Polarlichtvideo und Kurztrip Tromsø

Aufräumarbeiten… vor einer Woche bin ich von der Hurtigrute zurückgekommen, und schon ging es noch einmal für fünf Tage nach Tromsø. Das Wichtigste zuerst: Mein Nordlicht-Video der Reise ist jetzt auf Vimeo anzuschauen, damit ist die Reise für mich auch abgeschlossen.

Hier ist es, mit über 10 Minuten mein bislang längstes:

Nordlicht und Sterne mit der Hurtigrute im Oktober 2017 from Alex Kerste on Vimeo.

Leider bietet Vimeo bei einem kostenlosen Account keine Downloadmöglichkeit mehr an…

Und der anschließende Trip nach Tromsø? War schön, und hat fast alle Farben geboten:

Alle Farben in Tromsø

Mit langer Belichtung wird’s grün…

Nur Grün am Himmel hat sich rar gemacht – schlechtes Wetter plus wenig Sonnenaktivität plus Mietautos ohne Spikes haben der Nordlichtjagd einen Strich durch die Rechnung gemacht. Schön war es trotzdem. Immerhin: Der Wintereinbruch hat Tromsø in ein Winterwunderland verwandelt, und auf Land stand die Kamera lange genug ruhig, dass doch ein paar nette Polarlichtbilder dabei raus kamen. Das ist schon ein Unterschied zu dem Gewackel auf dem Schiff.

Auf dem Storsteinen war etwas Polarlicht über Tromsø zu sehen, aber dafür ein wunderschöner Mondhalo. Hat auch seinen Reiz:

Mond-Halo über dem Storsteinen

Ein Hauch von Grün

Und ein Hauch von Grün war sogar über Tromsø zu sehen, bevor es wieder nach Hause ging. Für mich ist jetzt erst mal ein Jahr Pause, die nächste Hurtigrute steht voraussichtlich erst wieder im November 2018 an. Was sich bis dahin noch an Reisen ergibt? Mal sehen. Ich werde schon was finden.

Neues Buch: Digiskopie – Fotografie mit Spektiven

So ganz langsam gewöhn ich mich dran: Ich hab mal wieder ein neues Buch draußen! Trotzdem ein schönes Gefühl…

Diesmal geht es um Fotografie, genauer gesagt: Wie fotografiere ich mit Handy, Kompaktkamera oder DSLR durch Fernglas oder Spektiv? Im Prinzip ist das ja einfach und benötigt kein Buch, aber es gibt doch einiges, worauf man achten kann und sollte, um die besten Ergebnisse zu erreichen. Ich hätte vorher nie gedacht, was man alles über Fotostative schreiben kann…

Im Augenblick läuft die Veröffentlichung auf Amazon; bis zum Wochenende sollte es als Print- und EBook verfügbar sein. Es ist wieder einmal nur über Amazon erhältlich – ich hatte es diesmal zwei Verlagen angeboten, und einer hat sogar geantwortet, aber die Digiskopie ist doch noch nicht so bekannt, dass sie zugegriffen hätten. Aber offen gesagt: Der einzige Nachteil ist, dass es nicht über den stationären Buchhandel erhältlich ist. Vielleicht bringe ich ja eines der nächsten drei Projekte bei einem Verlag unter; aber ich bin mit Amazon auch nicht unzufrieden. Damit habe ich immerhin volle Kontrolle, auch wenn ich mich um alle Bildrechte selbst kümmern muss.

Bei einem Buch über Fotografie ist der günstigere Schwarz-Weiß-Druck natürlich sinnlos, daher gibt es das Büchlein nur in Farbe – und als EBook, wieder einmal ohne DRM. Die Datei lässt sich also mit den üblichen Programmen auch für andere Geräte als den Kindle konvertieren, auch wenn sie nur über Amazon vertrieben wird. Da Sachbücher eher selten von vorne bis hinten durchgelesen werden, kann ich es aber nur zum Kauf und nicht zum Ausleihen anbieten. Amazon bezahlt pro gelesener Seite…

