Tag 11: Von Trondheim nach Hause

Die Vesterålen

Die Vesterålen

Alles hat ein Ende – und nach dem Feuerwerk gestern Abend ist diese Reise rundum gelungen. Ich hatte schon befürchtet, auf dieser Fahrt nur normales Polarlicht zu sehen, aber jetzt sind auch wir beiden Lektoren zufrieden. Die Trollfjord hat irgendwann gegen 6 Uhr in Trondheim angelegt, und jetzt zeigt sich auch, wer Reiseprofi ist und wer nicht: Die ersten drängen schon früh vom Schiff oder sammeln sich an der Rezeption, während andere in aller Ruhe frühstücken und vielleicht noch einen Blick auf die Vesterålen werfen. Das einzige noch im Dienst befindliche 80er-Jahre-Schiff der Hurtigrute liegt direkt hinter uns am Kai, vor einem malerischen Sonnenaufgangshimmel.

Viel bleibt nicht zu sagen: Wer unsere Infoveranstaltung aufmerksam verfolgt hat, findet den richtigen Transferbus zum Flughafen ohne Probleme. Um zehn Uhr fährt ein Bus direkt zum Flughafen; wer einen späteren Flug hat, hat noch eine Dreiviertelstunde Aufenthalt in Trondheim. Statt am Flughafen können wir so etwas Wartezeit in der Nähe des Doms verbringen. Einige kaufen noch eine Eintrittskarte, wir werfen einen Blick in den Hof des Bischofssitzes direkt daneben.

Besonders beeindruckend finde ich den Schneemann mit den Teufelshörnchen im Innenhof, oder was auch immer das darstellen soll… Das Schild „0 km bis zum Nidaros-Dom“ hat übrigens auch seine Berechtigung: Es markiert das Ende eines ganzen Netzwerks aus Pilgerwegen, die alle zum Nidaros-Dom führen. Als Olavsweg oder Nidaroswege erinnern sie an den Heiligen König Olav.

Im Augenblick ist High-Life in Trondheim, da die NATO eine Übung mit 19.000 Soldaten hat; auch unsere Busfahrer sind nicht aus Trondheim, sondern wegen diesem Großereignis vor Ort – da wird viel Personal gebraucht. Dennoch finden sie den Weg zu Flughafen, wo wir wieder auf Margit treffen, einen Blick auf den automatischen Check-In werfen und dann noch rund drei Stunden warten, bis endlich auch unser Flieger geht.

Die NATO nebelt den Flughafen ein

Die NATO nebelt den Flughafen ein

Wir blieben noch einige Zeit im nationalen Bereich, da er mehr zu bieten hat als der internationale Bereich, aber irgendwann hat man sowohl den Pizza Hut als auch die Buchhandlung durch. Immerhin sorgt die NATO für etwas Unterhaltung: Auf dem Rollfeld gegenüber steht eine große Transportmaschine, und immer wieder starten Hubschrauber, die dabei den halben Flughafen mit aufgewirbeltem Schnee einnebeln. Kurz nach 15:00 geht dann auch unsere Maschine nach Kopenhagen, und ich verbrate meine Vielfliegerpunkte mit Cola, Apfelsaft und Schokolade zusätzlich zu dem Gratis-Kaffee, den SAS zum Flug serviert. So fliegt es sich fast wie in SAS Plus (der „ersten Klasse“, und ich bin ausnahmsweise nicht völlig ausgetrocknet, als wir in Kopenhagen landen. Also gönne ich mir für den Weiterflug nach Frankfurt den selben Luxus noch einmal.

Das war’s dann auch schon fast: Das Gepäck landete irgendwann auch auf dem Gepäckband, und Abends um 20 Uhr war die Autobahn auch schön frei. Jetzt muss ich nur noch etwas Verwaltungskram erledigen und meine Polarlichtaufnahmen zu einem Film zusammenfassen, und dann war es das vorerst mit Norwegen. Anfang April startet dann meine letzte Reise für diese Saison, wieder auf der Trollfjord – einmal darf ich noch:-)

Sieben Minuten Nordlicht-Video

Lately it occurs to me
what a long, strange trip it’s been…

Endlich ist es soweit: Ich habe alles von der Februar-Tour von Nordlicht & Sterne aufbereitet. Bis zum letzten Tag hatte ich ja noch gedacht, es wäre nur eine angenehme Reise mit gutem, aber nicht überwältigendem Nordlicht – schönes Wetter, nette Leute, gutes Schiff, ruhiges Wetter. Und dann, am letzten Abend, hat die Aurora sich noch einmal für uns ins Zeug gelegt, sodass es wieder eine tolle Reise war. Sie hat auch genau zum richtigen Zeitpunkt geendet: Auf dem letzten Stück nach Bergen hatte die Trollfjord mit Wind bis zu 30 m/s zu kämpfen, also über 100 km/h. Wir hatten auf der Reise ja praktisch einen Ententeich; vielleicht hängt es damit zusammen, dass es am letzten Abend auch Ente gab… Jedenfalls hat Trondheim als Endpunkt gut gepasst.

Mittlerweile habe ich auch die Bilder von Marcus (die gibt’s nur für die Reiseteilnehmer, also werft mal eine Blick auf die Seite zur Reise), und außerdem sowohl seine Zeitrafferfilme als auch die von Uwe Scheibler, der das Hurtigforum an Bord vertreten hat. Das Ergebnis kann sich sehen lassen:

Auch die nur durchschnittlichen Polarlichter vom Beginn der Reise (wobei: Man bedenke, wo wir sie gesehen haben!) waren nicht nur im Film beeindruckend, und da mit Marcus und mir zwei Fotobegeisterte an Bord waren, haben wir sie gleich doppelt festgehalten. Uwes Kamera ist natürlich auch beeindruckend, aber in Echtzeit hätte ich noch mehr Viseomaterial als so schon… Meine Lehre für die nächste Reise: Ich muss meine Kamerahalterung noch besser an die Reling der Trollfjord anpassen. Ich habe da schon eine Idee, Anfang April kann ich dann testen, ob mein Plan aufgeht:-)

In diesem Sinne: Licht aus, und genießt den Film!