und diesmal gab es auch keinen anschließenden Fototermin, sodass danach noch die Chance für eine Fragerunde bestand. Hier kam auch mein kleines Handspektroskop zum Einsatz.

Heute Abend durfte es aber keine Polarlichter geben: Volker und ich waren beide auf dem Lofotr-Wikingerfest, das auch von all denen genossen wurde, die beim Essen Probleme mit dem schwankenden Schiff hatten. Nach einer längeren Busfahrt begrüßte uns ein Wikingerhäuptling in einem an historischer Stelle wieder errichteten Langhaus, und ein Fest wurde nachgespielt – inclusive den Versuche, seinen Sohn zu verheiraten und den Sklave zu verkaufen. Nette Show, gutes Essen und leckeres Met, und auch der Tanz war ganz witzig (wenn auch unkoordiniert, und einige Gäste hatten sich gedrückt).

Auf dem Lofotr Wikingerfest.

Auf dem Lofotr Wikingerfest.

Schade war nur, dass wir nur eine Stunde Zeit hatten – schließlich mussten wir das Schiff in Svolvær erwischen. Da ein Engländer wohl seine Kamera am Festbankett vergessen hatte (auch wenn sie nicht wiedergefunden wurde), hatten wir trotzdem leichte Verspätung. Aber wir kamen fast in dem Moment an, als Marko durchsagte, dass das Schiff ausnahmsweise auf uns warten würde. Daher legten wir doch noch pünktlich ab.

Ach ja, freudige Überraschung: Auf der Fahrt zum Bus und am Langhaus hatten wir einige Sterne gesehen; am Schiff standen aber wieder Wolken und keine Polarlichter am Himmel. Trotzdem waren etwa eine halbe Stunde vor Mitternacht alle an Deck: Der berühmte Trollfjord stand auf dem Programm. Er sollte vom Schiff beleuchtet werden, außerdem konnte man bei Marko einen Voucher für einen Magic Drink auf Deck 7 erwerben – zusammen mit einer Trolltasse. Nach einer Rücksprache mit Angelika hatten wir die Info, dass der Fjord am Bug am besten zu sehen sein sollte. Dummerweise hatte das niemand dem Käptn gesagt, und so drängten sich einige am Bug, während die Scheinwerfer ziellos in der Gegend herum fuhren und Felsen sowie kleine Eisschollen beleuchteten – die Fahrt in den Fjord ist im Winter zu gefährlich, da Eis oder Gestein auf das Schiff stürzen kann.

Das war nicht der Trollfjord, der hier beleuchtet wurde.

Das war nicht der Trollfjord, der hier beleuchtet wurde.

Die Show war wohl eindeutig für die zahlenden Gäste auf dem Sonnendeck und nicht für die frierenden am Bug. Immerhin: Als das Schiff dann wendete, konnten wir doch noch einen Blick auf den Eingang zum Trollfjord erhaschen. Ohne Schiffsbeleuchtung. Und damit hatten wir für heute genug gesehen.

Trollfjord, 1. Versuch

Trollfjord, 1. Versuch

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