Made with an iPhone

Mit dem Blick ins Buch kann sich dann aber wie üblich jeder einen Eindruck davon verschaffen, was ihn erwartet. Bis der aktiviert ist, hier schon einmal die Kapitel:

Das richtige Spektiv
Überblick über die verschiedenen Bauarten und worauf zu achten ist
Wissenswertes über Stative
Worauf man beim Kauf von Stativen und Kugelköpfen achten sollte
Die richtige Kamera
Was sollte eine Kamera können, damit man sie sinnvoll mit dem Okular „verheiraten“ kann
Die Kamera am Okular
Alles zur Kameraadaption – von Freihand bis zu professionellen Lösungen
Etwas Theorie
Ein paar Formeln, aber auch Bildbearbeitung
Bildfehler
Was alles schief gehen kann
Zum Abschluss…
Bildgestaltung, Motive finden und mehr.

Wem das Buch gefällt: Gerne weitersagen:-) Und wer beim Fotografieren Erfolg hat: Vom Handy aus lassen sich die Bilder ja wunderbar weiterverbreiten. Viel Spaß!

Mit Handy und Spektiv sind Bilder möglich, für die man vor kurzem noch eine DSLR mit großem Teleobjektiv benötigte

Die 2. Auflage von Astronomie mit einem Celestron-Teleskop ist erhältlich

In den letzten Monaten habe ich – wenn ich nicht in Norwegen war – still und heimlich am Update meines Celestron-Buchs gearbeitet. Eigentlich war das schon für kurz nach der Photokina geplant, als Celestron einige neue Montierungen und Teleskope vorgestellt hatte, aber man kommt ja zu nichts. Und dann kam zum Jahresbeginn noch die CGX-L als neue High-End-Montierung dazu, was das Projekt wieder etwas aufgehalten hat.

Und wie üblich dauert der Kleinkram am längsten – ich habe das Layout nochmal optimiert (mehr Platz am Bund), und natürlich ist der ganze Text noch mehrmals gegengelesen worden. Irgendwas findet man doch immer, was man hätte besser machen können. Für die nächsten Jahre dürfte das Buch jetzt wieder aktuell sein.

Wer noch die 1. Auflage gekauft hat, muss sich aber nicht ärgern, die meisten Änderungen betreffen nur Details, und eben die Vorstellung der neuen Teleskope. Den Preis vom gedruckten Buch musste ich leicht anheben (um 50 Cent), dafür ist der vom EBook konstant. Leider funktioniert das Bundling von Print und EBook in Deutschland weiterhin nicht – auf EBooks ist eine andere Mehrwertsteuer als auf gedruckten Büchern, wohl deshalb kann das EBook nicht mit dem gedruckten gebundelt werden. Schade eigentlich.

Blick ins Buch: Das Layout ist noch einmal für Schwarz/Weiß optimiert worden. Den Blick ins Buch gibt’s auf Amazon.

Alt und neu

Die aktualisierte zweite Auflage ist wie üblich exklusiv auf Amazon erhältlich – da kein Verlag hinter mir steht, kann ich es leider nicht über den stationären Buchhandel anbieten.

So, und jetzt muss ich den Kopf für das nächste Projekt freikriegen…

Neues Buch: Nordlicht und Sterne mit Hurtigruten

Die Probedrucke vom neuen Buch – und bestellbar ist es auch schon!

Die Probedrucke vom neuen Buch – und bestellbar ist es auch schon!

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, die Nordlichtsaison fängt wieder an, und ich habe den Sommer dazu genutzt, in aller Heimlichkeit ein Buch zu schreiben: Nordlicht und Sterne mit Hurtigruten. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal einen Reiseführer schreibe, aber hier ist er.

Auch wer die Reiseberichte in meinem Blog regelmäßig liest, wird hier noch ein paar neue Dinge finden, und vor allem sauber strukturiert. Auf 128 Seiten gibt’s in drei Teile gegliedert eigentlich alles, was ich für die Tour für wichtig halte:

  • Die Reise beschreibt jeden Tag der Fahrt auf der Hurtigrute auf einer Doppelseite mit einem Überblick, was es im Winter zu sehen gibt. Dabei liegt der Schwerpunkt natürlich nicht auf den Ausflügen, die Hurtigrute anbietet – die sind zur Genüge in den Katalogen und auf dem Schiff beschrieben – sondern auf allem, was man sonst noch so sehen kann. Damit ist es knapp genug, dass man es auch noch während der Reise lesen kann:-) Dazu kommen Tipps zur Fotografie, zum Leben an Bord und zu Schiffsbegegnungen. Das alles natürlich passend zum Winterfahrplan.
  • Nordlicht darf natürlich auch nicht fehlen. Wie entsteht es, welche Geschichten gibt es dazu, wie beobachte und fotografiere ich es am besten – also die ganzen Hintergründe, und hoffentlich nicht ganz so kompliziert aufbereitet wie in den anderen Büchern auf dem Markt.
  • Der Sternenhimmel macht den Abschluss: Was gibt es alles am Himmel zu sehen, wie ändert der Himmel sich im Lauf des Jahres, und – natürlich – ein paar Beobachtungstipps, die schon mit einem Fernglas zu sehen sind.

Nordlicht und Sterne mit Hurtigruten

Das Buch gibt es wieder einmal nur über Amazon als Print-on-Demand, also in guter Laserdrucker-Qualität – mein erster Probedruck ist noch unterwegs. Der Preis: 24,96€, im Farbdruck. Eine günstige Schwarz-Weiß-Ausgabe ist bei den vielen Reise- und Polarlichtfotos sinnlos… Im Preis inbegriffen ist das EBook (vorausgesetzt, Amazon Matchbook funktioniert in Deutschland – da bin ich mir gerade nicht sicher), das es beim Kauf des gedruckten Buchs kostenlos dazu gibt und das in den nächsten 36 Stunden online gehen müsste. [Update vom 23.10.16: Matchbook gibt’s laut Amazno nur in den USA, auch wenn ich’s generell aktiviert habe. Schade.] Oder man kauft das EBook (übrigens ohne DRM, sodass es auch abseits vom Kindle genutzt werden kann) für 7,50 Euro – günstiger konnte ich es nicht machen, da einerseits 19% Mehrwertsteuer drauf kommen und andererseits viele Bilder drin sind. Und bei Amazon zahlt der Verlag oder Autor die Portokosten für das EBook, nicht der Käufer, und die werden nach Dateigröße berechnet…

Blick ins Buch und so sollte auch demnächst bei Amazon erscheinen, um mal im Buch zu blättern. Das ist der Nachteil daran, dass ich keinen Verlag hinter mir stehen habe: Keine Buchhandlungen, in denen man es sich anschauen kann. Aber dafür bleibt es länger am Markt.

Irgendwann nächstes Jahr gibt’s das Buch übrigens auch noch in einer richtigen gedruckten Version als Beilage für die Nordlicht-und-Sterne-Themenreisen, die über Hurtigruten Deutschland gebucht werden. Das gilt natürlich nur für die Nordlicht-Reisen von Hurtigruten Deutschland (die auch im Reisebüro gebucht werden können) und nicht für die, die andere Reiseunternehmen auf den Hurtigruten-Schiffen anbieten. Aber das dauert noch ein wenig – erst muss es einmal gedruckt werden, und da laufen die Probedrucke noch. Mit 17×24 cm hat man endlich auch mal was in der Hand – es gibt viel zu viele Reiseführer etwa im DIN-Lang-Format (wohl um in die Hosentasche zu passen), die dann aber so dick sind, dass sie doch nicht passen. Die Kooperation mit Hurtigruten ist auch der Hauptgrund, warum ich diesmal wieder keinen Verlag mit ins Boot genommen habe: So kann ich schneller auf Änderungen reagieren.

Wer also keine Lust hat, mein Blog zur Reisevorbereitung auszudrucken, hat jetzt eine Alternative. Aber Achtung: Es kann sein, dass das Buch das Nordweh weckt. Und wer weiß, vielleicht sieht man sich ja mal im Norden. God tur!

Photokina, late and lazy, und Sonnenschäden

Die Photokina ist jetzt auch schon wieder eine ganze Zeit vorbei, und viel mitgekriegt habe ich von der Messe eh nicht – am produktivsten war noch ein Treffen mit der wunderbaren Ramona Wultschner. Nicht ganz uneigennützig, muss ich zugeben, schließlich ist mein nächstes Buchprojekt gerade im Endspurt. Mehr dazu in ca. einer Woche, ein Probedruck läuft grad noch.

Auf der Photokina hätte ich beinahe meine kleine LX100 am Panasonic-Stand reinigen lassen können, nachdem ich neulich den ersten Staub auf dem Sensor hatte. Ich hatte sie ja über den Händler zum Reinigen geschickt, aber als nicht reparabel zurück erhalten. Trotzdem war der Sensor sauber; ob das jetzt Panasonic oder der Paketdienst beim Versand geschafft hat, wird wohl auf ewig ein Rätsel bleiben. Naja, in zwei Wochen geht’s wieder auf die Hurtigrute (mit der Finnmarken, Abfahrt am 24.10. in Bergen), dann werden wir sehen, was an Bildern raus kommt. Immerhin dürfte ich bis dahin die meisten dringenden Baustellen abgeschlossen haben.

Ein Bild von der Photokina will ich aber keinem vorenthalten: Eine Canon 5D, bei der bei der Sonnenfotografie der Sonnenfilter von der Kamera gefallen war. Der Verschluss ist wohl aus Titan und funktioniert noch, aber ich empfehle das trotzdem keinem zur Nachahmung.

Canon nach Sonnenfotografie ohne Sonnenfilter

Bilder aus Mallorca

Testaufbau für die Sonnenfinsternis

Testaufbau für die Sonnenfinsternis

Der Urlaub ist schon wieder vorbei, und ein paar Projekte neigen sich ebenfalls dem Ende entgegen – Zeit, mal wieder das Blog mit Inhalt zu füllen, auch wenn’s nur Urlaubsbilder sind – und nicht mal aus Skandinavien, sondern aus einer Woche Mallorca. Da unten sollte es im August ja eigentlich gutes Wetter geben, also war das gleich die Chance, die Ausrüstung für die Sonnenfinsternis nächstes Jahr einmal zu testen.

Das hat auch hervorragend geklappt: Ich habe prompt die Winkelschiene vom Star Adventurer vergessen und das 1kg-Gegengewicht umsonst nach Malle geflogen. Immerhin, bis auf zwei Wolkentage hat das Wetter auch gehalten. Einnorden mit Handy-Kompass funktioniert wohl gut genug, und die Nachführung sollte ebenfalls okay sein, das ist schon einmal vielversprechend für nächsten August. Nach drei Stunden in der Sonne (wenn auch später abgeschattet) ist auch bewiesen, dass das MacBook Air wirklich einen Lüfter hat. Die nächste Herausforderung: Scharfstellen mit dem manuellen Objektiv, und verlässlich ein Kontrollbild von der DSLR auf den Laptop zu zaubern. Wird noch spannend…

Der Eingang zu Ses Païsses

Der Eingang zu Ses Païsses

Aber ich hab da nicht nur Astro gemacht, sondern auch ein bisschen die Insel angeschaut – schließlich hatte ich vor drei Jahren noch nicht die ganze Insel gesehen, der Südwesten fehlte noch. Da gibt es zum Beispiel Ses Païsses, die Reste einer bronzezeitlichen Siedlung bei Arta. Damals wurde massiv gebaut, und mit zwei Euro ist der Eintritt auch noch bezahlbar. Zu sehen gibt es die noch recht hohen Mauern einer alten Siedlung, die sich um einen Turm gruppiert. Die Form sieht man irgendwie immer noch auf Mallorca, da gibt es noch einige ähnliche Gebäude.

Nächster Halt: Die Coves d’Arta, angeblich nicht ganz so touristisch geprägt wie die berühmteren Coves del Drac ein Stück weiter südlich. Sie sind auf jeden Fall sehenswert, und vor allem angenehm kühl und schattig. Anders als in Campanet darf man auch fotografieren. Ein natürliches Ökosystem gibt es da drin eh nicht mehr, rund um die Scheinwerfer wachsen einige Algen. Der Hinweis, zum Schutz der Natur nichts anzufassen wirkt ohnehin etwas unglaubwürdig, wenn zum besseren Durchgang Stalaktiten abgesägt wurden, es breite Wege gibt und der Führer auf Tropfsteinsäulen rumhämmert, um zu zeigen, dass sie hohl sind…

Wenn die Coves del Drac schon als touristisch ausgebaut verrufen sind, langt mir die Höhle bei Arta aber auch schon: Die bunte Lichtshow im „Höllengewölbe“, unterlegt mit Musik von den Carmina Burana, hätte es nicht unbedingt gebraucht. Aber der Besuch hat sich trotzdem gelohnt, ich kann’s empfehlen.

Zentrale Postverteilung

Zentrale Postverteilung

Ebenfalls einen Besuch wert: Der Puig de Randa samt Kloster war der Startpunkt einer eigenen Tagestour in den Süden Mallorcas. So manche kleine Straße dorthin wird wohl auch von der Post gemieden, aber mein Navi kennt da nichts.

Der Puig de Randa wird unter anderem von einem Kloster gekrönt und liegt oberhalb der Flughöhe der ganzen Flieger, die etwa im Dreiminutentakt Palma ansteuern. Interessanter Anblick, nachdem wir die Flieger von der Finca bei Costitx immer nur von unten gesehen haben… Auf dem Klostergelände stehen auch jede Menge alte Pflüge, außerdem konnten wir sehen, wie das Kloster per LKW mit Wasser versorgt wird.

Der Faro ses Salines

Der Faro ses Salines

Die Rundfahrt durch den Süden führte außerdem an den Salines de Llevant vorbei, die im Rahmen einer gut halbstündigen Führung besichtigt werden können. Da sieht man mal wieder, dass Salz ein Naturprodukt ist.

Und wenn man schon in der Gegend ist, fährt man natürlich auch beim nächsten Leuchtturm vorbei, dem Faro ses Salines. Die Idee hatten aber noch andere, in der Gegend gibt es einen gut besuchten Strand und dementsprechend wenige Parkplätze…

Mallorquinische Eier

Mallorquinische Eier

Aber die Touristenziele auf Mallorca sind ohnehin gut besucht – bei der Menge an Flugzeugen, die in der Woche Mallorca angesteuert haben, stellt sich eh die Frage, ob Mallorca nicht irgendwann mal voll ist. Der Plan, in Alcúdia in der Pizzeria zu essen, in der wir letztes Jahr waren, ist daher an fehlenden Plätzen gescheitert. So gab es die Möglichkeit, im Nachbarrestaurant lokale Spezialitäten zu probieren. Die wichtigste Erkenntnis: Mallorquinische Eier sind Spiegelei auf fettigen Pommes. Kann man mal essen, hätte ich jetzt aber nicht unbedingt als Spezialität bezeichnet.

Ein bisschen Astro musste zum Abschluss der kurzen Woche trotzdem noch sein. Zuerst mal das Erfolgserlebnis: Eine hübsche Strichspuraufnahme, nachdem ich bei eineinhalb Stunden Belichtungszeit gefühlte 50 Flugzeuge wegretuschiert hatte. Im Web-JPG verschmiert das leider etwas:

Strichspur-Mallorca

Weniger überzeugend war dagegen der Besuch auf der Sternwarte in Costitx. Die Einrichtung ist im Prinzip ganz hübsch: Ein Planetarium, eine Meteoritensammlung und eine ganze Menge Kuppeln für die Öffentlichkeitsarbeit. Geforscht wird da angeblich auch, wohl in dem Teleskop auf einem Turm. Wir hatten uns bereits vorher als Gruppe der Heilbronner Sternwarte angekündigt, sodass wir eine deutsche Führung erhielten. Eigentlich hatten wir ja gedacht, wir wären am Freitag alleine da – aber Pustekuchen, irgendwas zwischen 70 und 90 Gästen waren da, und im Lauf des Abends kamen noch zwei Busse dazu. Die Hoffnung, auf das Planetarium verzichten zu können und mehr Zeit an den Teleskopen verbringen zu können, zerschlug sich somit. Also genossen wir die Planetariumsshow doch. Gezeigt wurde: Sechs Jahre 20 Jahre Hubble Space Teleskop, wobei Bilder des HST an die (runde) Kuppel projiziert wurden, dazu gab es abgelesene Erklärungen auf Deutsch und Englisch von unserer Führerin. Der kleine Zeiss-Projektor war nicht in Betrieb, die Sterne im Hintergrund wurden wie die Bilder vom Beamer an die Kuppel projiziert. Immerhin die Musik war schön…

Der nächste Halt war die Meteoritensammlung, und in freier Rede war das Deutsch unserer Führerin besser als bei den vorgelesenen Texten im Planetarium (und der Inhalt auch). Es ist wohl die größte Meteoritensammlung in Spanien – 16 Meteorite, und alle echt! Dazu gab es noch die Möglichkeit zu einer Fotosession mit ET.

Und dann, endlich: Ab zu den Teleskopen. Vorher gab es noch die Warnung, bitte nichts anzufassen… Auf dem Freigelände stehen neun Kuppeln, in drei durften wir hinein. In jeder erwartete uns ein gabelmontiertes 10″-Meade Schmidt-Cassegrain. Das erste war auf Saturn gerichtet; als ich die Bodenlampe mit der Hand abschirmte, um am Okular nicht geblendet zu werden, kam gleich die Bitte, nichts zu verstellen, bevor wir Saturn nicht mehr im Teleskop hätten… Immerhin: Die Cassini-Teilung war zu sehen, wenn auch nicht allzu deutlich.

Ab zum nächsten Teleskop, auch hier war Saturn eingestellt, aber mit einem anderen Betreuer. Ich konnte der Versuchung nicht widerstehen, scharfzustellen: Was für ein Spiegelshifting. Und was für eine Dejustage. Von der Cassini-Teilung war nichts zu sehen… Unser Vorschlag, mal einen Sternhaufen einzustellen, wurde auch abgelehnt: Der Handcontroller ist kaputt, das Teleskop kann nicht verstellt werden. Hm… Dann halt weiter zu Teleskop #3, das auf Mars gerichtet war. Keine Ahnung, wie es sein kann, dass ich da ein Mehrfachbild gesehen habe. Fazit: Wenn das 15 Euro Eintritt wert war, müssen wir in Heilbronn entweder unser Niveau deutlich senken oder die Eintrittspreise gewaltig anheben. Mit etwas Pflege wäre das bestimmt eine tolle Sternwarte, so gingen wir freiwillig ziemlich früh wieder. Dann lieber noch einmal den Sternenhimmel über der Finca genießen, bevor es am nächsten zurück nach Deutschland ging.

M101 vom Wochenende – vom RAW zum Bild

Die grandiosen Astrofotos beeindrucken fast jeden – und wecken leider auch viel zu hohe Erwartungen bei allen, die zum ersten Mal durch ein Fernrohr schauen. Was da alles an Bildbearbeitung drin steckt, sieht niemand. Ich bin zwar bei weitem kein Profi-Astrofotograf, aber ein bisschen Erfahrung habe ich doch gesammelt. Letzten Samstag war daher mal wieder die Galaxie M101 im Großen Wagen dran. Eine knappe Stunde hatte ich ab Mitternacht Zeit, bis die Wolken kamen. Davon ging eine Viertelstunde drauf, um das C14 der Heilbronner Sternwarte einsatzbereit zu machen (Dach auf, Strom an, Referenzstern einstellen), meine DSLR samt 0,8x Reducer an den aufgesattelten ED80/600 zu setzen, per Bahtinov-Maske zu fokussieren und M101 anzufahren. Anschließend blieb noch Zeit für sieben Bilder à drei Minuten bei 2000 ISO mit automatischem Dunkelbildabzug.

Das Ergebnis: Naja…

M101 – RAW-Bild, drei Minuten bei 2000 ISO, 480mm Brennweite

M101 – RAW-Bild, drei Minuten bei 2000 ISO, 480mm Brennweite

Das ist von der Helligkeit mal abgesehen schon mal nah am visuellen Eindruck, aber nicht hübsch. Immerhin: Die Sterne sind scharf, obwohl ich ohne Nachführkontrolle gearbeitet habe, und die Galaxie ist auch zu erahnen. Auf dem Kameradisplay sah’s übrigens hübscher aus.

Anschließend kommt die Magie: Das ganze durch Photoshop jagen, weil der Deep-Sky-Stacker irgendwie nichts schönes rausgebracht hat. Sieben Bilder überlagern, um das Rauschen zu reduzieren, anschließend an Tonwertkorrektur und Gradationskurve rumspielen, bis was halbwegs brauchbares raus kam. Patentrezepte gibt’s dafür leider keine, aber die Bildbearbeitung hat doch noch was rausgeholt:

Nicht toll, aber besser: M101 nach der Bildbearbeitung.

Nicht toll, aber besser: M101 nach der Bildbearbeitung.

Immerhin ist die Galaxie schon recht hübsch zu sehen. Im Detail sieht’s so aus:

Crop auf die Galaxie

Crop auf die Galaxie

In SW fast wie früher im Lehrbuch...

In SW fast wie früher im Lehrbuch…

Der ganze Dreck auf dem Sensor fehlt jetzt, und die Spiralarme sind im verbliebenen Rauschen ganz brauchbar zu sehen.

Für Low-Light-Aufnahmen gibt’s den Tip, auf Schwarzweiß zu gehen – da sind wir Rauschen eh von früher gewöhnt. Ja, sieht gar nicht mal so schlecht aus. Vor 30 Jahren waren so Bilder in vielen Büchern zu finden. Wenn ich die Rohbilder jetzt nicht in der Innenstadt aufgenommen hätte und mich mal mehr in die Bildbearbeitung einarbeiten würde, könnte da durchaus noch mehr gehen.

Aber es sind ja nicht immer nur die perfekten Bilder interessant, sondern auch mal der Weg dahin, und was alles unter den Tisch fällt.

Alle beobachten die ISS

Der Gottie vom ClearSkyBlog bringt mich mal wieder um meinen Schlaf – die ISS ist zurzeit am Abendhimmel sichtbar, und er hat unter dem Hashtag #AlleBeobachtenDieISS zur gemeinsamen Beobachtung aufgerufen. Nun gut, wenn schon mal dunkel ist (nach einer Woche Island immer noch ungewohnt) und recht klarer Himmel, schnappe ich mir auch mal meine kleine Panasonic sowie ein Stativ und gehe kurz raus auf den Acker. Geknipst habe ich sie ja schon ein paar mal, jetzt soll zur Abwechslung gefilmt werden.

Pünktlich wie ein Uhrwerk taucht sie dann auch auf, zieht hoch über den Himmel am Großen Wagen vorbei, rammt beinahe noch die Wega und verschwindet kurz über dem Horizont im Erdschatten. Mit 6400 ISO und f/1,7 kann ich das sogar im Film einigermaßen festhalten. Aber seht selbst (was die Videokomprimierung nach dem Upload übrig lässt):

Alle beobachten die ISS – 6. Juni 2016, 22:54 MESZ from Alex Kerste on Vimeo.

Ebenso nett: Die Aktion hat es geschafft, das ein Astro-Thema auf Twitter trendet:-) Gratuliere allen Initiatoren zu dieser Idee!

Ein paar Bilder vom Merkurtransit

13:24 MEZ: Merkur vor der Sonne; ED80/600 mit Hyperion 36mm, Okularprojektion

13:24 MEZ: Merkur vor der Sonne; ED80/600 mit Hyperion 36mm, Okularprojektion

Langsam zieht es zu über Heilbronn, aber ein paar Bilder sehen schon ganz nett aus. Rechts ist die Sonne durch einen Herschelkeil zu sehen, und das Bild darunter zeigt sie durch den Coude der Sternwarte. Beide Bilder wurden mit der Nikon D7100 entstanden.

Unser Livestream unter https://sternwarte.org/live funktioniert jedenfalls schon mal, aber einen Zeitrafferfilm dazu habe ich aufgegeben – zu viele Wolken, und die Nachführung auf die Sonne läuft nicht gut genug.

Aber bis zur Sofi muss ich noch ein paar mal üben, ich seh’s schon kommen…

Die Sonne im Coudé.

Die Sonne im Coudé.

Vorbereitungen für SoFi und Merkurtransit

Kamera mit Sonnenfilter

Kamera mit 500er Tele und Baader ASSF-Sonnenfilter

Noch zwei Tage bis zum Merkurtransit, und – zum Glück – über ein Jahr bis zur Sonnenfinsternis in den USA 2017. Ich glaube, die Vorbereitungszeit brauche ich auch…

Vor einer Woche hätte ich gesagt, dass ich das Equipment zusammen habe. Der Sonnenfilter passt, und sogar mit dem Solar Eclipse Maestro blicke ich langsam durch – sehr coole Sache: Die Software errechnet aus den GPS-Koordinaten vom Standort, wann welche Phase einer SoFi ist, und mit etwas Glück arbeitet die Kamera dann die ganze zeit von selber das Programm ab. Erste Trockentests zeigen, dass die Steuerung mit meiner D7100 funktioniert. Und in der Praxis? 500mm an APS-C sind schon recht anspruchsvoll, um das Sonnenbild zu finden – ich brauche noch einen Sonnensucher. Da werde ich wohl die neue Version vom Baader SkySurfer III draufsetzen. Prinzipiell geht’s auch ohne, aber das muss ich mir nicht antun.

Improvisierte Scheinerblende

Improvisierte Scheinerblende

Fokussieren ist das nächste Problem… im Prinzip geht das mit dem manuellen 500mm f/6,3 Objektiv (Bower steht drauf, Power^Up war beim Versand als Marke angegeben, Walimex hat’s auch, und bauen tut’s wohl Samyang) ganz gut, aber nicht bei Sonnenschein, wenn man das Bild in der prallen Sonne auf dem Kameradisplay beurteilen will. LiveView hin oder her, das muss dann auch noch über den Laptop gehen. Das Beobachtungstuch von Astrogarten ist zwar Gold wert, aber wenn ich den Laptop eh dabei habe… Immerhin: Eine Scheinerblende funktioniert auch an der Sonne und hilft dabei, die Schärfe zu beurteilen: Wenn beide Sonnenbilder übereinander liegen, ist das Bild scharf.

Das nächste Problem: 500mm sind schon heftig… Ein Manfrotto-Fotostativ mit Kugelkopf ist damit überfordert, das Baader Astro&Nature schlägt sich schon besser. Trotzdem wackelt es beim Scharfstellen schon ganz ordentlich. Aber wenn ich das Bild dann schon am Laptop beurteilen will, wäre ein Motorfokus sinnvoll… für die Fokusklemme bietet TS auch einen Motorfokussierer an. Noch was für die Einkaufsliste. Zusammen mit der Gegenlichtblende kommt das Objektiv dann doch auf einen spürbaren Preis, und ich muss mal sehen, wie stabil der StarAdventurer das ganze dann trägt.

Aktuell kann ich jedenfalls schon ziemlich gut unscharfe Sonnenbilder machen. Mal sehen, ob ich das bis zum Merkurtransit noch optimieren kann, oder doch klassisch durch das Teleskop fotografiere. Bis jetzt überzeugen die Versuche mit dem 500er Tele noch nicht ganz; aber das Bildfeld sieht für die SoFi nächstes Jahr schon mal nicht ganz schlecht aus. Bei der geringen Sonnenaktivität dürfte die Korona gut auf den Sensor passen…